Konjugation einer wahren Karriere
– oder:
Die Definition des Realen – oder: Ein Perverser berichtet – oder: Holt mich hier raus - Roman in Arbeit

Als ich einst dem Dings von der Zeitung erzählte, ich würde unter anderem wegen des Nuttenmord über den Komiker schreiben, rief der den an um nachzufragen, was er davon halten würde.
Ach, wissen Sie, stand dessen Statement Tage später in der Dings- Zeitung, ich saß dafür ja nur einige Tage in U-Haft, dann wurde der wahre Täter zum Glück gefasst.
Gut -, Glück interpretiert jeder für sich: Ich schreibe als Folge dieser Komiker- Ansage surreal über den Spaßmacher, da ein Täter in der Sache bis heute nicht gefasst wurde.  Wahr ist, dass damals auf Druck seiner Freunde bei der Justiz - blinde Frau mit Waage - die Hauptbelastungszeugin, eine Hure - und Freundin der ermordeten Hure, als Lügnerin darstellt wurde und so die Karriere des Publikumslieblings annähernd ’unbefleckt’ weiter gehen konnte.
Mal ehrlich: Ich liebe dieses unbestechliche Land.


Sehr geehrte Damen und Herren –
Sehr geehrte Frau Schr. -

Sie waren so freundlich, auf meine Offerte zu antworten: Ich, Michael Köhn, Autor, Zeitzeuge, werde ’in authentischen Auszügen’ einen Roman über die ’Nachtseite’ eines deutschen Komikers schreiben, der 19xx unter Mordverdacht in U-Haft saß. Sollten Sie als Verleger, Literaturagent o. ä. Interesse am Thema haben, mehr über mich und meine bisherigen Arbeiten wissen möchten, finden Sie auf http://www.literatalibre.de Auszüge meiner Arbeiten, meine Vita. Um jedoch direkt mit mir in Kontakt zu treten, rufen Sie mich bitte unter xxx an.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Köhn


Nun, liebe Frau Schr., meine Offerte an Sie bezog sich auf eine in den Grundzügen fixierte Idee, die meinerseits ab und an daran kränkelt, den Roman in eine solche Richtung zu schreiben, die vermeiden hilft, dass mich die tatsächliche Figur, nämlich der Herr xxx - wie angedroht, vor Gericht bringen kann, usw., usf. Dem zum Trotz füge ich Ihnen die ersten Romanseiten direkt in die Mail ein; - evtl. behagt Ihnen meine literarische Themenumsetzung sowieso nicht. Ansonsten werde ich mich freuen, von ihnen Rat, Tat und Vorschläge über das weitere Vorgehen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Köhn


Menschen werden erfolgreich, weil sie sich aufgrund ihrer Lebensumstände dafür entscheiden.
- Autor unbekannt -


Urgefühl

Ich trage einen großen Namen, heißt es in einer Ratesendung im Fernsehen. Das trifft auf mich *noch nicht zu. Dafür trage ich etwas anderes, etwas unheilbares, schönes, widerwärtiges, grandioses; die von meinem Vater ererbte Lust auf Huren unterster Schublade. Und dieser Lust gebe ich regelmäßig nach, - ich kann nicht anders. An der Neuen- Kantstraße stehen Wracks auf 2 Beinen. Und die machen mich an.
Zwei, drei Nutten brauche ich jeden Abend. So wie die sind und nicht anders. Nämlich voll gesoffen und von den Drogen der Welt gezeichnet. Mit bepisster Wäsche, ungewaschenem Geschlecht. Versumpft. Stinkend. Rauchend. Mit dem IQ eines leeren Präservativs. Dämliches Zeug quatschend. Mann! - Ich hasse diese Weiber dafür. Doch genau deshalb bin ich täglich da. Beobachte. Sauge auf. Rekapituliere. Und wenn die schlimmste von ihnen, das aller übelste Tier, rein äußerlich gesehen, Erna, meine ’spezielle’, einen Freier hatte, noch besser sind zwei, fahre ich von Geilheit getrieben mit quietschenden Reifen vor, dass Elvis im Font meines ID19 wackelt wie beim Tutti- Frutti. Ich greife mir dann das eben satt besamte Luder und knattere die in Minutenschnelle Anal und Vaginal im Gebüsch nahe beim Lietzensee durch, - spritze ihr die Ladung in den Mund. Dann wische ich der Hure das Maul aus und nehme mein nach Kot stinkendes Sperma im Taschentuch mit. Und das mindestens zweimal täglich. Sie finden das pervers?
Ich auch. Danach. Und mein Spiegelbild sagt mir, dass ich dafür im Knast landen werde, meine Karriere als Spaßvogel der Nation ruiniere. Dabei bin ich Dramatiker, wo man auch hinsieht. Das deswegen meine geliebte Frau mich verlässt, die mich als Romantiker kennt, als Kleinbürger und von meinen perversen Neigungen keinen Schimmer hat steht mir noch bevor; kann mich aber nicht hindern. Denn das Bewusstsein ist eine Sache. Etwas anderes ist es etwas tun zu müssen. Junkie zu sein...


Die Umarmung der Stille

Dieser Morgen, dieser Tag danach, - fast ein Gedicht. Auch gestern schon. Kein Betrug. Keine Lüge, wie sonst täglich. Nirgendwo. Die Luft wie Seide. Die Welt makellos. Und ich ein Zug. Lokomotive, die aus kilometerlangem Tunnel ins gleißende Licht stampft.
Ach -, und vorgestern erst, nach der Premiere. Eigentlich schon seit Wochen, - schon mit dem alten Programm, - immer volles Haus! Auch wenn es nur 37 Plätze sind, ich komme! Und in mir hallt der Beifall der Leute nach: Klasse Vorstellung, Heinz, du bist der Größte, der Beste, der Schönste ... Mensch Heinz. Du! - Mann, ich könnte vor Freude der Welt den Hintern küssen. Auslastung neunzig Prozent, sagt mein Steuerberater. Und in dem sonst blass müden Typen ist rosiges Leben, als er darüber spricht.

Ja, - ich bin ein Erfolgsmensch. Endlich. Springe die Treppe runter, in meinem eigenem Haus, man stelle sich das vor ... Gut, ein Mietshaus zwar, und noch nicht ganz abbezahlt, aber immerhin.
Eigentum ist immer von Vorteil, erklärt der Steuerberater.
Eigentum verpflichtet den Eigentümer, entgegne ich, außerdem bin ich Marxist.
Ist aber bei Ihren Einkünften vernünftig, sagt der, - hätte Ihnen Marx auch gesagt.
Ein ganzes Haus, frage ich.
Klar, vermieten, sagt der, - und oben Sie.
Das war der Anfang. Ich also oben. Und das überall.
Auch in Charlottenburg, Giesebrechtstraße, vierte Etage. Auf 230 Quadratmetern residiere ich dort. Mit riesiger Küche. Gästezimmer. Zwei Schlafräumen. Drei Bädern. Terrasse - seitlichem Balkon. Mit Blick auf den Kudamm. Dienstbotenaufgang vom Hof. Concierge... Heinz, was willst du mehr!?

Fast überschlage ich mich auf der Treppe, immer drei Stufen auf einmal, grüße: Guten Morgen! Pfeife den ’River Quai’, zitiere Teil eines neuen Sketches. Und ich singe auch. Die neue Platte im Duett mit Gerda. Sie wissen, das ist diese dürre Ulknudel aus dem Fernsehen -, hat schon Platz eins in der Hitparade. Und deshalb muss ich übermorgen hin, Studio eins, Oberlandstraße, singen, Spaß machen, bei Dieter, dem Schnellsprecher, der mein Freund geworden ist; - also auf - nach Tempelhof.
Ju- hu- hu ..., freue ich mich.

Vor dem Haus stehend blicke ich nach oben, fühle über mein frisch rasiertes Gesicht. Der Bart ist ab. Aramis dran. Du riechst so gut, sagte sie. Nun sehe ich sie auf dem Balkon. Sie blickt herunter. Ja, es ist göttlich, das Heute, das Morgen, denn wir haben uns nach wochenlangem Streit versöhnt.
Ich pflücke dir das Blau vom Himmel, geht meine zärtliche Botschaft an sie. Ich liebe dich, senden mir ihre Augen. Ach, ich bin einfach nur happy. Steige in meinen Citroen, - das Prachtstück, mein Traumauto - und nicht mal die Taubenscheiße auf der Motorhaube ärgert mich heute, wie sonst immer, entriegele das Faltdach, lege es um, - los geht’s.
Pass auf den Elvis auf, ruft sie warnend. Und ich steige noch einmal aus und nehme das Maskottchen, ein Geschenk von ihr, von der Hutablage, lege es auf den Beifahrersitz. Ich passe gut auf ihn auf, versprochen, rufe ich, winke, und bin gedanklich schon bei der Arbeit an meinem neuen Theaterstück.


Ermordet und verscharrt

2- 3 Huren hatten ihren Platz bezogen, Touristen genossen den lauen Abend im Park am Lietzensee, als ein Hund im Gebüsch nahe dem Hotel Lietze eine Leiche fand. Die tote Frau lag nackt und kopfüber in einem Haufen Erde, Schutt und Baumwurzeln, ihre Hände waren auf dem Rücken gefesselt, in ihrem Geschlechtsteil und in ihrem After steckten Kieselsteine.
„Dreiundzwanzig Stück, tief in Darm und Vagina geschoben“, erläuterte Doktor Fischer, Pathologe, „einfach widerwärtig ...!“

Es war gegen 21:00 Uhr, als Nadir G. (36) mit ihrem Mischlingsrüden ’Randale’ ihre Abendrunde durch den Park machte. Plötzlich rannte der Hund winselnd auf einen Erdhügel zu. „Er schnüffelte aufgeregt an dem Haufen herum, dann fing er an zu graben - und ich sah eine Hand ... Es war gruselig!“ Nadir G. holte sofort die Polizei. Die fünfte Mordkommission übernahm die Ermittlungen, eine Obduktion wurde angeordnet. Das Ergebnis: Die Leiche muss zwischen April 1966 und Februar 1967 vergraben worden sein.
„Der Ablageplatz ist nicht unbedingt der Tatort. Denn den Haufen, in dem der Leichnam gefunden wurde, hatten Bauarbeiter erst wenige Tage zuvor mit dem Bagger aufgeschüttet. Weitere Auskünfte kann ich Ihnen aus ermittelungstaktischen Gründen nicht geben“, erklärte Doktor Dreier von der Mord fünf, „aber wir haben einen Verdacht!“

Prostituiertenmörder gefasst? titelten die Zeitungen reißerisch. Und die meinen mich, Heinz Vordeen, den auf der Karriereleiter unaufhaltsam noch oben strebenden Komiker und Berliner Theaterchef des ’Wollaffen’. Und ehrlich, ich glaube das eine wie das andere manchmal nicht so recht.

“Wir werden erst Ruhe haben, wenn die Drecksau überführt und verurteilt ist!“ Doktor Dreier, ermittelnder Kriminalrat, sprach in den Medien in diesem Ton (über mich), - und ich weiß, warum. Sucht dieser Dreier doch schon lange nach dem Prostituiertenmörder - und er hatte damit mehr als ein Problem.
Was er nicht wusste, ich hatte auch eines. Mit ihm. Mit mir. Und nicht nur das, und sowieso.

In der Therapiegruppe des Doktor Hempel, anonym, in einer Mummenschanzverkleidung wie beim Ku-Klux-Klan, stelle ich mich den anderen sechs Teilnehmern als Max vor. Max ist natürlich nicht mein richtiger Name.
In der AA Gruppe, Jahre zuvor, ich war damals der Öffentlichkeit fast unbekannt, nannte ich mich Gerd.
Natürlich ist und war das auch nicht mein richtiger Name. Nein, diese Namen sind wie die Regeln, die ich aufgestellt hatte, um mir mein Leben zu erleichtern, um es dadurch so gut wie es geht zu leben.

Eine dieser Regeln lautet, mich von Nutten über fünfzig fern zu halten. So Damen des horizontalen Gewerbes, die nach wie vor an der Neuen Kantstraße und am siebzehnten Juni stehen, deren welke Körper, glaube ich bis heute, außer mir sowieso keiner haben will - und ich die deswegen fast als mein Eigentum betrachte, das sich mir für erschwingliche eine Mark fünfzig freudig zur Verfügung stellt. Klar, das kommt meinen sexuellen Bedürfen und meinem Geiz entgegen. Das sage ich jetzt ganz ohne Koketterie, und fühle mich frei von irgendwelcher Schuld. Und höre ich auf die Verlockungen der Nutten, sehe die wandelnden Schrotthaufen, ob beabsichtigt oder nicht, diese fetten Beine in Lackstiefel gepresst, ahne ihre Sperma- feuchten Mösen unter ledernem Minirock, diese ekelhaften meterlangen Titten, - dann ist das purer Stress, und ich raste aus. Doch gerade das will ich vermeiden -, auch weil meine Frau sich scheiden lässt, wenn sie nur ahnt, was ich den Nutten antun muss ...
Andererseits kann ich nicht anders als nachzugeben. Es ist fast wie eine Sucht.

Es ist eine Sucht, Max! sagt Doktor Hempel.
Hempel raucht Orientzigaretten in einer Spitze - und hat auch sonst krude Ideen. Auch glaube ich, meine Frau weiß alles längst, denn auch bei ihr komme ich ohne leichte Gewaltanwendung nicht zum Zug -, das ist schon seit unserem kennen lernen so. Zudem glaube ich, sie will, dass ich sie anal so nehme wie ich es tue. Doch das ist nur eine Ahnung, mehr vage, denn deutlich gesagt hat sie es mir nie, lediglich dabei gestöhnt und gefleht. Doch diese Zeichen sind mir positiver Zuspruch genug. Genau wie bei den Huren, sage ich Hempel.

Ich gehe übrigens wegen der Gefahr, solche Weiber öffentlich zu treffen, nie in eine gemischte Sauna obwohl ich gerne sauniere, dass ist nämlich meine einzige Art von Sport. Doch ich gehe nicht mal in Begleitung von Traudchen dort hin, Sie wissen, so heißt meine Frau. Denn so alte Weiber, wie Traudchen, kann ich nackt nicht sehen, - da wird mir übel. Also passiert Nacktheit, wenn überhaupt, in totaler Dunkelheit. Und das ist gut so, lacht mir der schwule Partylöwe zu. Zu dem mache ich auch ähnlich gelagerte Dinge wie Sauna höchst selten. Vermeide zum Beispiel Partys und Geburtstage von über Vierzigjährigen; logisch, da sich gerade dort die Fregatten mit ihren Asbach- alten Perlengehängen vor den Möpsen prostituieren, oft keine Schlüpfer tragen, und mich die eine oder andere von denen schon mal auf dem Herrenklo abpasste, um mir beim Urinieren auf den Penis zu sehen. - Schrecklich, solche Fans.
Sie ahnen also, es ist schwer genug für mich als öffentliche bekannte Person in Berlin, - als Komiker aus Berufung, der somit täglich direkt mit der Perversion der Gesellschaft konfrontiert ist. Klar und ohne Zweifel, denn im eigentlich Sinn bin ich der Bodensatz der Gesellschaft und vertrete die durch mein da sein und nicht da sein, durch meine Komik und meine lebensnahen Sketche. Ja, auch Sie, Herr Doktor, werden bei mir ihre Schuldsein los; es ist in meinen Vorstellungen fast wie bei einer Beichte mit hinterher Absolution.

Gut, so weit dazu. Doch wo wir schon mal bei den Vorstellungen intimer Dinge sind: geboren bin ich in Zwickau, männlich, wie sie längst wissen. Doch auch das muss man ja heutzutage schon energisch sagen oder zeigen, auch wenn es wie ein schlechter Witz klingt. Und ich hasse schlechte Witze.
Und Achtung, an alle Frauen: ich bin nicht allein stehend, verstehen Sie: nicht! alleine! denn es gibt Traudchen, Sie wissen - und meine Mutter starb vor Jahren. Ach Gott, ich bin über beides hinweg, auch wenn es dauerte.

Nun, ich bin Mitte dreißig, fit im Schritt, und sehe leidlich aus, bis auf die etwas zu lange Nase, die großen Ohren, und habe Qualitäten, die langsam auch allgemein bekannt werden, - wogegen ich nichts habe, denn das hat Vorteile und kommt meinen Neigungen entgegen. Und noch, seit ich nicht mehr exzessiv trinke, habe ich gelernt, einen versöhnlichen Umgang mit meinen Neigungen zu finden. Jedenfalls glaube ich das, hoffte ich, bis vor kurzem. Denn dass ich pervers bin, weiß ich, und es wird sich nicht ändern, - aber deswegen lieben mich die Leute doch auch, so wie den Juhnke, den wegen dem Suff, oder weswegen?
Jeder Süchtige, auch Sie, Max, hat eine ganz besondere Vorliebe. Und was wir hier tun ist, dass Sie eines Tages dieser Vorliebe nicht mehr gehorchen müssen. Mehr nicht. Dazu werden wir Ihr Selbstbildnis analysieren, Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen auf Tiefe ausloten und Ihnen beibringen, jemand zu sein. Wir werden Ihren Hass abbauen, Ihnen Selbstvertrauen einpflanzen - mit dem Ziel, dass Sie Ihrer Sucht nicht nachgeben müssen. Wir werden Sie lehren, sich aus eigner Kraft ein Belohnungssystem zu eröffnen, dass Ihre jetzige platte sexuelle Belohnung bei weitem übertrifft. So einfach, Max.

„Denken Sie öfter an den Tod?“, fragt mich der Vernehmungsrichter.
„Jeden Tag!“
„Also denken Sie über sich nach?“
„Immer. Nur, ich vergesse es wieder.“
„Können Sie auch ernst sein?“
„Bin ich fast immer!“
„Gut -, und, Ihren Tod, den vergessen Sie nicht?“
„Nein, Gott sei Dank! Es bleibt immerhin eine Möglichkeit, obwohl ich die meist auch vergesse ...“

An meinen Vater muss ich denken. Fallschirmspringer aus Passion. Er starb bei einem Sprung; Herzversagen, bevor er den Schirm öffnen konnte, stand im Bericht der Versicherung. Doch ich weiß es seit einiger Zeit besser, bekam über einen Notar zehn Jahre nach dem Unglück seinen Abschiedsbrief. Mutter sagte ich nichts vom Brief und dessen Inhalt, stand doch zu viel Intimes von Vater und mir darin. Auch seine Warnung, seine Neigungen nicht zu meiner werden zu lassen ... Doch zu spät. Er hatte mich längst geprägt. Nur aus Liebe heiraten, wie er, tat und tue ich nicht. Ich heiratete Traudchen zur Tarnung meiner Neigungen. Fallschirmspringen und die anderen Dinge des Lebens tue ich wie Vater. Die ganz schlimmen Dinge, die bis voriges Jahr, ausschließlich in meiner Fantasie.
Nein, halt! einmal nicht.
Als ich sechzehn war ging ich das erste Mal in die Kurfürstenstraße Nutten sehen. Ich hatte 2 Mark dabei und 3 in Reserve im Strumpf, für alle Fälle. Und richtig, eine der Huren sprach mich an.
„Na, Kleena, willste ma rinstecken?“
Ich wurde rot und bekam gleichzeitig Wut, als mir die Dirne mit ihren Riesentitten zu nahe kam, - die sahen aus wie die von meiner Mutter.
„Reinstecken, meinen Sie?“
„Ficken, Süßer!“
„Ins Loch?“
„Genau so, oder willst du zwischen den Titten? Kostet nur zwei Mark!“
„Und reinstecken?“
„Fünf!“
„Gut, wo gehen wir hin?“
„Für’n Fünfer im Hinterhof im Stehen.“
„Im Stehen?“
„Haste noch nicht, oder haste etwa noch nie ...?“, fragte die Hure laut lachend. Und dabei griff sie mir, wie früher beim halbernsten Raufen unter uns Jungens in der Schule üblich, an die Genitalien.

*In dem Augenblick habe ich sie am Hals gepackt. Dieser Griff, zwangsbestimmt, ohne meine jegliche Kontrolle, einer dieser rasenden Akte Leidenschaft, die ich ab und an in diesen für Jugendliche verbotenen Filmen gesehen hatte. Ja, diese Filme, in denen immer geliebt oder getötet wird - und es dazwischen nichts gibt. So wie bei uns zuhause zwischen Vater und Mutter. Und deshalb: ich musste sie einfach bestrafen, würgen, leiden sehen - und es war unheimlich, gefährlich, aufregend. Und ich war nicht ich selbst dabei - und wieder doch, weiß ich heute. Jedoch ich musste es tun, glauben Sie mir?*

Auch klar, die ersten Handlungen dieser Art blieben an mir haften wie Kaugummi in den Rillen einer Profilsohle. Und genau deswegen wollte ich eigentlich nie wieder jemanden sexuell belästigen, nötigen, schlagen, - umbringen schon gar nicht, nicht wirklich: ja, ich könnte die Scham nicht aushalten, wenn meine ’Fehltritte’ öffentlich würden.
Was trotzdem und immer bleibt: Alte Frauen -, vor allem diese verbrauchten, billigen Nutten erregen mich, und das wird sich nie ändern, und die Häufigkeit, mit der ich diese meine Lust spüre, den abgetakelten Grotten an die Wäsche zu gehen, ist analog wie bei jedem anderen normal funktionierenden Menschen auch, dachte ich, denke ich immer noch. Glauben Sie mir das auch?

*Die etwa 1,70 Meter große Frau ist erwürgt oder erdrosselt worden. „Todesursache war vermutlich stumpfe Gewalt gegen den Hals“, so Bernd Müller, Staatsanwalt, bei der Pressekonferenz. „Der Leichnam war ursprünglich in eine Art Teppich gewickelt, oder in Handtücher; wir haben entsprechende Fasern gefunden. Das geschätzte Alter der Toten liegt um die sechzig Jahre, doch dazu später mehr. Ach, noch was, die Tote hatte schulterlanges Haar, in dem Reste von Sperma gefunden wurde. Und die Beschreibung passt zu einer Prostituierten der Neuen Kantstraße; wir vernehmen dazu gerade eine Kollegin des Mordopfers.
Aber, meine Damen und Herren, wir stehen mit unseren Ermittlungen noch ganz am Anfang, und es sind noch umfangreiche kriminaltechnische Untersuchungen erforderlich, fassen Sie sich also bitte in Geduld!“
„Wie lange?“
„Zumindest bis morgen, - denn wir haben eine heiße Spur!“
„Sie haben eine Spur?“
„Ja -, doch wie gesagt, morgen mehr ...!“

Es war Wind, der mich trieb. Die Farbe in meinem Hirn.
Dieses irre Rot vor Augen, an diesem scheiß Tag, der die Nacht nach der Premiere war. Es war an der Neuen Kant, - wie oft. Und ich war da, ... ja doch ..., ja doch, dort und da...
Ich winke sie ans Auto. Greife ihr durch das Fenster zwischen die Beine, stecke ihr den Mittelfinger in die Möse. Du Sau bist noch nass! Hier schmeck, lutsch den Finger, nimm ihn in den Mund. Ja, sie weiß, was ich will. Alle wissen, wussten, was ich will und wollte.
Nun sag schon... Ja, sagt sie, ich habe eine runzelige, abgenutzte alte Fotze. So Sprüche brauche ich, um auf diese alten klapperigen Nutten richtig geil zu werden... Steig ein, lass uns fahren.

Ich fahre in den Frühling. Er ist schon da.
Dort, hinter der Holzwand der Bauruine, sagt sie.
Ich weiß. Und leg dir das Handtuch unter, du Sau, damit der Sitz nicht verhunzt.
Ich stoße sie rektal, - alle; denke jetzt noch an ihre ekelhaft schlaffen Mastdärme. Sehe mein Ding darin in wütender Arbeit, in hartem Stoß. Radikal. Und mein Blut hat eine schwarze Farbe, ist heiß - und jagt mich durch die kochende Nacht. Fürchterlich ...
Noch Tage später suche ich an meinem Schwanz nach Spuren. Bin schuldbewusst. Doch es nichts. Ist Winter. Saukalt. Die Welt ist leer, eingefallen, grau, verlassen. Und die letzten Stöße waren wie im Krampf getan. Zitternd vor Frost. Vor Pein. Lust. Frust ... Ich Penner. Lass es, sage ich mir danach immer. Lass es auf ewig. Doch es geht nicht. Halt die Schnauze. Ich weiß es... Denn die Zeit ist in der Erinnerung nichts als braunes Fäkal. Das Tor geschlossen. Nur der Pfeil in meinem Bewusstsein brennt ab und an als glühende Zigarette auf der Haut. Ja, und doch ist die Scham in mir nichts weiter als dieser blaurote Streifen am Hintern, der vom Ringen mit der Hure stammt. Ich höre noch ihren empörten Schrei: jetzt doch nicht noch auch in den Mund, du perverses Schwein. Halts Maul, - ich vor Lust, oder vor Schmerz, oder was. Halt bloß deine Schnauze, du elende Hure ...
Dann geht’s mir ab, als ihre Hände mir die Arschbacken aufreißen, ich ihren Damm knete. Danach werfe ich das Handtuch aus dem Fenster, stecke ihr den Lohn in die Fresse. Immer.
Es liegen fünf Stück der billigen Handtücher neben dem Auto rum. Räum die weg, sage ich. Ja, Heinz, ist sie devot, pult sich die Fickmünzen in Groschen und Fünfziger aus dem Maul, kommst du bald wieder vorbei?
Was weiß ich. Ach komm, sagt sie, leg noch was drauf, das Geschäft läuft schlecht ... Fang nicht so an, sage ich, nicht auf diese Tour mit mir, sonst schiebe ich dir stattdessen Kieselsteine rein. Sind genug da...

*In dem Augenblick habe ich sie am Hals gepackt. Dieser Griff, zwangsbestimmt, ohne meine jegliche Kontrolle, einer dieser rasenden Akte Leidenschaft, die ich ab und an in diesen für Jugendliche verbotenen Filmen gesehen hatte ...


Sehr geehrte Damen und Herren vom Lektorat -
Sehr geehrte Frau H. -

Leider gestaltet sich der Roman- Vorgang bis dato so, dass ich nicht weiß, ob ich wegen der Person des von mir in den Mittelpunkt gestellten Komikers, der Plot handelt übrigens in Anlehnung an die Figur des ..., den Roman so weiter schreiben kann, wie ich es will.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Köhn


Dicht am Cut

Ich bin zu früh, wie eigentlich immer, habe aber dadurch die freie Einloggauswahl bis runter zur Synagoge. Und die, die ich meine, eiert Nähe Tacheles und hält ihren Lackmantel mit der rechten geschlossen, raucht mit links. Und ich denke, sie käme nicht schlecht als Start Up.

„Für hier oder zum mitnehmen“, fragt sie.
„Lass uns um die Ecke gehen“, sage ich. Und während sie den Mantel öffnet, ihre Schenkel zum Download spreizt, rolle ich mir eine Grafik über den Router. Die nächsten zwei Stunden interessiert mich kein Klischee. Nicht der Typ mit der Geige. Das Klingeln der Smartphones, das Rauschen von iPads, die gurgelnden Laptops. Nicht die Geräusche aus dem Cafe gegenüber. Auch nicht die Typen aus den Büros die frierend auf der Straße stehen, quatschen, glotzen und rauchen. - Als sie fragt ob es gut so sei, bestelle ich noch mal 2 Stunden nach und ordere von gegenüber einen Espresso.
„Für mich einen mit“, bittet sie. Und somit ist das Thema durch.

Deine verbleibende Zeit beträgt 1 Stunde 12 Minuten und 36 Sekunden nervt der Early Bird, als sei ich eine öffentliche Person und kein Freelancer. Unterdessen geht via Facebook repeater der Maya Kalender zu Ende.
Für eine Zehntelsekunde stoppt jeglicher Download, erlischt das Licht, schweigen die Soundclouds um sich mit dem Zischen einer Espressomaschine erneut ins WLAN zu hängen. Ich gehe über Google- Map auf Twitter und suche die Oberfläche nach Nährboden ab, - verliere kein Wort mehr über den Tausch von Hardware.
„Kafka hatte vor Mäusen Angst“, versucht sie es dennoch. Mich nervt das! Und deshalb gebe ich ihr voll raus und setze beim Weggehen die eben in der Rinne gefunden Glubschaugenbrille auf - und kaschiere damit mein Identitätsproblem. Denn nach Drehbuch wäre die Hure jetzt tot. Doch ich mache hier keinen Tatort, sondern Satire. So wahr ich Heinz heiße.

Wiederaufnahme zuungunsten wegen einer Straftat
§ 85 Abs. 3 Satz 2 OWiG betrifft eine Ausnahme zu § 362 StPO. Liegen neue Tatsachen oder Beweismittel vor, die die gerichtliche abgeurteilte Bußtat als Verbrechen (§ 12 StGB) qualifizieren, so kann die Wiederaufnahme erfolgen, auch wenn die Voraussetzungen des § 362 StPO (im Übrigen) nicht vorliegen.


Letzter Ausweg

„Lieber Herr Vordeen, heute Abend wird das Berliner- Theatertreffen mit Ihrer Satire- Inszenierung ’Was kostet die Welt’ eröffnet, zudem setzen 2 ihrer Sketche am Samstag auch noch den Schlusspunkt des Festivals... ’Was kostet die Welt’ gilt immerhin als umjubelste aber auch umstrittenste Aufführung der Saison, da 6 als Huren verkleidete alte Frauen alle Parts spielen – fast wie zu Shakespeares Zeiten. Allerdings sind die sechs Schauspielerinnen bei Ihnen von Anfang bis Ende nackt, und es fließt viel Blut, es spritzen Fäkalien und es wird unter grauenhaften Umständen gestorben. Wie können Sie das ihren geneigten Zuschauern erklären?“


Mein richtiger Vater war bekennender Onanist

Von der Jazzkneipe aus ging es über eine Treppe durch eine geheime Tapetentür in die “Galopp-Diele“, einer Kaschemme mit Tattersall, in der Ruine der alten “Scala“, dem ehemals renommierten Berliner Variéte in der Martin-Luther-Straße. Gut, in die “Galopp-Diele“ gelangte man auch durch den Haupteingang. Doch um ungesehen in das von der Öffentlichkeit als Sündenbabel verschriene Etablissement zu kommen, benutzten nicht wenige Besucher die erwähnte Tür. Um die eine Mark fünfzig Eintritt, kamen sie allerdings dort auch nicht herum.

Der Tattersall war eine mit Sägespänen ausgelegte Reitbahn in Kreisform, in der Frauen gegen Bezahlung nackt auf Pferden ritten. Die vier, fünf Pferde rekrutierten sich aus vor dem Abdecker geretteten Zossen der Rennbahn Karlshorst, denen man die Stimmbänder durchtrennt hatte, damit sie nicht zur unrechten Zeit wieherten und die erotische Atmosphäre gewahrt blieb. Die Nutten der “Galopp-Diele“ stammten alle vom Lande und wiesen unisono extreme Oberweiten auf, die beim Reiten mächtig aufschaukelten. Die Huren der Stadt konnten angeblich nicht reiten, und waren dem Betreiber des Etablissements auch zu flachbrüstig.

An Tischen im Rund um die Reitbahn saßen die Herren der Gesellschaft beim Champagner, manche bei einem Herrengedeck - und onanierten. Einige ließen sich als Hilfe ein Mädchen kommen. Fast ohne Pause hörte man im Hintergrund dezente Musik eines Trios, bestehend aus Bass, Geige, Schlagzeug. ’Das Schlagzeug wird wegen der Atmosphäre lediglich mit dem Besen gerührt’, hatte der Chef des Ganzen, Herr Musil, angeordnet. Herr Musil ist als ’großer’ Onanist und Selbstdarsteller in der Szene Berlins eine Berühmtheit. Doch wer wird sich später daran erinnern. Nur ich ...
Herr Musil sah es auch gerne, wenn Geiger und Bassist auf Anforderung des Gastes an dessen Tisch trat, um auf Wunsch bestimmte Titel zu spielen. So was russisches, das den Leuten das Wasser in die Augen treibt, war des Geigers Spezialität. - Ach, der lässt aber die Seele tanzen, rühmten ihn viele deswegen - und das Trinkgeld floss reichlich. Man erzählte, der Geiger habe, betrunken, einem Mann den Geigenbogen ins Auge gepiekt, weil er, statt aufzuspielen, auf dessen monströses Glied gestarrt habe. Seit dem war es ihm absolut verboten, direkt an den Tischen zu spielen.
’Ab nun mindestens drei Meter Abstand halten’, hatte Herr Musil getobt, als er Monate später die Schadensrechnung des Onanisten von über tausend Mark bezahlen sollte. ’ ... und dazu noch ein Jahr freien Eintritt und frei Saufen’, tobte er, ’dieser Goj macht mich noch ganz meschugge ...!’ Übrigens, der Geiger war mein Erzeuger. Der einäugige Onanist ein Intimfreund Musils. Als ich ein Jahrzehnt später den Club besuchte, der inzwischen zu einer Peepshow verkommen war, erzählte man sich den Klatsch über Geiger und Onanisten immer noch. Ehrlich, ich glaube solche Geschichtchen ja nicht so recht. Andererseits ist öffentlich bekannt geworden, dass Musil schwul war, denn er soll sich und den einäugigen Onanisten in einer Eifersuchtstat umgebracht haben.
’Beide waren liiert’, mutmaßte die Presse.
’Eine Beziehungstat’, erkannte die Kripo. Doch keiner wusste es so richtig. Der abgeschnittene Penis des Onanisten soll in einem Marmeladenglas gefunden worden sein. Erdbeerkonfitüre, - der Herr Musil nie widerstehen konnte, wusste Vater.

Herr Musil war zudem längst tot, mein Vater lebte noch. Zwar in einem Altenheim und unter erschütternden Umständen, - er darf dort nicht Geige spielen, und man verabreicht ihm täglich ein Antipotenzmittel, das berüchtigte “Hängolin“, doch er lebt. Man sieht also: es geht auch ohne Onanie!

Ich habe vor Jahren mal im öffentlichen Telefonbuch nachgesehen und zählte 798 Geiger in Berlin. Mein Vater ist dort nicht mehr aufgeführt, sonst wären es 799 Geiger. Wie viele von denen Onanisten sind oder waren, hätte ich gerne gewusst; es war mir aber zu mühevoll die alle anzurufen, um sie zum Thema zu befragen. Musil dagegen steht acht Mal im Telefonbuch, obwohl der wahre Musil tot ist. Doch ein Musil, und der allein mit drei Telefonbucheinträgen, ist der Neffe vom Alten. Robert. Der leitet jetzt die Peepshow. Jenen Robert will ich später mal über Onanisten befragen.

Wer in der guten, alten “Galopp-Diele“ mehr wollte als onanieren, konnte auch selber auf einem Pferd reiten - und onanieren, - auch mit einem Mädchen als Hilfe. Es war bloß teurer, als alleine zu reiten. Allerdings war in dem Bums, ob zu Pferd oder nicht, jeglicher direkte Geschlechtsverkehr mit den Mädchen verboten. ’Wegstecken’, sagte mein Erzeuger dazu irgendwie ironisch. ’Es gab aber für solchen Zweck nebenan eine kleine Pension, “Der Schlupfwinkel“, sehr gemütlich.
„Ach ja, Junge, es war immer lustig wenn wir in der Galopp-Diele aufgetreten sind. Wir hatten viel Freude mit den Galoppsportlern - obwohl vom verdienten Geld fast nichts übrig blieb ...“ Er träumte so und mit einer Träne im Knopfloch den vergangenen Zeiten nach - und strich sich wie selbstverständlich Kolofonium ins Haar; er war wenige Tage zuvor achtzig geworden.

’Dein Erzeuger war nicht nur Geiger in der “Galopp-Diele“, sondern auch Trompeter der Jazzband “Spree- City- Five“! Trompeter, Sänger, und Bandleader in Personalunion – und leidenschaftlicher Onanist, jawohl’, heulte meine Mutter Jahre später noch, ’der war eigentlich nur in diesem Puff - ich sah ihn lediglich, wenn er seine schmutzige Wäsche brachte.
Hoffentlich schlägst du ihm nicht nach’, betete sie, wenn sie die Flecken aus meinem Bettzeug wusch. Doch das war längst nicht alles. ’Und denk daran, zu Hause brachte dein Vater nie was auf die Reihe, außer dich - das eine Mal - und dir wird es später ebenso ergehen, wenn du nicht damit ...’, und dabei machte sie diese Handbewegung, als würde sie eine Kuh melken ... Da wusste ich, sie hatte von der Technik des Onanieren keinen blassen Schimmer. Irgendwann fragte ich sie, unschuldig wie ich war, mit welcher Hand mein Erzeuger es denn getan hätte. Daraufhin gab sie mir schweigend eine Ohrfeige.


Als ich mich neulich in einer psychiatrischen Klinik erhängte

Ich bin die Vernichtung in Selbstzerstörung, diagnostizierte Doktor Hempel. Trage in mir die Katastrophen der Außenwelt. – Ja. Stimmt. Ich bin nicht fröhlich -, in dieser kranken Gesellschaft. Ich bin bestimmt nicht fröhlich, - nur auf der Bühne. Und wenn mich die Leute auf der Straße anquatschen um einen Gag zu hören, werde ich sauer. Und ich bewahre mir diese Empfindlichkeit. Ich lasse die zu. Ich lebe die wie eine antike Tragödie. Deshalb auch mein Hang zu Dramen. Und meine Urgefühle an Sauereien Frauen gegenüber. Die zu missbrauchen. Denen das Komplexe, Unentkommbare, Grausame zu zeigen. Meine Macht über sie. Egal, was ich auch tue. Ich speichere es in die Köpfe und Körper der Huren und hole es mir wieder, wenn ich es brauche. Hätte ich gekonnt, ich
hätte von den Qualen der Liebe gesungen. Ich kann aber nicht. Ich kann über Liebesentzug, Vergewaltigung, Drogen und Sucht Witze machen. Und auch über das Schwinden meiner Vitalität billige Späße ablassen, die meine Zuhörer für Kabarett halten. So wie ich Roy Blacks Schlager ’Du bist nicht allein’ für eine lyrische Kammerorchestermelodie halte, wenn ich betrunken genug bin. Dabei ist es ein Hilferuf. Um als Patient mit dem Arzt die Rollen tauschen. Fast wie sprachlos im Morgengrauen. Hilflos in diffusen Nachtgedanken wenn ich gegen 4 Uhr früh aufstehe, um den Hund durch die fast leeren Straßen der Stadt zu führen. Dabei zwangsläufig die komplette Ich- Zertrümmerung im Beobachten der letzten Huren auf dem Kurfürstendamm sehe. Mit Geige, Bass, Schlagzeug. Bemerke ich einen Mann um die 50 und eine junge Frau, die an eine Schmuckvitrine der Firma Rollex gelehnt im Stehen ficken, als wäre die Welt ein einziger Proberaum zärtlicher Gefühle und nicht eine ins Leere laufende Art von öffentlicher Intimität mit Eingreifzwang. Denn zum Glück bin ich ja 2 Mal da. Dazu noch der Hund. Der die beiden Fick- Duellanten anbellt, einschüchtert und ich die mit vorgehaltener Waffe in eine Toreinfahrt bugsiere, erschieße und dabei onaniere. Erst auf ihn. Dann auf sie. Um ihr beim Sterben ungestört in die Augen sehen zu können, - ihre pingpongartigen Hoffnung mit Angst gepaart zu lesen, - ihr ’lassen Sie mich bitte am Leben, ich mache alles was Sie wollen’ höre. Als ich ihr die Tränen von den Augen küsse und meinen Saft in den Mund spritze. Gibt es etwas Schöneres, Ergreifenderes gegen 5 Uhr früh in Berlin, als diese Duplizität? Ich glaube nicht!

Als ich nach Hause schlendere, der Hund hat sich inzwischen mitten auf den Gehsteig vor Armani erleichtert, sehe ich in der Auslage vom Herrenausstatter Setlatzeck eine Breitling – ohne Preis. Mann! Die werde ich mir gönnen. Einfach so. Schönheit hat keinen Preis. Finde ich. Und wenn, ich werde die so oder so in meinem nächsten Theater- Stück tragen. Und ja, ich werde mich im enormen Sog fremder Begehrlichkeiten sielen. Aber auch jene genussunfähigen Kreaturen verachten, deren Blicke ins Leere gehen ... wie ich sie hasse. Alle! Schließlich bin ich, was ich bin. Und da müsst ihr erstmal hinkommen, ihr Kotzbrocken. Ihr Fratzen. Ihr weißen Lampions auf Gartenstühlen. Ich werde euch säubern, eure Gliedmaßen und Genitalien verstümmeln und in den Bühnenhimmel hängen. Ich werde beobachten, was übrig bleibt. Und wenn ich euch die Haut abgezogen und mit meiner getauscht habe werdet ihr immer noch denken, es ist ein Spiel. Nein. Es ist aber kein Spiel die Identitäten zu wechseln. Es ist auch nicht Kinderwelt. Es ist eine Katastrophe - eure zuckenden Körper zu sehen, eure sabbernden Münder, die glubschenden Augen. Eurer exaltierter Gefühle gewahr zu werden. Eure sinnlosen Sätze zu verharmlosen, ihr Kritiker. Nein. Das funktioniert so nicht wirklich. Denn ich bin euer Autor, lege eure Wunden offen. Eure Abgründe. Ich sage, was passiert. Ich! - bin das Kammerspiel eurer Jämmerlichkeit.

„Wo warst du, Heinz?“ Fragt sie.
„Nur eine Runde mit dem Hund!“
„Konntest du nicht schlafen?“
„Du weißt doch, das neue Stück – und was davon alles abhängt...“
„Komm doch bitte wieder ins Bett.“


Ich, - der mordende Komiker

Sie kommen nur in mein Theater um zu sehen, wie ich verrecke.
„Was spielst du denn?“ fragt Franz.
„’Sniper’, - ein Stück nahe American Psycho!“
„Ist das nicht dieser Irre, der auf bestialische Art Leute umbringt?“
„Genau der!“
„Und du meinst, es wird ein Erfolg?“
„Genau das wollen die Leute von heute sehen!“
„Von einem Komiker?“
„Ich bin in erster Linie Dramatiker... Und ’Sniper’ ist ein Drama!“

Nein - Mann. Ein Geisteskranker mit Wahnvorstellungen bin ich nicht. Und wenn es so rüberkommt, habt ihr euch getäuscht. Denn ich kann reale und irreale Dinge auseinander halten. Zum Beispiel die Krise in meiner Ehe. Allerdings glaube ich, dass Traudchen irgendetwas von meinen außerehelichen Aktivitäten gemerkt hat; sie ist so anders, irgendwie fremd. Legt nicht mehr ihren Kopf an meine Schulter und küsst mich nicht mehr auf den Mund.

Auch sitzt sie mir bei der Fete nach der Uraufführung von ’Sniper’ gegenüber, statt neben mir; als ob sie sich vor mir ekeln würde. Ich werde sie darauf hin ansprechen müssen... gebe vor aufs Klo zu müssen als Ruby, die Frau von Franz den Tisch verlässt um ein dringendes Telefonat zu führen, - drücke sie frontal auf die Kloschüssel, beuge ihren Rücken, fetze ihr den Schlüpfer zur Seite und drin ist der Fisch. Als sie kommt, komme ich. Drehe sie um, richte sie hoch, damit sie mir den Saft vom Schwanz leckt.

„Und nun?“
„Verschwinde nach Hause!“
„Kommst du nach?“
„Bist du blöde im Kopf!?“

Keine Minute später sitze ich wieder am Tisch mit der scheußlich roten Damastdecke mit Pozellanschalen, - Tellern und -Schüsseln darauf und lecke mir in Gedanken an Rubys Möse die Lippen.

„Na Heinz? Schon ordentlich Hunger?“
„Sieht man das?“
„Schon, - irgendwie so was wie Schaum hast du an den Lippen...“ motzt Traudchen und deute mit dem Zeigefinger Richtung Nase.
Schaum, der wie mein mir gut bekannter Samen schmeckt -, als ich mir den gründlich mit der Zunge abputze.

„Du siehst glücklich aus?!“
„Bin ich. Durchaus. Immerhin gab es mehr Bravo- als Buhrufe...“ Zudem besitze ich (was kaum einer weiß) die Fähigkeit Niederlagen zu Siegen werden zu lassen. Arschlöcher zu Mösen, als mir Stunden später der hoch gewachsene, dunkelhaarige Kellner schöne Augen macht. Ein Sizilianer, die Schwuchtel.

„Gleiche Welle, gleich Stelle?“ will er wissen.
„Ja, aber erst in 2 Stunden. Ich muss noch meine Frau...!“ Und erspüre an ihr den Duft von pürierten Haselnüsse auf Hummer mit Austercremsuppe... Bedecke ihr blutig geküsstes Gesicht mit meiner Maronenfüllung. Stoße fester in das Zucken ihrer Beine, als sie es endlich schafft sich auszuleben. Viva la muerte! Kein Weg dahin ist mir zu weit. Um wenig später den Kellner mit seinem Halstuch zu strangulieren bis es mir kommt.
„Das war knapp“, sagt der, blau angelaufen aber stöhnend vor Lust.
„Dein enges Loch ist Schuld. Sonst wäre ich nicht hier!“
„Wirst du mich verlassen, wenn’s größer wird?“
„Klar. Ein enges Loch ist Bedingung.“ Und ich meine es ist der kalte Morgenwind, der ihn aufgeschreckt verscheucht.

’Wie das Blatt am Baum welkt
Um am Ende vom Herbstwind
Durch die leeren Straßen der Stadt
Getrieben zu werden’

Nichts ist einfach nur so. Sondern weil es Zeit ist... Und wenn ich daran denke, was war und was ist, muss ich schreien vor Lachen. Und weinen. Und mich mit Suizidgedanken quälen.

„Es gibt Medikamente dagegen“, kommt der Doktor mit einem Vorschlag. Der beileibe nicht der Erste ist, den ich ablehne.
„Wollen Sie denn nicht gesund werden?“
„Ich bin gesund, Doktor Hempel, „ich habe lediglich ein anderes Verständnis, wie man sein Leben lebt!“
„Nein, Sie sind krank, Herr Max!“

Und dann der Hass, der bin ich auch. Ein Tier, das beißt und kratzt. Ein Wolf, - eine verkümmerte Seele in einem Rosthaufen von Fell. Zersiebt vom Schroth seiner Jäger. Ein Ach und Krach auf der Bühne, in Elend und Qual. Die reinste Hölle.

„Na Heinz... mit dem Thema hast du dich aber überhoben.“
„Was verstehst du schon von modernem Theater.“

„Machen Sie lieber wieder Kabarett!“ Rät der Theater- Kritiker Lauf. Immerhin ein Mann mit Namen in Berlin, der es gut meint. - Nein, der Stinker stinkt wie die anderen; der stinkt nach seiner eigenen Scheiße. Weil er als Kritiker gar nicht anders kann; und deshalb sortiere ich den zu den Pennern, die mein Missfallen erregen. Und es werden mehr. Mehr und mehr, wie ich in meinem schweinsledernen Büchlein für gefallene Engel lesen kann. – Mann - Heinz, es wird Zeit die Liste abzuarbeiten! ’...mehr kann ich nicht für dich tun.’ ’Ist schon okay’, antworte ich, ’du machst den Anfang und ich übernehme den Rest.’ Und schwupp, schon sind die Kopfschmerzen wieder da. Krümmen sich neben mir im Bett und pressen sich zittern an mich, als gäbe es keinen Morgen. Doch es gibt einen Morgen, einen Tag und eine Nacht, ich bin das beste Beispiel – the sun also rises – schreibt mein Vorbild Hem; schreibt es – ohne es zu wissen das es meine Story ist - eine verdammt traurige Geschichte, die zeigt, wie Menschen zu Grunde gehen, die Erde aber ewiglich bleibt. Ein Kosmos, genau wie ich, als ’Sniper’.

’Schon wieder ein schockierender Fund an der Spree: Spielende Kinder haben Teile einer Leiche in einem Müllsack gefunden. Kopf, Arme und Beine fehlen.
Nach ersten Untersuchungen handelt es sich um den Torso einer Frau, wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten. Des Weiteren sei davon auszugehen, dass der Sack angeschwemmt wurde. Nun soll die Leiche obduziert werden.
Die Kinder hatten den Sack am späten Mittwochnachmittag nahe einer Spree- Brücke in Tiergarten gefunden. Nachdem sie ihn geöffnet hatten, informierten sie die Polizei. Wenige Minuten später meldete auch der stadtbekannte Kabarettist Heinz V. den Fund. Er war am Spreeufer mit seinem Hund unterwegs.
Inzwischen hat die 7te Mordkommission die Ermittlungen aufgenommen. Eine Obduktion des Torsos soll zudem Aufschluss darüber geben, wie die Frau ums Leben kam. Die Ermittler erhoffen sich darüber hinaus Hinweise auf die Identität der Toten. Sachdienliche Hinweise werden erbeten.’


Paranoia

Nach dem Stress um dies und jenes wären ein paar Tage Urlaub okay; denn das Drama läuft auch in Zweitbesetzung gut. Als ich Traudchen deswegen nach Sylt einladen will, finde ich die nirgends. Eigentlich so gar nicht ihre Art, ohne mir eine Nachricht zu hinterlassen aus dem Haus zu gehen. Nachdem ich telefonisch alle Bekannten durchhabe, dämmert es mir, dass sie mich eventuell verlassen hat, obwohl noch fast all ihre Klamotten im Schrank hängen, - so wie ich mich überhaupt an ihre Kladderadage erinnere.
Als ich sie zum 100sten Male auf dem Handy anrufe, weil mir nichts Besseres einfällt, klingelt das Teil plötzlich aus ihrem Nachtschränkchen.
Könnte ich, würde ich jetzt beten. Obwohl beten gegen meine Gewohnheit ist, weil ich an keine Art von Gott glaube. Doch in diesem besonderen Fall würde ich eine Ausnahme machen – und Schaden kann es ja nicht. Doch als ich mit Beten beginnen will, wird mir heiß. Dann kalt. Dann bekomme ich Schweißausbrüche, die mich zwingen ins Bad zu gehen und eine Nase zu ziehen. Nichts Ungewöhnliches ist mein Wutausbruch danach, - dass mir die Gesichtszüge entgleisen, wie der Doktor einst so überaus passend bemerkte, als wir – also die Gruppe – gerade beim Abendbrot saßen. Dabei trage ich 10 Teufel in mir, die auch keine geweihten Gegenstände, eine Kirche, einen Priester, auffällige Erscheinungen oder Gebete ertragen, dass sollte man schon wissen. Klick- klack macht es dem zum Trotz und ich weiß, es ist wieder passiert. Der Ton ist urplötzlich eingeschaltet, das Licht und der strenge, trübe und voll blöde Film über meine Vergangenheit für Sekunden verschwunden. Alles um mich herum ist hell, freundlich, deutlich, lebhaft, klar, bunt und einleuchtend. Also packe ich meinen Koffer, es ist drei Uhr nachmittags am zweiten Ostertag des Jahres ’was weiß ich’ und gehe die Treppe hinunter. – Okay, okay -, sollte man nicht, weiß ich, wenn man Tatverdächtiger ist. Doch ich bin kein Tatverdächtiger. Jedenfalls nicht für mich. Trotzdem steht am Ende der Treppe Kommissar Meister und fragt mich, wo ich hin will.

Zum Theater, ein paar Klamotten hinbringen, bevor Sie mich fragen, was ich im Koffer habe.
Dann öffnen Sie das Teil mal...
Denken Sie, ich habe mein Frau da drin?
Nein, wieso, was ist mit Ihrer Frau?
War nur ein Scherz!
Ah- ja; und was ist nun in dem Koffer?
Wäsche.
Wäsche?
Ja. Für die Reinigung im Theater!
Wäscht Ihre Frau nicht?
Die ist verreist.
Ach so?!

Ich weiß um ihren Kopf. Ich habe ihn auf dem iPhone. Kann ihr in die Augen blicken. In ihr Erstaunen. Davor und danach. Auf einem brachen Feld, liegt sie. Von Sommer- Blumen umgeben. Vom Gehirn befreit. In stiller Tiefe, - in einem grünen Tal schaut sie in einem kurzen Moment völlig geräuschfrei an die frische Luft. Dann wird es dunkel, als hätte mit jemand einen Knüppel auf den Schädel geschlagen. Oh Mann - was für einen Krach Vögel machen können!? Dabei sind die nicht meine Zielgruppe. Jedenfalls nicht die mit hochhackigen Schuhen, Minirock, engen Hosen im Geruch süßlichen Parfüms, die ständig auf ihre Handys glotzen.

Es hat eine Beschwerde einer jungen Schauspielerin wegen sexueller Belästigung gegen Sie gegeben.
Ich belästige keine jungen Schauspielerinnen. Weder sexuell, noch irgendwie.
Dann steht Aussage gegen Aussage.
Und?
Würden Sie einem Lügendetektor– Test zustimmen?
Warum ich? Machen Sie den mit der Schauspielerin.
Sie haben gar nicht nach deren Namen gefragt.
Macht das die Sache besser?
Wollen Sie also den Test machen lassen, oder sollen wir der Presse einen Wink geben?
Sie sind ein Erpresser, Herr Polizist!
Darüber wundern Sie sich, so wie Sie mit der Polizei in ihrem Stück umgehen...
Scheinbar nicht ganz zu Unrecht, wie Sie mir beweisen.
Kommen Sie nun mit?
Oder was?


Immer die gleichen Fragen

Es ist schon Scheiße, jeden Abend vor Publikum aufzutreten und in einer schrillen Art von schwuler Selbstbefriedigung dem ’Sniper’ ein Gesicht zu geben. Weil ich nämlich mit meiner Hauptfigur versuche einen Typ zu zeichnen, den ich einem bekannten Berliner Politiker abguckte. Und das ist voll schwul gut so. Obwohl vieles Käse ist, am Stück - und am Politiker. Der, je länger ich ihn spiele, seine Figur verselbstständigt. Klar, so was ist schon jedem drittklassigen Stückeschreiber passiert. Doch im Theater? Dem Schauspieler? Davon hörte ich nie. Und so bin ich froh, wenn nach dem Fall des Vorhangs alle gesund nach Hause gehen. - Nur ich nicht. Ich bleibe und spiele. Sehe mich unter der Eier- Uhr am Bahnhof Zoo, warte auf Ellen. Sehe die über die von Hitze wabernde Straße stöckeln. Ein erhebender Gedanke, sie gleich mit meiner Lanze von allen Seiten zu durchdringen, geil wie ich bin. Sie direkt auf dem kochenden Asphalt zu ficken. Oder im kühlem Nass vom Springbrunnen des nahen Ernst- Reuter- Platzes. – Doch nur nicht drängeln. Es ist nämlich gleich 12 und dann sind alten Streitigkeiten vergessen, abgearbeitet. Schließlich ist es schon sechs Wochen her seit ich ihrem Hinterleib im Jagen 6, nahe der Havel im Grunewald- Berlin, den Arsch aufriss - und sie mir in letzter Sekunde entkommen konnte, denn sonst wäre sie längst tot. Du verstehst? Nein?! Ich auch nicht. Ich frage mich sowieso, warum sie mich angerufen und um ein Treffen gebeten hat. Will sie sterben? Ist sie blöd drauf? Verrückt geworden?! Notgeil? Wie furchtbar, wenn sie ihr schönes Haus meinetwegen verlässt - mit dem Gedanken - durch meine Hand, durch mein Glied und eventuell grausam zu sterben anstatt zu Hause, eingemummelt mit Filz- Pantoffel und Morgenrock, auf dem Sofa zu sitzen und Eierlikör zu trinken. - Ob sie seit damals ihre Gelbsucht überwunden hat? Die geschundene Leber. Ob ihr wieder Haare an der Möse wachsen? - Wie war doch gleich ihr Name? - Ellen?!
Die Hitze, weißt du; diese grässliche Hitze; für solche Späße bin ich eigentlich zu alt... Und wenn nicht zu alt, so fehlt es mir an Fitness. Doch schon steht sie vor mir und schlägt schuldbewusst die Augen nieder, - diese befotzte Hure. Und ich lasse das Rollo der Unanständigkeit runter. Überlauter Beifall brandet auf. Bravo- Rufe. Dabei habe ich noch keinen Ton gesungen. Also kümmere ich mich nicht darum. Reagiere auch nicht auf ihr Heulen, Pfeifen und Johlen. Auf ihre unverholene Wut. Die Buhrufe. Nein. Ihr Wichser. Ich pisse eure Meinungen in die Kloschüssel und scheiße drauf!
Als ich anal eindringe, merke ich, wie sich Ellens Körper strafft. Wie sie hinten drückt und vorne loslässt, als sich meine Daumen in ihren Löchern treffen. Dann atmet sie tief durch und ich lasse sie bis 10 zählen. - 10, hörst du? Ja, seufzt sie: 10! Und dann ist für sie Weinacht und ich gehe zum Waschbecken, um mir die Hände zu waschen. Zwar schimpfen mich aus dem Spiegel heraus einige Schatten als ’perverses Schwein.’ Und der Kritiker der Zeitung ’Tabs’, der mir bisher besonders dadurch aufgefallen ist, dass er immer wieder die gleichen Fragen stellt, ohne sich an Antworten erinnern zu können zieht vor dem Theater – !vor dem Theater -, man stelle sich das vor! – seine Hose runter, um mir unter Protestrufen wie ’DU SAU!’ seinen nackten Hintern zu zeigen. Seinen erigierten Schwanz. Was für eine Szene... Und wie ich dabei sehen kann, baumeln ihm riesige Eier zwischen den Schenkeln runter, bis fast an die Knie. Doch leider ist wegen der vielen Leuten und einiger wahnsinniger Fotographen an die Schwuchtel kein rankommen. Immerhin haben es auch seine Arschbacken in sich, machen mich steif. Doch ich muss los, weg von der obszönen Gesundheit meines Publikums. Doch nicht für lange, Freunde, nicht für lange, - dann habe ich euch! Dann bin ICH in EUCH! Und zwar da, wo ihr es am Wenigsten vermutet; versprochen, ihr Kanaillen, die Show geht weiter! - It’s all the same, only the name have changed... singt Bon Jovi.


Dein Asyl in meinen Armen

In Traudchens Auftrag rufe ich Kommissar Meister an und sage ihm, dass Traudchen augenblicklich in Südfrankreich urlaubt.
Und wo da genau?
Sanary-sur-Mer.
Was ist das denn?
An dem Ort haben unter anderem Thomas Mann und Bert Brecht im Exil gelebt, gebe ich ihm Nachhilfe.
Wer?
Die Garde unserer Schriftsteller.
Ach die – und da ist ihre Frau?
Ja. Bei Bekannten.
Haben Sie eine Telefonnummer?
Sprechen Sie französisch?
Nun werden Sie mal nicht anzüglich...

Und genau darauf kotze ich im Strahl. Immer! Andere trinken eine Flasche Dujardin drauf. Ich nicht. Mich zieht es zum KaDeWe, wo ich mir einen Kaschmir- Rolli kaufen will. Um in einer tiefen Zuneigung zu allem Schönen, Guten, Besten in der Feinschmeckerabteilung die Regale leer zu räumen. Gazelle. Austern. Wildlachs. Schampus und Lebkuchen. Um dann die Fassbiertheke aufsuchen, wo ich schon von Weitem Lilli sehe, ein Mädchen aus der Maske meines Theaters, die trotz eines immensen Sprachfehlers meint/e Schauspielerin werden zu können. Glauben Sie mir, es hat mich unendlich viele Versuche gekostet ihr die abstruse Idee aus der Seele zu vögeln, the brightest talent around the moon zu sein. Immerhin hat sie mich bis heute überlebt. Dazu gehört auch reichlich Talent.

Mann- Heinz - Hallo, Küsschen hier Küsschen da, begrüßt sie mich dementsprechend blond, - ich habe echt gedacht, du besetzt mich als Polly im Sniper. Immerhin kann ich gut singen.
Im Sniper wird aber nicht gesungen, Lilli, noch gibt es eine Polly.
Und weswegen habe ich mich Tag und Nacht von dir vögeln lassen?
Weil ich es gut kann?!
Das stimmt.
Also – wollen wir?
Was hast du denn im Körbchen?
Ich vögle nicht aus dem Körbchen - und was ich in der Hose habe, weißt du ja.
Klar. - Das ist schon beeindruckend!

Dem Sieger die Beute, denke ich, hake sie unter und lasse sie schon auf der Rolltreppe zum Schafott an meinem Schwanz lutschen. Ja. Feuer zu Feuer, schmatzt sie. Und dann Ende Route 66. Seitdem suche ich verzweifelt nach einem Girl für die Maske. Am besten wäre eine Friseurin, die sich für eine begnadete Schauspielerin hält und dafür alles tut. Kennen Sie so jemand? Oder sind Sie es gar selber? Naturblond gefärbt, mit Perlweißzähnen, langbeinig, mit hohen Titten und sattem Arsch wie diese Dings da?! Die aus der Irren- Arsch- Familie Kim- kotz- mich- an, wo man aus einem Zehnkämpfer- Mann eine Null- Nummern- Frau macht und aus Hinterteilen Gesichter schneidert? Cu in Hollywood, wo der kommende Präsident der USA sein von Wetter gegerbtes Unwesen treibt.

Als ich mir gerade Lillis Staub aus der Hose klopfe, nähert sich mir tänzelnd ein tuntiger Schwuler mit Sektglas in der Hand und ich meine, das Gesicht aus Andreas Bar gegenüber vom KaDeWe zu kennen, - der meinen schönen Kaschmir- Pulli in einem abscheulichen Rosa trägt. Herr- Gott, auch das noch... pfeffere ich ihm die Tüte mit meinem Pulli in die Fresse und brülle, er solle sich nie wieder in meinem Dunstkreis sehen lassen. Echt -, fragt der grinsend, bist du nicht die Theater- Tunte die den Sniper spielt?
Boah! Pardauz, das war’s, Girl. Und da noch Platz im Kofferraum meines Daimlers ist, nehme ich das Schlachtvieh auch gleich noch mit - schlage ihm mit meinem Knüppel auf den Sack... the complete package ever. Habe plötzlich eine echt sau- gute Aussicht einen bis eben langweiligen Tag rum zu bringen; worauf du einen lassen kannst.


Snipers Einlauf am Rand der Welt


Für das Wochenende habe ich mir Snipers Endoskop ausgeliehen. Und da ich in der Handhabung des Geräts inzwischen ein Meister des Faches bin – auch wenn es nur Theater ist, habe ich mir aus den Schlüpferwerfenden- Fans Angela ausgesucht -, eine schwarzhaarige, schlanke mit langen Beinen in Gucci- Schuhen, die sich mir seit der Premiere Abend für Abend - Reihe 1 Mitte – breitbeinig und unten herum nackt und mit rasierter Muschi präsentiert - und mit ihren aufgespritzten Lippen obszöne Bewegungen macht, so ich sie ansehe, dass es mir fast kommt. Doch zum Glück und aus langjähriger Erfahrung habe ich mein Glied mit einem Suspensorium fixiert; was könnte das dumme Ding sonst alles Irres anstellen... Ich erinnere mich dabei an meine Anfangstage im Kindertheater Hipps, so dass ich hier fast den Sniper- Text vergesse, - an die sex- hungrigen Mütter der verwöhnten Kinder. Damals war ich jung – und ungelogen: ICH BRAUCHTE das Geld WIRKLICH! Inzwischen ist dieser Ausspruch ja zum Running- Gag in Talk- Shows verkommen - und alles lacht wie blöde, wenn man von Armut und dem was die aus einem macht, erzählt. Allerdings hat mein plötzlicher Reichtum mich schwerer erwischt. Sexuell gesehen. Denn früher ging ich in den Swinger- Club an der Ecke Lietzenburger, um mit Bumsen, Lecken und Blasen (lassen) ein paar Fick- Euronen zu verdienen. Heutzutage bin ich der Swinger- Club (Besitzer) und besorge es denen, die wollen, umsonst. Also kostenlos; aber nicht folgenlos. Echt, mein Mund zuckt wie verrückt, wenn ich daran denke. Meine Zunge röchelt. Mein Gaumen giert. Mein Schwanz ballt sich zum Sack. Zappelt und streckt sich, als wollte er sich von der Vorhaut befreien. Und plötzlich kann ich beschnittene Juden in ihrem tiefen Glauben verstehen, kastrierte Araber, die lieber Falken züchten, Reitpferde. Rennkamele. Auch die Mischpoke von verfetteten Amis, die mit Walkmann auf den Ohren am PC sitzen um Monsters Urin- Strahl zu jagen, anstatt Pornos zu schauen und zu wichsen. Wobei sich mir der Magen umdreht, mein angelerntes Lächeln gefriert und ich auf dem Klo im KaDeWe verschwinde, um mir probeweise das Endoskop einzuführen, - doch wegen der Kacke im Darm nicht weiterkomme - als bis zur Prostata. Dem alt- bekannten Teil, das ich schon einigen männlich/weiblichen Mast- Hühnern aus Andreas Bar gefistet und versilbert habe. Glauben Sie mir, mein Ruf in der Hinsicht ist legendär!

Wie wär’s, wenn wir hingehen wohin Sie wollen, frage ich Angela.
Und was machen wir da?
Wir werden unendlich Spaß haben.
Unendlich?
Nun ja, das ist ein wenig übertrieben, der Spaß geht bis zum Dickdarm.
Was? So ein langes Ding hast du?
Ja, habe ich. Und du wirst so verhext sein, dass du dich nicht mehr von mir lösen kannst und verhungerst oder verdurstest, wenn ich dich nicht verwöhne.
Ohne Quatsch?
Wenn ich es dir sage.

Wenig später habe ich sie gefüllt, um sie leer zu kriegen. Habe sie wach geküsst, damit sie schläft. Habe ihr Gesicht zur Landschaft geformt. Hielt ihr Herz in der Hand, um es an die Adler zu verfüttern, da es der Umfang und der Preis von Allem war. Klar, die Leere hinterließ eine Lücke in der ersten Reihe, so lange Sniper im Programm lief. - Trotzdem: Gut gemacht, Angela, schrieb ich ihr an den Himmel. Obwohl du mir mit dem Reinigen des Endoskop einiges abverlangt hast; im Nachdenken fällt mir eine Dose Schinken ein, die ich für uns beide bei Rogacki stahl und unter meiner neuen Samt- Jacke bis an eine Abfalltonne transportierte, um die Delikatesse vor den Augen eines hungrigen Bettlers mit den Worten ’kram es dir doch selber raus, du dumme Sau’ zu entsorgen. Am liebsten hätte ich vor Wut auch noch auf die Büchse geschissen; ich kann so Blödheit nicht ab. Oder? Hätte dieser abstoßende Typ nicht einfach fragen können, ohne mir ans Bein zu pissen? Wo leben wir denn. Arschloch! Echt mal, wäre der Kurfürstendamm um diese scheiß- Zeit nicht noch so belebt gewesen, ich hätte den Krüppel mit einem dieser versifften Burger- Schilder erschlagen. Doch so: Glück gehabt: Lauf du Penner: LAUF! - Solange du noch kannst! – Mann. Eine Scheiße aber auch.


Kofferworte

Wegen der Nachfrage habe ich für Sniper einen Podcast eingerichtet. Das Teil dann mit dem Reizwort Pokemon informt damit die Kids, die sonst stundenlang wie blöde irre Viecher suchen, ab jetzt die verschärfte Süße des aktuellen Lebens kennen lernen und später mal in Grausamkeit Abitur zu machen in der Lage sind. An die Dreizehn- Nachrichten über Suizidversuche mit Axt und Hammer sind bei FB zum Leidwesen der Game- Freaks leider schon wieder gelöscht worden; das BRD- Ferkel mit Terrier- Maßlos sollen ihre bescheuerte Art von Einfluss geltend gemacht haben... Ob das wahr ist? - Diktatur, schreit deswegen die freie Wirtschaft. Denn die Ferkeltruppe schiebt nicht nur mir Konkurrenz mit ihrer laufenden Tagesschau- Einspielung von gläubigen Koran-ern mit Lebend- Schächtungen, Steinigungen, Säureeinsatz im Finish mit Ehrenmorden. Nein, es geht gegen die gute, alte Kultur. Gegen die Freude am selbst- bestimmten Leben durch Zwangseinzug von der GEZ. Um Freiheit, zu tun und zu lassen. Also sehe ich mich gezwungen, diese Stümper zu über- topfen und werde die Beschneidung als Komplett- Genitalverstümmelung eines Kindes, weiblich, life auf der Bühne zeigen. Dazu habe ich schon das Angebot an rostigen Rasierklingen im Gebetsraum SO36 geprüft. Prüfen lassen, muss ich mich korrigieren, denn nichts geht über die Fingerfertigkeit einer geprüften Engelmacherin in Vollverhüllung. Und wenn nicht gerade Ramadan wäre, würde ich diese Passage im Stück auch einem Profi überlassen; doch die sind von Hunger und Durst geschwächt. Gedacht habe ich dabei an den Vorbeter der Einigkeit ’Das Alles hat mit dem Islam nichts zu tun!’ – Nichts zu tun! - Mann – Heinz, ist doch klar! - Aber klar doch – wie komme ich nur darauf? Also mache ich es selber, - obwohl ich kein Christ bin, noch konvertiert katholisch. Halleluja. Bruder. Ich entferne also die Klitoris, die kleinen und großen Schamlippen und nähe die neu entstandene Vaginal- Öffnung per Infibulation zusammen -, binde den Kindern zwecks schneller Heilung und Schmerlinderung die Beine zusammen, sperre die in den schalldichten Keller. Kein großes Ding oder? Wenn man die jämmerlichen Schreie der Kinder ausblenden kann und genug Pott- Asche zum desinfizieren bereitsteht. Danach kann das Fest der Heiler, Hebammen und Whitch- Doctors weitergehen, - ob nun gestorben wird oder nicht.

Immerhin habe ich nach der neunten Beschneidung den Trick raus und kann mich mit der Nummer einem johlenden Publikum stellen. Als ich ein Tape darüber unter ’Islam ist Frieden’ bei utuup einstelle, steige ich namentlich binnen Minuten auf 1 Million Klicks, manche mit der Frage, ob ich Haut- und Fleischfetzen, Nadel, Faden, Rasierklinge, blutige Lappen eventuell auf ipay versteigern lassen will? Ob ich eine Lehrstelle zur Beschneiderin zu vergeben habe? Ne, habe ich nicht. Ich mache Kunst und sonst gar nichts! Doch wie ich später hintenrum erfahre, hat einer meiner beiden Kulissenschieber den Milliondeal gemacht. So erklärt sich mir auch sein plötzlicher Tod durch Mord eines Empörten.
Ein betroffener Einzelfall, selbstverständlich, sagt die Raute. Wogegen Maßlos mich mit einstweiligen Verfügen überzieht, wie weiland die Antifa in der Rigaer- Straße, wo sie beim Bullen- Schlachten dem alten Stoeple das Fahrrad klauten. Was für ein Aufriss über den Blechesel - von den toten Polizisten: Hätte man die nicht schon weit früher an die Kette legen können? Egal, ich plane nach vorne und habe über meinen Senat bei der - mir gehörenden - Firma Infass eine Studie über das Nachspielen des Attentates von Nizza im Olympiastadion erstellen lassen. Sehr, SEHR positiv, das Ganze - meinen meine Meinungsprofessoren, - die Menge will back Rom und Blut sehen, - lebende Tote lohnen sich wieder. Also wird meine nächste Anfrage an Ferkel wegen 100% Sponsorings gehen; denn wer so erfolgreiche Loser- Politik macht, braucht Ablenkung fürs verblödete Volk. Und genau dafür bin ich der Richtige.
Beileibe ist das aber noch nicht alles. Ich habe wesentlich mehr auf der Pfanne als ein altes Ferkel samt blödem Gemüse. Warts ab. Denn als Highlight werde ich den Sniper, wie weiland die Sängerin Hölle Fisch, über Seile durchs Stadion ziehen lassen um am Break- Point vorher ausgeloste Zuschauer zu erschießen; an 2 Dutzend dachte ich – vorerst, sollten keine Gegenstimmen für mehr vom Pöbel kommen. Was? 3 Dutzend? Wer bietet mehr? 4? 5? Oder gar 6 Dutzend? Jedenfalls läuft der Vorverkauf super, obwohl noch nicht eine einzige Karte gedruckt ist. Und auf Western- Pay sammelt sich, nur mal so, schon knapp eine Million plus. Also buche ich schon mal 9 Sterne Karibik. Einzig Doktor Hempel meint ich solle nicht überdrehen, schließlich stünde das End- Ergebnis der Darmspiegelung noch aus.
Was für ein Arsch, mir den Erfolg vermiesen zu wollen. Immerhin gibt es vor dem Olympiastadion das riesige Maifeld, nach Hitler Königin Elisabeths Paradeplatz, wo ich nicht nur den Sniper sondern auch die Zuschauer, je nach Rasse, ins Geschehen eingreifen lassen kann. Also scheiß auf die Angst vor Krebs. Der wahre Tumor bin ich!


Terror beim Frühstück

In meinem unsichtbaren Haus verbessere ich die Welt - in 1.000 leeren Zimmern. Der Rest geht mir locker ab, denn der kann mir bei Phantomschmerzen auch nicht weiterhelfen. Deswegen gehe ich zum Lachen in den Keller, wo ich eine 18jährige Schülerin in einem kleinen, aber gut eingerichteten Raum hinter einer Stahltür einquartiert habe, - die noch einiges lernen muss. Heute, zum Beispiel, nehme ich ihr die Augenklappe und die Handfesseln ab und führe sie zum Essen aus. Vorher geht’s allerdings zum Klamottenkauf zu Gucci und so weiter, anschließend zu Star- Friseur W. nebst Visagisten Henry II von Klosterbach, dem ich ab und an auch sexuell verbunden scheine. Jedenfalls begrüßt der mich mit einem feuchten Kuss auf den Mund und einem herzhaften Griff zwischen die Beine. Gut, ich bin schließlich wer und kann mich mit einem fast zu Tode gehungerten, zerlumpten Magermodel schlecht sehen lassen, noch kann ich einen No- Name Akrobaten an Gesicht und Haar meiner Zuckerpuppe lassen, - da bin ich echt altmodisch.

Ach Heinz, schmeichelt Graf Henry II von ... als er den Griff lockert, bleib so, wie du bist. Dabei habe ich mein Glied stramm mit einer Bauchbinde kaschiert; wehe ihm ich würde es frei laufen lassen.
Komm! - Mach sie mir elegant, Henry, Nutten laufen draußen genug rum.
Du kennst mich doch, Heinz.
Eben drum!

Meine Schöne fixiere ich in seinem Separée mit Kabelbinder. Auch das kennt er schon von mir und weiß bei der hier zudem, dass sie unter ADHS leidet - und will bei der Arbeit seine Ruhe haben. Während ich derweil zu Möhring zum Frühstücken spaziere. Doch kaum bin ich ein paar Meter den Kudamm runter höre ich Schüsse, laufen schreiend Menschen an mir vorbei. Bricht ein blutverschmierter Mann neben mir in die Knie und stirbt anscheinend. Was für eine Szene, denke ich, wenn ich die als ’echt’ in den Theater- Sniper einbaue, glaubt mir das kein Mensch. Doch dann grölt ein Megaphon los und befiehlt mir, mich auf den Bauch zu legen.

Was ist los?
Legen Sie sich auf den Bauch und spreizen Sie Arme und Beine ab!
Kein Stück, rufe ich protestierend, – ich gehe zu Möhring frühstücken!
Doch dann rauschen sie von allen Seiten auf mich zu wie Lastzüge bei Nebel. Und sind vorbei. Prügeln unter Geschrei knapp hinter mir, vielleicht sind es zehn Meter, einen Kerl mit Pump- Gun in der Hand auf die Knie. Und als der nicht gleich will, schießen sie ihm in den Schädel. Danach liegt er, statt zu knien, wohl sterbend.
Glück gehabt, Herr Vordeen, Sie wären sein nächstes Opfer geworden.
Sind Sie sicher?
Sicher ist man sich nie. Doch würden Sie es darauf ankommen lassen wollen?


Ein guter Tag für Bärchenwerfer

Der Freundeskreis um Prokto- Visagist Henry II hat einer Vorher- Nacher- Studie entnommen, wie viel Masse Kot sich in einem menschlichen Darm befindet.
1. Bei einer fülligen weiblichen Affenjacken- Trägerin aus der Politik mit 100% Hosenanteil ohne Kinder, dafür mit ständiger Rautenbildung an Hand und Fuß, zum Beispiel, beträgt der Kotanteil (bis auf den im Hirn) zirka 1,2 Kilogramm.
2. Bei einer mageren einst langhaarigen Frau mit gut 8 Kindern beträgt der Kotanteil ohne Rautennachäffung zirka 1 Kilogramm.
Über die Eignung ein politisches Amt zum Wohl des deutschen Volkes zu führen sagt das allerdings wenig aus, im Gegenteil, meint Henry II, das Meiste was die beiden Probandinnen angefasst haben ist voll in die Hose gegangen. Und dann meint er noch schmeichelnd, ob ich diese Studie nicht in mein Theaterstück ’Sniper’ einbinden könne?

Kann ich, Henry II, wenn du mir eine Vergleichs- Studie über den schwulen Bürgermeister zur Verfügung stellst.
Über den alten - oder den jetzigen?
Von dem, der mehr Hirn hat.
Sorry, davon weiß ich nichts.
Komm, du willst bloß nicht deinesgleichen an den Fliegenfänger hängen.
Du bist heute wieder so frech, Heinz – ich liebe dich dafür noch mehr als sonst.
Solltest du auch, immerhin bin ich eben fast einem Hottentotten- Attentat zum Opfer gefallen.
Diese Musel- Bengels werden auch immer radikaler, stöhnt er. Statt sich als latent schwul zu outen, bringen sie unschuldige Leute um.
Das sind alles psychisch gestörte Einzelfälle, Henrylein, lässt man Rautengestört über die sagen.
Stimmt, - die Sekte um die Alte ist aber auch nicht besser.
Kommt die grottige Visage eigentlich auch zu dir?
Gott bewahre...

Leider ist der Mensch nicht mehr richtig real. Als Kannibale. Und über den Umweg Politik- Religion dauert es, die Spezies Mensch zu eliminieren. Helfen würden einzig Seuchen, größtmögliche Katastrophen, oder ein Angriff von Außerirdischen. Ich hoffe auf letzteren.


Deutschland ist ein schöner Platz zum sterben, weiter nichts

Ich sage: Die Schlacht hat begonnen! Und heute Abend wirst du nicht mehr der sein, der du eben noch warst.
- Mann, heul nicht rum, du Schwuchtel! -
Allerdings sitze ich aus Pietät nicht mehr erste Reihe Mitte, sondern zweite Reihe Mitte. - Als dann das Licht erlischt, verstummt auch das Gemurmel sich unterhaltenden Leute, bleibt ihr Gestank, erklingt tröstend Musik von Rammbock ’Näher zu dir mein Gott, sonst tu ich dir weh’... Doch Willi kümmert das nicht. Willi hat zusammen mit Henna auf der Bühne links einen 7,5 Tonnen- Lastwagen mit der Aufschrift Nizza platziert. Rechts steht ein enthaupteter Mensch mit zwei Köpfen in der Hand vor grüner Wand. Wobei der eine Schädel ersichtlich weibliche Züge trägt, der andere anscheinend seiner ist und weinerlich sagt: ’Sie wollte kein Kopftuch tragen!’ Echt, solch einen platten Polit- Schwachsinn lässt Willi sagen. Und prompt protestiert Henna und schlägt auf Willis Schädel ein, voll in die Fresse einer Kühn- Ast- Maske, während der Lastwagen Marke Nizza gen Nizza ins Rollen kommt und auf einem rasanten- endlos- Film (der im Hintergrund läuft) schreiend Menschen flüchten, - daher wohl auch der Name ’Flüchtlinge’. Mail delivery failed: returning message to sender, lässt Willi Henry im Part (Professional Assault Response Training) sagen; ey, hast du es mit den Augen? Doch damit längst nicht genug, denn im Kontext erscheint als laufendes Band am Bühnenhimmel ’This message was created automatically by mail delivery software...’ Ein Sprengstoffanschlag frisch aus dem Rucksack in Ansbach, Bayern; - im Dirndl- Land von Jodlern und Schuhplattlern in krachledernen Lederhosen und landesfarbenen Gamaschen. Und ich erinnere mich, wie ich nach dem Verdacht eine Hure ermordet zu haben, zwei Monate in stationär- psychiatrischer Behandlung ’im Klinikum’ Ranch gewesen bin. Und im Anschluss sechs Monate inklusive Fußfessel ambulant behandelt wurde, um sexuell wieder auf die Beine zu kommen. Was soll das also alles noch werden? Wo endet die Hölle von Willi und Henna? In geistiger Tiefe, oder in einem Amoklauf über Punkt und Komma auf dem Weg zum Über- Ich?
- Was du hier auf die Bühne bringst ist unausgegorene Scheiße! –
Immerhin wird mit Langwaffe geschossen, bis alles liegt und einer steht, - wie der Lastwagen. Aus dessen Führerhaus man das Abbild vom Führer zieht. Ein zerlumptes Kerlchen mit 3 Tage- Bart unter der Oberlippe. - Zu mehr hat es wegen der Eile der Zeit nicht gereicht. Findet man Tage später in der Blackbox an die Wand gepinnt.
Als ob hier ein Nest wäre tobt Willi. Immer derselbe Reporter vor Ort. Ob Köln, Würzburg, Paris, Nizza, München, Ans- Dings...
Ey, Henna - wie heißt der scheiß- Ort?
Ansbach!
Kommt da nicht Bukowski her?
Ne, der kommt aus Andernach...
Hätte mich auch gewundert.

Und doch geht es weiter, - begrabbeln Voll- Musel straflos deutsche Bikini- Nackt- Mädchen. Sucht- Meister- Beck- Meth. Rautet die BRD – Spitze unermüdlich Lügen, bis denen der Pöbel die Hütte abbrennt.
Und – ist es ein Wunder?
Natürlich nicht. Nur wissen muss man es, das: im Dasein da sein, um da- zu- sein, wenn man gebraucht wird. Sonst bekommt man nämlich in voller Absicht wie unbürokratisch satt aufs Maul, - alte EU- Kneipenregel für Sackgesichter mit Fußpilz; mir sind gerade die Junke- Namen entfallen.

Was, tobt Willi, es gibt Leute die können ohne zu stocken 2 Dutzend EU- Sauf- Nasen- Namen am Stück aufsagen.
Auch eine Erfolgsgeschichte, lacht Henna zahnlos.

Als der Düsenlärm der ersten Maschine lauter wird, bleibe ich anstandshalber sitzen. Respekt, sagte man früher. Doch nachdem sie in den Tower gerast ist verlasse ich die Katastrophe um Willi und Henna. Denn es ist nichts Neues, - erst schlagen sie sich um dies und das, dann wieder eint sie der größtmögliche Gau. In der Reihenfolge 9/11... Wobei bei mir Breivik nicht den zweiten Platz einnimmt, nur weil er rechts war und ist, sondern Madrid im Jahr des Herrn 2004. Und der Boston- Marathon; Paris 2015. Und so weiter. Und deshalb gehe ich leise. Ziehe die Tür zum Saal zu und bin für einen Moment frei. Was mich rasend macht, weil man nie frei ist. Nie! Weil man lebt. Mit sich selber ist. Weil man denkt und stirbt. So wie man sterben lässt. Gleichgültig. Das Maul aufgerissen und in den Himmel gestarrt, sollten durch die angelehnte Zeit Sterne zu sehen sein. Ein voller Mond, vielleicht. Ein kalter Himmel als Paradies. Das drunter und drüber im Bewusstseinsstrom elender Tage. Wer will das nicht? Nein: Sargnagel möchte ich nicht heißen. Dieses ganze Geschrei um eine Person mit rotem Filz auf dem Kopf, die letztendlich an einem Frühstücksei scheitert. Dann lieber mit einem halben Dutzend Backpacker in einem überfüllten Linienbus den Kudamm rauf und runter. Wobei mir Sissi einfällt, die ich vom Visagisten abhole.

Als ich im Restaurant Garden vorfahre, pisst jemand gerade seinen Namen in den Kies.
Man kann es ja mal probieren! Sagt er, als er sich umdreht und mich sieht.
Klar, wenn es im Winter mit Schnee klappt, warum nicht mal im Sommer mit Kies!?
Kennst du den, fragt Sissi.
Schon. Ich weiß nur nicht, wo ich den hinstecken soll.
Brauchst du auch nicht, sagt sie, solche Typen sind mir zuwider.
Da bin ich ganz anders, - fische ich nach einem Kompliment.
Zum Glück, Heinz, sonst wären wir ja auch nicht zusammen.
Klingt schön, so wie du das sagst...
Dann stehen wir still und ich lasse meine Hand über ihre Brust gleiten.
Das da ist ja nicht gerade viel, Heinz, spannt sie ihren Busen an, es gehört aber alles dir.

Keine zwei Stunden später werde ich in ihrem Blut explodieren und mich nächsten Morgen über die Kratzer quer über meine Arschbacken wundern.

Woher kommt das?
Vom Kleiderbügel!
Und was ist mit der Keksdose?
Die ist leer...
Und das ganze Blut?
Erst da sehe ich den zerfetzten Seidenschal und die Latexmaske. Die Handschellen. Die Fußfesseln mit Dornen. Die Reste weißen Pulvers auf dem Tisch.

Hatten wir Besuch?
Du hast Gloria abgeschleppt.
Die ehemalige Kellnerin?
Ja.
Und?
Ich habe sie mehr als gut bezahlt und ihr geraten, den Mund zu halten.
Du bist ein Schatz!


Wahnsinnig sein

Und wieder will ich fliegen. Krankheit und Tod vergessen. Ein Vogel sein am Himmelsdach. Ein Weizenfeld im Sonnenschein. Und blond sein, wie einst sie. Um dann mit ihr was Ungesundes tun. Und danach auszuruhen. Vom Leben. Doch sag mir nicht, ich sei falsch abgebogen. Dass du voraus geflogen nur. Und nun nicht weißt, wie’s weitergeht. Ganz ohne mich. Den Pelz vergessen. Keinen Koffer. Den Faden hast komplett verloren. Und so was will nun Seele sein. Nein, mit mir nicht. Noch ohne mich.


Zwischendurch Mittendrin

Für Wochen ging mein persönlicher Geruch verloren. Woran es lag, - unbekannt. Jedenfalls ist der Odem wieder da. Ich merkte es, als ich mir den Pullover über den Kopf zog. Schweiß, Eiter, Blut. Schwanz. Möse. In umgekehrter Reihenfolge. Und gleich dachte ich an Lilli. Von wegen Sommerpause. Wie ich die Stute brach, knickte und fickte. Einreiten, sagt die Szene. In Leder und Eisen. Schwarz und Braun. Rostrot. Als wäre es nichts, ein Leben zu löschen, den freien Willen.

Ich will Navro im Cafe Möhring treffen. Als ich dann endlich einen Parkplatz gefunden habe, sitzt er schon da. Zweite Reihe Mitte. Ich liebe diesen Platz.
Navro kenne ich nicht persönlich, ich habe lediglich von einem guten Bekannten gehört, dass er meine Hilfe brauchen würde. Immerhin habe ich gute Kontakte in den U-Haft- Knast, denn so lange ist mein persönlicher Besuch dort ja noch nicht her.

Navro sitzt also wie verabredet im Möhring zweite Reihe Mitte mit einem Kaffee vor sich und links wie rechts einer attraktiven Frau auf den Knien; sein spezielles Markenzeichen, wie ich später höre.
Als ich näher komme, verlassen ihn die Frauen Kusshand werfen und ich setze mich nach kurzer Begrüßung neben ihn. Beinahe ebenso rasch wie die Frauen gingen trägt er seine Bitte vor, einem entfernten Bekannten den Weg aus der U- Haft in den Knast nach Tegel zu ermöglichen; er hat dort bessere Konnektion, du verstehst? Verstehe, - und schon erledigt, sage ich schnell, da Edgar seinen Karren direkt vor dem Möhring im Halteverbot parkt und an mir nicht vorbeikommt, so wie ich ihn kenne. Und so ist es.
Na, Männer, ist er guter Laune und scheint auch Navro zu kennen, da er ihm zur Begrüßung lange die Hand schüttelt.
Setz dich, sage ich, als er mich fragt, ob er stören würde, - nein, du störst nicht! Doch gerade als 3 frische Kaffee vor uns stehen, kommt Heina Holl die Uhlandstraße runter und grinst erfreut, als er uns sieht. - Euch schickt der Himmel!
Was ist denn los, Heina?
Ich komme eben vom Zachert, - der hat Probleme mit 2 Schwulen Nachbarn, die ihn und seine Freundin laufend verprügeln.
Zachert? Wohnt der nicht in dem ehemaligen Bordell in der Lietzenburger?
Genau da.
Appartements wie Kaninchenställe, amüsiert sich Navro.
Stimmt!
Und warum haust er da?
Eine lange Geschichte ... er hat noch reichlich Schulden bei Alfa, weil er dessen Cabrio in Spanien zerlegt hat...
Dann soll er mal mit Fahrrad fahren anfangen, sonst fährt er sich noch zu Tode, lästert Edgar, der, wie ich weiß, auch Zachert mit Stoff versorgt.
Und? Fahrt ihr hin? – Bitte, tut mir den Gefallen, ihr habt dann bei mir ein Essen gut!
Kohlroulade mit Begleitung, schlage ich vor.
Geritzt!
Ist ja nur ums Eck, meldet sich Edgar, - kommst du?
Nur wenn du bei deinem Monstrum das Dach öffnest.
Ein Cadillac De Ville ist kein Monstrum. Ein Cadillac De Ville ist ein Klassiker.
Den Protzkarren fährst du doch nur, weil du den Stoff dann direkt aus der Karre raus verticken kannst.

Zwei Tage später titelt die Hauptstadtzeitung dass zwei Schwimmer im ’Nuttenaquarium’ Halensee, Nahe der neuen Kantstraße, die zerstückelte Leiche eines Hermaphroditen gefunden habe. Ob es sich um einen Unfall oder eine Straftat handelt, konnte die Polizei noch nicht abschließend klären. Nach ersten Informationen steckte der Torso in einer Plastiktüte. Inzwischen haben Taucher den grausigen Ort nach weiteren Köperteilen abgesucht. Leider erfolglos. Die idyllisch gelegene Badeanstalt sei deswegen für die Öffentlichkeit wieder freigegeben worden.

Kommissar Meister treffe ich im Restaurant Holl vor einer Kohlroulade.
Eine Spezialität, sagt er, wie auch die Tatsache des bisher nicht aufgeklärten Verbrechens von vor 2 Monaten.
Was war da?
Die Sache Lietzensee II!?
Da sind Sie bei mir verkehrt, Herr Meister.
Und wo waren Sie vorgestern Abend?
Ich stand als ’Sniper’ auf der Bühne.
Und Lilli Raschke kennen Sie auch nicht?
Wer soll das sein?
Eine Hure von der Kantstraße.
Was Sie nicht alles wissen.
Ich weiß auch, wie Sie zu ihrer Kohlroulade kommen.
Und wie?
Einfach bei Holl bestellen, lacht er.

Das ist fast so infam, denke ich, wie die tägliche Meldung auf meinem iPhone ’Wir schicken Ihnen kommenden Montag einen Apple iPod Touch, aber vorher benötigen wir noch Ihre Anschrift.’

Sie sind fast ein Spaßvogel, Herr Kommissar.
Nicht wahr...


Der Mann im Trench (Burberry)

Edgar klingelt ohne Nachfrage links neben Zachert und als mit tuntigem ’Hallo, ihr 2 Süßen’ irgendein Spaßvogel die Tür bis zum Anschlag aufreißt, schlägt er stumm zu. Mitten die Fresse. Aufs Lippenstift- Maul. Der Typ fällt ohne Aufsehen. Edgar stürmt rein wie die G7, ich hinterher.

Ey, das Teil ist echt winzig, reinstes Porno. - Wie Zachert in so was leben kann!?
Ohne Kohle hast du keine Wahl, lasse ich Sniper sagen.
Deine Stimme, mahnt Edgar, hast du eben deine Stimme verstellt?
Nicht deinetwegen.
Ich dachte schon.
Ach was, ich erinnere mich doch gerne an unser kennen lernen bei Jack.
Schon, aber der Scheißfilm hat’s ja nicht gebracht.
Immerhin hast du bei den Dreharbeiten Claudia getroffen.
Wenn schon – inzwischen ist sie längst wieder weg.
Und – gehört - wo?
Paris, mit ihrem Manager.
Geschieden seid ihr aber nicht?
Läuft. Zirka September, sagt der Rechtslude.
Sag mal – was ist jetzt mit dem Typen? Lust auf den anderen zu warten, habe ich nicht.
Stimmt, - komm, wir schleppen ihn unter die Dusche.

Mal ehrlich, ich habe keine Geduld für so Scheiß. Doch der Typ kommt überraschend schnell zu sich.

Hör zu, du Ficknudel, solltest du oder deine Transe noch mal Zachert an die Wäsche gehen, bist du tot.
Wer ist Zachert?
Ein guter Anfang, mein Junge.

Dass mich Tage später die Meldung über einen männlichen Leichenfund im Lietzensee und Kommissar Meisters Hausbesuch nicht besonders überrascht, erzähle ich nicht. Wozu auch?

Jedenfalls saß Navro im Möhring stand by zweite Reihe Mitte ... und nur so was hat in mir Bestand. Punkt, Herr Meister.
Verlassen Sie sich darauf, ich komme wieder, sagt der.
So oft Sie wollen, Meister.
So oft es nötig ist, Sie Komiker.
Und Tatsache, gründet Kriminalrat Dreier auf Anraten Meisters Stunden später die Soko Lietze. Und der ließ auch nicht davon ab, als man eine Woche später Edgar tot in seinem Appartement fand. Selbstmord. Dabei hat er sich Stunden zuvor noch seinen Augenfehler richten lassen und Handwerker für seine Kudamm- Diskothek besorgt, erzählt Big Nando, sein Freund und persönlicher Leibwächter, unter Tränen. Während im Lietzensee immer noch Taucher nach menschlichen Wrackteilen suchen. - Nur ich habe fertig. Muss wegen der starken Nachfrage nach ’Sniper’ das Theater ausbauen.
Mann, wir brauchen dringend Kapazität schnauzt mein Steuerfuzzi, Sie müssen investieren. Und da Traudel nicht mehr wiederkommen wird, vermute ich mal, werde ich deswegen die Wohnung verkaufen. Den Citroen ID19. Währenddessen Meister von einem Serienmörder ausgeht und allein stehende Frauen warnt unbegleitet bei Dunkelheit... Trallala.

Meine Güte, der Idiot fischt mir echt das Publikum ab.
Und ich überlege, was Sniper an meiner Stelle tun würde. Also? Aber ja doch: Recht hast du!

Seine Frau meldete Meister als vermisst. Fleht ihn über Presse und Fernsehen an, sich zu melden. Während die Schreibhuren seine psychischen Probleme (Mehrzahl!) thematisierten. Unter anderem sein Bezug zu einer Prostituierten der Kantstraße. Bei der er angeblich eine Notiz hinterlassen habe, damit niemand sich Sorgen machen müsse und dass er vorerst in seinem Ferienhaus an der Ostsee ist und so weiter. Doch da war und ist niemand. Einzig eine Frau aus der Nachbarschaft will ihn mit einem Dackel gesehen haben, den er Josef gerufen. Doch dann war es ein Dalmatiner, der Punkte beim Einkauf bei Aldi gesammelt habe. Dabei gibt es dort gar keine Punkte. Und kein Aldi. Also tappt man weiter im Dunkeln. Kein Meister. Kein Dackel Josef. Nur der Verdacht auf Irreführung der Behörden. Wegen eines anonymen Schreibens an die Staatsanwaltschaft Berlin all die Huren an der Kantstraße zu befragen und nicht nur die eine.
Und?
Er hat mein Herz größer und freundlicher gemacht, soll eine von denen gesagt haben. Und das Sex im Freien mehr Spaß macht.
Und - was sagt UNS das? Nichts! Nada! Schluss für heute.


Batman

Als ich den Sniper in einer Art Batman- Kostüm auftreten lasse, um Merkel zu ermorden, läuft mir das Publikum die Tür ein, kocht die Politik über.

Mann, HEINZ! Sind sie irre? Wir haben ihnen damals den Arsch gerettet – vergessen Sie das nicht. Also ENDE mit Merkel.
Als ich launig ’das will ich ja auch!’ antworte, droht mir am nächsten Tag einer vom BND, ich sitze gerade im Möhring.
Wir haben Unterlagen über dich, du Komiker, dafür wanderst du lebenslänglich in den Knast, bläst der mich ohne Vorwarnung an.
Sie meinen es ernst, oder?
Verdammt ernst!
Und nun?
Du setzt die Szene mit Merkel SOFORT ab und blödelst rum wie immer!
Ab jetzt werde ich nicht mehr der Selbe sein.
Mach was du denkst, aber geh uns nicht mit der Merkel auf den Sack!
Wer ist denn Wir, frage ich.
Wir -, antwortet er und zeigt sein Schießeisen im Hosenbund, sind der da und ich. Verstanden?!
Aber klar, wer das nicht versteht ist ein Idiot, oder?
Und du bist doch keiner. Oder?
Ich bin Komiker.
Was fast auf das Gleiche raus läuft. Oder?
Warum fragen Sie mich immer so einen Scheiß?
Weil ich deine Antwort brauche!
Weil Wir?
Genau so!
Gut. Dann bestellen Sie der Dings, dass ich es mache.
Bestimmt?
Bestimmt!
Gut, - dann rate ich dir deinen Kaffee nicht mehr auszutrinken, sonst...
Sonst?
Quatsch nicht, schütt ihn einfach in die Blumen!
Und dann?
Wirst du schon sehen!
Und Tatsache, die Pissblumen starben den berühmten Sekundentod am Nachmittag. Cu Hemingways Fiesta. "Alle sind krank. Ich auch!"


Realtime

Wenn ich sie nicht töte die (Satire Merkel), sterben tausende, lasse ich den Sniper sagen. Und deswegen stehe ich vor göttlichem Gericht. Sein oder Nicht. Doch als es zur Pause klingelt, gehe ich nicht ran. Saufe mir auf der Bühne (stehend) einen an, werfe das Publikum raus, schließe das Theater ab und trete auf dem Nachhauseweg sämtliche Innen- Spiegel von den Karren am Straßenrand, an denen sichtbar eine Gebetskette hängt. Brülle Allahu Akbar. Singe dann die deutsche Nationalhymne. Erste Strophe.
Als die Polizei kommt erzähle ich denen von Snipers Plan Merkel zu töten. Sie lachen satirisch, nehmen mich mit und laden mich vor dem Bundeskanzleramt ab. Doch alles Dunkel. Merkel nicht da. Ich zerschlage die Seitenscheiben der vor dem Amt geparkten Ministerflotte, höre den Sirenen zu und lasse mich von der anrückenden Polizei in Mannschaftsstärke nach Dahlem, zu Schily fahren. Doch den finden die ausschwärmenden Diensthunde der Polizisten nicht. Kein Wunder, ich meinte ja auch Ströbele. Der aber auch nicht öffnet, nur sein Fahrrad steht da. Ich bedanke mich bei der Polizei per App und nehme das Rad als Geisel, obwohl es nach Grün stinkt. Man kann eben an einem einzigen Tag nicht alles haben.
Gut so, denn der Abend kommt mit Jonny.
Der Vorhang geht hoch und ich stehe mit dem stinkenden Rad von Ströbele auf der Bühne, Jonnys Pistole in der Hand, schreie AMOK und erschieße jeden einzelnen Rückspiegel. Besonders die der wegen ihrer Milliarden- Bonizahlungen - fürs Nichtstun - (siehe Deutsche Peanuts- Bank) jammernden KapiSchweine. Doch auch VauW und andere der Blue- Chips- Dax- Bonds- Verbrecher. Als ich zwischen Ton in Ton- Steinen die fette Scherbe Claudia R. in der ersten Reihe sehe, sprinte ich runter und kotze ihr den christlichen Kohl von gestern zwischen die zerzausten Wagner- Titten. Mann – ich bin danach so was von leer, dass ich gefühlsmäßig echt schon wieder voll bin. Als ich aus dem fetten Fleisch- Eimer zum 2. Mal hoch sehe, blinkt mir eine Mitteilung über doppelte Bonuszahlung ins Auge: Deutschlands letzte Chance ist auch deine: Rette Flüchtlinge! Drei für EINEN! Sparen und Punkten! Doch ich habe fertig, - rudere per Dreamliner ins Plastik- Vermüllte Rio, wo Deutschland noch siegen kann; glaubt man €- Bild.


Mc- Fick im Erdbeerbeet

Nun gut. Sniper bricht das Brot Dritter. Isst deren Leib. Trinkt deren Blut. Aus ihren Knochen baut er Geigen. Aus den Därmen zieht er Saiten. Ihre Häute wärmen ihn. Ja. Er ist ein guter Mann. Mit allen Rechten vorbehalten. Aber ohne Gewähr. Stammt aus einem tierhaarfreien Nichtraucherhaushalt. In dem nur mäßig getrunken wird. Behauptet er in einem öffentlichen Vortrag. Und tötet die, die zum Morden geboren scheinen, als eine Art Hausrecht im Leben. Dem Labor der Notwendigkeiten, sagt er, wenn er sich seine Opfer zuteilt. Dazu besitzt er Akten von Gerichtsprozessen. Dutzende. Über Taten, da ist er überzeugt, die von den Richtern schlecht abgestraft worden sind. Wo die Staatsanwälte, immerhin Vertreter des Volkes, nicht nachgearbeitet und gegen ein mildes Urteil keine Rechtsmittel eingelegt haben. Das holt er nun nach. Todesurteile als Theater. Und nicht aufgrund juristischer Überlegungen. Sondern um den Opfer eine Stimme zu geben. Rache, die grausam erscheint, aber ihren Zweck erfüllt. Nämlich den der Abschreckung. Weil er seine Taten sorgsam bebildert anonym an die Zeitungen und TV- Anstalten schickt. Und die nichts Eiligeres zu tun haben, als darüber in bluttriefenden Schlagzeilen zu berichten. Als Futter für die Armen. Die gleichzeitig Opfer und Täter sind. Protagonisten. Die von kühl berechnenden Juristen am Bullenring wieder und wieder durch die Säle der Justiz geschleift. Komme was will. Und es kommt, was will. Bis er, der Sniper, eingreift. Mein Held.
Klar, er bekommt auch Anfragen von enttäuschten Frauen, die nicht weiter mit dem ’immer wieder’ fremdgehenden Typen zusammen sein wollen. Doch wenn sie verheirat sind, geht es gleichzeitig auch um das Erbe. Also ist für Sniper gutes Geld zu verdienen. Lumpen lassen sich aber Männer als Auftraggeber auch nicht. Je jünger die Geliebte, desto spendabler die Sugar- Daddys. Von all denen werden auch Strategien entwickelt wie, wo, was, wann, womit. Männer wollen ihre alten Frauen nur loswerden, aber nicht leiden sehen. Frauen wollen untreue Männer entmannt sehen. Womöglich enthirnt, wenn da überhaupt eines wäre... Wollen seine Augen, beide, wollen wissen, was er als letztes gesehen hat. Mögen in seinen letzten Gedanken schlüpfen. Ob er womöglich an sie gedacht? Und wenn nicht, JA - sagen sie es ihm: SIE kommen VON MIR! ICH bin sein TOD! Koste es, was es wolle. Doch Sniper lehnt ab, sagt nein; nicht dafür. Für kein Geld der Welt. Nur einmal - ließ er sich überreden; ein Sonderfall ohne Werkzykluscharakter; Mc- Fick abstrakt bei der Arbeit. Sozusagen. Und es war Sommer... und ich träumte vom Großen Ganzen und was die Hälfte davon ist und ob ich wenigstens die haben könnte.


Fleischarbeit

Sie sind aus Licht. Aus Gold, wenn ich sie liebe. Stoße. Ficke. Wenn ich sie mir greife. Und vernichte.
Blond standen sie vor dem Balkan- Grill Ecke Seestraße und wollten 50 haben - für beide. Vorne und Hinten.
Und in den Mund?
Ja, auch. Wir sind Liebeshuren.
Mann – wenn man da nicht gerne mal zu Hause ist, als Mann wie ich.

Es war die erste Nacht nach dem sagenhaften Blut- Regen. Alles was zwei Beine hatte, oder auch nicht, feierte. Ging spazieren, - oder vögelte. Gut, in den Kneipen am Platz war es laut. Schon fast unangenehm. Im Friedhof gegenüber aber nicht - und Michael Jackson war schon lange tot. Trotzdem dudelte von irgendwoher ’Thriller’ über Stunden. Was mich anmachte. Doch dann verlor ich beim Rudel- Vögeln mit den beiden Tanten mein Handy. Nackt suchten wir zu dritt vergeblich zwischen den Gräbern. Standen im Schweiß unserer vergangenen Lust an einem Baum und rauchten, - als ich im Licht einer Lampe den scheinbar operierten Body der einen sah.

Warst du mal ein Kerl?
Bist du ein Aprilscherz? Fragte mich die chirurgische Monstrosität zurück.

Und tatsächlich, sie scheint schon gestorben zu sein; ich habe eine Wachsfigur penetriert. Ein künstlich umgestaltetes Geschlecht.

An einem Freitag um ein Uhr nachts habe ich bei 20 Grad Plus das Eis des Tages gebrochen, es püriert, frappiert und meine Sinnlichkeit darin kalt gestellt.

Und das ist deine Schwester?
Ich habe meinen Bruder verloren, und ein Teil meiner Seele ist eben mit ihm gegangen, antwortete mir das Teil mit einem Bonmot von Quincy Jones.

Weißt du was, sagte ich, erst kürzlich hat mein ausschweifender Lebensstil mich vor Gericht gebracht – und nun schon wieder? Nein. Das geht nicht, - denn ich befinde mich wegen des riesigen Publikumserfolges mitten in den Proben zu Sniper II. Was meinem Gesundheitszustand nicht gerade förderlich ist, im Vertrauen gesagt.
Was?
Stimmt schon -, ich bin beim Prozess ’Nuttenmord’ (Titelte die Bi- Zeitung heute übrigens mit meinem unverpickselten Bild) zwar freigesprochen worden, erhole mich aber nur langsam vom Stress. Verstanden?

Schon- schon, man guckt immer, wie weit man gehen kann. Und muss immer gucken, ob man schon weit genug gegangen ist, - sagte Jürgen Gosch einst, zu Macbeth befragt. Und so ist das Zusammensein immer auch ein Ort des Leidens. Jedenfalls das mit mir. Doch am Schönsten ist es, wenn du leidest und nicht ich. Sagt der, der ich nun mal bin; - reiße dem Transvestiten den Teddybären weg und drücke seinen Kopf auf meinen Schwanz. Nun saug schon, du Sau! Doch der wehrt sich und schnieft: Au –du Schwein, du tust mir weh! Was mich noch mehr anmacht. Steif wie ein Brett, mein Schwanz, - prügele ich den Typen zu Boden, spucke auf mein Ding und bin in ihm; - was kümmert mich sein Schreien? Nichts! Außer, dass ich wesentlich länger abspritze, als es soweit ist. Und es ist nach wenigen Sekunden so weit, - wer hätte das gedacht. Nicht mal die Polizei, deren nerviges ’zu Spät - zu Spät’ ich schon von weitem jaulen höre. Allerdings habe ich da längst fertig, - ihr Sackgesichter, meinen Schwanz mit einem Tempotuch gesäubert und dann mit meinem Dupont- Feuerzeug angezündet. Als ich im Bus Richtung U- Bahnhof Dings sitze, brennt schon der halbe Friedhof. Sicherlich auch der Kopf des Bruders, meines Fickpartners. Seine verquollenen Augen und das viele Blut, von dem ich mir was wegen des Geruchs in die Unterhose gewischt habe. - Der Schlüpfer wird mir als Platzdeckchen fürs Frühstück morgen dienen. Dazu freue ich mich auf die TV- Nachrichten: Unbekannter ersticht nach Vergewaltigung einen Transvestiten im Dings- Friedhof! Täter flüchtig! Ey, da zuckt mein Lustgarten und ich könnte schon wieder.

Sex ist Sucht! Schreit mir vom PC die Bi- Zeitung reißerisch entgegen. Doch ich wette, kaum einer der blassen Aktentaschen von Redakteuren hat auch nur annähernd eine Ahnung davon; nicht EINER ... glaubst du das etwa nicht?

*A message that you sent could not be delivered to one or more of its recipients. This is a permanent error. The following address(es)failed, - kommt die Nachricht, als ich die Zeitungsluden der Bi- Zeitung wegen einer unbedingten Richtigstellung anschreibe.

Mann! Mann! Mann! - Da siehst man mal wieder wo der Hammer hängt, - bei denen sicher nicht. Von wegen keine Elefanten mehr im Zirkus. Keine Löwen. Tiger. Flusspferde. Alles Luftnummern. Lügen frisch aus dem Irrenhaus. Schwärzestes Afrika. Wie 100% bei denen. Von wegen Life is Fun- Party, Jungs. Ascheimers Arschgeburt ist angesagt.


Ausgeburt II

Wenn ich mein Hirn schaukele, passiert nichts! Nada! Irgendwie bin ich leer - gesoffen –geliebt -gemordet -gefressen -gef... und suizidal.

Ach, sagen Sie es schon. Sprechen Sie mir nach: die Kids von heute finden das Wort FICKEN in jedem selbst erschlagenen Pokemon ab 8 Jahren!
Oder gar schon ab 6?
Tatsächlich!?
Klar. Es ist Trend!

Zwangsficken als muslimische Kindsbraut ab 8. Wahlberechtigung ab 14. Sexsüchtige, erfahre ich beim Therapeuten im Gespräch mit anderen Betroffenen, sind anders. Scheu, - auch. Oft allerdings anstrengend und so. Doch meist liebenswert und weltaufgeschlossen; aber nie kriminell im Üblichen. NIE! Von daher: Achtung! Leben Sie mein Leben nicht mit, wenn Sie sich ’auf meine komische Ader’ nicht einlassen wollen. Wenn Sie Perspektiv- Ortswechsel und Zeitsprünge nicht mögen, weil die in ihrem Leben nicht passieren. Mich, allerdings ..., mich würde solch ein stink langweiliges Leben im Strahl ankotzen. Aber zum Glück ist Ihres ja nicht meins. Lesen Sie also mein Leben bitte nicht mit, wenn es in Ihrem Umfeld Gold regnet, Silber schneit, Brillianten hagelt. Wenn Sie Gott für eine ehrenwerte Person halten und vor dessen Nachnahmen die unbegründete Schmeichelei ’der liebe ...’ setzen. Ich bitte Sie! Lassen Sie es! Bleiben Sie mir auch unbedingt vom Hals, wenn Sie sich nicht grundsätzlich auf Kummer, Schmerz und den Teufel in Menschengestalt einlassen können. Inwiefern überlasse ich Ihnen. Zum Beispiel, wenn Sie gerade etwas ’köstliches’ genießen wollen. Wenn Sie meinen, dass der Absurdität und dem Irrsinn menschlicher Existenz nach oben hin Grenzen gesetzt sind; wenn Sie (meine) Poesie über Liebe und Tod ablehnen, weil sie Blutstropfen für brutal halten. Wenn Sie die Welt für wunderschön und harmlos ansehen und Ihnen ihr Not leidender Nachbar am Arsch vorbei geht. Wenn Sie nichts über diverse menschliche Körpersubstanzen und Leben schaffende Flüssigkeiten wissen wollen. Nichts über Liebe, Familie und deren Illusion/en und so. Und überhaupt - erst Recht dann, sollte es Ihnen an Mut fehlen Unglück im Glück zu ertragen. Wenn Sie also ein ’fast’ ganz normales Sein für verdorben halten. Dann lassen sie es lieber. Bitte! Leben Sie nicht mit mir. Lesen Sie mich nicht. Stattdessen atmen Sie tief durch und spazieren mit verbundenen Augen und Ohrstöpseln durch die Welt. Es ist besser so. Glauben Sie mir, - auch wenn es dadurch nicht gut wird. Bleiben Sie einfach verpisst und in Deckung.
Es grüßt,
Ihr Komiker
(...)


Nachricht für Dead

In der Post stand sie am Schalter (Auslandsüberweisungen) vor mir; dabei kenne ich niemand im Ausland. Nicht mal sie hier. Bis jetzt! Groß, schlank, pink Lederjacke, weiße Bluse, schwarze Röhrenhosen, goldfarbige Stilettos, Black- Lack- Haare bis zu den Schultern, leckte sie im Duft von Miss- Dior mit spitzer Zunge an einer Fendi- Briefmarke Open- Out. Schön pervers, dachte ich, als sie anschließend auf der falschen Straßenseite vor mir her lief, - dieser herrliche Arsch. Und ich registrierte schon mal dessen Tod. Dieses tot sein. Irgendwann. Nach dem Bumsen; so wie ich das sehe.

Lächerlich, sagst du.
Meinetwegen, ey.
Klar doch. Du siehst nur Tag und Nacht. Gewalt und Tod.
Ich sehe in dein Herz. In den elenden Ballon in blutigem Rot.
Bah! Deine Gefühle sind wie Beton.
Und ich sehe deine Eitelkeiten. Dein ewiges Rechthaben wollen. Deine feuchten Augen - als Parkplatz von Kinderpornos. - Du dumme Sau.
Halts Maul, schließlich bist du der Killer.
Und du ein Totengräber.
Mit dir kann man nicht reden.
Wer jetzt nicht aus Mitleid kotzt, kotzt nimmermehr.

Voll über die alten Vorderknochen auf die Hose, bis man ruhiger wird und mit dem Aufräumen beginnen kann. Oh, du mächtiger... du alte Arschgeige zwischen Wiesenblumen und Palmen- Deko an Strukturtapete. Seit geschlagenen zehn Minuten, die ich nun schon hinter dem Knack- Hintern herlaufe. Der sich dann ins Möhring bewegt. Sitzt. Kaffee trinkt. Schwarzwälder Kirsch dazu. Und ich daneben; wolle Rose kaufen? Einen Kuss auf die kussroten Lippen. Auf ihre rasierte Möse, - das geile Spiel, das einen nicht mehr loslässt. Passend dazu die Schlagzeile der ELLE, die sie liest: Was heißt schon quer Beet, wenn man alles haben kann!? Dazu unter Hautpflege 5 Tipps für den perfekten Po (ohne Sport). Und für diese Super- Gedanken- Übungen brauchst du jeweils auch nur 5 Minuten. Man kann sich beim Sterben aber auch mehr Zeit lassen, werde ich ihr sagen. Wenn es soweit ist. Denn in sein Glück investieren muss jeder, sei es auch nur ein bisschen; chinesische Weisheit aus der Minze- Tee- Tassen- Zeit.
Mit Abrakadabra. Dem neuen Wundermittel gegen (m)eine gereizte Vorhaut. Mal ehrlich, ich verfluche meine Eltern dafür, mich als Kind nicht beschnitten zu haben. Hätte ich Kinder, es wäre das erste. Das Aller- Erste. Schipp- Schnapp, mit der elektrisch erwärmten Schere. Versiegelt die Spitze und kräftigt den Stamm. Und das noch weit davor, ihnen den atmungsaktiven Mund zu verbieten. Denn nur so geht’s, - sich schmerzfrei auszuleben. Nicht zu leben wie ich. Mit diesem ewig gierigen Jucken. Brennen. Feuerrot, - dieser andauernd steife Schwanz - in seiner Begehrlichkeit. Als sich der Hintern aus dem Cafe Möhring bewegt und den Ku- Damm Richtung KaDeWe stöckelt. 6th Floor. Genau wie ich es brauche. Im vollen Lift direkt hinter ihr, angepresst. Welche extreme Saugwirkung doch so ein Arsch hat, überlege ich noch; stehen dann in der Pommery- Champagner- Ecke. Saufen den Sprudel satt. Mit Austern in der Oyster Bar. Dann ins Stuei. Dort in die einzige Suite mit Spreeblick. Tiere erlaubt. Wo der hauseigene Rasierer mit Blutrinne (zu finden in einem Bast- Körbchen links neben der Ablage im Panoramabad) meinen Ansprüchen genügt.


Machtspiele

Manche Tage sind einfach nur scheiße. Schon nachts. Wenn man angepisst wird. Dabei träume ich nicht mal. Und wenn, wüsste ich es. Doch es gibt nichts zu wissen. Außer Scheiße.
’Wer bin ich, einem Vogel zu sagen, dass er nicht fliegen soll?’
Auch das kannst du dir sparen, brüllt der Spiegel beim Morgenkaffee. Dem labberigen Zeug, weil das Kaffeepulver den Filter zusammengefaltet wie Wasser den Dampf, der meine Haut verbrennt, - dabei bin ich hier der Komiker; den ich an den Ohren greife und in die Tonne treten will. Will! Weil der Scheißer vorher reißt und alles, was er hat, auf den Boden kotzt. Komisch, oder!? Ne, voll ätzend, Kollege! Doch das kümmert den nicht. Der Tag ist noch lang, Alter. Weiß ich auch, steht schließlich in der Bild. Und dafür muss ich nicht mal aus dem Haus. Sondern nur den Riemen auf die Orgel... Und die Kacke geht weiter.

Craving - mein Star. Denn der Deal war ein ganz anderer: ICH trinke - DU fühlst dich gut! Dass das klappt, war ich mir anfangs sicher. Doch es gelang nur einseitig. Daher mein Flashback. Das Herzrasen, Zittern, der Angstschweiß, meine Atemnot. Die elende Übelkeit - vor dem nächsten Schluck. Meine Psychosen, nicht zu vergessen. Denn die trieben mich oft in irgendeine finstere Kneipe - weitab von meinem Wohnort - wo ich mir einen ansoff, um Streit anzufangen. Mit wem, war mir egal. Denn ich schlug einen passablen rechten Haken. Und brauchte selten mehr.
Doch nicht erst ab dem Tag, als ein vom Himmel gefallener Notarzt mich erstmals aus der Badewanne fischte, war ich gegen jedwede Öffentlichkeit unverwundbar. Egal, was die Presse berichtet - unter welchen Umständen ich existiere: es ist mir einerlei geworden. Denn bald strich ich mit meinem Blut wöchentlich die Wanne neu. Wurde die Feuerwehr mein Freund. Kroch ich aus irgendeiner Ausnüchterungszelle. Verlor den Führerschein. Haus und Freundin. Erhielt keinerlei Rollenangebote. Landete in der Psychiatrie. Im Knast. Und darüber will ich... Über mein Leben mit und ohne Sucht. Über die Schein- Prominenz, zu der ich gehörte. Und meine Welt danach. Dass es für jeden von uns Hoffnung gibt. Man muss die lediglich aus dem Müll des Tagesallerleis klauben.


Privates

Mein Theater feiert Geburtstag. Einjährigen.
Von der Straße her brummen die Motoren schwererer Limousinen. Hört man Autotüren knalle. Menschen lachen. Werden Blumen geworfen. Prasseln Glückwünsche. Tanzen Claqueure Polonaise. Leuchtet das BESETZT- Zeichen über der Tür zum Klo.

„Ein Jahr Liebe und Treue“, schmeichelt der Bürgermeister, eine ätzend rote Blume im Revers, entledigt sich seiner Hose „zu Ihnen, mein Lieber. Meine GRATULATION!“
„Danke vielmals, Herr Bürgermeister“, erwidere ich verhalten artig, denn ich weiß, was kommt, - doch er steht mir nicht.
„Ich gratuliere Ihnen auch ganz herzlich!“ Schleimt sein Mann, der Kultursenator, mit leiser Chanel- Stimme auf hohen Hacken mit rotem Mund und spielt (schon) sein Spiel, „und ich habe auch gleich eine Bitte an Sie, lieber Heinz...“
„Ja gerne, ich höre?!“
„Wann setzen Sie denn bitte endlich diesen unsäglichen ’Sniper’ ab – und was machen Sie danach schönes an Zeitblüten?“
„Den ’Sniper’ setze ich wirklich bald ab, Herr Senator, und die Proben für das neue Stück laufen auch schon...“, lasse ich ein Teil von mir sehen.
„Das hört sich doch sehr gut an und sieht auch gut aus, - was meinst du, Siegfried?“
„Kommt drauf an, was er Neues bringt; immerhin war der geplante ’Tod’ von Frau Merkel durch einen Sniper schon eine Herausforderung, - irgendwie.“ Lacht er glanzlos, - wie nur die Herren und Damen der SPD bei 22% der Prognose lachen können, wenn sie ihn richtig drin haben.
„Aber Sie sind doch auch Parteigenosse, lieber Heinz. Sie wissen schon, wie ich das meine!“
„Klar weiß ich!“ Sage ich. Stoße zu. Lache aber nicht. Weil mir schon das Lachen über meine eigenen Witze längst vergangen ist und ich sicher bin, was kommt, wenn ich den beiden sage, was ich plane.
„Und nun mal Butter bei die Fische“, ist Kultursenator Roy betont jovial, - wackelt mit dem Hinter und will doch nur Fakten schaffen.
„Also? Spucken Sie es schon aus...“
„Ich mache demnächst den ’Rassisten’!“ Platzt es aus mir raus – und ich weiß auch nicht, warum ich schon komme...
„SIE machen UNS den Rassisten?!“
„Na- ja, nicht ganz. Das Stück ist nicht von mir. Ich habe daran nur die Rechte erworben.“
„Und WIR- haben- SIE- dabei- gefördert?“ Kommt er im Stakkato.
„Kann man so sagen!“ Versuche ich cool zu bleiben, steif und groß - und in ihm.
„Na dann erzählen Sie mal was vom Stück! - Wenn wir es schon bezahlt haben.“ Jappst er.
„Der Rassist bin ICH – und ICH erzähle aus dem Leben eines wahnsinnig komischen Komikers.“
„Nun gut Heinz, mit dem Gag der Currywurst aus der Flasche haben Sie jede Menge Aufsehen erregt, - damals. Doch nun ist auch mal gut, - also erzählen Sie bitte, um was es geht. Schließlich hört sich der Rassist sehr politisch an und nicht im Mindesten komisch.“
„Wie Sie wollen, Herr Bürgermeister:
Bei Zappa, so heißt der Protagonist, handelt es sich um einen Attentäter! - Das Stück ist also eindeutig ein Drama und förderungsfähig! - Doch bevor es richtig losgeht, ist Zappa Schüler einer Schule in Berlin- Neukölln und dort lediglich einer von 3 deutsch sprechenden Lernenden. Zappa und die anderen beiden werden besonders von den Muslimen dort unterdrückt und missbraucht. Als Zappa nicht mehr weiter weiß und Hilfe nicht zu erwarten ist, sprengt er die Schule in die Luft, kommt vor Gericht, wird verurteilt und landet in der Klapse, - um bei seinem ersten Ausgang ’Türken’- Machmut zu suchen, den King von Neukölln, - dessen Clan er die lange Zeit in der Psychiatrie zu verdanken hat. Und so beginnt der Tanz - und der geht bis hoch ins Rathaus.“
„Sind Sie irre, Heinz!“ Blökt Bürgermeister Siegfried und löst sich furzend abrupt von mir, „wollen Sie uns gänzlich zum Popanz machen?! Was denken Sie sich eigentlich!?“
„Ich...“ bin ich dabei –erklärend- zu sagen, - als mich das Unwetter satt überrollt. - Scheiße!
„Mann! - Sie beißen die Hand, die Sie füttert! Heinz! Sie undankbarer Kretin! Sie Idiot! – Können Sie sich noch erinnern, wer Sie neulich aus dem Knast geholt hat, - obwohl alle wussten und wissen, das Sie ein Hurenmörder sind!? – Ja! - Und Sie können auch sicher sein, dass wir ihnen die Herren Gruner, Hildebrandt, Neuß, Brauner und die ganze andere Promi- Mischpoke vorbeigeschickt haben, damit für ihre Unterhaltung im Knast gesorgt ist! - WIR haben Richter und Staatsanwalt... ach, was rede ich. NEIN! Ich befehle Ihnen! den Rassisten NICHT AUF DEN SPIELPLAN zu setzen! - Haben wir uns da verstanden!?“
„Verstanden schon – Sie sind ja laut genug...“
„Dann wissen Sie ja jetzt, was Sie zu tun haben!“
„Nun- ja...“
„Komm Roy, wir gehen. Hier stinkt es nach brauner Soße!“
„Und der Champagner? Und die Lachshäppchen? – Das haben Sie doch auch alles bezahlt!“
„Stecken Sie es sich selber in den Arsch -, Sie – Sie gescheiterter Komiker!“

Was soll’s, denke ich, - der Himmel ist klar und wolkenlos. Und trotz des vergitterten Klofensters kann ich die Sterne meiner Welt sehen; und wenn ich den Kopf nach links drehen würde, auch die der gesamten Milchstraße. Doch ich will nicht, schüttele den Schwanz ab, drücke den Spülknopf am Klo, wasche mir den Mund mit Seife aus, trockne die Hände am Lüfter bis die Rot scheinen, stelle die Flasche Bübchen- Öl auf den Sims und verlasse die Toilette Richtung Trubel in Gedanken wie dem: Scheiße am Stock, Alter, das war nix!

„Na, Heinz – Du siehst aus, als hättest du einen Außerirdischen gesehen...“
„Zwei!“ Sage ich. „Aber es gibt ein ganzes Nest davon, wo ich gerade herkomme!“

Immerhin zeigt die Leuchtschrift über dem Klo ’FREI’ in Grün, - was sie in der Farbe Grün wegen eines Wackelkontaktes im Schaltkreis nicht immer tut.
Siehst du, das ist doch schon mal was. Fehlt zum ’FREI’ nur noch ’HEIT’: Revolution, Umsturz, Aufruhr, Bürgerkrieg, Blut und Tod! Und der Abriss des Hauses nach dem Verkauf. Halt! Eventuell braucht es das ja gar nicht? - Mir egal -, ich werde sie abgreifen. Einen nach dem anderen. Und dann GUTE NACHT mit Schwulen– Club Susanna und Huren wie mir, Bürgermeister ’Gut so’.


Hardware- Lady

Das Hotelzimmer habe ich arrangiert wie das im Georg V in Paris einst. Mit dem voluminösen Elefanten- Ledersessel und sonst nichts, wie du eventuell erinnerst. Vor dem du nackt gekniet hast, während ich dir still die silber- geflochtene Kette um den Hals legte, deren Ende ich am Servierwagen befestigte, - wobei ich dir im Hochgefühl meiner steifen Lust auf den geilen Hintern sehen konnte. So irre, Chris! Die du mir als Abbild ’Neuro Processing Unit (Qualcomm)’ geblieben bist -, dein Arsch a la Kadashian, der mich immer noch wahnsinnig erregt, wenn ich im Klo am Ostbahnhof in den Spiegel sehe. An dich denke. Und ich höre nicht damit auf. Trinke in unstillbarer Sehnsucht Blut aus deinen roten Schuhen mit den hohen Hacken. Lecke dir die lackschwarzen Haaren vom fein gewobenen Scham- Dutt. Küsse überall hin deinen Bronze glänzenden Körper. Stoße vor dem Fenster zum Place de la République in deine Spalten- Gravur, bis du unter der Leidenschaft meiner Sex- Transistoren vergangen bist. Ja! Du und Ich. Ich und Du. Nun wieder hier. Mit Natalie von Gilbert Becaud. Und wie wir in warmer Nacht dazu tanzen, als wärest du noch. Dabei wollte ich immer für dich da sein. Und will es auch noch. Denn ich brauche sündige Sucht- Sommer, Blitze, Donner und 1.000 Hirn- Gewitter als zusätzlichen Speicherplatz für meine zig Leben, um mir alles Gewesenen jeder Zeit abrufen zu können, wie meine Liebeskompetenz in der Mundhöhle. Nie Stau. Kein Stillstand. Nichts mehr. Und wie du weißt, würde ich an meiner Entschleunigung den schrecklichen Sekundentod sterben - wie Apple und Intel an GPU, TPU, NPU, ASIC, FPGA und so weiter, lese ich in der NZZ: Don’t buy it/Caution! Kann ich dir noch auf den Weg zu deinem Gott geben. Ich, der ewig Deine. Mit Kuss und Musik und der Explosion meiner Lenden. Ich liebe dich!


Fast Anatom

Mein Bein schmerzt laut und blutig. Die Fußfessel muss ab! – Ich ziehe mir deswegen die alte Lederhaut vom Holzstumpf und stelle die in die Ecke neben den rostigen Kamin. Zerre mir ein Passepartout über -; soll kommen was will. Doch sie will nicht mit, als ich keine 2 Minuten später wieder neben ihr stehe; bleibt einfach mitten auf der Straße liegen. Und zeigt auch keine Reaktion, als ich sie mehrmals kräftig anstupse. Mit Rippen brechen – und so; in der Einbildung. Und weil dem nicht so ist, komme ich nicht umhin ihr den bewussten Lederriemen um den Hals zu legen und sie daran die Straße entlang und anschließend die 7 Stufen runter in den Flur zu ziehen. Wo sie liegen bleibt wie ein geplatzter Sack Reis und tut, als wäre sie (schon) tot. Dabei ist Kreuzfahrt angesagt; denn dafür habe ich dich bezahlt: Baby! Mann. Nun komm schon! Pustekuchen... Wahnsinn ist angesagt. Und als sie leise keucht, tippe ich auf Bronchitis. Von wegen Lust. Religiöse Zwangsbekehrung. Weil sie beschnitten ist, was sie vorher nicht war: Ich schwöre, Alder! Weswegen ich Ali anrufe. Der sie vom Hören- Sagen kennt. Vielleicht so gar aus der Toleranz- Gruppe ’Terror bringt Frieden’ -, sollte es die blonde Schlampe sein die ..., sagt Ali. Nein! Das ist sie nicht, werde ich sauer. Und wenn ich sauer werde, Ali, dann ... Doch da hat Ali schon längst aufgelegt. Und als ich erneut anrufe jault es schräg ’Reis und Asche’ aus dem Bordell- Stück ’Haremsfenster’, frei nach Gluck, das ich nach dem Rassisten auf die Bühne bringen werde, sollte die Asia- Connection des schwul- politischen 2Gestirns nicht wieder intervenieren wie ’schon’ bei Low- Life- Love. - Ey! Echt! - Darüber bin ich zehn Jahre später immer noch Gurkensauer; so wie heute. Zum Beispiel. Doch bald ist ja in Berlin Wahl. Verdammter Misthaufen! Was soll’s. Ich stehe nach eines harten Tages Nacht vor dem Tor (Planquadrat A) und brauche eine Fahrgelegenheit um zum Kiosk (Planquadrat B) mit Jägermeister inkl. Gaulois zu kommen. Wobei ich auf die Kippen noch verzichten könnte, die sammele ich notfalls am Straßenrand. Den Jägermeister aber nicht; oder hat da jemand einen Tipp? Na siehst du! Immerhin sehe ich keine 10 Meter weiter ein Auto stehen. Sauber geparkt, wie das ’nur’ Spießer tun; ich bin so einer. Und Anarchist dazu.
Mit einem Feldstein aus dem nahen Park schlage ich die Seitenscheibe vom Daimler ein und starte die Karre flink, bevor das Alarmsignal lästig wird. Scheiße nur, dass der Schlüssel der Karre sich in meinem Taschenfutter verfickt. Und so was dauert -; meine Güte aber auch. Immerhin tröstet mich der im Handschuhfach für den Notfall gebunkerte Jägermeister: 0,7 Liter zu 10,89 bei Allyouneedfresh.de. Am Kiosk zahle ich das Doppelte. That’s Life + Thank U fürs Erste.


Tote kommen zwielichtig

Zur Generalprobe vom ’Rassisten’ sehe ich keinen der Rot- Rot- Grünen aus der letzten Eiszeit. Niemand in Second- Hand Klamotten. Dafür 20 gedeckte Rolex 18kt 'Cosmograph Daytona' Rotgold-Analoguhr zu 27.460,00 € das Stück, ein halb Dutzend unauffälliger Patek Philippe Triple, die Damen in Seiden- Joop oder Kaschmir von Louis Vuitton, Gucci, Chanel satt, zitternd ’es könnte ja kalt werden’ sagen... Einer kommt trittfest wie lachhaft in Lodenjacke mit Gummistiefeln und Fahrrad, dessen Chauffeur sich (bekanntermaßen) auf dem nächsten Parkplatz im klimawarmen Audi- 8Zylinder Superklasse Pornos zu Chefs Davidoff ansieht. Und einer kommt ’sogar’ mit weißer Nase auf den Sprung aus dem Fenster, - in eine andere Welt. Allerdings ist keiner wie Rappaport. Mit Stethoskop in Schwarz -, Medprodukt doppelter Gummischlauch. ‘Die nächste Krise kommt bestimmt!’ Und all diese Kretins denken, ich wäre in Panik. Weil nach dem ’Sniper’ nun mein ’Rassist’ zur politisch korrekten Aburteilung ansteht. Doch nichts, ich bin cool und bleibe Eis- Schnauze; frage mich ab und an nur wo der Schmerz ist, wenn die Typen über mich lachen als wäre ich der Idiot der Nation. Dabei haben SIE alles in die Grütze geritten. Ihr Wahl- Volk beschissen. Das Land ohne Grenzen zur Lachnummer gemacht. Nicht mal einen Flughafen können sie bauen. Ach was, die scheitern schon an Radfahrwegen, muss ich grinsen. Und dann ist auch gut, denn das Spiel beginnt. ‘Orientierung bitte’, klatsche ich fröhlich in die Hände wie Lagerfeld vor der Hüft- Lauf- Show ’Wasser über Eis’ seinen halbnackten Handtaschen- Girls. Und prompt taumeln all diese Pudel, ihre verfickten Ärsche drehend, artig vorne weg in der Hoffnung mich Halal zu schlachten. Und es wird, glauben Sie mir, beginne ich meine Rede zum Rassisten. ‘Sie werden sich wundern, meine Damen und Herren, was ihnen allein schon das Bühnenbild bringt!’


Fortsetzung

Mit IS- Kopfab bin ich als Rassist dem modernen Abenteuer auf der Spur. Habe Koran- Leichen auf der Bühne drapiert. Amputierte Gliedmaßen zu hunderten. Gender- volle- Kastraten. Männlich- weiblich- Beschnittene. Bis zum Kopf eingegrabene Frauen, damit man ihre abgeschnittenen Brüste nicht sieht. Von Säure entstellte Gesichter. Steine, die Steine werfen und dabei Sure 17 Vers 111 = Allahu Akbar skandieren; vom Aal bis zum Zylinderstift voll verschleierte Tiere, frisch aus Syrien- USA. Und überall läuft brennendes Blut aus deckenhoch gestapelten Shell- Petrolfässern. Introns und Exons, mein Lieber, damit macht man Kasse. Und mit Gas! Doch das Geschrei der versammelten Polit- Luden geht erst richtig los als ich, in Idee, an meine Hoden gebunden und mit AfD– Farbe beschmiert am Sky- Lifter hängend (onanierend) von der Decke schwebe, - während die Rot- Rot- Grünen- CDU Micks in der ersten Reihe schon ab da hektisch ihre FB- Freundesliste checken um mich zu nullen, bevor mich dort jemand callt. Doch es geht auch anders: ’Wie ein antiker Gott ...’, schreibt Crazy Medien life - und ergeht sich an der Beschreibung meines goldbraunen Schwanzes, um vom Rest leider zu schweigen. Dabei ist es erst der Anfang der Show.


Open Mind

Ich hänge kopfüber 10 Zentimeter über dem staubigen Bühnenboden und halte einen Monolog über die Liebe -, bis mir die Eier wehtun. Und euch hoffentlich auch, denke ich. Und es ist so. Denn ich kann in die hasserfüllten Fressen der Politiker sehen, - die mir den Mist eingebrockt haben. Und nicht nur mir. Sondern euren Töchtern und Söhnen, - ihr Stimmvieh; mir graut vor euch und eurer Zukunft! Vor dem was ihr tut und sagt, mit euren Bärchengesichtern die stupid wie blöde einher schauen und nichts geschnallt haben, - so kurz vor den Wahlen. Und das kaum einer die stinkenden Leichen im Keller der Herrschaften zählt; das kann doch alles nicht wahr sein... Meine Güte! Und dazu gleich einige Fakten, deren Hintergründe im neuen Sachbuch Mekka Deutschland von Dr. Udo Ulfkotte genau beschrieben werden, wie ich gleich zitiere. Und seien Sie mal ehrlich: Wussten Sie, dass 3/4 unserer Hähnchen in deutschen Kühltheken nach islamischen Riten geschlachtet werden? dass es im deutschen Bundesjustizministerium eine Planstelle für Scharia- Recht gibt? dass unser Bundespräsident Ehrenpate vieler bigamistischer islamischer Familien ist? dass bei uns jetzt bis zu vier Frauen eines Muslims Anspruch auf Witwenrente haben? dass unsere Politiker ’gendergerechte Steinigungen’ fordern? dass die Bundeswehr eigene Bestecke für Muslime hat? dass wir türkische und afghanische Wanderführer in den Alpen ausbilden? dass wir in Europa schon Scharia- Urlaub, Scharia- Kfz- Versicherungen und die Scharia- Mastercard haben? dass Anhänger der ’Religion des Friedens’ pro Stunde durchschnittlich sieben Menschen unter Berufung auf Mohammed töten? dass viele mit einem Muslim verheiratete deutsche Frauen trotz gültigen Testaments nach dem Tod des Gatten häufig ihr gesamtes Vermögen an die islamische Verwandtschaft verlieren? wann afghanische Männer nach den gültigen Gesetzen ihres Landes eine Frau vergewaltigen dürfen? dass in Duisburg- Bruckhausen 45 Prozent der Einwohner Muslime sind? dass Gefängnis-Imame in Deutschland nicht vom Verfassungsschutz überprüft werden? dass in Berlin-Neukölln in Jugendvollzugsanstalten 70 Prozent der Häftlinge Muslime sind? dass in Frankreich 60 Prozent der Häftlinge Muslime sind? dass der Aufruf zum Dschihad in Deutschland jetzt nicht mehr strafbar ist und radikal- islamistischen Vereinen die Gemeinnützigkeit nach einem Finanzgerichtsurteil nicht mehr aberkannt werden darf? in wie vielen großen Museen wir still und leise Kunstwerke abhängen, weil sie Muslime möglicherweise beleidigen könnten? dass deutsche Fregatten auf den Weltmeeren schon seit 2011 für möglicherweise aufzunehmende muslimische Bootsflüchtlinge eine Auswahl von islamischen Gebetsteppichen und den Koran an Bord haben müssen? wie viele deutschsprachige Journalisten der Leitmedien von islamischen Ländern für positive Berichterstattung über den Islam geschmiert werden? warum der Islam als ’Religion des Friedens’ gilt, obwohl im Koran 75 Verse über das Verteilen von Kriegsbeute enthalten sind? dass Vertreter islamischer Verbände die Entlassung deutscher Journalisten fordern, welche kritisch über den Islam berichten? welche Geschenke Islamwissenschaftler bekommen, wenn sie öffentlich mehr Toleranz gegenüber dem Islam einfordern? wie häufig unsere Kirchen von Muslimen vorsätzlich geschändet werden? in welchen europäischen Städten nicht ein Europäer mehr lebt und der Staat aufgehört hat, Steuern zu erheben? dass die Polizei häufig bei Vergewaltigungen durch Muslime keine Anzeige aufnehmen will, aus Angst davor, als ’rassistisch’ zu gelten? dass sich 67 Prozent der Franzosen wegen der vielen Muslime als Fremde in ihrer eigenen Heimat fühlen? dass es einen Parallelmarkt für ’islamische Arzneimittel’ gibt, weil bei Muslimen Bestandteile der Medikamente nicht von ’unreinen Tieren’ stammen dürfen? dass die Bundeswehr als ’Ausbildungscamp für Islamisten’ arbeitet? dass SPD und Grüne Mädchen und Jungen den Muslimen zuliebe in den Schulen wieder getrennt unterrichten möchten? Zitatende.
Was, das wussten Sie schon und unterstützen diese Schweine trotzdem? Ach, weil ihre gut bezahlten Arbeitsplätze daran hängen?

„Hängt den Verräter!“ brüllt Bürgermeister Gutso wie irre. Während sein Kulturbeutel mit gezogenem Säbel auf die Bühne springt, um mir den Kopf abzuschlagen. Während ich längst auf dem Schnürboden stehe um mich wie Michael Jackson in ’This Is It’ in weißem Schlabberlook von der Empore zu stürzen um es im Feuer- Vogel- Flug kopfloses, noch zuckendes Federvieh in den Saal regnen zu lassen, während dazu aus den hängenden Gärten unterm Dach Liter von Theaterblut versprüht wird.

SKANDAL, SKANDAL, SKANDAL! - skandiert die Presse noch in der Nacht.
KOMIKER VERHAFTET!!! - zischt unter dem fettgesichtigen Pseudonym ’Inschallah’ - ich hätte bei Udo Ulfkotte plagatiert. Doch da sitze ich schon längst in Honeckers Jagdhütte in der Schorfheide am See und beobachte wie die laufenden Polit- Keiler sich im Kreis drehen und einer dem anderen die Schnöve in den Hinter schiebt. Dazu erklingt Mendelssohn Violinkonzert e- Moll op.64, während ich in einer Mail Ulfkotte um Verzeihung und nachträglich Genehmigung wegen dem Plagiat ’Mekka Deutschland’ bitte. Der Rest ist persönlich. Also beten Sie zur Nacht, gehen ins Bett und vögeln Sie einander gut, meine Damen und Herren.

26. aug. 2016 michaelkoehn

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AT: Konjugation einer wahren Karriere – oder:
Die Definition des Realen – oder: Ein Perverser berichtet – oder: Holt mich hier raus - Romanarbeit