Sinkflug

Roman- Groteske


Verteidige dein Recht zu denken. Denken und sich zu irren ist besser, als nicht zu denken. [Hypatia zugeschrieben]

Mayday

Wer ist der unbekannte Gerettete?
Und wie ist er dem Desaster entkommen?
Ist die deutsche Handelskammerpräsidentin Helene Ferkel und der Verteidigungsminister Max Olland aus Frankreich an der Lüge vom Absturz beteiligt?
Wieso ist der Unbekannte im Haus von Minister Olaf Schnäufle untergebracht?
Wird der Unbekannte dort eventuell gefangen gehalten?
Handelt es sich dabei um den Griechen, mit dem Oleg Puntin vorgestern den Flugschreiber manipu...
- Ende der Aufzeichnung -

„Die Sprachbox ist angeblich gefunden worden.“
„Vermeiden Sie BITTE dringend das Wort angeblich!“
„Und der Chip der Black...?“
„Unterlassen Sie Spekulationen!“
„Dann sagen SIE mir, was ich schreiben soll“, empört sich Meyer von Monoplosiv.
„Hören Sie Meyer, Sie machen ihren Job, - ich den Meinen. Haben Sie Verstanden? Und wenn Ihre Nerven blank liegen -, meine tun das auch. Sollte es Sie trösten!“

Es war Leben an Bord. Aber nur bedingt. Das es so war, kann man der ruhigen Atmung des Copiloten entnehmen, die zuletzt auf den Tonaufnahmen zu hören ist. Was das allerdings zu bedeuten hat, lässt sich kaum sagen. Heute nicht, - vielleicht nie. Spekuliert die Presse - in Vielfalt.
Die Presse. Die zu Hunderten um das Haus der Eltern des Piloten versammelt ist. Geier, die auf einem Kadaver hocken. Die über alles berichten. Jeden Furz kommentieren - und mit 75 Euro belohnen; wäre es einer der Ihren. Wenigstens EINE Sensation muss stündlich her, sonst säuft und raucht man sich in dem Kaff noch in die Grube. Oder etwa nicht?. Und was fickbares ist auch nicht da. Sagt Müller. Oder weißt du schon was? Nada. Nichts! Tönt Meyer. Ey, ich mag dich, du alte Rübensau. – Achtung -, hast du das Fenster gesehen... Ich glaube, die Gardine hat sich bewegt. Halt drauf! Brüllt Müller den Fotografen an. Halte voll DRAUF!

„Kann man aus einer Passiermaschine mit dem Fallschirm abspringen?“
„Theoretisch, oder...?“
„Man sagt, Piloten tragen ihre Fallschirme in den schwarzen Koffern mit sich!“


Suizid je nach Wetterlage

Red hat einen Charakterkopf und rollt das R bei Adair. Heißt aber eigentlich Walther. Mit H, wie hühh, oder hihh, wie Heinrich. Und ist ein Mann vom Typ WICHTIG, trotz lediglich 159 Zentimetern Länge – mit weißem Haar und scharfer Nase. Man sagt er sei – wenn es brennt - der Boss! Klar doch, wer weiß das nicht, der hat sogar schon mal die Fußballweltmeisterschaft von Dubai nach Grönland verschoben. Und die Formel Eins. Vettel und so. Hat Ferrari von Rot auf Blau gespritzt. Und den Hoeneß Uli in den Knast gebracht, als der nicht spurte. Von wegen: NICHTS geht mehr in Deutschland. Ab in die Pampa damit. Zu denen, die Geld haben! - Aber – aber, sagt Meyer, es brennt doch hier nichts, Adair! Aber bald, meint Müller. Bald! Und dann rollen Köpfe.

Meine Güte, das sind Typen hier. Machthungrig bis zum Mord. Und einzig Kohle im Kopf, stöhnt Meyer - nach dem dritten Flachmann. Da stöhnt der immer. Will sagen: DANN STÖHNT DER MEYER ÜBER JEDEN SCHEIß! Ein Flugzeugabsturz ist aber kein Scheiß, beschwert sich Müller über Meyer bei Meyer. Denk mal an die Hinterbliebenen. Ich tu nichts anderes, Müller. Lästert Meyer. Hab sogar schon Blumen. Und ein Stofftier. Sicher in Form einer dummen Sau, das passt zu dir, macht Müller Meyer an. Und hofft, ihm nach dem abendlichen Redaktionsbriefing aufs Maul hauen zu können. Geht aber nur, wenn der besoffen genug ist, - sagt Meyers Erfahrungswert!

„Der Pilot wollte den Bus ins AKW Tricastin fliegen.“
„Nein, nach Marcuole.“
„Quatsch, nach Fessenheim! Das AKW dort ist uralt und hat Sicherheitsmängel en Masse! Neulich haben die IS- Musel es schon mit Drohnen versucht!“
„Gesichert?“
„Aber ja. Die wollten den Kühlturm sprengen, - war doch erst letzten November. Tenor: französische Atomkraftwerke sind verwundbar durch Angriffe mit Drohnen.“
„Und warum ist der Airbus gestern nicht hin?“
„Weil es zu weit weg ist!“ Mischt sich Meyer erneut ein.
„Was? Ein paar Flugminuten nur; - was heißt das schon.“
„Sie hätten ihn vorher abgeschossen.“
„Haben sie doch auch so. Oder liest du keine Zeitung?“
„Jedenfalls nicht die, für die du schreibst!“
„Steht ja auch nirgends; - sagt aber mein Kontaktmann von der CIA.“ Grinst Müller.
„Du nun wieder, du Scheißer. Immer alles aus erst- bester Hand!“


Irrsinn, oder: Ich, die Blackbox im Streufeld der Trümmer

„Eigentlich bin ich krankgeschrieben“, zitiert Müller den Duden: *Unterleib; (Anatomie) Hypogastrium;(Medizin) Abdomen mittelhochdeutsch līp, althochdeutsch līb, zu leben Körper (1a) Gebrauch gehoben Beispiele ein kranker, abgemagerter, ausgemergelter Leib die dampfenden Leiber der gehetzten Pferde mir klebten die Kleider am Leib am ganzen Leib zittern, frieren, schwitzen bei lebendigem Leibe/lebendigen Leibes verbrennen diese Krankheit steckte mir schon lange im Leib (ich fühlte mich schon krank, bevor es zum eigentlichen Ausbruch kam) du bist so stark erkältet– bleib mir vom Leib[e]! (komm nicht zu nah an mich heran!) Wendungen*, „das solltest du aber bitte vertraulich...“
„Warum ich? Also, – wenn du ein psychisches Problem hast, nur raus damit!“
„Okay, okay: Ich gebe es zu, ich bin nur wegen der Iraner da.“
„Mann, ich kenne die Story zur Genüge!“
„Und?“
„Die Behauptung ’Atombombenbau Iran’ mit einhergehender Vernichtung Israels ist einzig eine Nebelkerze!“
„Wie kommst du darauf?“
„Sagte mir eben der Boss der Alu-Hut-Träger.“
„Und der wäre?“
„Huxley himself; wer sonst.“
„Du Spinner!“
„In echt. Ich habe auch so ein Teil -, um nicht laufend die Gedanken meiner Mitmenschen lesen zu müssen. Gerade hier und jetzt ist das eine mittelgroße Katastrophe!“

Diese zerteilten Körper, wie behauptet wird. Nur schnipselgroß. Kaum eine DNA ist überhaupt nachzuweisen; von anderem nicht zu reden. Obwohl bebrillte Menschen in weißen Kitteln und mit angespannten Fressen schon vor Ort beginnen in 1000 Reagenzgläsern gleichzeitig zu stochern, anstatt im Nirwana nach dem quäkenden Flugschreiber zu suchen. Der ist nämlich weg. Verschwunden. Nicht mehr da. - Michel Houellebecq hat ihn, hört man sagen. Der? - Der hat doch neuerdings Kontakt zu den höchsten Köpfen der Muselmänner in Paris; der schrieb doch, von diesen Typen bezahlt dieses abstrakte Buch, warte mal... ’Unterwerfung’ - richtig! ’Unterwerfung’, stimmt! Über die Einsamkeit vom Schwanz in der Pluderhose geht es darin, schreibt ein begeisterter Leser. Und, dass die Verschleierung der Frauen in der Öffentlichkeit zum Ende der allgemeinen Durchsexualisierung des Alltags führt.
Eigentlich schlimm, irgendwie - oder? Für uns Männer, meine ich. Oder? - Bisschen simpel. Findest du nicht? - Ich finde es ärgerlich, langweilig und überflüssig. - Hast du es denn gelesen? Ich werde mich hüten. Lesen! Hör mal! - Mal echt jetzt: Ich mache mir eher um die psychische Verfassung des Piloten Sorgen; wenn da überhaupt einer drin saß. Und wenn doch: dass es Suizid war. Wenn -, dass es ein erweiterter Suizid war. - Keine Angst, dann bekommst du von mir die Notrufnummer der... Ach -, hier ist sie schon: ’Wer Hilfe sucht, auch als Angehöriger, findet sie unter der Rufnummer 08001110xxx und 08001110xxx. Die Berater sind rund um die Uhr erreichbar, jeder Anruf ist anonym, kostenlos und wird weder auf der Telefonrechnung noch dem Einzelverbindungsnachweis erfasst. Weitere Beratungsangebote sind auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention zu finden. Hilfe für Angehörige Suizidgefährdeter bietet auch der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker unter der Rufnummer 01805950 xxx und der Festnetznummer 02287100xxx sowie der Emailadresse psychatrie.de’.
„Für welche Zeitung schreibst du eigentlich, Kollege.“
„Für die Tages- Zeit.“
„Schau an, für die Tages- Zeit. Dann bist du ja Fachmann für Suizid, Homizid - gar für Amoktaten?“


Der unmenschliche Faktor

„Hier... frisch von einem Data- Blower der NSA aus dem Ticker!“
„Und was?“
„Dass man Leuten nicht in den Kopf sehen kann.“ Sagt der.
„Eigentlich nicht neu, oder?“
„Genau wie die News, dass man heutzutage Flugzeuge fernsteuern kann. Genau wie Autos, - U- Bahnzüge in Singapur, dort wird es ja schon öffentlich gemacht.“
„Stimmt. Die schnellsten Züge der Welt fährt bald ein Robot!“
„Den China Railways CRH3 auch?”
„Was weiß denn ich!”

Bis jetzt weiß niemand, warum der Pilot schon kurz nach dem Start angeblich Pinkeln musste. - Schwache Blase? Nierenprobleme? Krebs? Bier wegtragen? Oder mit der Stewardess vögeln!?
Weißt du es?
Ich? Nein. - Ich habe nur volle Gewissheit über die Depressionen des Co- Piloten. Immerhin kaut mir die deutsche Weltpresse damit schon seit Tagen das Ohr wund.
Doch kein Wort über die Black Box...
Die Box gibt es nicht. - Wie man hört, war keine eingebaut. Wenn aber doch, war es eine aus Zuckerguss die sich bei Feuchtigkeit auflöst.
Oder im Sturzflug!
War aber kein Sturzflug...
Gemächliches Sinken mit Kurs auf das AKW Fessenheim.
Dazu war er zu früh zu tief.
Der wollte unter dem Radar durch.
So gut fliegt keiner eine solche Strecke im Tiefflug.
Wer weiß es...
Ist ja auch egal, so oder so hätten sie ihn vorher abgeschossen.
Haben sie ja nun auch.
Es war aber nicht der drin, den sie vermutet haben.

„Nicht der depressive Co- Pilot?“
„Den Co- Piloten fand man erschossen am Strand von Barcelona.“
„Ist die Meldung gesichert?“
„So gut wie du willst!“
„Kennst du den Strand?“
„Leider nicht.“
„Lass uns mal hin, wenn das hier vorbei ist.“
„Das ist hier ist nie vorbei!“
„Hast recht; es geht ja mit der Diskussion um die Fernsteuerung der Maschine erst richtig los.“
„Und wenn das dann die Angehörigen wissen...“
„Man hätte es als eine Art Straßentheater beim erweiterten Selbstmord belassen sollen... Doch NEIN, wieder mal siegt die deutsche Starrköpfigkeit.“
„50.000 Dollar Entschädigung sind aber auch zu wenig -, sei es ein noch so schlampig inszeniertes Bühnenstück.“


Mit Depressionen an der Welt

Früher als ich erinnern konnte, wollte ich ein Pferd werden, erzählte mir Mutter. Und malte mir davon Bilder aus. Als ich selber denken konnte, wollte ich Pilot werden -, erinnere ich mich. Und ich wurde Pilot. Mit Gummizug, an einem selber gebastelten Spielflugzeug. Mein Gott, was war meine Mutter stolz. Schon dafür liebe ich sie heiß und innig. Und Vater erst. Obwohl Vater mit meiner Depression zu tun haben soll, diagnostizierte mir Doktor Munk. Der nun seit Jahren mein Psychiater ist - und von Missbrauch redet. Doch auf Vater lasse ich nichts kommen, da nehme ich lieber die Tabletten. Auch wenn sich mein Bedarf mit der Zeit langsam steigerte. Was macht das schon, wenn man dabei unauffällig bleibt. Gut, Hansa habe ich bei meiner Einstellung von einer längst abgeklungenen ’schweren’ Episode erzählt; ich sagte tatsächlich schwer – und wunderte mich später darüber. „Ach was, da ist nichts dabei, für das Sie sich schämen müssten, junger Mann. Wenigstens Sie arbeiten am Problem.“ Und das habe ich bis zum Schluss, - wie man nun allerorts bis zum Abwinken sehen, hören und lesen kann.

Und du? Depressionen? Kennst du das? Mal ehrlich, wenn man die Diagnose bekommt fällt man hinten runter. Glaube mir. Da war ich 16 Jahre alt. Und fertig mit der Welt. Erst Tabletten glätteten die Zeit. Und Mutter, die mir riet unbedingt Abitur zu machen.
„Du willst doch noch Pilot werden?“
„Aber ja doch. Unbedingt!“
Da kam ich gerade mit gepuderter Nase vom Klo. Karla wischte mir hilfreich das verräterische Weiß ab. Tupfte mir das Blut aus den Augen. Kraulte mein Geschlecht. Meine Wut, wenn mir was misslang. Aber ja doch, auch das.

„Als Klassenbester sollte das kein Problem darstellen“, gratulierte der Schulleiter.
„Ich bin stolz auf Sie“, als ich ihm von meinem Ausbildungsvertrag bei Hansa erzählte. „Zudem Sie ja im Fliegen bei Weitem kein Anfänger mehr sind... bei Ihrer Erfahrung: Alle Achtung!“ Schleimte der Personenfalter; der er als Pauker nun mal ist und bleibt. Was ich vor allem lernte: Sag nur das, was sie dir beweisen können. Und ich sagte nur das. Und so lange es dauerte. Doch da wusste ich es ja noch nicht (besser), - dass es kurz sein würde mit der Dauer. Halleluja, war ich bis dahin ein begnadeter Idiot.


Dunkle Energie

Vielleicht war der Verlust von Urvertrauen in meinen Vater der Grund dafür, das sich mein Wertesystem verschob. Eine Art Absturz - schon vor dem ersten Flug bei Hansa. Den niemand bemerkte. Den ich mir als Stauchung von Raumzeit erkläre, ohne einen Beweis liefern zu können. Jedenfalls nicht für Doktor Munk.

Sie sprechen mit mir englisch. Untereinander aber arabisch. Einer sieht aus wie James Bond. Der andere wie Orson Welles im Kaftan. Und ich frage mich, was das wohl für ein scheiß Plan sein muss, bei dem man damit rechnet, dass es einer der Piloten keine Stunde ohne Toilettenbesuch aushält? Sie müssen also den Chef kennen. Wen immer. Think Twice!

„Leiten Sie den Sinkflug ein!“ Befiehlt Orson Welles.
„Was haben Sie vor?“ Doch da ist auch schon die Kabinentür verriegelt.
„Wir sollten auf den Piloten warten!“ Sage ich.
„Sie machen, was wir sagen. - Den Piloten brauchen wir dafür nicht! Also, pronto: Ziel eingeben und Sinkflug auf 30 Meter einstellen!“

Es wird kein Unfall sein.
Es wird kein Selbstmord sein.
Es ist ein Attentat auf das AKW Fessenheim!

Es soll aber nicht so aussehen. Deswegen sind Spuren gelegt, ist mein privater PC längst manipuliert. Wird so getan, als hätte ich Depressionen. Kommt Doktor Munk als mein behandelnder Arzt dazu ins Fernsehen, - der durch sein Schweigen - Sie müssen verstehen, die ärztliche Schweigepflicht – wesentlich mehr kaputt macht, als es bringt; also ist der auch gekauft, - ihr Schweine! Ist nach deren Aussagen angeblich mit meiner Freundin Schluss; auch deshalb sagt sie, meine geliebte Susanne, den verhängnisvollen Satz: ’Die Welt wird meinen Namen sagen!’ Und meint mich und meinen Namen damit. Als hätte ich das gesagt, als wäre ich größenwahnsinnig...

„Echt. - Das hat er gesagt. Das ist O- Ton?“ Fragt der Reporter nach. „Genau so hat er es gesagt“, sagt sie.
„Und das vor ihrer Trennung?“ Fragt er. „Ja! Vor der Trennung. - Oder denken sie, ich will mich rächen?“

Gestern Nacht noch, schreiben andere dazu: es gibt überhaupt nichts, was über den Absturz glaubhaft ist. Warum fallen Satelliten aus, Radarsystemen, die praktischerweise gerade nicht funktionieren? - Und es handelt sich dabei um nicht weniger als bis zu 15 voneinander unabhängiger Systeme...
Letztlich taucht dann wieder der ’menschliche Faktor’ auf. Dabei sehe ich deutlich drei Mirage- Jäger. Zwei seitlich. Einen voraus. - Gibt es noch mehr? Braucht es mehr, wenn Flugzeuge verschwinden, - die von nicht existierenden Raketen abgeschossen werden. Sind ihre Lügen darüber Tragödien. Oder die Tragödien bewusste Lügen? Bühnenstücke, die vor einem ungläubigen Publikum aufgeführt werden? Strafen, die wir verdient haben? - ’Wir zerstören sie und lassen sie dafür leiden, dass sie sich weigern, unsere Sklaven zu sein! Wir werden sie aussaugen, klein hacken und sie Stück für Stück verkaufen, bis nichts mehr übrig ist!’

Die Aussage der französischen Flugsicherung, die den Abschuss der Maschine beobachtet haben muss, ist genauso unglaubhaft. - Das im Cockpit Stille herrscht, kein Wort zu hören sei, nur dubioses Atmen, als die Maschine sinkt; bis die Aufnahme endet und die Maschine in den französischen Alpen abstürzt – mit 150 Menschen an Bord. - Dass ich am Tag des Unglücks krankgeschrieben war und schon deshalb nicht an Bord sei kann. Doch glaubt mir das jemand? Dass ich lebe - und von der Regierung gefangen gehalten werde? Von meinem Lebenshunger -, hast du’s? Im Moment wohl kaum...


Over + Out

Findet man auf der Blackbox. Handelt von meiner Suche nach Sinn und Liebe. Wie die Suche nach Wahrheit. Und nach einer Überschrift für mein Leben. Für die Tage voller Qual. Für die Nächte ohne. Weil ich die unzureichend exzerpiert habe, kommt der Vorwurf. Habe ich? Egal. - Ich wurde trotzdem Pilot. Das belegen auch die Analysen der Staatsanwaltschaft von Marseille. Die nach (meinen) Motiven suchen. Nein! Nicht bei mir, möchte ich rufen, sucht bei den Terroristen des IS! Bitte! Doch nichts. Eher suchen die noch Wochen in meiner Wohnung nach einem Abschiedsbrief. Entdecken dabei, immerhin, dass ich am Tag des Unglücks krankgeschrieben war. Und vermuten, ich habe ’eigentlich’ nicht damit rechnen können, dass mein Kollege mich alleine lassen würde. Und doch... Ich hätte darauf gewartet, sagt ein anderer. Auf eine (die richtige!) Situation. Habe ich gewartet? - Vorsätzliche Abstürze sind extrem selten. Schreibt jemand. Immerhin brachte 2013 ein Pilot der Mozambique Airlines in Namibia eine Maschine nach einem Untersuchungsbericht bewusst zum Absturz. Doch auch hier: wer will das mit Sicherheit wissen? - Und dann Malaysia, wo die Maschine Tausende Kilometer in eine falsche Richtung flog, ehe sie vom Radar verschwand. Depressiv sind diese Maschinen eher selten, - womöglich liegt eine narzisstische Persönlichkeitsstörung vor. Deswegen forderte ich Doktor Munk schon vor Jahren auf, die Robot in einer besonders gesicherten Abteilung unterzubringen. Doch nichts. Heute bauen die Häuser am Band. Atomkraftwerke. Und fliegen Flugzeuge in Hochhäuser. Treiben es in Raketen im Orbit.

’Zwingend gibt es im Vorfeld eines erweiterten Suizids eine enge, einzigartige Beziehung zum späteren Opfer’, sagt die Psychiaterin Heide K. Und was tut Munk? Der erklärt das mit Rache, Kränkung und Verlustangst. - Nein, ich bleibe dabei, die beiden Männer im Cockpit sind Attentäter und wollen ’mit der Tat eine große öffentliche Wirkung erzielen und möglichst viele Menschen schockieren!’ Und das sehen auch die 3 Miragepiloten mit ihren verspiegelten Sonnenbrillen so. Ich nicke ihnen zu. Einem nach dem anderen. Hätten die sonst Sekunden später den roten Knopf gedrückt? - Finden sie nicht auch: ’das war Spitze?’ Mal echt, so scheiß krass ist nur das ungelebte leben im Leichtsinn der Jugend. Mein chronisches Jucken in der linken Kniekehle. Munk faselt was von Pilz. Oder Pilsen. Ich verstehe ihn in letzter Zeit immer schlechter.
’Ich werde dir meine Sünden beichten und du kannst dein Messer schärfen’ - Hozier


Sonntags habe ich Krebs im Mars

Der Autopilot lässt die Triebwerke aufheulen und gibt auf dem Display in Rot 5 Minuten bis zum touchdown an. Auf dem Bildschirm erscheint dazu das AKW Fessenheim. Mister Bond und Orson Welles gehen auf die Knie, waschen sich rituell und beten ratierlich - wie im Phoenix- Property- Management - Alluah- Akbar. Übrigens: der Märtyrer- Friedhof in Teheran ist so groß wie eine ganze Großstadt. Nichts da, mit House- Music und Cocktails aus Meeresfrüchten. - Der Mirage- Pilot rechts von mir nickt erneut und deutet nach oben, klappt sein Visier über die Prada- Sonnen- Brille und zählt mit den Fingern der linken Hand 5 Sekunden runter, als wäre ich ein angeschlagener Boxer. Wie ich fast nebenbei höre, arbeitet sich an der Kabinentür der Pilot ab: „Mach endlich die verdammte Tür auf, du dumme Sau!“ Mit einer Axt, wird man später behaupten. Doch das stimmt nicht, die Axt halte ich in den Händen und zertrümmere damit die seitliche Cockpitscheibe. - Als ich springe, bleibt mit der Sauerstoffmaske mehr als nur ein Teil von mir in der Kabine. Es handelt sich dabei um Materie, die mir die Evolution auf den Weg gab. Was mir Gott gab, fliegt hüllenlos durch die Luft. Gekoppelt mit dem das Wissen, wie der Heilige Geist entsteht. Mein Bewusstsein. Die Essenz, - die auf der Suche nach Beute noch eine Weile um die Maschine kreisen wird.
Ich sehe GRÜN, als die Rakete der Mirage die Maschine mittig trifft. GRÜN -, Gott gewollt, in 15 Milliarden Nervenzellen. Neuronen. Die werden mir durch die Aktivierung der assoziativen Kortexarealen fett in die Hirnrinde gepresst, - direkt in das eben noch schwarze Loch. Die Information dazu erklärt hier allerdings überhaupt nichts, behauptet Doktor Munk - und doch alles, setzt er nach, - als ich stumm bleibe. Und will mir, während das Publikum im Bus auf einen Schlag stirbt, das Modell der ’globalen Arbeitsfläche’ erklären.
Sein (mich irreführendes) Fazit dazu: Bewusstsein entsteht im Umgang mit der Welt, vor allem im sozialen Umgang mit anderen. (Doch dazu muss es ein materielles Substrat geben, - allein das reicht zur Erklärung aber nicht aus). So sind die, die einzig im Gehirn suchen im Irrtum. Ey, du hast ein hübsches hohes Ross im Stall, singt Hozier in ’Take Me To Church.’ - Genau das mit dem Ross sage ich Munk, der direkt neben mir durch die Luft wirbelt. Doch der begreift mal wieder überhaupt nichts, - tut so, als hätte ich ihm den letzten Tanz gestohlen. Was für ein irrer Gedanke. Und genau in dem kurbelt sich wild mit den Armen rudernd Heisenberg heran. Breaking Bad -, muss ich Munk helfen. - Hast du schon ’Flakka’ probiert, Söhnchen? Brüllt der ins Blau. Das Zeug ist schärfer als Crystal. Man kann es rauchen, durch die Nase ziehen, spritzen oder schlucken, - ein total geiler Stoff! Worauf wartest du also, Mann?
- Be the first to start a conversation –
Ey, Heisenberg, - please - stay...
Achtung, Leute, brülle ich zu dem fliegenden Schrotthaufen rüber: Dieser Text bezieht sich auf eine bald vergriffene oder schon nicht mehr verfügbare Ausgabe dieses Titels!
„Scheiß drauf!“ Grölt Munk und rollt im Looping das R. - Mal ehrlich, ich habe Munk noch nie so ordinär erlebt. Man sollte ihm die Approbation... dem Wichser.


Vom Engel und dem kleinen Tod

„Hast du was von deinem Informanten gehört?“ Will Müller wissen.
„Nichts neues! - Die Franzosen bleiben beim Selbstmord vom Co- Piloten. Die Deutschen wollen Außerirdische verantwortlich machen um die Air- Hansa zu schützen!“
„Und weiter?
„Einen Außerirdischen hat der BND erbeutet und hält den im Keller der Reichskanzlei gefangen.“
„Und Ferkel?“
„Macht Raute und betet...“
„Sicherlich, weil Ströbler im Inkreis sitzt, - was?“
„Ja! – Ströbler will das nicht mittragen. Immerhin ist der Bürgermeister von Neu- Klein- Ankara zurückgetreten und eröffnet ihm Löcher.“
„Und da will er reinstoßen?“
„Ist immerhin sein Wahlkreis.“
„Stimmt. Wäre er nicht...“
„Was dann?“
„Wäre längst Erdorgan dort Chef!“
„Oder die grauen Wölfe.“
„Das ist doch Erdorgan, Mann!“

Über mir laufen 1 Paar flache Prada- Schuhe neben 3 Paar Gucci mit hohen Hacken, quietscht ein Rollstuhl. Aus goldenen Wasserhähnen perlt russischer Champagner. Mopsen sich Kaviar- Eier aus Persien. Ein spätes Geschenk vom Schah, weiß Munk, wegen dem Atom- Fortschritt im Iran.
Schon gut, Munk, ich bin ja nicht blöd.
Woraufhin der meckernd lacht.
Trainieren Sie schon für einen Scharia- Staat im Land? Frage ich.
Meine Güte, sind Sie heute politisch.
Neues aus Büttenwarder wäre Ihnen lieber, was?


was wir zerstören werden

das haus hinter dem spiegel ist nicht meins
der stuhl
auf dem ich sitze
das fliegende bett
die gekrümmten füße
mit den zehen spitzen nach vorne
ich strecke sie in die zeit damit die bei mir bleiben
gebe dir mein wort darauf
rastloses tier


’It kills me that so many idiots will use this as efforts to fix a real problem’

Wer über Marseille fliegt - und will - sieht öliges, schlierendes, blitzendes... dazu Klopapier in Masse, Scheiße, rostige Skelette und alte Messing- Zähne in der Sonne. Dieses Schwipp- Schwapp von Prostitution an Meersfrüchten. Gehacktem Knoblauch. Riesigen Ständen voller Gemüse. Glubschender Austern, die nicht nur vom Geruch her an Mösen erinnern. All das ludert vor miefigen Häusern, - an dreckigen Plätzen, in heruntergekommenen Straßen vor sich hin. Ein unmenschliches Elend an einem Ort, der nach Heroin ruft – wo Tausende von Typen ’unglaublich laut’ nach Meth schreien. Unter deren Einfluss die Menschen mit langen Messern aufeinander einstechen. Auf Melonenstücke; Kronkorken vom Bierflaschen abhebeln, sollten ihre wackligen Zähne versagen. Von wegen Palmen. Geharkter Strand. Blaues Meer. Saubere Liegestühle. Nichts davon. Hingeschissene Puffs, - hat es. Stinkige Absteigen mit 100jährigen Straßenhuren davor, mit durchlöcherten Präservativen in Reihe. Homos mit Tangastrings zwischen vermoosten Hinterbacken. All diese klapperigen Titten auf Geldsuche. Für 5 Euro blasen mit gestreckter Zunge ohne zu küssen - mitten auf der Straße. Im Abfall. Den klebrigen Plastikmüll vom Meeres- Wind an den nackten Arsch gepappt. Einfach so.

„Und Transen?“ Fragt Müller.
„Was du willst!“ Lacht Meyer. „Ich lade dich ein!“
„Wie kommst zu dem vielen Geld?“
„Wieso viel? – Es sind 15.000 für das erste Maulhalten!“

Das Geld ist für ’die’ Fragen. ’Die’ Antworten - nach ’den’ Ursachen. Und ob das ’Unglück’ zu verhindern gewesen wäre. Doch dafür müsste ’man’ das Motiv der Täter kennen, - falls die denn eines haben sollten, wenn sie die Maschine vorsätzlich zum Absturz gebracht haben. - Doch im Cockpit herrschte Stille, kein Wort sei zu hören gewesen, keine Explosion, nur Atmen, als die Maschine sank; bis die Aufnahme endete.

„Glaubst du das?“
„Ich doch nicht! - Ich weiß es besser!“
(...)
„Es geht ja noch weiter: Ich könnte sagen, wer es war, wie es funktioniert hat, welche Frequenzen, welches AKW ausgewählt wurde und wie- wer- wann das Autopilotsystem gepatched hat.“
„Könntest du?“
„Kann ich!“
„Aber nun nicht mehr, - nun haben sie dich ja gekauft!“
„Und ich kaufe dich!“
„Dann stimmt ja der Ausdruck: Schweinepresse!“
„Stimmt!“
„Hast du Beweise?“
„Eine Kopie vom ORIGINAL- Voice- Recorder!“
„Hast du die gestohlen?“
„Nein, - besorgt!“

Der Abschuss eines Passagierflugzeugs nach der Abwägung ’Leben gegen Leben’ sei ein Verstoß gegen Artikel 1 Grundgesetz (die Würde des Menschen ist unantastbar), lautete die Begründung des BGH. – Doch was kümmert das den Minister Olaf Schnäufle. Der wendet seinen Rollstuhl und sagt kein Wort. Doch: Es handele sich (wenn es denn sein muss!) um einen ’Quasi- Verteidigungsfall’ zur Abwehr von Terroranschlägen, ruft er über die Schulter. - Bei ihm bleibe also das Prinzip der Verhältnismäßigkeit gewahrt, wenn zur Vermeidung einer noch größeren Katastrophe wie einem Terroranschlag per Flugzeug der Abschuss einer entführten Passagiermaschine gesetzlich erlaubt wird. Demnach sei der Tod von unschuldigen Passagieren in einem solchen Fall folglich zu akzeptieren.

„Und?“ - fragt Müller Meyer, „ist es das?“
„Ich habe die Schnauze voll. Lass uns Party machen!“ Kommt dagegen dessen ’launige’ Antwort.
„Bis sie dir eines Tages den Kopf abschneiden...“
„Und dir auch!“
„Warum mir?“
„Du bist meine Lebensversicherung, Müller!“

’Bei unmittelbarer Gefahr soll der Verteidigungsminister den Befehl zum Einsatz der Luftwaffe im Alleingang geben. Nach einer SPIEGEL- ONLINE- Information aus 2014, strebt die Koalition dazu eine baldige Änderung von Artikel 35 des Grundgesetzes an. Angesichts der großen schwarz-roten Mehrheit dürfte es dabei keine Schwierigkeiten geben. Der Vorstoß des Bundesinnenministeriums befinde sich derzeit in der Vorabstimmung zwischen den Ressorts, heißt es in Regierungskreisen.’ - SPIEGEL- ONLINE.


Von meinem Lebenshunger

Eine Geburt ist nichts für Anfänger. Falsch geholt, sind nur die Primzahlen schön. Der Schlaf von Kaninchen. Blumen. Der Rest ist Wut und Hass. Verachtung. Verarsche. Verursacht durch die laufenden Kränkungen der Krankheit Leben. - Mir sagten sie Wahn und Welthass nach; da hatte ich mich längst hinter mir. Und auch die wichtigsten Zeugen sind verschwunden - oder tot.
Hast du dazu mal in meinen Kopf nachgesehen?
Nein, auch das ist keinerlei Option, höre ich.

Stundenlang wird nach Beweisen gesucht. Nach meinem realen Irrsinn. Seite um Seite. Wurde Hinweis um Hinweis nach meinem singulären Schicksal erforscht, - bis ich es müde wurde. Weil es jeder 2te Idiot für ein paar Drinks an irgendeiner Flughafenbar ganz einfach herausfinden konnte. Nur die Hansa Air nicht. Was kann ich (also) dafür?

Dieses kleine Unwohlsein im vorderen Hinterkopf, sagt Munk, habe ich Ihnen schon längst vorausgesagt. Auch von dem Verhältnis zwischen Vertrauen und Kontrolle. Und wie es sein wird, machtlos vor der Tür zu stehen und der Katastrophe, quasi dem Tod, ins Auge zu blicken. Das wird furchtbar sein.
Ich weiß, sage ich. Ich kann aber nichts dagegen tun. Und ohne Vertrauen funktioniert nun mal nichts.

Ich verliere nicht gerne die Kontrolle, erkläre ich ihr. Nippe an meinem Glas. Sehe in ihre glitzernden Augen. Die mit Kajal ummalt. Mit denen sie kichert. Echt? - Ja! - Sie macht alles mit, denke ich.

Geh mal ein Stück vor mir her und wackel mit dem Hintern, sage ich. Und sie ging und geht und wackelt, wie der schmale Streifen Sonne zwischen den Häusern, - eine Audrey Hepburn Sonnenbrille im dunklen Haar. Die sie erst im Park absetzt, als wir im Gras liegen und ich sie küsse. Um Sekunden später eine Exkursion in die Tiefe meiner Gefühle zu beginnen. Während sie meine sanften Gedanken mit der harten Frage ’also, was ist jetzt?’ kontert.
Was, - was ist jetzt? Was war? Was kann sein? - Das würde ich nicht fragen! Das hat was vom Reporting- System. Vom Controlling. Daten analysieren und einbinden. Als ob ich jetzt noch irgendeinem System genüge tun muss. Müsste ich?! - Natürlich kann man alles, was einem an einem selber auffällt, weitermelden. Auch anonym. Doch wenn ich es nicht erkennen will oder kann, - dass in mir ein Problem vorliegt, melde ich es auch nichts weiter. Anders wäre es bei Sauerstoffmangel, denn den würde jeder erkennen, auch ich. Zum Beispiel. Doch eine Depression ist eben etwas anderes. Bipolar zu sein. Oder eben anders. Nur das.

Wikipedia: Mirage (französisch für Fata Morgana, Luftspiegelung) ist der Name verschiedener Militärflugzeuge des französischen Flugzeugherstellers Dassault Aviation, die seit 1961 in Dienst gestellt werden.

Es waren DREI Mirage 2000, sagt der Alte. DREI! Und hält 3 knochige Finger seiner linken Hand hoch. - Ich sah sie zwischen Digne und Barcelonnette. Auch das Passierflugzeug. Dann gab es einen Knall. Als ich wieder hinsah, war da nur noch Rauch. Nichts sonst.
Sind Sie Franzose?
Nein, - Algerier! Ich hasse Franzosen!


Blacksoul

Noch in der Rue de Refuge von Marseille schneiden zwei Bonanza- Rad- Fahrer (um die 10 Jahre alt) Müller die Kamera vom Handgelenk.

„Ich hatte eben erst eine geile 12- jährige aufgetan!“ Berichtet er Meyer mit rotem Kopf, der kurz zum Geldabheben in einer nahen Bank war.
„Keine Kalaschnikow“, fragt Meyer amüsiert.
„Nein! - Baseballschläger!“
„Altersgemäß“, lacht Meyer.
„Und nun?“
„Nun machen wir eine Zeitreise nach Genf. Ich erhielt eben die Nachricht, dass im Beau Rivage ein deutscher Politiker in der Hotel- Badewanne ertrunken sein soll.“
„Wer hat Sie darüber benachrichtigt? Maus etwa?“
„Sie kennen ihn?“
„Wer nicht!“
„Einmal BND immer BND!“
„Und meine Kamera?“
„Die ist weg und bleibt es auch.“

Ich weiß nicht, warum man in den USA ständig Neger erschießt, - das bringt uns HIER nämlich überhaupt nicht weiter, weil dann tagelang die einheimische Presse darüber berichtet.
„Ey, hat denn von euch niemand ernsthaft vor seine ureigensten Probleme zu lösen?!“

13 Phasen zum Überwinden der Sucht frisch aus dem Beipackzettel ’Entzug’:
- erhöhter Herzschlag
- verstopfte Nase
- Magenbeschwerden (Verdauungsstörungen)
- Niedriger Blutdruck, wenn Sie aufstehen, kann das kann zu Schwindel oder Ohnmacht führen
- Erhöhung des Blutzuckerspiegels
- Unscharfes Sehen
- Abnormale Muskelbewegungen, wie Schwierigkeiten beim Ansetzen zu Bewegungen, Zittern
- Unruhe oder schmerzfreie Versteifung der Muskulatur
- Abnormale Träume und Alpträume
- Wutausbrüche
- Menschen erschießen (Neger)
- Flugzeuge abstürzen lassen
- und

Ich schlucke all das Zeug für ein Stück Würde und Normalität. Doch es hilft nicht viel. Weswegen Munk mir mit eindringlichen Worten „Ihre einzige Chance!“ einen ’neuen’ 5- Jahresvertrag Irrsinn aufschwatzen will.

„Das ist ja fast wie die Todesstrafe, Munk – ich werde darüber schlafen!“
„Schon – aber mit wem?“
„Egal! - Fest steht, dass die Amöben gewinnen werden.“
„Warum?“
„Weil die Evolution keine Einbahnstraße ist. Wegen der schnelleren Zellteilung und so.“
„Gut“, sagt Munk, „ich nehmen dann die Beinscheibe!“
„Lenken Sie bitte nicht ab.“
„Okay, - Sie bekommen dazu die Chance, noch in diesem Jahr ’Ionescos Macbett’ in der Anstaltskirche aufzuführen. Na?“
„Entweder ’Richard III’ oder ’Der gute Mensch von Sezuan’!“
„Was Sie immer mit Brecht haben...“
„Nicht Brecht, - wegen der Parabel!“
„Satire, – oder?“


und was ist mit meinem Ehrenwort

Uwe und ich haben den Entenschnabel gemein. Unseren Geburtsort, an der Eisenbahnstrecke Berlin- Strahlsund. Der durch die Gemeindegrenze von 1961 bis 1990, sprich Mauer, die besondere Form eines Entenschnabels erhielt. Für andere hieß der Ort Glienicke/Nordbahn bei Berlin. Auch heute wieder.

Uwe starb 1987 im Hotel Beau- Rivage in Genf.
Ich bin so gut wie tot - unter Munk.

Für mich interessiert sich kaum jemand.
Zu Uwes Sterbeort in Genf machen sich zwischen zwei Flugzeugabstürzen, aktuell den Nähe Marseille und anderen globalen Katastrophen, Meyer und Müller auf. Reporter. Die mit allem möglichen ihr Geld verdienen. Die Wahrheit muss es nicht unbedingt sein.

„Uwe lebt!“ Behauptet Meyer.
„Woher wollen Sie das wissen?“

Hinweis dazu. Meyer siezt Müller und Müller Meyer außer, wenn sie sturzbetrunken sind. Und das ist lange her; passierte ihnen letztmalig vorgestern, - Houellubäcker, Wahlspruch ’Der Tod ist nicht auszuhalten’ soll mit dabei gewesen sein; der von Meyer direkt aus dem Interview abgefischt wurde...
„Der mit ’Unterwerfung’ diese viele beklatschte Muselschnulze schrieb?“ Fragt Müller.

„Ich rauche zuviel!“ Sinniert Houellubäcker (nichts im Leben lässt sich reparieren, nichts überlebt den Tod).

Sein (Houellubäckers) Hund sei vor Kurzem gestorben, sagt Meyer, ich bitte Sie also um Pietät, lieber Müller.

’Ils me regardent comme si j’étais en train d’accomplir / des actes riches en enseignement. Tel n’est pas le cas. / Je suis en train de crever. C’est tout.’
„Sagte er das nicht schon?“
„Drei Mal, mindesten...“
„Ein Glück, dass ich kein französisch verstehe!“

Woher er also wissen wollte das Uwe lebt, fragt Müller Meyer.
„Weil er nicht tot ist!“
„Bitte?“
„Jemand hat sein Grab geöffnet... und er war nicht drin!“
„Wieso hat jemand sein Grab geöffnet?“
„Weil es sich um Mord handelt!“
„War sagt das?!
„Steht in der Zeitung.“
„Die Zeitung sind doch aber wir.“
„Genau so, - also ran an die Arbeit.“

„Sehen Sie mal hier“, sagt Houellubäcker, „ich habe eine Strafanzeige erhalten!“

- STRAFANZEIGE -

1. wegen vorsätzlicher BRANDSTIFTUNG, als er am 01.04. 2015 hinter den Garagen seine Kontoauszüge entzündete, um ein Feuer zu legen.

2. laufenden RUHESTÖRUNGEN, da er in seinem Haus und auf dem anliegenden Parkplatz nachts Fuß- Ball spielt und außerhalb jeglicher Zimmerlautstärke hämmert, klopft, Musik hört und Krach jeglicher Art zu jeglicher Zeit macht.

3. HAUSFRIEDENSBRUCH, wenn er sich zu unregelmäßigen Zeiten, vorwiegend nachts, unerlaubt über die Dächer der umliegenden Häuser Zugang zu seinem Haus sucht, weil er seinen Hausschlüssel vergessen hat o.ä.

4. SACHBESCHÄDIGUNG, da er laufend Autos zerkratzt, die nicht seine sind.

5. ILLEGALE MÜLLENRSORGUNG, da er in Mengen vorwiegend Schnapsflaschen aber auch Hausmüll von und über seine Terrasse seitlich in den Wald entsorgt, oder in die Vorgärten der Nachbarn wirft.

Scheinbar steht er dabei - oder ständig - unter Drogen- und/oder Alkoholeinfluss, ist schwer ansprechbar und kaum zugänglich. Zeitweise benutzt er das Fahrzeug XYZ; - wobei seine Fahrtüchtigkeit in Frage steht.
Eventuell steht H. unter Vormundschaft. Es sollte dann der Vormund benachrichtigt werden, da sein Vater als Hauseigentümer weder über eine Anschrift noch telefonisch erreichbar ist.
„Mein Vater ist längst tot. Was soll also der Scheiß!“


Das denkste im Leben nicht

„Es sind die Herzschmerzen“, sagt er, „du machst und tust und merkst die nicht bewusst und eines Tages - ZACK - liegst du da. Tot!“
„Scheiße. - Echt!“
„Andererseits: Wer will schon 100 werden?“
„Auch scheiße. - Echt!“
„Mann, Müller! Können Sie es nicht anders sagen als ’Scheiße/Echt’?“

Wenn alle Leere verschwindet. Alle Zeichen. Alles Licht. Wenn keine Trauer ist. Kein Sein. Nirgends. Dann. - Und das gilt es zu schaffen.
’Suicide to psychiatrists is like snow to Eskimos; we've got 40 words for it’ - Paul Summergrad

Das Bild zeigt ihn mit eingeschlagenem Schädel in der Badewanne. Mit Hemd und Krawatte, Hose, mit Schuhen an. Der Zimmerservice soll ihn gefunden haben.
„Daran stimmt nichts, Müller!“
„Wieso, ich habe das Bild doch selber gesehen.“
„Wenn Sie ein Bild von Picasso sehen, glauben sie dann auch was Sie sehen?“
„Ich glaube an Gott...“
„Aber Sie wissen nicht, was sein eingeborener Sohn über lange Jahre seines Lebens getan hat.“
„Immerhin geht es um ein Ehrenwort.“
„Erst war von Schüssen die Rede, dann von Selbstmord. Von Waffengeschäften und Israel. Heute munkelt man von der Stasi.“
„Und Sie erzählen mir nun, er habe in dem abgestürzten Flugzeug gesessen und der in der Badewanne vom Hotel Beau- Rivage sei gar nicht Bartel?“
„Er kann ja nicht gut der im Flugzeug sein, wenn er 1987 der in der Badewanne war.“

„Wie Fränzel schon 1897 schreibt: ’An mir selbst mache ich höchst interessante Beobachtungen. Von maßlosem Idealismus, der sich gegen allen Zwang und alle Regeln, gegen seichte, platte Denkungsart der Gegenwart stemmt, sich für Natur und Kunst, für ein höheres, geistiges Naturerleben begeistert.’“
Ich sehe sie vor mir. Sie essen, starren auf den Monitor vor sich, simsen, dösen, zocken auf ihren Smartphones herum oder hören über Kopfhörer Musik. Ihre Gesichter ähneln sich, braun gebrannt oder nicht. Einzig was wahr ist und was nicht, kippt ein wenig Farbe ins Dunkel. Doch nicht mal als der Pilot mit der Axt unter wüstem Gebrüll auf die Kabinentür einschlägt, klart es richtig hell auf, - nicht als es knallt und blitzt. Auch nichtganz am Ende. Denn es geht irgendwie immer weiter. Zugeben darf man es nur nicht.


Gut und Böse bist du - Idiot

Es geht ums Überleben. Entweder du gewinnst, oder du stirbst. Wenn du gewinnst, bestimmst du was die Wahrheit ist – und alle müssen dir glauben. Der Rest ist Schweiß, Blut, Dreck. - Abfall. Sind die Fantasien und Begierden eines einzigen Despoten. Ob Mann oder Frau. Alle anderen sind lediglich Personal.
„Und wer hat nun die Maschine abgeschossen?“
„Die in der Ukraine?“

Jetzt sollte ich über hektische Flecken in seinem Gesicht berichten. Über stoßweise atmen. Aufsteigende Magensäure. Über unkontrollierbares Augenrollen... Heftigen Speichelfluss. Zucken und Rucken hin zum Herzinfarkt. - Müsste ich. Könnte ich. Machen andere... Und langweilen über Seiten ihre Mitreisenden in einen unruhigen Schlaf. Motto: Der Mond geht auf – du allein (abgewandelte Sarah Kirsch).
„Das war ein Fehlschuss. - Man wollte Puntin eliminieren!“
„Also war Puntin in einer ähnlichen Maschine zur gleichen Zeit...“
„Die Rakete hat sein Flugzeug verpasst und stattdessen die fast zeitgleiche Boeing der Malaysian Air getroffen.“
„Und wenn es geklappt hätte?“
„Haben Sie mal von Stalins Armee der Doppelgänger gehört?“
„Ja.“
„ ...die hat der alle handgeschnitzt...“
„Und Sie?“
„Wir? - Aus einem 3- D Drucker machen wir alles. - Auch einen Oleg Puntin.“
„Und warum?“
„Ganz einfach: Die alten Gesten sind immer noch die Besten!“
„Noch eins: Wer ist eigentlich WIR?“
„Sie alle... die selbst ernannten Volksvertreter weltweiter Scheindemokratien. All die Kapitalisten samt ihrer Helfershelfer pur!“

Abermals könnte ich hier so was wie ’Ja, ich spürte, wie der Boden, auf dem ich stand, zu schwanken begann’ schreiben. Könnte ich - und so weiter, um Erwartungen zu erfüllen. Eure Erwartungen. Doch das reicht nicht. Reicht MIR nicht. MIR NICHT! Von wegen: Magensäure. Augenrollen. Speichelfluss. Hin zum Herzinfarkt... Einzig kotzen kann ich. - KOTZEN!
„Wenn Sie in den Spiegel sehen, was sehen Sie da, Doktor Munk?“
„Sie! Immer nur Sie. Und das schon so lange ich lebe!“

... da versagt einem glatt die Sprache...
... da versagt einem die Sprache...
... da versagt Sprache...
... da...


Müller heult

Der Kadaver lebt durch die Würmer weiter. - Ordnung. Fleiß. Sauberkeit. Mehr braucht es nicht. Doch ich wusste es immer, wenn ich darüber schreibe, werden sie schreiend davon laufen; weil die Wahrheit (auch in heutiger Zeit) kaum auszuhalten ist. Und richtig, kaum schrieb ich das erste Wort, ging es mit den Beschimpfungen los. Dabei geht es um tägliches Allerlei. Doch nicht mal das können die Leute ertragen. Ich mache es trotzdem, - schreibe weiter. Schreibe das Wort SCHEIßE. Ausrufungszeichen. - Jetzt schon das 20 Mal in Folge. Und stelle es bei Facebook ein. SCHEIßE! Nichts weiter. Und es wird nicht besser, auch wenn ich es nun schon eine volle Stunde lang schreibe. SCHEIßE! Dazu nun Fotos von deinem Gesicht - im Gedenken. Die von deinem zerschundenen Körper. Von deiner Brust im Scan. Die von Bauch, Beine, Po im CT. Dem Büschel deiner Schamhaare. Meiner struppigen Gedanken geschuldet: SCHEIßE! Dazu dein Haarausfall am Kopf, den ich beinahe vergaß. Das ist es... Doch schreibe ich auch noch ganz etwas anders, es braucht nur ein wenig Zeit. SCHEIß- Zeit, die ich aber nicht mehr habe. Nämlich die, um über die Resektion deiner Gebärmutter zu... Unsere Entfernung, Entfremdung von Freude. Woran der SCHEIß- Krebs schuld ist. Schuld war. Für den ich SCHEIß- Nervenstark sein musste. Und sein muss. Genau wie du. DU! Meine starke Frau. Meine übermenschliche Damals- Frau. Als wir beide in der SCHEIß- Scheiße saßen. Von wegen dazu noch Brustkrebs und so. Der dann zu Glück nur ein größerer Knoten war. Der eine ’winzige’ Narbe hinterlies. Über die ich manche Nacht sanft mit meiner Zunge glitt. Über deine Möse. Und trotzdem: SCHEIßE! Weil wir tagelang Angst hatten. Ach, Wochen. Monate. Du um dein Leben. Ich um dich. Wir um uns und auch um mich. Von wegen SAUFEN und so. SCHEIß- SAUFEN! Doch du bist eine Kämpferin. Warst eine schöne Frau -, nicht nur wegen eines schönen Gesichts. Und so entschlossen. Und ich so SCHEIß- schwach, brauchte den Sprit. Hammerhart. Doch nicht jeder in unserem Umkreis weiß es. Sieht es. Liest das. Hört mir zu. Und das ist auch mehr als gut so. Denn die könnten es für unangebracht halten, wenn ich es ihnen in die Fresse kotze. Pornographisch werde. Vom SCHEIß- Ficken rede. Singe. Gröle. Und immer dieser Durst. Ich weiß überhaupt nicht, wie du das machst; gemacht hast. Mit der Chemo- SCHEIßE und so. Neue Diagnose. Neue Operation. Wieder Bestrahlung. Nur noch Hülle. Du. Und der Rest der Welt. Dazu meine stummen Geschichten. Täglich neu ins Bier gereiert. Auf meine Narben. Die des Säufers, der kein Mensch ist. Und dann du, - eine Erscheinung, die meiner Sucht den Boden entzog. Deine ruhige Gelassenheit. Deine aufgeklärte Sicherheit. Deine Freundlichkeit zu mir, dem Monstrum. Das wehleidig deine Geschichte erzählt. Auch heute noch. Gut, niemand muss den Ausdruck SCHEIßE lesen; - mir hilft der aber. Und das gerade jetzt, wo du nicht mehr da bist - und ich deine Bilder verbrenne, um loszulassen. Zeit für magische Momente. Verstehst du das?

- ein ’staatsakt’ bedingt den staat. der erweiterte suizid eines piloten bedingt den staatsakt nicht. man könnte also meinen, die maschine der wings sei einem attentat (abschuss, sprengung o.ä.) anheim gefallen, einzig dann bedingt sich ein staatsakt -


Meyers Eifersucht in Momenten von Zeitlosigkeit

Wenn ich liege, ruhe, den Kopf 5 Zentimeter höher als den Körper. Auf einer Stütze. Ohne Polsterung. Um nicht abzurutschen. Aus dem Traum zu fallen. - Wenn ich an das Leben denke. An dich und mich. Wenn ich schlafen will, aber nicht kann. - Rauche und trinke. Weil ich muss. - Wenn ich in mich reinhören möchte. Muss. An innerer Stille aber nichts kommt. Einzig Motorengedröhn. Das ich als von meinem Herzen herrührend einordne. Diese unruhigen Schläge. Das Zappeln. Das ich am Handgelenk taste. Pulse. Die rasch weniger werden. Schwächer. Leiser. Bis mein Blut flockt. Mein Denken (an dich) stockt. Damit das Leben sich endlich zuknöpfen kann. Um die Kälte fern zu halten. Dein Sibirien. Dein Misstrauen und Hass. Wo hingegen ich auf Liebe hoffte. - Wo ich Liebe erhoffte. Dich. Wo ich... Um in dir zu Hause zu sein. Endlich. Rein in die Innenwelt. Voll in die Sexualität. Draußen die Aggression. Lassen. Deine mich quälenden Quälereien. Diese unfruchtbaren Versuche. Weil ich ein anderer bin. Als du denkst. Erhofftest. Falls. Und du an Den da Wünsche hast. – Unausgesprochene..., sagst du. Also SPRICH jetzt! Mach schon! Ehe ich vollends irre werde. Radikal. Böse. Pornographisch, meinetwegen. Brutal. Oder - schade. - Ich: als ein einziges SCHADE- Sein all die Jahre! Nun sag es schon... Mach! Sei bitte - verdammt noch mal - EINMAL kompromisslos! Zeig mir deine Briefe, Notizen, Zeitungsausschnitte und Fotos von früher. Wie, – warum? Ich will sicher gehen. - Ob ich eifersüchtig bin? - Nada!


Als ich mir einst aus Stein eine Panzerfaust bog

Es gibt Dinge, die müssen wir uns nicht vormachen. Die sind da. Sind innen. Zart. Trotzdem geht es mir dreckig. Will ich liegen, wo die Nacht am tiefsten. Schlafen. Um die letzte Schlacht zu gewinnen. Du weißt schon welche, - wo und wann. Mach also mit. Lauf mit mir. Neben mir. Geh nicht alleine. Hake mich ein. Sonst erwischen dich die Menschenfresserlein. Ja: ich hake mich ein. du hakst dich ein. er/sie/es hakt sich ein. wir haken uns ein. ihr hakt euch ein. sie/Sie haken sich ein. ich würde mich eingehakt haben. du würdest dich eingehakt haben. er/sie/es würde sich eingehakt haben. wir würden uns eingehakt haben. ihr würdet euch eingehakt haben. sie/Sie würden sich eingehakt haben: Doch wo fangen wir an. Was sollen wir tun. Ist es nicht besser mit nichts. Alles laufen zu lassen. So bleiben, wie es ist. Papiertauben falten. Bunte Ballone steigen. Fliegen. In den Himmel sehen. Wo alles Rot. Im Traum. Butterstullen werfen. Und sich aalen, aasen, abäschern, fett einen kleinen abbeißen, abjachtern – weißt schon, was ich meine. – Ach, du, ich liebe dich wie einst im Mai. Freiheit. Weißes Gold. Wut. Tust mir gut. Fast wie Gewitterregen mein Blut. Gewiss. Dass ich zwei Leben bin und was ich mag.


Easy Art

Meine Anarchie paart sich ’laufend’ mit dem Autisten Asperger - und was ich bin, bin ich dadurch. Ich- Mensch- Sein verbindet mich also nicht mit dem Ruhm- und Macht- äsenden Anspruch der Artgenossen. Ich wäre sonst auch zu sehr an das heimische Klo- gebunden. So bleibt und ist mein Eingang der Ausgang: traumlos - und die Erziehung ein Schlachtfeld, - wo du mich schlachtest, wie ich dich. Und das ist gut so, - wo sollten die ganzen Emotionen auch sonst hin? Wo würde der Hass sein Ventil finden, - in Liebe - etwa?
Ja, schon... einige Jahre später wird es das mit erektiv

(Begriffe zu erektiv aus Woxikon.de: Erektion, erregt, Ersatz, Erregtheit, Erachten, ersetzen, Erregtsein, ergötzen, ergattern, errichten, ersatzweise, Errichtung, ehrsüchtig, Ersatzmann, ergötzlich, ergötzend, Ersatzmittel, Ersatzstoff, erschüttern, erschüttert, erschaudern, Ersatztruppe, Ersatzpflicht, erschütternd, erachten für, ersatzpflichtig, Erschütterung, Erektionsschwäche, Ersatz schaffen, Ersatzmannschaft)

gehauchter Zunge ’Ich liebe dich!’ an die Nachbarstocher sein. Dabei wollte ich fliegen lernen -, nicht bumsen bis die Haut in Fetzen hängt.
„Er ist eben ein Späteinsteiger“, höre ich, „wir hielten ihn schon für schwul!“
Das ist doch höchst erfischend, oder? Gut, einige ignorieren meine Frage, oder halten es für einen Vertrauensbruch meiner Eltern, sagen Pfui, mit 3 Pf. Doch ich halte an meinen Erinnerungen fest, will Pilot werden – und benötige dazu das Geld meiner Eltern. Und bei der x- Air, übrigens, darf man bis über die Wolken hinaus schwul sein. Ich aber, ich will fliegen, - schon vergessen? Und endete bei Rimbaud, als Wolkenschieber. Rebell wurde ich erst später. Killed My Father. Fly Away.

’Für dich wirst du morgen noch hier sein, aber deine Träume vielleicht nicht’ singt Cat Stevens zum Trost; ich mag den Song von Ronan Keatin gesungen lieber.


Muttis ONE

Noch am Fallschirm hängend sehe ich Wölfe. Ein Dutzend? Und neben mir Doktor Munk. Der, scheint es, bewusstlos (hängend) im Gurt umhertaumelt. Und schon mache ich mir Gedanken, wie und womit ich nach unserer Landung die Wölfe verscheuche, damit die Munk nicht fressen. Immerhin blutet der am Bein stark. Und Wölfe können so etwas auf Meilen hinweg riechen, wie die Spezies ’Weißer Hai’. Mit weichem Ei - bitte. Eine von den Arten, die in den Bergen hier nicht vorkommen. Schwarzbären vielleicht noch, - ich werde später mal dazu nachfragen. Denn nun heißt es sich zu konzentrieren, weil die Erde rasch näher kommt und an einer Säule aus Basalt oder Quarzteer, schätze ich mal, der Boss der Wölfe lehnt und raucht. Ruhe mal! Ich beobachte jede seiner Bewegungen... Denn immerhin -, es könnte echt gefährlich werden wie er durch die Hosentasche hindurch seinen Schwanz bespielt. Um sich dann, es ist kaum zu glauben, mit Olivefarbenem Sperma das Haar zu glätten. Dazu höre ich ohne es zu verstehen, wie Mutti ihm etwas zuruft. Mir egal, ich bleibe cool, - obwohl ich in atemlos machendem Tempo den Brombeerbüschen näher rausche, während Munk immer noch auf leblos macht. Der Munk, der eben noch zu mir rübernuschelte „Du! Ich habe mich verlaufen!“ Ey - du! Antworte ich: Eigentlich bin ich pappsatt von solchen News. Dennoch. Man muss seine Ängste ernst nehmen. Besonders, wenn sie die eigenen sind. Dazu sehe ich Mutti lachen, urplötzlich dann husten, als hätte sie einen Anfall, eine Gräte im Hals oder sich an eine der Brombeeren verschluckt, an einem schlechten Witz, von denen sie im Bundestag laufend welche macht. Kaum zu glauben, wie sie plötzlich aus der einstudierten Fingerraute heraus mit den Armen rudert. Hin- und herrennt. Sich dann an den Hals greift, - um endlich zu Boden zu stürzen. Und das genau im Augenblick unserer Landung. Als der Rauch vom immer noch brennenden Flieger ihr und uns Deckung gibt. Mutti. Munk und mir. Vor den heulenden Wölfen im Brombeer. „Was für ein Glück, was Munk...“, sage ich. Doch der schweigt still. Und ich fange augenblicklich an seinen Namen zu vergessen, wie ich es im Survival Training gelernt habe. Ballast abwerfen! Alter! Nur an das eigene Überleben denken. Wie damals Möllemän. Oder Barscher. Während über mir ein Tomahawk Helicopter RC mit klirrend kaltem Blaulicht und irre grellem Sirenengeheul eine dicke Drohne schleppt, die ich für Mutti halte. Während mir das tierische Heulen der Wölfe Angst einflößt. Eiskalt die Nacht aufzieht. Vor der sogar die Brombeeren schreiend flüchten.
„Sorry“, sage ich, „dass ich so spät komme!“ Und versuche mich vom Hals ab zu entspannen und zu erklären, warum ich keine Blumen dabei habe, dafür aber einen anschnallbaren Pferdeschwanz am Stück. Ein fettes Unikum von Ding, in Echtleder mit Rosshaaren und silbernen Spikes daran. „Habe ich gefunden!“
„Stell das Teil zu den anderen vergessenen Regenschirmen in den Ständer“, befiehlt Mutti, „das Essen ist eben fertig!“
„Willst du gar nicht wissen was auf dem Maidan los war?“
„Nach dem Essen, Junge“, sagt sie, „jetzt spielen wir nicht mit Worten und Begriffen!“


Von der Liebe in parkenden Straßenkreuzern

Ich griff in die Luft und rieb mir den Morgen unter die Nase. Gelbes Benzin, statt Aramis Air. Da saß sie schon mit wippendem Pferdeschwanz im Auto und hatte einen roten Blouson an, - sah umwerfend aus und schwafelte was von einer Benzin- Schwarzpulver- Sprengstoff- Mischung. Nicht dass ich davon high wurde, aber ihre Lippen hatten was, wenn sie ’so’ engagiert sprach. Ihr: „Sag mal, hast du auch an die französische Flugsicherung gedacht?“
„Sicher!“ – Von wegen französischer Flugsicherung, die mir später, ohne echtes Eigenwissen (- etwas ähnliches wie -) ’es sei nur noch ein winziger Rest Benzin im Kanister gewesen’, sagte. Und bestätigte, das die Ausgusstülle zum Kanister passen würde. Während die vom BKA was von ’NSU, Benzinprobe, Kraftstoffzusätzen und Kettensäge’ bellten. Doch davon wusste ich vorher überhaupt nichts. Sind eben schlaue Jungs, diese Internetjunkies. So easy- Typen mit Locken am Arsch, bei denen das Leben schön ruhig und geordnet verläuft. Nur bei mir leider im Augenblick nicht. Denn inzwischen war sie nackt (ich hatte schon da ihren Namen vergessen), ihr Mandani- Seiden- Raupen- Schlüpfer und der rote Ille de Re- Blouson zerfetzt - und blinzelte, irgendwie nervös mit ihren Kirschblauen Augen (fast solche Dinger wie ich habe), - lag unter mir und ich auf ihr (lag auf mir und ich unter ihr) und beide hatten wir ihn bis zum Anschlag und dem Verlust der sieben Sinne einer im anderen drin. - Mal ehrlich: unromantischer ging es nicht, weil über Wanne- Eickel genau an dem Tag - auch noch – fett der Vollmond schien, wie ich Tage später in der Zeitung vom Fischhändler in der Müllerhalle las. Frage: Wie kommt ein Berliner Fischfritze an die Todesanzeigen der Rhein- Ruhr- Zeitung?
„Schöne Scheiße“, sagte auch sie. Während mich vom Parkplatz nebenan das lustlose Summen einer Kombinat- Wasch- Geschirr- Spülmaschine (saumäßig) quälte und ich in Furcht vor mehr ’hoffentlich schleudert sie nicht auch noch’ sagte.
„Bestimmt nicht“, sagte sie, „der Schleudergang ist kaputt.“ „Prima“, sagte ich (’sagte ich’ und ’sagte sie’ sind ein – altes, liebevoll eingesetzte Stilmittel von mir um das BKA zu verwirren, das bei mir ’immer’ mitliest), bürstete mir von überall her die Haare durch und ging, damit ich, wenn Doktor Munk seinen nächtlichen Kontrollgang antrat, auf meiner Zelle war. Und ich war. Denn eigentlich bin und war ich ja nie weg. Jedenfalls nicht bis hin... Zu dem Tag eben. Doch das wissen lediglich die Insider (von euch). Also: PSST! - Schnauze halten und dran bleiben, - es lohnt sich eventuell.


Inschallah - oder: die Sitten fremder Gebräuche

Dann stehe ich am Kopf vom Herd. Aus dem unmenschliche Hitze strömt. An der eisernen Spüle. Wo ich mir das rostige Blut von den Händen wasche. All die ekligen Gedanken. An Fisch. Und Fleisch. Der Augen Taten. Tag für Tag. Sehen die. Wie all die maroden Schiffe übers Meer. Fahren. Voll mit schreienden Menschen. Die von dort kommen. Die da hin. Wollen. Ohne schwimmen zu können. Ohne. Alles zu. Um haben zu können. Ihr sehnen - ich bekomme - endlos zu begehren. Um reich zu sein. Dort. Wo sie hingeführt. Zu der Schlachtung. Wo bald darauf das Blut hüfthoch steht. Wie bei den Schweinen die Seeche. Ihre Schreie. Die niemand will. Weil die verboten sind. Unrein. Wie die falsche Hand am (Arsch). Ihrer bis zum Hals verpackten Frauen. Zugenäht. Unbegehrt. Von oben bis unten. Deren Seelen. In Tüten. Daneben. Ihre verweibten Kinder. Von alten Männern. Wieder und wieder mit stinkendem Samen. Gefüllt. Durch die eben erst verheilten Ritzen. Langsam zu Tode gequält. Die schwarze Milch. In der Wüste blondem Haar. Das laufende Dreieck. Die Pracht der unprächtigen. Mit Krummschwert. Und baumelnden Schädeln in den Händen. Körpern im Sand. Blutigen Steinen im treffsicherem Wurf. Da kann man nicht wegsehen. Da bleibt man dabei. Wie sie kopflos. Sinnlos. Einfach so. Für nichts. Sterben. Allahu Akbar.

Munk erzählte mir neulich in vertrauter Runde er sei zwar alt (Posthumus), aber reich und zufrieden. Ich sagte ich sei nicht alt und glücklich, sondern irre und alleine. Irgendwie degeneriert waren und sind wir wohl beide. Ich ab und an fett depressiv, - heulend soweit das Auge reicht. Munk dagegen bräuchte eigentlich tag- täglich psychotherapeutische Hilfe; ich kann schon förmlich seinen Krebs riechen. Prostata. Endstadium. Stelle das unter anderem daran fest, wie seine Pisse riecht. Sein pfeifend, in die Hose abgehender Stuhl. Also hat er schon Metastasen im Darm. Im Dingsda. Gehe deswegen auch nicht mehr mit ihm zusammen aufs Klo. Das ich wegen der Herausforderung Goldküste nannte. Jetzt aber nicht mehr. So neurotisch und allein.
Ja, aussteigen ’wie- auch- immer’ ist meist eine gute Entscheidung. Ich belese mich dazu gerade in Oskar Roehlers ’Herkunft’. Eine Familie, drei Generationen, die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Das ich nicht lache.


Abflug

Aus dem Recorder vernimmt man die Anweisung des Piloten an den Co, als er die Kabine verlässt. Der Co zieht wie befohlen die Sauerstoffmaske über. Man hört, wie die Kabinentür im Schloss knackt. Wie es zweimal piept. Lock in/out. Der Co atmet tief, wird bewusstlos. Man hört eine Weile seinen gleichmäßigen Atmen. Dann nicht mehr. Es rauscht im Recorder. Sekunden später ertönen hohe und tiefe Töne in Reihe. Die Experten sagen, der Autopilot befiehlt die Maschine in den Sinkflug. Eine fremde Macht hat die Steuerung des Flugzeugs übernommen.

50 Meilen vor Marseille dümpelt eine Yacht Marke Jems Leopard, 26 Meter lang, vier Kabinen, 23 Knoten schnell. Die Eigner von diesem Luxus, Yasar und Youssef liegen auf dem Vorschiff in der Sonne. Unter Deck befinden sich ihre Frauen und Kinder. Insgesamt 7 Personen. Am Heck der Yacht hocken 3 blonde Mädchen um die 18 Jahre alt im Bikini, neben einer Boden- Luftrakete vom Typ S 300P. Die Mädchen sind die Gespielinnen von Yasar und Youssef. Die im Moment nicht spielen dürfen, sondern mit um die Beine verschränkten Armen das Maul zu halten habe, wie Yasar ihnen eben befahl, - der zur Bestätigung seiner ernsthaften Absicht - sie umzubringen - mit dem AK47 eine Salve in die Luft feuerte.

„Yasar“, lacht Youssef, „es ist doch nur ein Spiel!“
„Das du gewonnen hast!“
„Ich weiß“, beschwichtigt Youssef, „du hättest gerne die 300P auf die Maschine angesetzt!“
„Was denkst du denn, Bruder?“
„Schon okay, jetzt machen wir es eben auf meine Art.“
„Mit dem PC“, stöhnt Yasar, „das ist doch Kinderkacke!“
„Du bist nur sauer, weil du bei 9/11 nicht dabei warst.“
„Wir waren für den Job top ausgebildet!“
„Stimmt, deutsche Schule, da wäre nichts schief gegangen...“
„Geht es jetzt auch nicht, versprochen?“
„Klar!“
„Und was machst du als nächstes?“
„In ein paar Sekunden werden die 3 Mirage neben der Maschine sein. Mal sehen, wie die sich verhalten. - Setz schon mal den Kopfhörer auf.“


Wer gut f... will muss auch B sagen

Es zeigt sich, das Irre am Stück. Der reine Wahnsinn. Die gequälten Seelen (versteckt) in knappen Dialogen. Wie Opfer und Täter gemeinsam im alltäglichen Dreck liegen.

- „Ich habe in den letzten Jahren versucht die Thesen der Philosophen zu verstehen, deren Werke ich habhaft werden konnte. Dann lernte ich Sie kennen und dachte ’Meine Güte was für ein Idiot’. Und es wurde bei weitem schlimmer, als ich Sie auch noch ein zweites Mal treffen musste.“ -

Auch stellt sich heraus, dass es alle wissen. - Der Luftraum hätte längst gesperrt sein müssen. - Während in der Blöd- Zeitung über den Seitensprung eines Fußballtrainers geschwafelt wird. Schweigt Berlin. - Fliegt meine Depression über den Tod der Tatsachen hinaus. Erreicht eine neue Qualität. Muss ich - ohne es zu wollen - meine Trauer reflektieren. - Stehe wartend im Sicherheitsraum. Schreibe über meine Schmerzen. Über die Nacht in deinem Blut- Herzen. Dass du bei mir bleiben wolltest. Vom Geräusch deines Sterbens bei Null Grad Seele. Über das Spektakel einer coolen Welt im Augenblick von Suicid. Wenn die Nadel in die Vene fährt. Deine sterile Lache mich quält. Sirenen in der Luft verwehen. Und wie die Antithese vom ewigen Leben geht. Dass Liebe alle Wunden eilt. Für kein Geld der Welt ein Tag sich weiter dreht. Nein. Es ist jetzt so weit. Du kommst zu spät. Die kalten Wasser warten. So still schon. Ach, was bin ich froh, dabei zu sein. Fliegen. Schwimmen. Gehen. Fahren. Ewig Morgenrot. - Ein unverantwortlicher Fehler. Das. Steht im letzten Funkspruch. Fordert die lückenlose Aufklärung. Und will die richtigen Schlüsse über mich ziehen.

- „Stimmt! Man sollte stets bemüht sein sich auf Augenhöhe zu begegnen. Mir ist es allerdings bisher nicht gelungen, mich SO tief zu bücken.“ -
Und wieder der zynische Blick von diesem Scheißer - und mit ihm sein Vorwurf, bezogen auf meine fragmentarische Sprache. Sorry, Idiot, hast eben nichts verstanden von wegen ’you are my’ Rangordnung und so.


Respekt Alter

Die Stimme ist eins. Der Tonfall. Die Farben der Bilder in deinem Kopf. Der Film. In dem du Ausdruck bist. Individuum. Die Zelle. Das Blog. Der Blog. Im Block. Für was du auch stehst. Schreib es auf. Male Bilder. Noten. Mach Musik. Laut und deutlich. Trompete deine Meinung. Zeige deine Befindlichkeiten. Sei in dir willkommen. Auch wenn du immer wieder abstürzt. 2 Mal wöchentlich. Mindestens. Und mit erstaunlichen Ergebnissen. Warum also lange den Kopf zerbrechen? Mach einfach! Lebe ohne zu fordern. Multimedial oder so. Kotz dich über deine pseudo- privaten Situationen aus. Erzähl mir was über die guten alten Zeiten. Von den Weibern in der Kommune... Ey, warst du nicht der mit dem Sack bis an die Knie? Ich meine das Presse- Foto. Wo ihr alle nackt an der Wand steht und euren Arsch zeigt. Und du leicht gebückt, als hätte dir gerade jemand die Hintertür zerledert. Bist du das nicht? Doch? Respekt Digga! Hast es ja weit gebracht. Ne. Echt. Alter. Schöner Blog. Top Fotos. Die mit den Kuhtitten in dem schwarzen Kleinwagen gefällt mir am besten. What’s her fucking name? Was – deine Frau? Knallst die 3 Mal die Woche ungebremst von hinten? Super, Alter, - und bei Rot über die Straße auch noch? Yes! Ich liebe so Leute. Einmal Arschloch - immer Arschloch. No Future, Baby. Voll geil. Wollen wir uns mal treffen – und wenn ja, bring deine Alte mit! Was? Ach Digga –, wir bekommen mit der schon was gebacken. Denk an früher. An die geile Moni. Schon lange tot... Ist ja voll schrecklich. Aids? Und du? - Na prima...


Vom Glück und selbstquälerischen Momenten

Das alles gegen meinen Willen geschieht ist mir bekannt. Das es heute geschieht ist mir bekannt. Das alles morgen wieder geschieht, was heute geschah - das auch. Auch das gestern heute ist. Und das Jetzt Vergangenheit. Das weiß ich, das kann jeder wissen. Auch das die vergangene Zeit Zukunft ist. Das kann sich jeder an den Fingern abzählen. Und das, wenn es bei dem und jenem nicht stimmt, es an den Fingern liegt. Dem ungeachtet halten mich viele Leute für einen Spinner. Ich nicht. Schließlich renne ich mir schon mit Erfolg seit Jahren nach, um etwas zu ändern. Sagt Doktor Munk. Und es beginnt immer wieder von vorn. Alles. Und das ist mir Beweis genug. Und das die Ampel an der Ecke Paul- Stern- Platz immer Rot ist, wenn ich dort über die Straße will. Dabei hat das Teil genauso viel Platz für Grün. Und auch für Gelb. ’Echt mal, Doktor Munk, die neuen Medikamente machen mich völlig irre im Kopf. Ich fordere sie deswegen auf, mir eine Waffe zur Verfügung zu stellen. Auf irgend eine Art muss ich mich schließlich gegen meine Dämonen zur Wehr setzen können. Notieren Sie also bitte meinen Antrag auf Waffenbesitz zu meinen Gunsten’.

Soja gefällt mir außerordentlich gut. Ich lerne sie an der Ecke Paul- Stern bei Rot kennen. Knallrotes Rot. Obwohl hier lediglich zur Mittagszeit und dann kurz danach noch mal - um die Essenskübel wieder abzuholen - Verkehr herrscht.
„Hier ist immer Rot!“ Sagt sie.
„Ja“, sage ich, „das liegt an den neuen Medikamenten.“
„Bist du sicher?“
„Bestimmt!“
„Kann ich nicht beurteilen,“ sagt sie, „ich bin erst seit einer Woche hier.“
„Ach ja, stimmt ja“, sage ich, „ich habe dich Monate nicht gesehen.“
„Drehtüreffekt“, sagt sie, „in ein Ohr rein, durchs andere wieder raus. Dazu immer aufs neue dieses Rot!“
„Und dass ich der Ampel heute nichts dazu sage, scheint die Sache noch zu verschärfen“, sage ich, „hast du gesehen wie sie eben über Gelb zu Grün und gleich wieder zu Rot gesprungen ist?“
„Nein“, sagt sie, „wie ich dir schon sagte, ich bin noch nicht so lange hier!“ Und irgendwie wirkt sie ab da angepisst, - ich weiß auch nicht warum.
„Und sag nicht immer SOJA zu mir: Mein Name lautet SONJA, verstanden?“ Ist sie sauer.
„Klar doch, Schwester... Lass uns zur Versöhnung einen Döner essen gehen“, grinse ich. Ab dann sage ich aber nichts mehr, weil sie mich mit einem Kunstgriff am Ohr packt, es umdreht und mich damit brutal zu Boden zwingt und mich fragt, ob sie mir voll die Löffel abreißen solle, - oder ob ich ab nun den nötigen Respekt für sie zeigen würde?

Nur noch Gesindel in der Klapse, denke ich. Und dass ich mir die Waffe schnellstes selber besorgen müsse. Meine Güte Digga - was könnte ich damit für Ordnung sorgen. Muss mich hier und jetzt aber devot entschuldigen, einen Bückling machen und Sonjas Aufforderung, „mich vom Platz zu ficken“ auch ’sofort’ nachkommen. Scheiße!

Wieder in meiner Hütte schätze ich Sonja in Selbst- Diagnose auf ’Depression und Totgeburt’. Und danke all meinen Helferlein für die Weitsicht. Krame mir zudem die Begegnungen mit Kriegsverbrechern, Vergewaltigern, Mördern und Kinderschändern hervor. Ich, Schutzmann und Krokodil. Und danke Munk für die neu verschriebenen Medikamente. Sonst wäre das Kind wieder voll in den Brunnen gefallen, wie meine Mutter zu sagen pflegte. Doch eine Stunde später ist der Unterschied zu den anderen Medis in mir nicht mehr so groß. Und Respekt? Respekt kann man den Verstorbenen erweisen, bei noch Lebenden gilt sie (eventuell) einer bestimmten Leistung -, Arthur Schopenhauer, ’Aphorismen zur Lebensweisheit’. Auch das wird Sonja noch lernen müssen. Wie die Geschichte von Samson und Delilah. Oder die von Susanna im Bade. Die nach mir die bekanntesten Irren hier sind.


Das alt- kluge- Kind- Kind, - diese Fick- Scheiße

Es. Hat den bohrenden Blick. – Und. Er. Hatte den schon als Baby. Einen Blick. Der wegen seiner unbarmherzigen Bläue die Leute am Rande seines Kinderwagens zum Schreien brachte. Und. Wo dann ab und an auch mal ein voll blöder Du- Du- Zeige- Finger draufging, sollte sich eine neu- gierige Matrone zu weit vorgewagt haben. - Aber heute. Heute - hat er eine andere Aufgabe als die, - diese feisten Finger von fetten Tanten die nach Brillis- Juchten und Viel- Liebchen- Scheiße stinken, stanken abzubeißen. Eine weit wichtigere. Eine. Ganz besondere. Auch. Deshalb sieht er nach vorne - und hält das Handbuch ’Wie helfe ich Idiot mir selber’ auf den Knien. Schließlich. Schließlich sieht er den längst erwarteten Air- Bus aus den Wolken sinken - und drückt ohne zu zögern ab. In Time. Bumm. Bumm, Boris. Und. Gerade noch rechtzeitig. Denn bis zum AKW sind es (unter Freunden) keine 120 Meilen mehr. Und. Und er trifft. Weil er ein ’gutes’ Auge hat. Und. Und die Technik ihm zudem auch ein ’schlechtes’ Auge verzeihen würde. Und. Der Air- Bus, der sich noch Millisekunden cirka 1 Meile seitlich von ihm befindet, wie berechnet kurz vor den Felsen des Massivs explodiert und in kleinste Teile zersplittert. Faserfertig scheint. Auch die Menschen darin zerfetzt - der Druck der Explosion zur Unkenntlichkeit. Und. Seine Maschine – die wackelt daraufhin wie von selber ’happy day’ mit den Flügeln und - tut zusätzlich einen Bocksprung hoch, - runter, - seitlich. Was? Wohl der Druckwelle der Explosion geschuldet, denkt er. Klappt das Idioten- Handbuch der Selbsthilfe zu, zieht am Steuerknüppel und. Und wendet die Mirage Richtung Marseille - Air- Port. Sekunden später meldet er per Funk Vollzug. Fini! Nur wem? Und. Was er nicht sieht – es hätte ihn auch nicht weiter interessiert, weil es nicht zu seinem Auftrag gehört und somit auch nicht bezahlt wird – ist, das in sagenhaft letzter Sekunde (vor der Explosion, hörst du?) eine Person aus dem Cockpit- Seiten- Fenster (der Maschine) springt. Und. Auch versäumt er zu sehen, wie sich nach kurzem Fall (jener Person) ein rosa Lenkfallschirm öffnet und der Springer, der jetzt eine Art Flieger ist, Kurs auf das AKW Fessenheim nimmt. Und. Die Frage: Wie hält sich ein Streifenhörnchen in der Luft fit?

Mitten im Flug fallen die Turbinen aus. Kann er durch das Luk (auch Luke!) Haarrisse sehen. Die sind so fein (doch er kann die sehen!). Entsorgt er eine defekte Batterie mit einem gewaltigen Fußtritt. Der Not gehorchend. Worauf es zum Stromausfall kommt. Komplett! Zu Softwareproblemen. Und die Toiletten überlaufen. Obwohl da keiner hockt. Hockte. Schiss. Pisste. Die Hände wusch. Und. Das Flugzeug den Kontakt zum Piloten verliert. Verlor. Und schon die ersten Warnrufe ertönten. Doch wer hat den Fehler entdeckt. Entdeckte den? Was genau ist denn überhaupt kaputt? Was. Oder steckte die Konkurrenz dahinter? Ein sogenannter Bug? Der, die, das diese vier Generatoren überhitzen. Was? Die schon im Schutzmodus laufen... Und. Und trotzdem. Jetzt noch. Und. Der Software- Anzeiger rotiert wie irre. Pannen- Flieger. Jaulen sie. Und wieder das Worst- Case- Szenario. Dem das Entertainment- System zum Opfer fällt. Kein Up- Date mehr möglich, rauscht es aus dem Kopfhörer. Beat- Spoty. Dafür wird ohne Not die Beinfreiheit vergrößert. Nicht das erste Problem. 40 Maschinen sind betroffen. Doch von ihm keine Reaktion zum Thema. Ob er nicht eingeloggt ist, was? Weil es ja auch fast täglich passiert, das ein normales Flugzeug abstürzt. Schon allein dieses Statement gefällt 7.6000 Facebook- Usern. Und es werden jede Sekunde mehr. Dagegen fällt der Faden ’Fick den Staat’ locker auf Platz 3 zurück; klicken sowie nur Bacheloren drauf. Und deren Zeit ist um! Von wegen: Auch das könnte Sie interessieren... No way. Nada. Da bastele ich mir lieber selber meinen Krebs- Tod. All das denkt er, während er im sanften Gleitflug auf das AKW zugondelt. Läuft im Android- High- End- In- Ear- Kopfhörer It’s my Way. Als. Was weiß ich... Diese sexistische Fick- Scheiße. Also. Mann, - mach mich nicht an, Alter!


Commons/Category - Notiz

Ich male einen schwarzen Ring um Agent Orange damit man sehen kann... Rote Stecknadelköpfe markieren die letzten Menschen. Ein Pfeil mit dem Hinweis ’Bitte hier entlang!’ Auf einem Schild. Die Öffnungszeiten der Pathologie. Wozu einer über ’M’ sagt: Die Öffnungszeiten sind im Internet zu finden. Das Telefon nimmt allerdings keiner ab. Entweder sind die Typen vollkommen bekifft, oder spätgeschädigt vom gleichnamigen Herbizid der Bude. Erinnert mich ein wenig an Lou Reed und seinen Bekannten William S. B. (Malediven Lunch GmbH und Co KG.). Call me: 06021/218xxx. Dann folgt eine Begriffserklärung, - die ich nicht verstehe. Nicht verstehen muss. Einzig das Wort SODOM sticht hervor. Heraus. Kommt Steamhammers/SPV-O. Ein Mix aus Meisterstück und zusammengekauter Seveso- Scheiße. Womit ich nicht den Trash von ’Ausgebombt’ oder das heiß gegossene Metall ’Remember’ meine, Bro. Und das knapp über 40 Jahre später. Ranch Hand, mit Kiefer- Lippen- Gaumen- Spalte. Immer noch Krieg ohne Ende. Dioxin, wo du hinkommst. Angst. Entstellte Menschen. Tiere. Filme davon. Berichte. Bücher darüber, Fotos, Ausstellungen, Proteste. Good- Morning- Vietnam- ÜBERALL! Und was die Menschheit noch so tötet. Du musst die Geschichte der Jahre 1961 – 1971 nur umpflügen. Etwas davor und alles danach -, so u come to Big- Daddy. AND LIVING IN DARKNESS. Fuck u Courtesy of Monsanto, - großflächig. - Ist Den Haag eigentlich noch aktiv? Egal, ich hoffe euch krampft sich auch ohne der Sack.


Ich – Autodidakt/The Dark Side Of The Moon

Das ich vom Staat nichts erwarte ist bekannt, - weil ich von niemandem etwas erwarte; denn in mir drin ist alles tot. Die Hoffnungen. Die Erwartungen. Die Nacht samt Tag. Auch die paar Scheine in meiner Brieftasche waren tot. Ich habe die deswegen neulich weggeworfen. Irgendein Idiot hat es gesehen, die Luschen aufgesammelt und sich gefreut wie blöde. Was für eine irre Welt. Bald muss nämliche jedermann Zinsen bezahlen, wenn er solchen Schrott besitzt. Was? - Natürlich auch auf Bargeld! Dafür stehen doch schon Automaten an jeder Straßenecke; wer da was rein steckt, bekommt noch eine knackige Backpfeife dazu.

„Sehen Sie“, sagt Munk, „das ist der Preis für billiges Erdöl!“
„Was soll ich mit Erdöl?“ Frage ich den Spast. „Kann ich das Zeug essen – oder Sie etwa?“
„Stellen Sie sich nicht dümmer...“ als Sie sind, wollte er wohl sagen. Mir kommt aber schon allein durch die Transparenz seiner Aussage genug Galle hoch! Denn danach kommt (immer) Fahnenschwenken und Gaumensegel kitzeln. Er nennt es SOLIDÄRITÄT mit...! Als ob DAS neu wäre, du Arsch, - würde ich ihm am liebsten ... doch so... virtuelle Realität und aus die Maus. Säumige Mieter wie Munk lutschen bei mir sowie so am Stein. - Doch dann kommt er mir wieder mit ’The War of the Worlds’. Und ich muss zugeben, das sich auch mein Sehnen darin begründet. Andererseits sage ich auch zum Killer- Erdbeben- ’Andreasspalte’ uneingeschränkt JA, - Baby - mach doch endlich! Denn Death Valley ’überall’ ist mein Traum. Wenn Stille die Welt ausmacht. - Erst eine riesige Explosion. Vorausgesagt ist die ja, - all diese Blitze, Feuer und giftigen Wolken. Dann haushohe Wasser überall. Wer kann, flüchtet über den Mond zum Mars. Dann die Erkenntnis, der Schock. Nichts geht mehr. Der schriller werdende Wahn im Angesicht des Todes. Eine Art Massenhysterie. Jeder frisst jeden und dann Gott. Dazu eine letzte riesige Flutwelle, die das Land überrollt. Dann nichts mehr. Feierabend. Na, wie wär’s?


Der Arsch ist eine prima Zielscheibe

Für das Organisatorische hat Doktor Munk die Legende Tom Hagen anwerben können. Es ist zwar zwischen Vito Corleone und dem Jetzt irre viel Zeit vergangen und Hagen wirkt klapprig, trotzdem ist er im Kopf immer noch ein Ass auf drei Beinen, hat Ideen und Gefühle. „Lets run, Baby!“ Lautet sein Schlachtruf. Und warum auch nicht. - Doch längst nicht alle denken so. Bruno, zum Beispiel, läuft ihm nach, wo er ihn trifft und brüllt „Fick dich ja weg, du blöde Sau!“
„Bingo!“ Ruft Hagen, „du wirst der Erste sein!“
„Und du dich ins Knie!“ Heult Bruno. - Und wieder darf es gerne ein bisschen mehr sein, als säßen wir beim Schlachter im Ramschverkauf kurz vor Feierabend. Dabei handelt es sich ’nur’ um das verlorene Paradies der Jugend. Einen Augenblick hinter dem Lenkrad des legendären Flügel- Mercedes sitzen - den Hagen fährt, auf den Bruno neidisch ist. Der WIRKLICH nur EINMAL drin sitzen und die Tür auf- und zuklappen möchte. Ein existenzieller Wunsch also. Und ein unbedingtes ’must have’ von Bruno. Der im sonstigen Wollen und Wünschen ein David ist, dem aber heute kein Goliath zu mächtig scheint; denn dieses ’WEHR DICH, WENN ES NICHT ANDERS GEHT’ hat man ihm schon in die Wiege gelegt. Wenn also ein solches NEIN kommt, wie jetzt, können Dinge jenseits jeglicher Vorstellungskraft geschehen; oder ein Traum zerbricht einfach so. - Wie nun der von Bruno. Der ein Teppichmesser nimmt und sich die Ader im Arm mit einem Schnitt vom Handgelenk bis zur Armbeuge öffnet. Und es läuft nicht wenig Blut. Nein - nicht wenig! Man könnte die Menge, die in einem Menschen normalerweise fließt glatt verdoppeln und Wikipedia damit korrigieren. Aber deswegen ist Bruno ja auch hier. Bei uns, - in der Klapse. - Zwei Herzen, zwei Nieren, eine übergroße Leber und Milz - und Blut bis zum Abwinken. Und das alles wächst wie auf Bestellung nach. Ja, es treibt das Brot uns nicht von alleine, googelt Munk. Und darum päppelt er Bruno auch rasch wieder auf, - denn der Empfänger wartet, - ein milliardenschwerer Araber. Eine Niere wird gebraucht! Husch – Husch. Propofol in die Ader. Und schon liegt er auf dem Tisch. Bruno, das ’kastrierte’ Hausschwein mit 30 Zentimeter Rübe zwischen den mageren Beinen, dem im 100- Tage- Takt zusätzlich die Hoden entnommen werden. Stückweise sein Penis. Wer will noch mal, wer hat noch nicht? In Asien steigen die Gebote gerade in schwindelnde Höhen. Oskar Wilde schrieb in etwa: 'Egoismus besteht nicht darin, dass man sein Leben nach seinen Wünschen lebt, sondern darin, dass man von anderen verlangt, dass sie so leben, wie man es wünscht.’ Und genauso soll es mit dem Sein auch sein. Doch es ist nicht so. Kaum einer liebt seinen Körper echt. Hat Achtung. Nimmt Rücksicht. Ist ja auch nicht nötig. Es gibt schließlich für Menschen mit Geld Leute wie Bruno. Und für wenig den 3-D Drucker. Doch das alles ist ja längst keine ’männliche’ Einbahnstraße. Frauen haben es schließlich erfunden, - die schlagen sich mit Botox- Stirnen, -Wangen, -Lippen, -Hals, -Busen, -Bauch, -Beinen und -Po seit Jahren bestens durch.

‘The look, the lips, the tits, the taste
The hair, the eyes, the skin, the waist
You see what I can do on this microphone
So this what I'm gonna do to you at home
Get goin' with the mastercard’ - Mason vs. Princess Superstar

Operateure wie Doktor Munk ficht das nicht an, die stehen einzig für Freiheit und Kunst. Sie fühlen sich als die, die all diese verzweifelten Außenseiter wieder fest in die Gesellschaft kitten. Na dann. Champagner und Narrhallamarsch auf der 35 Meter Yacht in Cannes, - wenn ich mal bitten darf.


Agent Provocateur

Schon wieder schmieren sie was von ’Brisanz’ in ihren Käseblättern, und dass er den Sinkflug schon auf dem Hinflug heimlich geübt habe. Beweise dazu liefern die Aussagen der Material- Kurven in der Blackbox. - Darüber kann ich echt lachen, denn wer weiß es besser als ich!? Und du doch auch. Dass man nämlich ein Flugzeug vom Boden aus steuern kann wie ein männliches ’Kind’ die Drohne in seiner Hose. Dass das Leben ein Spielplatz ist. Ein Vergnügungspark für kleine und große Robots. Diese vollautomatischen, seelenlosen Maschinen, die sich Sklaven zur Unterhaltung züchten. - Im Augenblick entvölkern die Maschinen Afrika. Übervölkern Euroland mit Negern. Ein paar kriegerische Handlungen reichen. Ein paar vergewaltigte Frauen, einige abgeschnittene Köpfe und schlimm aussehende Pickel am Arsch – und die Menschen rennen Richtung Mittelmeer um ihr Leben. Dabei sind das alles Tricks zur Unterhaltung, - dies und das, für den und jenen da. Und locker an jedem mittelmäßigen PC zu gambeln.

Die Zockbereiche sind in grobe Sektoren aufgeteilt. Gut und Böse. Doch sollte es nicht richtig knallen, werden die (zumindest ein Teil davon) fakultativ geschlossen.
Es ist aber so, dass die Verweildauer in der Anstalt Deutschland gerade ansteigt. Munk meint, dass es an der günstigen Sozialprognose liegen würde. An steigenden Steuereinnahmen. Am M- Dax. Du weißt schon: BÖRSE! Vielleicht aber auch an dem suchttherapeutischen Schwerpunkt ’Gutmenschentum’ insgesamt. Egal. Munk lässt das offen, - hat aber schon einiges in die Zukunft investiert. Die Rede ist von Kohle satt für bis zu fünf Interimsbauten, - in denen die Aufnahmeabteilung der Klinik und drei Stationen mit mittelbaren Integrationsschwerpunkten untergebracht werden - sollen. Zum Beispiel eine rückführende Sprachschule für schon gut deutsch sprechende Afrikaans. Eine männliche Mutter- Gender- Kind- Vater- Krabbel- Gruppe mit schwulem Einschlag. Eine Reformküche für Crackkocher. Eine für Koks. Eine zum Spritzen auskochen. Dazu – dezentral - ein kostengünstiger Puff lediger jugendlicher Syphillisten und Aidsabhängiger Mütter ab 12. Stimmt schon, sagt Munk, die heutigen Ansprüche verlangen es so und er weist ausdrücklich darauf hin, dass die Aufsichtskommission es solchermaßen begrüßen würde. Punkt.

Und dann kommt mir der Wunderknabe mit dem Totschlagargument Shakespeare, Heil Hamlet, der ihm zeit seines Lebens Idol sein wird. Mit dem er auf den Schulbühnen ’Sein oder Nichtsein’ und so... und ob ich mir den Stream von 1942 nicht online in seinem Heimkino ansehen wolle. Denn Männerliteratur, stellt er unter Tränen fest, sei eben sein Refugium, sein treuer Begleiter. Da könne er fett weinen. Vor allem, wenn das Ensemble des Mercury Theatre spielen würde. Meine Güte... etwa, weil dort ein Schwarzer die Rolle des Adolf spielt? Ach was, freut er sich über die schöne neue Welt, der White Nigga ist ein Fall für meine Psychiatrie Marke Hollywood klassisch- modern. Und recht hat er. Ich weiß es. Denn sie kommen inzwischen zu Tausend pro Fuhre, - wer würde sich darüber nicht den Arsch abfreuen. Hinweis, Be Or Not To Be, - oder: Melde den Fehler, oder halte auf ewig dein Maul! Wenn du aber richtig liegst, gewinnst du eine kostenlose Flasche Urlaub zu zweit auf dem Full Movie Tablet.


still kill me, Rassist

Ich, von einem Nazi- Vater gezeugt, der einen Nazi- Vater hatte, bin (also) ein Nazi! Und? Was soll ich dagegen unternehmen? ---> *NICHTS*! Außer ich schreibe, aus Erfahrung: “Erst wenn dir einer der neu- deutschen Facharbeiter vor Wut in den Schrank gepisst und ins Bett geschissen hat, weil bei dir nichts zu holen ist, wirst auch du für das nächste Mal zumindest dein Gebiss mit der goldenen Zahnplombe auf dem Nachttisch liegen lassen. Schließlich ist ohne Erfolg nichts. Nicht mal ein lapidarer Wohnungseinbruch.“


Das schlechteste im Tier bleibt der Mensch

In diesen wilden Dingen will ich nicht wühlen. Ich habe mit mir genug zu tun. Das mein Großvater ein Nazi war. Das mein Vater Nazi war. Das ich Rassist bin. Ein Anhänger des NSU vielleicht. Ein Freund von Beate. Deren Möse. Womöglich. Die mit 18 Handgranaten gefüllt scheint. Dazu mit deutschem Gruß. 88. Hand an die Mütze. Und Hacken knallen. Ja. Auch in diesen Sachen bin ich Autodidakt. Spielt sich die alte Geschichte neu vor ausverkauften Rängen wieder. Agiert ein Mensch mit hohem Scheitel. Krauser Stirn. Abgrundtief liegenden Augen. Kleinen Ohren. Sogar sein Oberlippenbart steht erneut über vielen Männer- Mündern. Beispielhaft auch der vorschnellende Arm. Rechts. Halbhoch über Schulter. 88. Alles im Beginn des neu- deutschen Lichts. Gott bewahre mich! Der ich daraufhin Hamsterkäufe bei ALDI tätige, bis Hamster aus sind, weil die dem deutschen Faschismus wohlgesonnen scheinen. Ob klassisch oder modern. Die Flamme lodert schon. Die Fahne hoch. Und unter der, in Realitätsentfremdung, die Gefangenen vom neuen Glauben. Menschen im Prinzip Monopoly- Plastik. Teile vom Puzzeln. Traumschloss Xanadu auf Platte. Doch Munk sage ich dazu nicht welche Einsamkeit mich leitet, - denke ich daran. Wie mich 1.000 Peitschenhiebe quälen. Das Requiem für eine Hure. Sei es meine innerste. Mit der ich das Leben aufarbeite. Um die Hölle im inneren Frieden zu finden. Doch dann der Schlag in mir, als Munk mir gedanklich mit der Bemerkung ins Wort fällt, alles an Plagiaten schon gelesen zu haben. Ja und, sage ich, weshalb sitzen wir hier dann in der ersten Reihe? Keine Ahnung, sagt der und lutscht an der verkehrten Seite seines Schreibstifts - und sieht 2 Minuten später aus wie schwer herzkrank. Blau mit Stich. Und dunklen Schatten unter den Augen. Man sollte ihn krepieren lassen, denke ich. Jedenfalls werde ich ihn nicht mit Kuss reanimieren, sollte er jemals tot umfallen. Soweit kommt es noch, empört der sich, das lassen Sie mal gefälligst. Und ich ärgere mich, die Tatsache vergessen zu haben, dass er gelegentlich Gedanken lesen kann. Ohne wäre er nicht, was er ist. Und ich erst. Illusionswelt in einer Milch trüben Glaskugel. Mann! - Sag jetzt nichts mehr...


Wie Hass entsteht

5 nach Zwölf lag ich tot im Zwinger. Korrektur - ’liege ich wie tot im Zwinger’! Es hätte auch kurz nach Drei sein können. Mir Banane. Jedenfalls ist die schöne Hose hin. Eingepisst. Oder so.
„Ist nur Kotze“, beruhigt Munk, „Sie waren so übervoll!“
„Womit?“
„Mit Emotionen! Wissen Sie das nicht mehr?“
„Würde ich sonst fragen?“

Und dann kommt mir der Kretin mit neuen und alten Kriegen. Dass ich ihm an die Gurgel getreten habe. Dabei schreibe ich einen Entwicklungsroman. Umbringen wollte ich ihn also keinesfalls. Der Rest war Notwehr. Ungereut zwar. Und doch:

„Sorry, Munk!“ Kann ich mir eben noch so abquetschen. Dann verfliegt sich der Smiley auch schon; - bin eben mit Leidenschaft Autist. Wenn es ginge. Und Munk lacht (gequält – haben Sie schon mal gesehen wie Lachen gequält geht? – Ich nicht! - Sieht aber Scheiße aus) und denkt, ich will ihn bespaßen. Doch nichts. Ich züchte ihm lediglich meinen Hass in die Visage. Aber nicht nur darum suche ich nach dem schwarzen Tuch - und verhänge, als ich es habe, den Spiegel wieder.

„Sie haben recht“, sagt er, „es war zu früh!“
„Das sagen Sie jetzt“, antworte ich stocksauer, „jetzt ist die Chance verpasst. Einen zweiten Anflug auf das AKW wird es nicht mehr geben. Und eine solch schöne Bombe auch nicht!“
„Und wenn wir den BND bitten einen Kontakt zur CIA herzustellen?“
„Sie sind ein Spinner, Munk, lesen Sie keine Zeitung?“
„Sie meinen, weil das NSA Ferkel abgehört wird?“
„Nein! - Weil alle abgehört werden. Genau wie wir beide jetzt!“
„Sie meinen das rote Licht?“
„Klar, und - hat Ihnen die Vorschau gefallen?“
Doch dann knallt es. Das Licht, in Wahrheit war es grün und nicht rot, erlischt. Munk liegt stöhnend im Sekunden- Koma der vierten Dimension.

„Mann... Stehen Sie auf Munk - und zeigen mir pronto, wo die Glühbirnen aufbewahrt werden!“
„Sie sind ein Scherzkeks – wir haben längst keine Hunderter mehr, das war die Letzte!“
„Das ist jetzt aber mehr als blöd...“
„Sagen Sie das mal lieber der EU!“
„Mache ich. Sie müssen mich nur von der Acht abschließen.“
„Sonst?“
„Werde ich Sie bei Facebook dissen.“
„Was ... bitte?“
„Erst Zürich, dann Madrid, dann Paris!“
„Ist ein Aspekte- Beitrag im ZDF, ich weiß.“
„Kommen Sie mir nicht mit Crowdfunding und der Freiheit der Kunst. Das Thema ist für mich längst durch!“
„Welcome real Angst- Germany!“


Psychiatrie- Gegen- Bild

Deine Liebe habe ich aufgesogen
Meine Seelenlähmung
Eine Kopie hinter den Augen abgespeichert
Geparkt im späten Schrei noch schlafender Überraschungen
Die längst aus der Mechanik des Allerlei herausgelöst
Warten
Um dir in neun Perioden Leben unter der Hand wegzusterben
Wenn du also willst
Ich bin allen ernstes der Mühen Wahnsinn wert


Anders im Ton

Wenn ich höre dass einer mutig und gefasst in den Tod gegangen ist, wird mir übel. Die Glasglocke ist ein anderes Kapitel. Danach ist man fertig mit der Welt. Mir ging es nach dem lesen jedenfalls so. Kinderbuch ist anders. Schleichende Depressionen und so. Suizidversuch. Klapse. Ursache mit Wirkung. Ich versuche es dennoch. Schreibe den verdammten Brief. Kühl. Distanziert. So erzähle ich mir meine Geschichte über dich. Ich... In der Wahl als Nichtwahl. Über Emotionen hinter der Fassade. Wie ich als Kind Angst vor dem Gang in den Keller hatte. Einem unheimlichen Ort, wo einem beim Tür öffnen heute noch der erste muffige Luftzug die Haare aufstellt. Später erledigten das die Elektroschockbehandlungen in der Klapse. Doch da war der Täter in mir längst tot. Das Haus der Sünde niedergebrannt. Die Zeit der Jugend unwiederbringlich verloren; die mir zum Wahnsinn geworden ist - chronisch, wie die Verzweifelung am Leben insgesamt. Ich fragte ihn deswegen ob es Zufall sei, dass man bestimmte Dinge inklusive Namen so schnell nicht vergisst, andere ja. Darauf wollte er mir was von Motivation, Nicht- Leben, Verkehrt- Leben und warum es nicht pünktlich am 1. Mai des Jahres Maikäfer gibt, erklären. Okay, nichts gegen Blasen. Aber musste das jetzt sein?


Die Lüge ist auch nur ein Wort ohne Sinn und Verstand

’Geronimo's cadillac is tossin' oh in your head
It's tossin' and turnin' it's burnin' and makes you mad’
– Dieter Bohlen

Geronimos Kopf in einen Leinensack zu stecken ist keine Zauberei. Den Leinensack mit dem Kopf darin über dem Hindukusch- Gebirge aus einem Helikopter zu werfen auch nicht. Blöd ist, die 3 Löcher im Kopf zu erklären. Und wo der Rest des Menschen ist. Wenn du darüber lügst, haben sie dich eines Tages satt am Arsch. Denn es gibt immer ein paar pfiffige Jungs, die sich über Löcher in einem Kopf der in einem Leinensack steckt wundern. Sei es in der Nähe von Jalalabad ... und der Kopf würde ’bin Laden’ gehören und ist sichtbar mit einer Belohnung ausgepreist, wie bei Aldi die Melonen. Warum aber lügt Obama so dilettantisch, - weiß der nichts von Melonen bei Aldi - und das die irgendwann matschig werden und schlecht riechen?

In Bremen haben zirka 84% der Wahlberechtigten die ’SPD’ nicht gewählt! In Bremen haben in etwa 92% der wahlberechtigten Wähler ’Die Grünen’ nicht gewählt! Somit ist deren ’Migranten- Flüchtlings- Asyl- und so weiter scheiß- Politik’ dort gescheitert. Wieso reißen diese Loser- Typen dennoch das Maul groß auf, statt die von ihnen selber verursachten Missstände zu beseitigen und alle ’Illegalen’ inklusive sich abzuschieben?

Wenn du mich liebst wie dich selbst
Wären wir happy sonne und schnappy mond
Klarer schein und sauberes land
Die straßen voller lustiger leute - und wir 2 hand in hand
Das kleine glück für immer
Könnten krieg und mord vergessen
Unsere herzen sauber wie der verstand
Nein
Alles gelogen weinst du
Mir schon klar
Denn genau deshalb laufen mir liter blutigen speichels
Aus dem mund in die hand

’Geronimo's cadillac is tossin' oh in your head
It's tossin' and turnin' it's burnin' and makes you mad’
– Dieter Bohlen


Ich werde reich

Vom Vorwurf Organe an zahlende Patienten verschoben zu haben ist Munk freigesprochen worden. Doch nach wie vor hegt und pflegt er seinen Ruf als Transplantations- King - und die Reichen und Schönen, meist Araber mit Gefolgschaft, geben sich bei uns die Klinke in die Hand.

Augenblicklich züchtet Munk körperlich gut aus/gebaute Kretins für Köpfe. „Ein ganz neuer Markt!“ Schwärmt er am Telefon. Auch einige E-Mails zu Thema konnte ich abfangen. Doch davon später. Vordringlich hat er einen prominenten Schlagerstar zu beerdigen, - der schon zu Lebzeiten in ein kleines Hochhaus aus wildem Gneis gegossen werden will. Genau für den Vorgang, hat Munk schon beizeiten die Ackerflächen Nord hinter der Anstalt Süd als Bauland ausweisen lassen. Gerade eben ebnet er deswegen publikumsträchtig den Einbahnstraßen- Radweg um den See ein. Anwohnerproteste kümmern ihn nicht.

„Plätze für aussagekräftige Bestattungen werden rar“, sagt er mir. „Denken Sie nur an die Millionen reicher Asylanten, die zudem wegen ihres Glaubens im Stehen beerdigt werden müssen!“
„Stehend? Das braucht doch weniger Platz als liegend!“
„Schon, aber rund um den Kadaver müssen laut himmlischer Vorschrift 10 Meter an Freifläche sein.“
„Ach so...“

Heimlich versucht Munk menschliche Seelen zu transplantieren. Angefangen hat er mit Katzen. Erfolgreich, wie er sagt. Da nun jede Seele exakt 21 Gramm wiegt, wie jeder weiß, fängt er die 21 Gramm biomagnetisch mit einer Art Elektroschocker und überträgt die auch so. Einzig gesehen, hat diese seelenveränderten Kreaturen - außer hier in der Anstalt - (noch) niemand. Trotzdem hat Munk da Vincis ’Schöpfer’ seine Züge gegeben. Dem Original, versteht sich. Die ’Mona Lisa’ hat er ja schon ähnlich versaut. Doch auch davon ist er freigesprochen worden. Es ist eben meine Bestimmung, amüsiert er sich.
Gestern ersteigerte er für knapp 180 Millionen anonym einen Picasso. Ich sah ihn Stunden später mit Buntstiften und Knete daran rumwerkeln. „Es sind die Titten, Jimmi“, klagt er, „sehen Sie hier, Picasso kann keine Titten!“
Direkt neben dem Picasso sehe ich Francis Bacons ’Three Studies of Lucian Freud’ (einst 142 Millionen Dollar schwer) schwarz übermalt kopfüber in der Staffelei hängen. „Da muss ich auch noch mal ran!“ Lacht Munk, als er meinen erstaunten Blick bemerkt. „Bacon schwächelt hier eminent beim Hintergrund – sieht man doch glasklar, oder? - doch das wird sich ändern!“


Holding Back The Years - Zwischen den Tagen

Ich lerne gerade.
Fliegen zu fliegen.
Wespen stechen.
Bienen den Honig stehlen.
Des Wolfes leben zu lieben.
Wenn grau des Himmels Wolken über mich ziehen.
Will durch Wälder und Auen radeln.
Neue Früchte und alte Beeren kauen.
In nackten Flüssen baden.
Den Stachel der Rose genießen.
Lernte wie man im Traum die Kurve kriegt.
Fing den Lachs.
Molk die Ziege.
Sammelte Eicheln.
Backte Brot wie Mutter im Kriege.
Denn was ich bin und kann verdanke ich ihr.
Frieden und Schwert.
Liebe und Leid.
Leben und sterben.
Noch einen Lutscher ein Eis.
Herzlichen Glückwunsch.
Ich wäre jetzt so weit.


Entfernen Sie störende Objekte aus Ihrem Leben. Stellen Sie danach einen Vorher- Nachher- Jetzt- Vergleich an!

Kaum einer begreift, was er wissen sollte. Weil er es einst gelernt hat. Komma. Kaum einer. Punkt. Doch niemand sollte deshalb schreiend auf das System pochen. Ausrufezeichen. Auf die Systeme. Semikolon. Auf das Vergessen nach der Tat. Denn in jeder Handlung, wie böse die auch sei, bedingt sich prozentual auch das Gute, - gibt es ein Rückspiel, in dem man das Blatt wenden kann. In jeder. Tat. Gut. Es existiert darüber bislang (zwar nur) eine Studie, dennoch - die Sterblichkeitsrate ist lediglich so hoch wie die bei der Geburt. 12 Prozent durch Quetiapin. 21 Prozent mittels Haloperidol. Der Rest summiert sich aus eher unbedeutenden Cracksubstanzen. Siehe Breaking Bad. All das nennt man neue Lebensqualität gegen altes Risiko.

„Ich nehme wie immer volles Risiko“, sage ich Munk.
„Ich weiß!“ Sagt der. „Gute Pflege hat ihren Preis.“
„Eben“, sage ich.
„Sagen Sie nicht immer ’sage ich’“, sagt er.
„Sagen Sie!“ Sage ich.
Dabei folge ich ihm in jeder Hinsicht auf Twitter. Sonst nichts. Außer, das ER dement ist und ICH geistig fit. Ich! Er! Und wir beide uns allein schon deshalb in unterschiedlichen Gruppen befinden.
„Das sagen Sie!“ Sagt er. Während ich Alternativen von mir weise.
„Ich bleibe beim Risiko“, sage ich Munk. - Nur warum ich das so sage, ist mir nicht ganz klar.
„Schon klar“, sagt Munk, „12 Prozent Quetiapin. 21 Prozent Haloperidol!“
„Schon gut -, Sie sind der Anstaltsarzt und ich ihr unmündiger Patient!“ Sage ich.
„Mann! - Nun schlucken Sie das Zeug schon runter, Jimmi! Wenn hier jeder so einen Aufstand machen würde, kämen wir zu nichts!“
„Als was?“


Brainshaker

Blumen bringt man mit Minus 0.000 – Plus 50.000 Volt aus dem Brainshaker zum. Blühen. Menschen. Zum. Träumen. Als Crash- Test. Für das Gewitter im Kopf. - Meinem urbanen Ego. Und allem Unsinn. Friede. Freude. Eier- Kuchen. Wenn unter 50.000 Volt das Licht angeht. Endlich. Mein Ich wieder in Reihe steht. 6 Feet Smaler. Mein Idiot. Hoch runter. Im Wellengang. Dabei werden Träume aus Ideen gebaut. Nicht aus Teilen des Meeres - das erst einiges später. Nahe dem Tod der Zeit. Aber dann mit bedingungsloser Logik. Wie in Robert Venturis ‘Learning from Las Vegas’. Auch schön in Rio de Janeiro - und Dubai. Mit meinen Träumen hinter schwarzen Wänden. In die ich Fenster schlage, um am Meer zu riechen, dessen Wellenschlag - zu hören. Deren Alternativen. Die es hier nicht gibt. - ’Heute, nach einer schlaflosen Nacht, geht es mir ganz schlecht. Das Elektrisieren regt mich mehr auf, als es mich beruhigt’ - klagt Fontane. Ja. Das stimmt schon; doch auch mit meinem Gehirn hat niemand Mitleid. Nicht mal Munk vermutet eine Seele in mir. Sein NEIN wird mir zur Regel. Sein Vorwurf dazu, was ich in meinem Leben schlimmes angestellt habe. Und, das Gott dafür keine Seele zur Verfügung stellt. Genau so entsteht in mir das Gefühl von absoluter Sinnlosigkeit. Wächst zum Baum. Mit Wurzeln bis in die Hölle vom Himmel. Schafft Gewalt. Die ich auslebe. Wozu Munk sagt ’Wenn Sie sich ritzen, sind Sie kein Mann!’ - Ey. Der provoziert mich, damit ich mit der Faust gegen die Wände schlage. Was ihm (scheinbar) Lust verschafft. Jedenfalls fühlt es sich hart an. Denn er filmt mich dabei, nackt und steif wie ich bin, im Keller - und bietet die Filme kommerziell an. Ich wusste es immer: Die Sau schreckt vor nichts zurück! Nicht mal, wenn er sich dabei selbst entblößt. Tendenz steigend. Und... Wenn ich mich nicht schneide, malt er mir mit wasserlöslichen Filzstiften rote Striche auf die Haut. Tätowiert mir kleine blaue Tränen mit der Brainshaker- Technology, wenn ich in letzte Konsequenz die Klinge gegen ihn richte. Dazu lacht er wie von Sinnen. Mann! Soll er. Meinem Drang kann sein Lachen nicht abhelfen. Fazit: Ich werde ihn töten! Es ist nur eine Frage des... der Höhe des Scherbenhaufens. Doch auch den werde ich aushungern. Ich fange schon mal damit an.


Klimawechsel

Den Kern spalten. Den Kern der Dinge spalten. Spalten spalten. Kerne kerben. Kerben kernen. Dinge düngen. Und dann erst kommst du. Denn es muss weiter gehen, - vorwärts, höher, schneller gehen. Aus technischen Gründen. Des Chaos wegen. Nenne es Depression. Geistige Klapperigkeit. Gefühle der Sinnlosigkeit. Wenn alles früher wichtige liegen bleibt. Fehlende Energie Resignation gebiert. Nenne es Todestrieb. Wenn das heilige Grün unerreichbar. Das Blau. Himmelsgelb. Wo nun Lava- Grau die Regel ist. Blutrot. Die Bewegungsunlust. Auch die ist mir Phrase. Momente später fällt mir dann regelmäßig das Hirn aus dem Kopf und kommt unter die Räder.


ich – asyl/nazi – in rassist/en satire

ausländer bin ich selber
und gast
doch egal was
ich weiß mich immer zu benehmen

nein ich habe nichts gegen ausländer
im ausland
ich habe was gegen nigga wie dich
digga
die meine kohle abgreifen

all diese asyl fach kräfte sollten nach Griechenland
dort werden die unstreitig gebraucht

ginge es nach mir
würden die CDU SPD Linken und so weiter Grünen längst in Afrika kloaken leeren
brunnen bauen
und scheiß mais anpflanzen

ich belese mich gerade über Ammoniak
denn was dem boden bombig gut tut
bringt auch dem menschen nutzen

und innen lebt eine gegen Deutschland schaffende gewalt
allein schon ihr aussehen
ihr geruch
lasst es genug sein
mir graut vor ihr

dann könnte man ja mit gleichem effekt auch fetische von homosexuellen
statt schweine köpfe
an den hiesigen moscheen ablegen

es gibt leute
die können asyl
nicht mal ansatzweise buchstabieren

Viktor Orbán sagt: „Wenn wir Zuwanderung nicht regeln, sondern stattdessen eine offene Party wie im Studentenheim schmeißen, kommt und geht jeder, wann er will.”


Overloads

Wenn du keine Erinnerung hast, weil Schwarz das Licht im Raum verschluckt, von nichts mehr weißt, nicht mal von Einzellern wie Lydia Davis schreibt, was soll dann das Gedöns ’Literatur ist Lydias Bestimmung’?

Nicht weit vom Schrott der MH 370 (irgendwo) ist vor 2 Tagen ein Tauchroboter ertrunken. Er sollte neben der Suche nach dem havarierten Flugzeug den Klimawandel anhand im Meer treibender Plastikabfälle untersuchen: RIP, Bruder.

’Körperlich geht es noch, aber das was innen lebt, die schaffende Gewalt ist für mich zur Phrase geworden’, schreibt in etwa Fontane an von Heyden.
Ich werde trotzdem nach Cannes reisen, wie jedes Jahr. Und hoffe, wie jedes Jahr, auf eine Menge vaginaler Fangeisen superschlanker blonder Frauen. Auf kaputte Muskel- Zombies, um denen beim Sex zuzusehen. Hoffe auf Mad- Max, wie er sich autark durch die Maschinenwelt vögelt; wie er nach ewigem Grün in totaler Verwüstung sucht. - Für mich auch ein Grund die One- Way- Reise zum Mars zu canceln. Dabei war mir der Platz 1:1.000.000.000 sicher, behauptet Munk, - fällt mir mitten im Gedanken aus der Hand und versteckt sich hinter dem Turboboost- Knopf. Ein alter Trick, der längst an Reiz verloren hat. Genau wie sich die Fresse in Gold zu lackieren, wie die Freaks vor 2 Jahren. Ruhelose Typen mit mehr als nur Benzin im Maul. - Mir verordnet Munk deswegen Brom, als ich den Wunsch äußere. Danach wachse ich gen Boden. Werde klein und krumm. Kann nicht mal mehr im Sitzen aus dem Fenster auf das Meer sehen. Und wenn ich stehe, stören die dicht an dicht gewachsenen Palmen. Irgendetwas muss sich gegen mich verschworen haben, - doch der Dreck geht nicht mal unter der Dusche weg. Einzig der Spiegel, du weißt schon – das kleine Teil aus verchromtem Weiß- Blech, fordert mich zu einem Identitätsabgleich auf. Bei dir handelt es sich um zwei verschiedene Personen, stellt der fest. Doch das weiß ich längst. Munk sagt es mir jeden Tag. Der behauptet zudem, ich zu sein. Und ich soll er sein. Und? Wer von uns 2en hat denn dann den Air- German- Flieger gecrasht? Die Auskünfte darüber sind nicht eindeutig, heißt es bei Kafka in etwa, doch einmal erfasst, gibt es kein Vergessen. Schon gar nicht bei einem Totalschaden.


Kreative Episode

'Es ist tatsächlich nicht einzusehen, warum nicht ein Gedanke die Attraktivität von Titten einer 19jährigen haben sollte, an die man gerne fasst...' aus: Acid, S. 384.

Munk hat echt Monsta- Energy. Munk will das Haus 3 zusätzlich übernehmen. Jetzt! Ad hoc! Denn der bisherige Inquisitor hat eben unfreiwillig den Löffel abgegeben... oder was?
„Das Teil ist wirtschaftlich sehr interessant“, schwärmt Munk über Haus 3. - Und innerhalb weniger Sekunden sind dort die normalen Irren auch schon raus und Asylanten- Flüchtlinge- Übersiedler- und sonstige Ausländer einquartiert. „Die Typen sind durch die Bank Illegale, Jimmi. - Die machen mir ’aus Scheiße’ Millionen!“
Elektrischen Stacheldraht, Laser- und Drohnensicherung hat Munk auch schon installiert. „Damit die Goldesel nicht weglaufen!“
(„...“)
„Und Sie sind dort mein Capo, Jimmi, - freuen Sie sich?“
„Ich freue mich wie irre, Mista Munk!“, (Dabei wollte er sich mit seiner launigen Bemerkung nur deiner Beißhemmung versichern, sagt mir mein blödes Hinterstübchen. - Klar, ich weiß schon...) antworte ich.
„Na, dann passt ja alles schön,“ lacht Munk happy. „Ohne Sie wäre der Deal nämlich nicht gelaufen!“
Oh Mann -, er braucht es eben, dass ich Töne sehe und Farben höre. Und klar, darauf bin ich auch ein wenig stolz. So 4 bis Dings Sekunden in etwa. Wie auf meine Fenster ohne Räder. Die Innenlinien im Außen. Und dass ich im richtigen Moment stundenlang über die sozialen Normen der Gesellschaft referieren kann. Doch wer will davon schon wissen?

„Was ist eigentlich mit meinem Flugschein? Fallen die Übungen nun aus?“
„Aber nicht doch, Jimmi, ganz im Gegenteil, ich habe schon die Verlängerung der Start- und Landebahn in Auftrag gegeben. Wo wir doch jetzt jede Menge Gäste erwarten.“
„Meinen Sie mit Gästen Ihre neue Kundschaft?“
Und als er nicht antworte, denke ich wieder einmal verstärkt- unsicher darüber nach ob wir überhaupt zueinander passen, oder ob ich mich nicht aus dem Staub machen sollte, bevor die Kacke richtig am Dampfen ist. Denn ungefährlich ist Munks Treiben nicht. Schon die Bosse der Metallic- Rocker, die zu 100% die Asyl- Schlepper dirigieren, sind potentielle Killer.
„Was machen Sie eigentlich mit den Booten der Typen?“
„Die setze ich im Schilf vom Wannsee aus. Dort können die in Ruhe brüten und ihre Jungen aufziehen, - immerhin sind das unsere Kunden von morgen.“ Und jetzt weiß ich es wieder, Munk hat White Mike Heisenberg getroffen und mächtig von den blauen Kristallen genascht.
„Satt Muttermilch trinken!“ Hält er mit einem Ratschlag dagegen. „Sonst kann von der Freiheit der Entscheidung bald keine Rede mehr sein. – Wie Daily Soap, - wenn man beim Sex immer zu früh kommt -, wissen Sie?!“
„Nein! - Weiß ich nicht!“ Ey, - was bin ich sauer über die Verarsche von dem...
„Sorry, war auch ein schlechtes Beispiel, Jimmy!“

‘If you're trying to impress a new girlfriend on a first date, we'd recommend you give it a very wide berth indeed.’ - Urban75


Perspektive

Früher war es anders. Heute ist der Tod kein Problem mehr. Man trifft ihn im Hotelzimmer. Bläst. Lutscht. Vögelt. Danach erhängt sich einer. Oder beide. Schlucken Tabletten. Wird einer den anderen strangulieren. Ihm den Penis abschneiden. Und der andere frisst ihn auf. Im Stück, auch Crossover. Roh, oder zart- bleu de Chanel. ’Ich war schon nobler scheißen’, lässt Sarah irgendeinen Arsch in ’Zerbombt’ sagen. Hieß der Typ Ian? Egal. Früher sagte man dazu Beziehungsdrama. Heute lernt man sich online - Wünsche pissend - in der Herrentoilette eines Darkroom kennen. Flüchtig. In knappen Dialogen. Schreibt irgendwann später die Presse. Denn mehr braucht es nicht, um sich über Fantasien auszutauschen. Vor allem über essbare Rumpfgeschichten. Todkrank, aber immer noch geil wie Lumpi auf der Flucht. Damit sich der Rest wie Leben anfühlt. Ein Schinkensandwich im Arsch des Veganers. Und er sagt ’blöde Kuh’ zu ihm. Sorry. Für die Aggression im Bild. Doch ich bin noch nicht nüchtern, kommt Roman. Lehrer, 32. Zu Jens, Finanzbeamter, 46. Verheiratet. Der sagt: Ich habe mich immer nach einem wie dir gesehnt. Zieht die Zunge über die Lippen, als ob er sich im Dunklen die Zähne putzt und dabei einen runterholt. So ... alltäglich, fast. Als Grundstimmung. Und so rassistisch, wenn er von ’einem langen harten’ Negerschwanz spricht. Negerschwanz? Und dick muss der sein. Superdick. Rosig- Rund. Wie ein fettes Baby. Sagt der Finanzbeamte, 46. Grünen- Wähler. Zu Roman, der dabei so was wie einen epileptischen Anfall. Und so weiter. Hat. Von wegen Mitleid. Der ist in sich so romantisch wie der Krieg in – sagen wir: Vietnam? Wo heute noch die Alltäglichkeit im (gegenseitigen) Augen ausreißen zerfließt. Dagegen ziehen sich Jens und Roman - wie in einem schlechten Roman - lediglich gegenseitig ihre Puma- Bowie- Jagdmesser über den Sack. Erst zart. Piano. Dann hart. Fest. Voller perverser Lust. So dass die Pimmel Scheibe um Scheibe zerratzen – und hässlich wie nasse Pappe - zu Boden fallen. In Rot. Blutrot. Als Alptraum. Nicht als nette Geschichte, die einer hören will. Von wegen Bilder vom Horror- Haus in der Eifel. Wo man vom lustvollen Abgang entsetzt ist. Und die Nachbarn angstschlotternd ’so etwas Schreckliches nun auch hier bei uns’ sagen. Denn hier kennt jeder jeden und man grüßt immer nett und... Cross the Border - Close the Gap - wie Fiedler einst schrieb. Gerät nun die Qual ins Scheinwerferlicht von ’Bild’. Und den anderen. Ein Trick, um den Hit möglichst lange durch die Öffentlichkeit zu schleifen: SCHWULE! - Kannibalen! Sado-Maso! Bestialität, als Konstante menschlichen Seins! Diese bösen Worte. Doch warum nicht. Munk freut sich über jeden ernstgemeinten Dialog zur Sache.

’Sterben zu wissen, entlässt uns aus jedem Joch und Zwang,’ kommt Michel de Montaigne.
Schon klar: Ratten haben auch keine natürlichen Feinde.


It's money that I love

letzte nacht träumte ich
cannabis wäre for free
ich säße da
die sonne ginge unter
ich wechselte die zeiten
und der mond fliegt gegen osten
der mars sinkt rot und
steckt mir eine waffe in die hand
ich setze die maske auf
drücke die kippe aus
gehe in die bank
an den panzerschrank
bin clyde
der typ von bonni
öffne die tresortür
und sehe dich liegen
schon klar
wie haben uns auseinander gelebt
und
letzte nacht träumte ich
cannabis wäre for free
dass man jedes spiel gewinnen kann
wären die bullen nicht
die acht um meine handgelenke
der knast
die zelle
meine gedanken
und warum ich dir davon erzähle

I Think It's Going to Rain Today


Guilty: Part I - absoluter Hodenbruch

An die 2 Mal die Woche soll ich Geld spenden um irgend welche Projekte gegen Krieg, Hunger, Durst und sowieso am Leben zu erhalten. Dabei spende ich schon für Green Peace nie. Das für den Tierschutzverein (früher) war was anderes. Da spendete ich wegen die Naturkunde- Lehrerin. Einer blonden Dings- da, mit enormen Dings- da. Wegen meiner Fantasien. Und so weiter.
Wenn es mich heute überkommt backe ich in der Anstaltsküche Haschmich- Plätzchen für alle. Dass ich damit am Untergang von dem und jenem schuldig werde, weiß ich längst. Das Leben ist Risiko, Alter. Und darüber kann ich grinsen. Immer. Als High- Light dazu ’Yeah baby, I've been drinking, and I shouldn't come by I know. But I found myself in trouble darling’ von Randy Newman aus 1973. Ey. Als wenn ich bügelfreie Hemden brauchen würde. Never. Eher geht die Welt an Herzschwäche unter und ich höre bis zum absoluten Hodenbruch Adriano Celentanos ’Ma Perchè’.


Allahu Akbar

Meinungsfreiheit ist eine tolle Sache.
Als ich (noch) klein aber wütend, so um die 12 bis 21 Jahre alt. Als ich älter, länger - aber immer noch wütend, so kurz vor 30 und die Rente vor den müden Augen. - Wenn ich sehe wie an allen Ecken das Land brennt, weil die Verantwortung pennt. Das über die Meere Schiffe fliegen, um hier in der Sonne zu liegen. Millionen Kappen. Und bis über die Ohren verschleierte Frauen. Beschnitten, behauen. Gesteinigt und verbrannt. Die 2 bis 5 Meter hinter ihren Männern herlaufen. Kommt mir der Zusammenhang als bleierner Zustand, - geboren im griechischen Wein, dem erdgewordenen Schlager über die Haltesstationen deutscher Hauptbahnhöfe hin zu Allahu Akbar. Einem Ruf, der inzwischen zu jeder Gelegenheit Schafe in den Stall treibt und mich ellenlang ’Ich habe fertig’ kotzen lässt.
Wenn wir alle der selben Meinung wären.


Ach ja - Pozzo

Das Warten macht mich irre. Das ’nicht weggehen können’. Als wäre Godot Tatsache. Zumindest Pozzo. Dabei warte ich auf Munk. Sitze deswegen in der abnormen Welt des Stillstands fest. Warum auch nicht? Denn es ist schon ein Akt, dieses sterben im Leben. Das Warten. Auf eine glückliche Zeit. Als wäre man endlos. Dabei rausche ich, unauflösbar mit Munk verschmolzen auf das Ende zu. Trotzdem Frühling ist und gelber Blütenstaub sich mit jedem Windstoß erhebt, der sich mit der Luft vermischt. Ich muss dann immer husten. Und jedes Mal mehr. Kräftiger. Auch meine Nase schwillt von innen heraus an. Ist dann komplett zu. Ich binde mir deshalb ein Tuch um den Kopf. Den Hals. Ein grobes Teil. Könnte Leinen sein. Und ziehe mir die Brille enger an die Augen. Doch es bringt nicht viel. Die Zeit geht nicht schneller. Der Wind bläst nicht schwächer. Der gelbe Samen wird nicht grüner, oder gar braun. Der verliert sich auch nicht in meinem Hustenreiz. Dem kratzen im Hals. An meiner Verzweiflung. Schon überhaupt nicht an der Rasierklinge. Mit der ich mir in die Arme ritze. In die Haut der Beine. Und der endet auch nicht mit dem knacken der Knochen, wenn ich mir einen nach dem anderen die Finger breche - um Schmerz zu spüren, Leben. Hin zu der schweigenden Sonne und dem pochenden Blut. Um zu merken, wie ich mit jedem Schlag meines Herzens (immer mehr) vertrockne. Immer schneller. Und meinerseits zu Staub werde. Der sich auf alles legt. Durch den hindurch unser Lied nicht mehr zu hören ist. Wäre Munk nicht. Der gegen Mitternacht kommt, hell wie ein Stern am Himmel und mich freischaufelt. Endlich. Der mir das Blut aus den Augen wischt. Der mir die Risse an Armen und Beinen versorgt. Mein Herz. Der „ ...nehmen Sie“ zu meiner Seele sagt. Und mir eine Handvoll Pillen in die Wurzel drückt. „Nehmen Sie!“ Und ich schlucke, bis die Dunkelheit Dämmerung wird. Bis der Wind die Wolken in ein anderes Land treibt. In ein fremdes Dasein. Dass dann ungeduldig „Mann, nun nehmen Sie es doch schon!“ sagt. Und ich es dann - nehme; was bleibt mir auch sonst?


Fire Within

Wäre ich der eine
Der deine
Platz in deinem herzen ein
Gedanke an liebe gewesen
Nicht des tiefen grabens bitterer boden
Und du wärst du
Eine frau die
aus wohlergehen gemacht
Lachen bis zum abwinken statt
mit nicht wieder zu erkennenden
Szenen die uns das leben schreibt
An die meine erinnerung langsam
schwindet
Das immer geliebt nie geliebt oder
Doch nur eine
Leere größer als alles
Meer als die
Traurigkeit in meinem
Herzen
An ein verdorbenes abendessen
Das man nicht mehr
Weil du es mir nicht früher gesagt das
Wer nicht liebt
niemals geliebt sein wird


24 Paranoid Hours From Tulsa

„Ich erinnere mich an Jimmi, - und Sie, Munk?”
„Wie heute“, sagt der, blättert in Jimmis Akte, „von wegen Ausgangsantrag!“ Liest, wie Jimmi damals aus dem Haus ging. Die Wohnung von Ellis verließ. Die er ein paar Tage zuvor auf der Herrentoilette des Bilka- Kaufhauses nähe Bahnhof Zoo kennen gelernt hat.

„Du warst der Einzige, am Pissbecken“, sagt Ellis, „der seinen Schwanz nicht mit einer Hand verdecken konnte!“
„Und?“
„Das sind meine Beobachtungen von 3 Stunden!“
„Und?“
„Wo ich bin, wird immer satt gepisst!“

Trotzdem verlässt Jimmi seine Pissoir- Bekanntschaft Ellis an diesem Abend. Es wird gegen 23 Uhr und ein paar krumme sein. Und es regnet leicht. Obwohl Sommer ist. Und feucht- lauwarm ist es. Mehr als schwül aber ist es in der Taxe, von der sich Jimmi in den Tropic- Hot- Club Ecke Akazienstraße bringen lässt, - ein immer brechendvoller Laden. Trotzdem sieht er sofort Lola. Er kennt sie flüchtig. Will aber immer mehr, wenn er sie sieht. Es klappte bisher aber nie. Heute kommt er aus der Nummer besser raus. Weil er es will. Notgeil ist. „Und du?“ Fragt er Lola. „Ich auch!“ Sagt die. Also gehen sie. Nicht weit. Denn Lolas Wagen steht auf dem Parkplatz. Und mit dem wollen sie... Ein Stück ins nicht weit gelegene Grün, - wo 90% der Pärchen aus dem Tropic- Hot- Club ficken. Kaum 15 Sekunden später sind sie beide nackt. Liegen die Klamotten auf dem Wagendach. Um die Karre verstreut. Sitzt Jimmi auf der Autohaube und lässt seine ansehnlichen Zentimeter in die Nacht sehen. Bläst Lola seinen Schwanz gegen den Mond an. Und gegen Gene Pitney ’Something's Gotten Hold Of My Heart’. Den Song findet man bei Youtube. Hier läuft der vom Band. Jimmi liebt Gene Pitney wegen des Songs. Er kann dann länger als sonst schon. Und so ist es. Denn als sie nicht mehr kann, will er immer noch. Pitney war inzwischen der Mann ‘Who Shot Liberty Valance‘. Es ist also noch Luft im Kasten, Alte. Denkt Jimmi. Doch Lola stellt sich tot. Rührt sich auch nicht, als er sie von hinten. Zwischen die Titten. In den Mund. Rundum. Bis es keinen Spaß mehr macht. Wer will schon ein Stück Holz reiten? ’Black Is Black’. Oder? Okay, 10 Minuten noch.
„In 3 Tagen sind wir am Meer, Süße!“ Singt er. Während er sie mit den Klamotten zusammen in den Kofferraum stopft. ’True Love Never Runs Smooth’. Danach ‘That Girl Belongs To Yesterday w/B Side Who Needs It’. Much better kann es nicht laufen, Gene. Oder?


Im ansatz helden

Wenn wir sitzen
Gläser vor uns
mit weißem schaum darauf
aus denen wüste erinnerungen schlagen
Aschenbecher um
die reste vom brand der wälder aufzufangen
In die wir eitrige brocken kotzen
Wenn wir immer wieder
neu bestellen um uns zu betrinken
Das blaue blut rot im heißen kopf uns
Heiser lachen
dass die hunde jaulen
um steine zu erweichen
Die wir im dutzend in porzellan becken pissen
Stinkenden kot an den schuhen
Mit denen wir köpfe gegen wände und türen schlagen
All die hoffnungen in eine zukunft
In der wir alle versinken
Während sie uns holen
auf pritschen schnallen
Um unserer seelen irren hirne
Augen und finger brechen
Die in gewalttätiger ruhe in ketten zu legen
Spritzen aufziehen
um die wahllos in uns einzustechen
damit unser widerstand traum wird
Hass und wut lebloser beton
um uns wie das eis der tage
übereinander zu stapeln
Doch wir tanzen
Tanzen liebesbriefe an das leben
durch unsere zimmer

 
Die Ordnung im Kopf

Milliarden Liter Wasser hat er gekauft. In jeder Sekunde letzen Monat. Reines Trinkwasser. Aus den Quellen der Welt. Er füllt das Wasser in Flaschen und veräußert es weiter. Was sollte er auch sonst damit tun. Doch nicht nur das. Er besitzt somit (die) Macht. Über alle. Und alles. Leben und. Tod. Mann... Nun guck nicht so, - du hast ihn doch auch gewählt, als er erzählte, wie schön und neu die Welt würde. Wenn er erst mal... Und so weiter. Und nun, - da er hat. Ist es auch wieder nicht recht. Dabei ist es nur seine Ordnung. Die. Im Kopf des Kapitalisten. Eine vermeintliche Ordnung. Die euch zu schaffen macht. Denn eigentlich ist es ein einziges Chaos. Das wiederum ihm zu schaffen macht. Jetzt, wo man weiß: er hat die Macht – und es herrscht Zucht und Ordnung. Jedenfalls weitesgehenst. Immerhin hat sich das mit dem Wasser nun schon Monate lang eingelaufen. Zeit genug also. Meint er. Als er von den Meer- Wasser- Forum- Menschen hinsichtlich Zukunft gefragt wurde. Zukunft, klar. Oder meinen Sie etwa nicht? Schon, schon, sagten die... aber... Nichts aber! Die Millionen Toten sind längst unter der Erde. Deren Blut im Eimer. Die Wunden besäumt. Der Schorf schorft scharf. Und die Wahrheit läuft mir golden aus den Fingerspitzen. Wäscht der Regen ab. Der Rest ist eure Verwirrung. Doch auch die wird euch bald fehlen. Sagt er. Andererseits. Was? Ach -, nichts!
Dabei ist Wasser in Plastikflaschen ungesund. Das Trinken daraus. Dabei ist Wasser Leben. Sterben. Ist. Wasser. Das wichtigste Lebensmittel. Und so einer wie die oder der (ich nenne es Nestlé) verramschen es. Wegen der Kohle. Sagen die Leute. Sind wütend. Wollen ihre Zukunft selber gestalten. Physik 6. Klasse. Unter dem Pflaster. Wo das Wasser bergauf fließt. Und Blumen ewig blühen. Reicht mein Sauerstoff für 2, bis das der Herzschrittmacher streikt. O2 World Berlin. Dem Kartenhaus meiner Wunschgedanken. Die mir längst fremd geworden sind. 

Und Fernweh II

 
depressive episode 3

vom weißen blatt lese ich länge
die ich nicht bin
zum täter geboren als gefangener im dilemma
- mit tief verwurzelten eigenschaften – sagt man
weil
nur wer früh genug vergewaltigt wird den tag gut ins rollen brächte
meinetwegen lass es aus heiterem himmel sein
- wie die vermuten - die es sagen -
die räsonierend vor den türen ihrer häuser stehen und
meinen dass ich immer nett grüßen würde und
dass nun die schlampe umsonst bekam was sie schon lange verdient hat
- ach - todessehnsucht -
du unergründliche müdigkeit von der ich nicht loskomme
mit der frage ob das zum täglichen krieg gehören würde oder meinem alter geschuldet sei
- weißt du -
ich möchte schlafen können bis weit in die morgentiefe
um von allen schlechten gedanken befreit zu erwachen
- wie gerade eben -
als ich in einer mittelgradigen depression erloschen
und du mir sagtest warum
 

Kannibalen überleben

Munk nimmt meine Beschwerden nicht ernst und schnauzt: „Damit hätten Sie früher kommen müssen, Jimmi!" Und was ich mit ’posttraumatischen Belastungsstörungen zweiter und dritter Weltkrieg’ überhaupt meinen würde? - Mal ehrlich, muss ich ihm sagen wie der 1.000 jährige Adolf- Krieg zu Ende ging? Ihm von den schmerzenden Geschützen an allen Ecken der Stadt, die teilweise noch Jahre lang rauchten erzählen. Von weggeworfenen Uniformteilen in denen noch Arme, Beine - ganze Skelette steckten. Von Mützen und Stahlhelmen auf Schädeln ohne Anhang. Von Pistolen, Senf- Gas- Granaten. Von blutenden Frauen, die nackt aus den Seen gezogen, missbraucht an Deckenbalken hingen. Vom Vodka der Russen, die mir ihren ungewaschen Rohren jede Ecke besamten. Von ihrem Schlachtruf ’tot oder lebendig’, wenn sie auf klapperigen Fahrrädern auf der Suche nach Heimat und Liebe waren - und laufend auf die Fresse fielen. Und, dass ich innerlich wie äußerlich und trotz Lachen über die ungeschickten Kosaken fror wie Sau. Und das nicht nur 1947. Nein. Kälte, Dürre und besoffene Russen auf Fahrrädern sind mir bis heute der größte Feind. Das Leben in Ruinen. Und warum ich, bevor ich richtig laufen konnte, lernte zu plündern und zu stehlen. Und warum ich, auch wegen der deutschen Kälte in meinen persönlichen (dritten) Weltkrieg nach Afrika flüchtete. Zu Müller. Kongo, 52ste Kommando. Munk aber meinte, nicht dabei gewesen zu sein. Wem aber sonst als ihm, habe ich da den ständig vollgeschissenen Arsch gerettet?
 
 
Mann tot

- wer dem glaubt was die Leute über andere erzählen, kann gewiss sein was die über ihn erzählen -

Ich ersticke in Schuldgesprächen. In Anklagen. Stundenlang geht es schon rund. Küchentischphilosophie mit Munk. Der Quasselwasser getrunken hat. So scheint es. Tenor: Ich wäre ein Terrorist - und würde ihn mit in die Scheiße reiten. Dabei war das seine Idee, - mit der Air- Germany. Ist übrigens nun auch schon Wochen her. Die Opfer unter Erde. Und keine Sau redet auch nur ein Wort darüber. - Aber die Täter, Jimmi, jault Munk, die laufen frei rum. – Und, was kann ich dafür? - Sich bei der Polizei stellen, meint der ernsthaft. - Haben Sie den Fallschirm geflogen oder ich? - Sie natürlich, Jimmi! Schließlich war ich dabei! - Nun reicht es aber, Munk. Noch ein Wort und! - Was, UND? Grinst der. Und ich sehe in seiner verlogenen Fresse, DER GLAUBT DEN BLOCKBUSTER- SCHEIß ECHT! - “when it falls into the sea” – Und der glaubt weiterhin, das Geschehen mit der Air- Germany basiere auf einem realen Ereignis ohne Postproduktion. Ey - und so was ist hier Anstaltsleiter; ich fasse es nicht! - Dabei habe ich die gefräßigen Leerstellen schon längst gestrichen und die Tat als anonyme Ich- Aktion verkauft. Ja, auch die Kameras steuerte ich selber. Insbesondere im Moment des Aufschlags unter Einschlaghöhe. Denn ikonisch anmutende Bilder in Reihe mit einer alten Handkamera zu drehen, verlangt einem einiges ab. Munk wäre dazu nicht mal ansatzweise in der Lage, - stellte sich einst schon im Simulator raus. Damit übten wir damals bei den Taliban, die da noch eine unbedeutende Gruppe herumstromernder Clan- Nomaden waren und erst wesentlich später von den Saudis zu internationalen Terroristen gepuscht wurden. Heute sitzt ein Teil davon folkloristisch als Kurden verkleidet bettelnd in der Fußgängerzone von Bremen, oder geht im Arsch Grüner- Politik anschaffen. Mir hat Munk nie verziehen, dass die Typen ihm in einer Strafaktion mit einem Bowie- Jagdmesser den rechten Hoden amputiert haben. Dabei hatte das Ei eindeutig einen Wasserbruch und der nächste Arzt war unerreichbar. Redet er darüber, vergleicht er den Eingriff mit dem Anschlag vom 11. September. Und hasst Amis, wegen des Bowie- Messers und die Saudis wegen der Luft die diese atmen, gleichmäßig fett. Dabei kann man sich mit nur einem Hoden in der Homo- Szene viel freier entfalten, meine ich. Munk bestreitet das. Denkt als Implantat über ein solides Plastik- Ei nach, dass ihn beim Schwimmen nicht nach oben zieht. – Ja, ich empfinde den fehlenden Hoden durchaus als Belastung, heult er. Gut. Auch eine Perspektive, was fehlt als Belastung und so... Aber dann eine in Bückhöhe. Oder? – Was, - oder? – Meinetwegen auch AUS Bückhöhe, - Mann!


Einschlaghöhe

Übrigens:
Das gezeigte video ist ein fake
Wie das leben ein fake ist
Denn alle gewalt geht vom staat aus
Da hat die polizei nichts zu sagen
Der rest ist bürger/sache
Eine kiste der wahl/loser
Man sollte denen zu kosten/losen drogen verhelfen
Oder anders verarschen
Denn wer selber nach gewalt ruft
Der scheißt drauf
Auf alles

Um in den Tagen geiler Wollust Halt zu finden, ziehe ich ab und an eine Nase. - Vielleicht auch, um mir über Stunden das eigene Wasser zu reichen. - Vielleicht aber auch, der einstürzenden Bilder wegen. - Vielleicht, weil ich einfach den Crash brauche. Weil ich nie davon weg war. Oder weil wegen Volksverhetzung auf Antrag eines einzelnen Herrn von der Stasi Lönneburg gegen mich ermittelt wird. Zudem hätte der schwule Herr mir sicher auch gerne Aids vermittelt. Leider hat er Angst im Wald meiner Gefühle (für ihn) auf mich zu treffen. Jedenfalls könnte es so sein. Könnte! - Vielleicht aber - auch, weil ich nur wenige Stunden Schlaf finde, die zusätzlich von Phasen unruhigen Wachseins unterbrochen sind. - Vielleicht, weil meine Kräfte weiter schwinden. Weiter jedenfalls als die gutgemeinten, aber schlecht gemachten Aufforderungen mich nach Art Marquis de Sade ’Verbrecher werden immer von Verbrechern eingesperrt’ aus wachsender Lethargie zu befreien. Egal wie, - all das erfordert eine immense Kraft, über die ich momentan nur sehr eingeschränkt verfüge. Und nicht mal meine erigierte Nacktheit, ich schlafe wie Gott mich erschuf (Schwanz in der Hand), bringt mich auf den Weg. Nicht der Gedanken an den Imam, der behauptet durch Onanie wird die Hand schwanger. Doch nichts. Auch wenn ich jeden Morgen danach giere -, nach der Sensation ich sei Gott und würde mit zwei gleichzeitig schwangeren Händen im Buch der Rekorde stehen. So bleibe ich was ich bin: Serienmörder. Und rauche Crack nach der Melodie ’die Geister die ich rief’. Ich. Du Pfeife! Während unmittelbar vor meinem Fenster eine Lerche singt. Romeo sagt: ’Lass sie mich greifen, ja, lass sie mich töten!’ Womit er zweifelsohne die Nachtigall meint. Oder etwa nicht? Und wieder sehe ich Musik in Farbe. Schwarz mit hellblau. Dunkelblau mit grünblau. Eine gelbe Mauer. Ein rotes Haus, das sich bewegt - größer wird, kleiner. Das Suizidgedanken hat. Und ich mittendrin. Reiner Wahnsinn. Als wäre ich Hauptdarsteller in einem 3-D-Film; hätte Angst vor dem Tod. Nein, habe ich nicht. Ich wache auf, schüttle mich und fliege mit der Lerche. Sage aber nicht wohin. Nur eins noch, Freunde: LSD schafft Morgentiefe!
Nachtrag:
ich wünschte es würde keine ... geben
und die leute würden mord und totschlag unter sich ausmachen
wie viel friedlicher wäre die welt wenn nicht jeder idiot - weil er von einem andern idioten verprügelt beklaut und vergewaltigt worden ist - nach staat und polizei ruft
lasst sie doch machen
und gebt endlich alle drogen frei – um ohne regeln frei
und friedlich gewalt auszuleben


Flakka (Flex)

Munk hat mich auf Flakka angesetzt. Altdeutsch ’Flex’.
„Verkaufen Sie das Zeug!“ Befiehlt er.
„Woher haben Sie den Stoff?“
„Das sollte Ihnen egal sein.“
„Sagen Sie schon. Schließlich soll ich Ihnen das Zeug verticken!“
„Jimmi! – Es leben hier mehr Vollblutdesigner für Drogen, als Sie Zähne im Mund haben. Was soll also diese Scheißfrage?“

Bullenkraut. Oder Flex. Das irrer macht wie irre. Schlimmer noch als Meth. Sagt White. Vorname Walter. Heisenberg. Nur von seinen Suizidgedanken erfahre ich nichts. Dass der Tod unter Flex seinen Schrecken verliert. Sogar als Helfer erscheint. Und die ersehnte Ruhe bringen kann. Zwischendurch flackern auch Gedanken an Besserung auf - die jedoch schnell in den Dunkeltiefen der Depressionen verschwinden, sollte es an Flex mangeln. Und es mangelt - immer; mangelt an mittelgradig depressiven Episoden. Denn es gibt vom 2ten Frühstück bis zum Abend immer das gleich volle Pfund an Kahlschlag.

„Wie ist der Bestand, Jimmi?“ Will Munk dazu wissen.
„1267 Stück Mensch nach der Lebendkontrolle!“
„Haben Sie auch die Zahlen der einzelnen Häuser?“
„Habe ich!“
„Brauchen wir aber nicht. Oder hat jemand danach verlangt?“
„Niemand, Sir!“
Nichts von Luftveränderung, gedrückter Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit und von der Verminderung des Antriebs. Nichts von Blutleere im Kopf, Pickel am Arsch oder fette Grieben am Schwanz.
„Das freut mich, Jimmi!“
„Typisch für Cloude Nine, was Doktor?“
„Nicht ganz. Was ich fürchte, ist Kannibalismus.“
„Körperfresser?“
„Gegen Flex Sluts geht Rock’n Roll am Stock!“

Ich frage nur mal so: Bin ich dafür verantwortlich, dass immer mehr wesensfremde Leute unter dem Vorwand Asyl zu suchen (Flex) bei uns einschwimmen? Zeichne ich dafür verantwortlich, dass hier immer mehr Rentner Flex- Pfandflaschen sammeln müssen, um als Drogist Überleben zu können? Bin ich dafür verantwortlich, dass die Krankenkassenbeiträge erhöht werden müssen, weil wegen Flex die Kosten davon laufen, wie gestern das Anstaltsfernsehen berichtete. Zeichne ich oder nicht eher Munk dafür verantwortlich, dass sich die illegal hier aufhaltenden abgelehnten Bewerber anonym einen Krankenschein für Flex abholen dürfen? Dass immer mehr hier ansässiger Kinder deswegen in Armut leben müssen? Ist nicht Munk dafür, dass unsinnige Sanktionen gegen einen wirtschaftlich starken Flakka- Partner beschlossen wurden oder werden? Dass hier nun schon die zweite Moschee zum Flextempel umgebaut wird? Dass ein christlicher Pfarrer im Islamunterricht Flextipps gibt? Dass alteingesessene Irre auf Grund ihres Namens als Flex- Rassisten verfolgt werden, so wie es Insasse Neger oder Mohr im Haus 3 geschehen ist? Dass unsere einzige Schule immer weniger Geld hat und deshalb unser Bildungssystem den Bach runter geht? Dass die Kita- Betreuerinnen und Betreuer streiken müssen, weil ihnen eine gerechte Bezahlung in Flex verweigert wird? Dass Illegale von Munk für Flex ein zinsloses Darlehen über 5.000 Euro erhalten und der Altinsasse jeden Cent, den er sich leihen möchte, mit eigenen Mitteln absichern muss? Dass Drogen- Banditen die Anstalt unsicher machen, terrorisieren, und dass es Gassen gibt in die sich nicht einmal mehr Munk mit seinen Schlägern traut? Bin ich schuld, dass immer mehr Typen meinen, eine geschlossene Tür ist eine Einladung wert und das Flex dahinter gehöre ihnen?
„Sie haben es begriffen Jimmi, das gemeine Volk braucht Flex. Und wir verticken es denen! – Oder wollen Sie eine neue Partei gründen?“
„Weshalb Partei?“
„Na, Ihre Thesen und Sprüche... Ich höre das schon seit Monaten, Jimmi, - in Ihnen arbeitet ’das doch’.“
„Ich könnte ja sagen, Doktor Munk, dass diese politische- sexistische- gutmenschen- Kackscheiße endlich ein Ende haben muss! Dass es, nimmt man die Grünen, mehr Flex- GehirnInnen geben muss. Ich gehe sogar noch weiter: Ich fordere für die nächste AnstaltsleiterInnenwahl SaalmikrofonInnen auf Droge. Und dass man SerienkillerInn Abdelkader Salhi DEUTSCHE Flex nennen darf. Und, ich will endlich mal wieder vermummt rumlaufen um selbsternannten WeltpolizistInnen wie dem Flex- Ferkel aufs Maul zu hauen. Ich möchte auch ausländerfeindlich und menschenverachtend gegen Deutsche hetzen. Ich will eine fette internationale VollzeitkraftIn bei Antifax sein und Frau Rott beim Kerzenflex spinnen helfen. Ich...“
„Sie sind eine geballte Ladung Irrsinn von Welt, Jimmi! Und das gefällt mir an Ihnen so sehr!“
„Sagt wer?“
Und ich sage ihm dazu weiterhin, dass er den Powerpoint ’care under fire’ längst erreicht hat und nun auf weitere Instruktionen zu warten habe damit der Patient Flex- Leben nicht vorzeitig ausblutet. So in etwa. Und das, bevor er mich wieder ’mit sonst was’ Niederspritzen lässt. Von wegen Demokratie. Und so könnte ich noch 1.000 Punkte aufschreiben... und schreiben und schreiben und schreiben.
Ey, - Mann – Leute! Seht Ihr nicht, was hier abläuft?
’Neben diesem Therapeutikum wurde ihm eine bestimmte Diät verschrieben, deren wirksame Hauptkomponente aus Rotwein bestand, den er täglich zu trinken hatte. Dazu heiße Bäder mit Kopfkühlung, Kalbfleisch, Hühnerbrust und Hühnerbrühe’

Mit 18, als Legionär im Kongo, lernte ich jede Art von Brutalität kennen - und tötete Menschen. Es ging nicht anders. Nun bin ich Co- Schließer in der Anstalt von Doktor Munk, einer anderen Art von Hölle, die übervoll von irren Typen. Deren wahnsinnige Angehörige zu Besuch kommen, um sich (mir) zu prostituieren damit es ihren Verwandten besser gehen soll. Damit nun zu dir: Solltest du mich mal besuchen kommen müssen, bring Frau und Kind mit. Und benimm dich anständig, sonst reiße ich dir den Arsch auf wie damals diesem...
Versprochen!

Einst hast du in meinem Herzen deine Geschichte versteckt
Heute sind es liebe Gedanken an dich, wenn du nicht bei mir bist
In einer Zeit groß wie das Meer bin ich dadurch bei dir und du bei mir
Weil nur wer liebt mit einem Lachen zurückgeliebt wird
Bitte
Lass es so bleiben


Tatortreiniger

...es bringt wenig den Kasper zu prügeln, man muss die Strippenzieher zwischen die Augen grüßen... sonst hört das nie auf...

„Auf einer anderen Ebene könnten sie Ihre Persönlichkeit neu entdecken, Jimmi!“
„Spricht man ’Sie’ nicht groß und ’Ihre’ klein?“
„...“
„’Auf einer anderen’ passt auch nicht!“
Die Ehre dem Tod, sagt er. Dem Tod die Zeit! In Behauptung.
Ruhm und die linke Hand, antworte ich, so wollte sie sich einst sehen. Durchbohren. Durchdringen. Die Nadel vom Mann in den Mann. Dazu eine gute Nacht in Lavendellaken. Deren Gebrauch nur einer natürlichen Person zugestanden wird. Je älter, je besser. §53 Urhg. Von wegen Plagiat... Aber was weiß man mit 17 schon davon? Was mit 18. Vom Wunsch nach Gewalt. Beim Sex. Von Veränderungen der Eindeutigkeiten. Von matten Haaren und wackelnden Zähnen. Später. Dem schlappen Schwanz. Dem Truthahn der Frau. Zudem (anonym) jemand behauptete, das ich keinen Charakter besäße, weil ich sagte, das bei Analverkehr nur Scheiß- Kinder raus kommen würden. Werden! Würden! Als Seinsbestimmung. Die blöden Söhne und stummen Töchter. - Ich bin beides. - Sie sind beides! Behauptet Munk. Ich? Ja. Sie! Da traf ich ihn am Spiegel im Klo vom KaDeWe, keine zehn Minuten her, beim Büstenhalter richten. Er. Ein altes Weib, das nicht in Würde sterben kann. Oder will. Menstruationsblut am Mund, das er ’meinen natürlichen’ Lippenstift nennt. Ich dazu Triebverlangen sage. Als Absage an jeden Menschen freien Geistes. Dann lieber auf einem Pariser Dachboden lebendig verbrennen. Wozu man allerdings einen Raucher bräuchte.
„Rauchen Sie, Munk?“
„Nein, ich bin auch so schon verzweifelt genug!“
„An mir soll’s nicht liegen.“
„Ich weiß, Jimmi, rollen Sie sich also getrost wieder ein.“
„Dafür gibt es fünf Sterne bei Amazon, Doktor Munk!“
„Stecken Sie sich ihr Schicksal bitte sonst wohin, aber lassen Sie mich damit zufrieden.“
„Katzen würden Mäuse kaufen, - du Idiot!“


stand streifen

deine fotos habe ich an die wand
geschlagen
wie später dich
und wieder abgerissen
das schloss von deinem schrank
wie ich es hasse
das bett
den schau platz dieser welt
mir anders liebe vorgestellt
am leben mich dabei verbrannt
wie trick und track
und will dass es eine ende hat
mit welt
und wand
liebe und schrank
mit trick und track
den gitter stäben jahre lang
die mich gefangen halten
über allem dann das alte lied
- nichts muss
keiner kann
alles ella
deine scheiße
gruß und kuss
dein mann -

Die Leute, die das Unbestimmte verlassen, um irgend etwas von dem, was in ihrem Denken vorgeht, versuchsweise zu präzisieren, sind Schweine – frei nach Artaud


Don’t Cry

KaDeWe- Klo- Frau- Doktor Meier-Müller antwortete einst bei der Euroumstellung auf die Frage ob sie denn Angst haben würde das weniger Kunden kämen mit der schönen Antwort ’gepinkelt wird immer’! - Momentan sehe ich Munk am Klobecken mit dem Schild ’Reserviert für große Schwänze – 2 Euro’ in zweiter Reihe anstehen, während ich für Normal pinkle.
„Für große Schwänze kostet 2 Euro!“ Rufe ich warnend, schließlich kenne ich seinen sprichwörtlichen Geiz.
„Zahlen Sie mal ruhig ihre obligatorischen fünfzig Cent, Jimmi, - mein Rüde braucht eine Menge Auslauf!“ Antwortet er munter. „Und das ist es mir wert!“ - Mal echt jetzt, da vergeht mir sogar der schärfste Harnstein- Husten denn ich weiß, wie genetisch-identisch wir 2 uns letztlich sind. Und dass Munk dort nur steht, um auf die langen Gurken anderer Typen zu luschern. Sorry. Mich ekelt schon, wie er sich deswegen die Hände warm bläst! - Die Geschäftsidee unterschiedliche Kack- Kabinen, Aufschrift ’Für große und kleine Arschlöcher’ beschert Klo- Frau- Meier-Müller weit weniger Erfolg. Eigentlich gar keinen. Denn es kackt keiner, wie ich sehe. Doch die Gute lässt sich dadurch die Laune nicht verderben. - „Als ich vor meiner Geschlechtsumwandlung noch als dritte von Links- Show- Girl im DingsDa in ’Die Herren Damen lassen bitten’ aufgetreten bin, war der Erfolg auch nicht immer gleich!“ Stimmt. Sicher. Ich kenne den Laden nahe Kudamm. Inzwischen hat Munk (überlange) abgeschüttelt und scheint blass im Gesicht. Ich sage dazu nichts. Während Frau Müller ihm beim Bezahlen noch das Genital- Pflegeprodukt für ’Große Lümmel’ aufschwatzt. - „Brennt beim Auftragen ein bisschen“, tut sie locker, „hilft aber!“
„Wogegen?“
„Filzläuse, Prostata - und Halsschmerzen. Davon kann ich euch Süßen ein Lied singen!“ Last but not liest, weil er ohne Hörgerät schwerhörig ist. Ohne Augen blind. In fehlenden Worten - wohl zur Entschuldigung - sagt: ’Ich habe es mit dem Schreiben nicht so’. Als ob ihn ein Kaugummi- Automat ins Leben geschissen hätte und nicht die Schule.


G7 minus 2

Munk hat die Welt gerufen. Und wegen der Brisanz der Gäste die irre Anstalt zur Festung umgebaut. Umbauen lassen. Für Millionen Euronen. Stacheldraht aus Gold. Das volle Programm an Militär und Gastronomie. Dazu für jeden Gast ein Überraschungsei extra.
„Die Gäste aus Afrika gieren danach!“ Sagt er.
„Was ist es denn diesmal?“
„Ein Putina- Ei. Frei nach Fabergé geschnitzt. Vom Künstler im Druck nummeriert und handsigniert, etwas sehr wertvolles.“
„So ein Ei zieht die Grenzen neu, was?“
„Bestimmt!“

Munks Hund hat eine Patientenverfügung. Keine unnötigen Geräte, Spritzen, Herzmassagen. Mund zu Mund und so. Der Rest ist in Folge bekannt. Der Patient ist dem Tod geweiht.
„Dem hilft nicht mal mehr eine Finanzspritze. Dabei hat er früher so gerne geshoppt!“ Lacht er wie der first Kahlkopf von Griechenland.
„Ich sah ihn nur an der Würstchenbude.“
„Und Eis!“ Lacht Munk. „Dafür hatte er ein Faible.“
„Für Bockwurst!“
„Ein helles Pfötchen hatte er auch für Champagnerkaskaden. Und Kaviar. Davon konnte er nach Geruch sogar die Sorten hersagen.“
„Wenn nur seine Melancholie nicht währe. Damit hat er sich viel kaputt gemacht!“
„Am liebsten mochte er junge Ossietra (18–20 Jahre).“
„Die mit den dicken Titten und vollen Lippen!?“
„Möglichst in anthrazit. Blacks nur in der Not. Und immer ohne Borax. Darauf hat er unbedingt Wert gelegt.“
„Ist er nicht als Pfarrerskind geboren?“
„Mich schmerzt es, wenn Leute gehen und die Türen laut knallen.“
„Haben Sie eine Ahnung, was ich jetzt mit dem Hundekorb machen soll?“
„Posthum, oder so?“
„Allemal besser als bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben zu kommen.“
„Können Sie ein Beispiel nennen?“
„Schnell konsumierbar... ? Wohl kaum!“

Wir sitzen am Tisch. Sie mir gegenüber. Beim Mittag. Essen. Erbseneintopf. Mit Bauchspeck. Ein Rezeptklassiker. Allerdings habe ich ihren Namen vergessen. Doch das macht nichts. Trotzdem. Ich überlege was sie tun würde, wenn ich mit dem Kopf in die Suppe. Tot wäre. Tod. Dabei gibt es gar keine Suppe. Sondern? Pizza Rabiata. Meine Lieblingspizza. Frisch aus Rom. Trotzdem fühle ich mich beschissen. Angespannt. Habe Kopf- Hals- Rhythmusstörungen. Zucken - wie Sau. Herzschmerzen. Am ganzen Körper. Und Oberbauch. Den linken Arm taub. Als ob der Arm jemals hätte hören können. Konnte er? Nein. Nie. Nicht mal der rechte. Zur rechten Zeit. Schiebe mir trotzdem ein Aspirin rein. Zu Befehl. Sagt Aspirin. Aber erst nach dem. Essen. Sage ich. Sollte ich da noch leben. Und überlege, was die namenlose Person getan hätte. Nach Rabiata. Wie? - Melanie?! Mit Aspirin. Und ob es eine Lösung wäre. Ob es überhaut eine solche gäbe? Geben würde. Locker aus der Erfahrung heraus gefragt, - an euch Zombies. 10 Stück. Wahlweise zu 24,99 Euro bei ebay. Als Festangebot. Dazu die Geschichte eines ungeklärten Verbrechens. Nur mal so. Sollte jemand danach fragen. Ey. Durch drei Türen pro Seite runter geht’s direkt in die Hölle. Auch das ein Sonderangebot. Also bitte!


Spritze für mich

Achtung, an alle! Weil er selber das Virus hat führt Munk (wieder) Cluster– Studien durch. Und die - wie das - nicht nur aus reiner Profitgier! Immerhin. Ich trinke deswegen und notgedrungen (aus reiner Vorsicht!) den morgendlichen Schnaps aus dem Kaffeebecher - to go. Mann – Munk! Was für eine verkommene Sau du doch -, der mich zu so was nötigt.
Noch/was: Ich bin mit meinen Büchern bei epupliepup wegen fehlender ISBN weg vom Fenster. Nichts wird mehr gedruckt ohne. Dabei will ICH keine. Überhaupt gar keine. Denn mir graut vor internationalem Ru(h)m. Presse, Preisen und so. Ja. Mir reicht KV, FB meine HP und das Fettauge auf der Handcreme- Suppe. Sorry Leute, hört also dringend auf mich zu beknien, ich brauche echt keine Guppies. Weder Frauchen noch Männlein. Und all die armen Kinderchen lasse ich den Pädo- Alt– Grünen in ihren Privato- Schulen- Heimen und Irren- Internaten. Und deshalb bin ich. Aber so was von auch, bin ich. Yes. Fuck the Dings- Bumms, oder so.


Maikäferhoden in Transplant – oder: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ – Genesis 1,1

Als ich mich nackt ausgezogen, kam es zur Annäherung eines Astroiden an die Erde. Gottvater selbst soll ihn gesteuert haben! Das geschah am Montag. Dabei wollte ich nur Luft in den Reifen von Ellas Fahrrad pumpen. Nun soll ich (Mittwoch, also Morgen) wegen Flug- Umweltgefährdung und Gotteslästerung vor Gericht erscheinen. Doch wegen meiner OP hat Munk den Termin gecancelt - und (mir) weltweit alle Drogen abgesetzt. - Doch keine Angst, sagt Doc Asyl (der syrische Operateur), das bekommen wir schon wieder hin. Dabei soll eine komplizierte Schulterprothese (noch dazu inversiv) eingebaut werden?! Melden sich mir Zweifel an seinem Können.
„Inversiv, wegen dem Steckschuss von damals“, erklärt er. „Aber nicht nur. Auch wegen der noch frischen Stichverletzung. Den Total- Muskelschäden deswegen...“
„Keine Angst, die bisherigen Resultate lassen hoffen“, nickt Munk. Während Doc Asyls Schmiss auf der rechten Backe (Wange) freundlich lächelt.
- Hüte dich vor den Gezeichneten! (Weil diese Personen kampferprobt sind) –
„Sie machen doch aber sonst nur Transplantationen“, wende ich ein. „Herzen und Lebern. Nieren, Hodensäcke und Penisse von Nashörnern!“
„Und - wenn schon? Wo ist denn da der Unterschied?“ Beruhigt er mich. „Es ist wie mit den Maikäfern. Mal gibt es mehr, mal weniger. Also gibt es nichts zu wundern, wenn in guten Maikäfer- Jahren Einbrecher erschossen werden. Mal mehr. Mal noch mehr. Ich tippe in den nächsten Jahren auf noch viel mehr, denn es soll ja ’laut den Grünen’ auch wieder mehr Maikäfer geben.“
„Das war aber jetzt absolut OT“, sage ich. Aus der Narkose erwacht.
„Nicht unbedingt“, meint Doc Asyl (der syrische Operateur!) „wir benötigen Spender. Und wenn mehr erschossen werden...“
„Maikäfer?“
„Human Org!“
Gott formt den Menschen aus der Erde des Ackerbodens...
„Und – alles gut gegangen?“
„Das Spender- Nashorn wäre stolz auf Sie!“
Als ich das Ding dann sehe, schwanke ich zwischen Wut und Demut. Wenn überhaupt.


Drug Com

Leben - lernt man autodidaktisch. Konzentriert, beharrlich, eigensinnig. Wenn man Glück hat. Dann aber unter Schmerzen. Die gehören in so einem Fall dazu, behauptet Munk. Der in seiner Jugend kaum Haltung und Klasse aufwies. Der schon ab der ersten Minute der Geburt ein rot- blond- Schopf war. Der schon ab da (bis zu seinem 6ten Lebensjahr, - der vorgezogenen Pubertät!) einzig von seinem ’niedlichen’ Gesicht lebte. Der Zöpfe trug. Kaum Ohren besaß. Eine kleine Nase. Schmollmund drunter. Mit Hamsterzähnen. Der auch im Kindergarten mit Erfolg eine Pippi Langstrumpf- Version gab. Mit bunten Blüschen und kariertem Röckchen und so; begeistert wie gelobt von den Nick- und Nenn- Tanten in sattem Juchtenduft, die in den Kinderwagen greifend ’Gulle – Gulle’ schnurrten und ihm mit ihren fetten Brillant- Diamantringen Schrammen in die Kopfhaut ritzten, als wäre die Fontanelle eine Milchglasscheibe. Damen, die seine darauf folgenden (gewaltigen) an- und abschwellenden Erektionen bestaunten die einem Vulkanausbruch glichen, dessen pulsende Druckwelle das Bettdeck hoch in die Luft schleuderte. Das bestaunten all diese alt gewordene Mädchen, die nicht wissend waren und blieben dass die klein- Munksche Naturkatastrophe ihren Brillis und Geldgerüchen zu verdanken war; von wegen Geld stinkt nicht. Mein Munk vom berauschenden Odeur der Macht aber wusste, - der nun Doktor Munk genannt wurde und Geld und Brillis der längst verstorbenen Tanten in dem eben neu gekauften Spring- Hüpf- auf/mich so oft du willst Bett hortete. Munk. Der GEILE. Der mich jetzt und hier sedieren will, um mich gefügig zu machen. Angstfrei. Mit Tilidin. Um mich auf einen irren- Typen namens Sedan anzusetzen (wie er sagt), einen komplett tätowierten arabisch- kurdischen Muskel- Musel- Türken aus dem Krieg in Syrien, der mit Bedacht seinen Pass weggeworfen hat um in Deutschland... der nun Stressfaktor Nummer 1 hier - zur Zeit - ist.
„Wenn Sie diesen Ochsen geschafft haben - Jimmi, gibt es 14 Tage Urlaub am Stück wohin Sie wollen!“
„Aber ohne Bewachung!“
„Klar doch...“
„Und mit Kohle satt!“
„Auch das!“
„Gut, erzählen Sie mir von Sedan.“
„Sedan ist ein dreizehnfacher Frauen- Mörder...“


Schlecht gelauntes Grundrauschen auf 18

Alle Taten des Terroristen ’Sedan’ werden durch die kapitalistisch- sozialistische System- Presse der NSU (Quickly)zugerechnet. - Bestimmt ausgelöst vom BMW- BND, vermutet Munk. Die haben doch überall ihre Finger drin, grinst er. - Im vorliegenden Fall in der rot- grünen Keks- Dose, mit dem darin versteckten braunen Sprengsatz als Trockenhefe. Die aber nicht hochgegangen ist. Von wegen der Kuchen wäre dann gegessen! Nichts da. - In einem ähnlichen Fall hat die Tochter des Ladenbesitzers übrigens den als Wolf verkleideten NSU- Mann mit der Sarotti- Dose im Hakenkreuz- Geschenkkorb sogar selber in den Laden gelassen. Behauptet der BND- Obmann. Auch der Musel- Vater und die Kopftuch- Schwester des Opfers hatten den Wolfsmann auf dem Schirm. Doch dann wieder ’doch’ nicht. Dann war es eher doch ein Huskie (oder Adolf Hitlers toter Schäferhund), - so ein liebes Tier, mit stahl- blauen Augen, hart wie Kruppstahl und schnell wie - eben: Adolf! Trotzdem fertigte die Polizei nach deren Angaben ein Phantombild. Die Suche nach dem NSU- Tier- Täter verlief allerdings ohne jeden Erfolg. Am Tatort selber blieb eine halb betrunkene Flasche Rotwein zurück. Eine Scheibe Tilsiter- Käse in Rot- Front- Kreuz- Packung. Und die tote Tochter fand man - enthauptet – eingeschlossen in der Standuhr aus anatolischem Familienbesitz zwischen 2 anderen Kopftuch- Lämmern. Sedan, den auch wegen diverser sexueller Handlungen und zweier Vergewaltigungen vorbestraften Nachbar, als Täter, war kein Gedanke wert. Oder, wie die Zeit (auch über dessen Nazi- Bekanntschaften) schrieb: Die Zwillinge haben doch immer so nett gegrüßt. Und haben die Tat fast gleichzeitig – jeweils um 5:45 (den NSU im Visier) – mit Hitlers Zitat - den Einmarsch in Polen verglichen. Irgendetwas muss doch die Presse- Scheiße am Kochen halten, oder nicht? Komm mir aber nun nicht mit: Plattitüde, Binsenweisheit oder irgendwelchem gesichtlosen Blablabla. Denn die Lage ist ernst, aber nicht... Und so weiter. Behauptet Munk.


Meine Mutter – oder: ’Über die Herstellung eines Molotow-Cocktails’

Ich hatte eine Mutter. Die hat mich gut beschützt.
Ich hatte keinen Vater. Den brauchte ich (auch) nicht.
Ich dachte einen Gedanken. Der hat mich behütet (wo ich war).
Dann lernte ich mich kennen. Was Gewalt ist (und so). War schon klar.
Kämpfte meine Kriege. Die Tode auf Raten waren.
Nein. Ich vermisste keine Träume. Nicht mal mehr den an dich (im Morgenlicht).
Denn irgendwann war in mir (komplett) Winter. Und Eis. Wohin man blickt.
Auch das war mir egal. Allerdings spricht man darüber nicht.
Stimmt. Ich denke oft an meine Mutter. Ihr Grab im Sonnenlicht.
Ach. Wie gerne würde ich dort ruhen.
Gut. Sterben könnte ich (überall). Nur in Gedanken an meinen Vater eben nicht.
So vergeht hier quälend die Zeit. Denn. Lebenslänglich endet nur im Gedicht. Dass Rosen Dornen tragen.
Und wie weit die Zeit vorbei ist. Sieht man (in meinem Gesicht).


Vick a Voxi

’Seit vielen Jahren bin ich von seiner Poetik fasziniert. Sein zugleich spekulativer als auch poetischer Realismus nimmt mich gefangen. Ich kenne keinen vergleichbaren Schriftsteller. Endlich erscheint nun sein neuer Roman. Darauf freue ich mich sehr.’ - Mal echt, wer mir so etwas ungelebtes irgendwann mal schreibt (immerhin kostet die gemeinte Fleppe satte 29,90 Teuro) sollte lieber mit dem Arsch zu Hause bleiben und Winterkirschen einmachen, um seinem bescheuerten Sein endlich Sinn zu geben. Doch es geht noch einen Fick schlimmer, Body: ’Ich erfahre so viel über den untergegangenen Westen und über die Gegenwart - erst jetzt weiß ich, dass ich mir genau so einen Roman über dieses Land schon immer gewünscht habe.’ - Mann! Kaum habe ich den Scheiß gelesen, kündige ich die (einst sorgfältig ausgesuchte) Grabstelle in Berlin– Wedding und suche mir einen höchst anonymen Urnenwald in den Bergtiefen der Schweiz. Yes, Sir! Und ich werde bestimmt Nähe Appenzell– Innerrhoden fündig werden. Bitte? – Na, weil ich es will. Es könnte zudem ein Anfang in Trash sein, wie die lange Zigarre im Klo danach. Oder liebst du Trash nicht, - Genie und- oder- Wahnsinn? - ’Fragt ein Autofahrer den Appenzell- Bauern, ob er durch die Wasserlache vor ihm hindurch fahren kann. Der Bauer bejaht und so fährt der Autofahrer darauf los, sinkt dann mit dem Auto aber ein. Darauf der Bauer: "Komisch, bei den Enten hat das Wasser nur bis zum Bauch gereicht!"’ – Egal. Jedenfalls bin ich auch im Regen voll am Leben. Zudem gilt es im Test ’Blaue Flecken überall – Penisvibrationen bis es richtig wehtut’ die Struktur eines barocken Taschenvibrators für Herren zu bewerten. Die Aids- Sex- Spielzeug- Firma hat mir dafür direkt einen Sonderpreis gemacht, sollte ich 4 Stück bestellen. Nun suche ich noch 3 andere super- geile Typen. Und - wie wär’s mit dir? Oder ist dein Hodenbruch noch nicht richtig verheilt? Worauf mir Munk den neuesten Krebsratgeber aufs Kopfkissen legt. Zudem er mich mit dem Spruch „Sie sind in letzter Zeit ganz schön übermütig!“ an meine Mutter erinnert. Mir tut das saugut, - ich gebe es zu.


Wissen heute

Mit ein– bis 2- Flaschen Tilidin und 10.000 mg Para geht es mit U- und S- Bahn kostenlos durch Berlin. Zur Not auch mit dem Bus; mit Taxi ist schlecht. Die Kutscher prügeln sofort wie blöde, wenn man ihnen sagt das man (komplett) mause ist. Ich kotze denen dann zum Dank in die Karre. Irgendeinen Sinn muss die Action schließlich haben. Von wegen Nebenwirkungen (Blutige Schrammen am Schädel, Veilchen wahlweise, wacklige Zähne, Bullen, Ausnüchterung, Haftrichter! – und dann auch noch Munk!, - der mich auslösen muss): Scheiß drauf!


anterograde amnesie

stehst am herd in kittel schürze rührst im eintopf
und aus dem fenster huscht dein blick
ich kann noch deine stimme hören
das angsterfüllte rufen
junge
komm doch bitte schnell zurück
geschluckt von panzer ketten
lauten befehlen dahin zu gehen
wo man sterben kann
gott wird dazu - irgend wann mal - stellung nehmen
wenn nicht für mich dann geht es andere an
was krieg ist und wofür gestorben
was eigentlich du zum leben hast geboren
so küsse ich in liebe deine augen
oh mutter vater land
und hoffe auf ein wieder sehen im freuden taumel
lass es derweil dir gut ergehen
das immer dutzend sterne hell am sonnen blauen himmel stehen

- an einem baum voll mit oliven hängt ein mann an seinen füßen
wie man nur hängen kann wenn man vom blut nicht wüsste
dem loch im kopf als letzten gruß von dem der mit den engeln schläft -


Zitat: ’DASS ICH BISSWUNDEN HATTE, SOWIE AM LÜMMEL...’

Den Kopf 3 Stunden mit Eis kühlen. Dann abtrennen. Auf einen Hals ohne Kopf setzen. Festnähen. Herz anwerfen. Ticken lassen. Fertig.
- Das Kind, übrigens, also ihr beider – gemeinsames - Kind, habe er nur getötet, weil es nun keine Mutter mehr haben würde. Doch das kann man auch anderswo nachlesen, wie er die getötet habe. Die Mutter. Und dafür würde er ja nun ins Gefängnis kommen. Und dann hätte das Kind auch keinen Vater mehr... Und ohne Vater aufwachsen wäre schlecht. Das könne man ja an ihm sehen. Deshalb musste das Kind weg. - Wie? - Erwürgt, ja. Mit dem Strumpf der Frau! – Frage: Und das, während sie mit der Mutter den Geschlechtsverkehr vollzogen haben? - So ist es, Herr Richter. - Aber da war die Frau schon tot? - Stimmt, Herr Richter! Sie wollte es aber so. - Tot sein? - Nein, mit mir bis zum Schluss vögeln. Hat sie jedenfalls so gesagt. -
Während in echt die Entweihung des Königs, der mit goldiger Pappkrone im Brokat- Nachthemd posiert, im Schlacke- Keller vom Berghain stattfindet. Dort prasseln an die hundert Original- Schläge bis zum gestöhnten ’Oh - es ist genug!’ als würde der früher dort gelagerte Koks Blut furzen, statt sexuelle Fantasien lediglich in Rede bei Kaffee und Torte darzulegen. Tod. Aber schön. Ein lieblicher Engel. Wenn das viele Blut nicht wäre. Egal. Wenigstens das Haupt ist verpflanzt und es regnet nicht durchs Dach.


Wake Up Allone

Live ist mein Leben. Blues. Auch wenn viel schief ging. Du weißt schon. Mit dem abgetrennten Kopf und so. Munk schimpfte. Ich hätte (seine) Nachsicht nicht verdient. Weswegen die Polizei nach mir sucht. Meinetwegen. Aus schwarz wird deshalb auch nicht weiß. Und der kaputte Zahn ist locker zu ersetzen. Der oben links. Glaube mir. Und es kommt noch besser. Denn Glastonbury war mein Fall. Von wegen Schuhe am Vorhang abputzen. Und total besoffen auf (die) der Bühne. Am Saxophon festhalten. Bis die Flöte quiekt. Am liebsten hätte ich dich aufgehalten. In meinem Kuss gefangen. Bis die Sonne wieder scheint. Doch wir hatten ja noch ’Live in Nimes’. Vor dem Urlaub am Meer. Du mit blondem Haar. Drei Tage Bart auf der Oberlippe unten. Und ich das Teil vollgesabbert. Bis Blut lief. Und 2011 dann Brasil. Wir. Seltene Vögel. At the Copa. 2 Years in a row? Ja. I miss u too. Habe mir übrigens aus deinen Haaren eine Handtasche gestrickt. Cool. Sagst du. Und lachst dazu. You now Im not good. Cu in a full concert. London. God bless u. ’Roadie für Concert gesucht’. Life ist mein Leben. Rock’n Roll. Blues.

Walter Freeman schrieb: ’Die Psychochirurgie erlangt ihre Erfolge dadurch, dass sie die Phantasie zerschmettert, Gefühle abstumpft, abstraktes Denken vernichtet und ein roboterähnliches, kontrollierbares Individuum schafft.’

Haben Sie gefunden, wonach Sie gesucht haben, kommt regelmäßig Munks Frage. Und ich ’muss’ mit NEIN antworten. Weil ich nie finde, was ich suche. Und das wird mein Leben so weiter gehen.
Wie das grölende Lachen von Munk, wenn ich ihm von meinen Sehnsüchten erzähle. Wie mein Leben hätte sein sollen. Und was geworden ist. Aber, aber, tut Munk ungeniert, was denn nun? ’Ja’. Oder ’Nein’. Oder ’Weiß nicht’. - Weiß nicht, Nein, Ja, Nein, Weiß nicht. Oder...! Erst danach verschwindet sein Kopf durch die Wand, wie er gekommen ist. Klar, ich habe das an einem trüben Tag auch schon mal probiert. Wollte nebenan Uschi erschrecken. Landete stattdessen 7 Tage mit Gehirnerschütterung im Klinikum Wittenau. Immerhin besser mit Kopfschmerzen dort, als voll bescheuert hier. Und genau so was gibt mir in schwachen Stunden Hoffnung und Trost.
Munk (dagegen) denkt immer noch, ich träume seinen Traum. Irrtum, Munk, ich lecke lediglich meine Wunden. Und ich erinnere mich dabei immer öfter, wie es mit Munk und mir anfing. Dass er mich wohlwollend und mit den Worten ’Ich kenne Sie irgendwoher’ in das Programm ’Medikamenten- Tester’ der Firma Pill.cam Berlin aufgenommen hatte. Wie ich auf seine Frage warum ich das tun würde, schließlich sei es nicht gänzlich ungefährlich antwortete, dass ich Geld fürs Studium brauchen würde und auch sonst für neue Erfahrungen nicht gerade zimperlich sei. Dann sind Sie bei mir genau richtig, lachte er, - in Kürze findet hier unter meiner Aufsicht eine hochdotierte Studie bezüglich Lobotomie statt, Titel: Gewalt und Gehirn, - dafür werde ich Sie dann eintragen? Aber ja doch, Herr Doktor Munk, sehr gerne! Und ich merkte mir sogleich eins seiner Lieblingsworte: BEZÜGLICH! Es sollte auch meins werden! Wie auch ’sogleich’, das ich mir vor Tagen schon abgespeichert habe. Womit ich meine Gegenwart schmücke.
„Wollen Sie mal Shutter Island lesen, Jimmi, - darin geht es um Lobotomie und...“
„Aber ja doch, - gerne!“
„Okay, nehmen Sie es mit. - Sie werden sich darin wiederfinden.“ 

 
Chemtrail, - oder: nie da gewesen
 
Während die Karten neu gemischt werden gebe ich mir die Zeit, die ich brauche. So hätte ich beginnen können. Doch Munk lässt es nicht zu. Der konfrontiert mich mit dem Piloten der ’Sinkflug- Maschine’ (ich sage nur: CHEMTRAIL!) und welchen Auftrag er dafür für mich hat.
„Für mich -, bitte? - Auftrag - von wem?“
„Wir haben hier eine Bestimmung als Gesellschaft zu erfüllen, Jimmi. Nur deswegen sind wir hier. - Wissen Sie das nicht mehr?“
„Schon, schon... Aber doch irgendwie... anders...“
„Sie denken an Rache, was?“
„Eher an Gut und Böse. An Opfer und Täter.“
„Und was sind Sie, Jimmi, Opfer oder...?“
„Ich bin die Spur, auf der das Leben läuft. Denke ich.“
„Jimmi! - Sie haben immer noch nicht realisiert, dass Sie die Frucht einer inzestuösen Beziehung zwischen Vater und Tochter sind!“
„Doch, habe ich. Immerhin habe Sie mir den Porno in dem ich gezeugt wurde Dutzende Male vorgespielt. Zudem der Streifen unter dem Titel ’Vater mit Tochter bei der Arbeit’ ein Hit im ’du- tube- du’ Netz ist. Und ich habe auch noch bestens die Schlagzeilen der Presse über mich als bedauernswertes Opfer bei Prozessbeginn vor Augen. - Also bin ich Opfer, bevor ich Täter wurde. Und Sie wissen das, denn Sie waren life dabei!“
 
Vor Sekunden habe ich den Fahndungsaufruf im Fernsehen gesehen. Und doch höre ich jetzt schon seine Schritte, - greife mir das Stuhlbein, ich habe das Teil aus Goofys Zelle – seitdem hat dessen Stuhl nur noch drei Beine – er säße aber trotzdem bequem, wie er sagt - und stelle mich schlagbereit hinter die Zellen- Tür. Wenn er also zu mir will, die Tür aufdrückt, schlage ich zu! Und es wird ein volles Pfund sein, denn ich bin sauer auf die Welt. Zudem er seit 16 Jahren auf der Flucht ist und entsprechend ausgehungert sein wird. Unter anderem werden ihm Mord, Vergewaltigung, Erpressung, Drogenhandel, Urkundenfälschung, Verschwörung und Geldwäsche vorgeworfen. Weiterhin soll er der kriminellen Bande des B.- Kanzlers zugehören. Dem Paten des Flüssig- Gas- Handels. Ihn erwarte also so oder so die Todesstrafe; doch wir haben keine. Also bleibt es wieder an mir hängen. So wie - IMMER – ALLES, IMMER – ALLES - an mir hängen bleibt. Doch dann kommt Entwarnung, - im Fernsehen wurde das falsche Fahndungsfoto gezeigt, lacht der Moderator der Quatschsendung. Für mich aber zu spät. Und erst mal für ihn. Denn auch mein Lebenskuss und die mich echt anstrengende Herzmassage bringen ihn nicht mehr zurück. Doch kaum habe ich mir sorgfältig den Schweiß vom Gesicht gewaschen (es gibt wieder warm Wasser), höre ich Schritte. Ich hechte zum Stuhlbein links in der Ecke an der Erde, packe das Teil und schleiche auf allen Vieren zur Tür. Wenn er jetzt käme – dann - Gnade ihm... Scheiße. Dann war es das letzte Mal heute. Versprochen!
 
 
...wenn der Kopf erst ab ist, ist die Zunge sinnlos...
 
„Mein Problem ist Ihr Problem!“ Beschwört Munk den Teufel. Und meint mich damit.
„Wieso meins?“
„Um gegenüber das Rotsteinhaus zu kaufen, haben wir damals zusammengelegt, - oder etwa nicht?“
„Das ist 10 Jahre her.“
„12!“
„Na schön - und nun?“
„Es gibt Probleme.“
„Erzählen Sie.“
„Erst Sie!“
„Na gut: Der ’Angry Pirate’ - auch ’Houdini- Trick’ - ist eine Sexstellung, in der man seine/n Partner/in anal befriedigt. Kurz vor dem Orgasmus zieht man den Penis aus dem Anus, stöhnt laut und spuckt dem/der Partner/in auf den Rücken. Im Glauben, dass man gekommen ist, wird er/sie sich umdrehen. In diesem Moment spritzt man dem/der anderen das Ejakulat ins Auge Schließlich muss man ihr/ihm fest gegen das Schienbein treten. Denn erst wenn er/sie auf einem Bein mit zusammengekniffenen Augen durch die Gegend hüpft, ist der ’Angry Pirate’ ein richtiger ’Angry Pirate’.“
„Lassen Sie den Blödsinn, Jimmi! Außerdem ist das nicht neu. Der Trick lief vor Jahren schon als ’Magic Mann’ erfolgreich.“
„Gut, dann eben so: Bei der ’Arabischen Brille’ handelt es sich um eine Sexualpraktik, bei der der Mann dem Partner beim Oralverkehr seine Hoden auf die Augen legt...“
„Mit der ’Japanischen Regenbrille’ aus ’Two and a half men’, die Charly Harper so geil fand, hat des aber nix zu tun, Jimmi, oder?!“
„Es ist total ungeil, wenn Sie alles immer schon vorher wissen, Munk...“
„Kommen wir also zur Sache!?“
„Okay!“
„Es wird aber unappetitlich...“
„Nichts Neues bei Ihnen.“
„Unser Haus ist zum Horrorhaus verkommen...“
„Wie das denn, wir haben doch einen Hausmeister.“
„Stimmt. Jaro. Den Polen. - Doch eben der ist das Problem, - der hat nämlich peu a peu alle ’vernünftigen’ Mieter durch ’eine Art’ Zigeuner ersetzt.“
„Wieso sagen sie durch eine ’Art’ Zigeuner?“
„Weil das eben ganz bestimmte Zigeuner sind. Solche nämlich, die man zum entmieten einsetzt.“
„Entmieten, wer will das denn?“
„Jaro, wie ich leider feststellen musste, - der hat uns alle mit seinem immergrünen Außenbewuchs vom Haus getäuscht.“
„Efeu satt, wenn ich mich nicht irre.“ Muss ich lachen.
„Dahinter wird auf den nackten Boden gekackt und gepinkelt und zusätzlich alles mit blutigen Damenbinden dekoriert.“
„Das ist ja unfassbar!“
„Und es geht weiter, denn im Internet hat Jaro das Haus ohne Angabe der Adresse als ’wunderschönen Altbau in einer Toplage von Berlin’ inseriert.“
„Wie kommt der dazu... das Haus gehört ihm doch gar nicht.“
„Es geht um Geld und Macht, Jimmi. Es geht um uns.“
Genau in dem Moment fällt mir ein Munk bei einem Telefonat belauscht zu haben, wie der ein Gründerzeit- Haus für 2,7 Millionen verkaufen wollte. - Ey! Das war und ist mein Haus! Und das ist nicht gelogen. Schließlich steht Munk nur zur Sicherheit mit im Grundbuch, falls mir mal was passieren sollte. Geschehen war das in der Routine des Irrsinns, als Munk mich irgendwann mal mit Gift niedergestreckt hatte. Darauf angesprochen, lacht der höhnisch. Und wissen ’sie’ wie das klingt? Als würde einem ein 2 Zoll Nagel ins Ohr geschlagen. KRRR... BOING. KRRR... BOING. So in etwa.
 
- Nachts kratze ich mich blutig bei der Frage ob ich lesbisch bin, wenn ich den Wunsch habe mit Frauen zu schlafen. Und wenn ich es dann mache, dass niemand das Flugzeug entführt während ich mir auf dem Klo an der Lady einen abarbeite. -
  
 
Willi tötet, was er liebt
 
Willi weiß nichts. Willi ist eben erst eingeliefert worden - und liegt im Koma. Sagt er. Dabei ist er putzmunter. Doch das ist hier durchaus üblich. Das mit dem unerkannten Koma. Und nicht nur Munk weiß das. Auffällig bei Willi ist allerdings sein Pferdeschwanz. Munk sagt, er hätte 2 davon. Ich kann das nicht bestätigen. Bestätige ihm aber einen weißen Lederrock und rote Pumps. Was Pumps sind? Stilettos, nur anders. Schuhe eben. Mit denen die meisten aussehen wie frisch vom Strich. Jedenfalls zusammen mit einem weißen Lederrock. Was bei Willi zutrifft. Der von Hause aus Jura studiert. Hat. Einst. Sagt er. Weil es musste. Weil sein Vater Jurist sei. Seine Mutter Anwältin. Und ich weiß, was er heute noch so alles sagen wird. Nämlich das, was immer alle am liebsten sagen. Lügen! Sieh nur mich an. Doch Vorsicht, was du siehst ist nicht das Ende der Welt, sondern mein zweites Leben in so was wie Hell’s Kitchen. Ein Haus als Waffe gegen Leute die anders sind. Leute wie Willi. Und mich. Die nicht glatt gebügelt daher kommen und immer den gleichen Scheiß auf den Lippen haben; wie Vögel im Frühling. Eigentlich sind wir die authentische Gegenwart und der Rest, also ihr anderen, ein Relikt der Vergangenheit. Unfähig sich zu verändern. Doch macht nur. Ihr werdet schon sehen. Und damit ist Willi von der Leine. Der Willi. Von dem Munk sagt, er sei ein Frauenmörder. Gehe auf Huren. Also auf euch alle, sagt Willi. Und lacht. Willi. Der die Enttäuschung von mehr als einem Leben ist. Kann man in der Zeitung nachlesen. Doch wer liest heutzutage noch über Willis. Die lebt man, oder man ist tot!?  


Risiko

„Noch von der Straßenseite gegenüber aus kann ich die im Gemäuer der Anstalt eingeritzten Namen dutzender Neuroleptika erkennen, die ich im Laufe der Zeit genommen habe. - Und ich kann nicht behaupten, dass die mir geholfen haben. Ich kann aber auch nicht sagen, dass die mir geschadet haben. Ich kann eigentlich überhaupt nichts darüber sagen - wie ich so geworden bin, wie ich bin. So... Schizophren. Zumindest im Vorderhirn. – Aber ob mit oder ohne Pillen ist jetzt nicht mehr die Frage.“ Erzählt mir Ernst- Moritz.

„Und sonst?“ Hoffe ich was vom Flugverkehr hinter seiner dunklen Brille zu hören. - Doch nichts.
„Haloperidol, Flupentixol und Perazin nehme ich noch regelmäßig.“ Kommt stattdessen.
„Schön“, sage ich, „wenn es dir was bringt.“
„Hoffnung - zumindest“, sagt er.
Und ich denke darüber nach, was Hoffnung in der aktuellen Situation bringen kann. Denn zur Hoffnung benötigt man
Bindungsstellen im Gehirn und genügend Dopamin- 2- Rezeptoren. Das und die hat Ernst- Moritz aber nicht. Mehr. Und auch aus diesem Grund wird Munk ihn heute Abend von der Maschine nehmen. Und somit aus die Maus. Auf die schon ein reicher Araber der F- Abteilung wartet. Diagnose: Scheiße im Hirn, aber Geld wie Heu, - um der Wahrheit näher als nahe zu kommen.
Ey -, dann doch lieber einen fetten Virus oder den dritten Weltkrieg als den, denke ich. Worauf Munk mich erneut einen Nazi nennt. - Hört, hört, die alte Kapitalistensau: Geld stinkt nicht! - Geld will Gehör und Aufmerksamkeit. Geld will Macht. Genau wie Munk. - Könnte ich (meine ich), würde ich ihn auf der Stelle im Zirkus- Maximus an die Löwen verfüttern.

„Drehen Sie doch einfach die Zeit zurück, Jimmi, - Sie sind doch in der Lage dazu!?“
„Wenn ich das könnte, Munk, wären Sie nie geboren!“ Lache ich, als hätte ich Papageien im Kopf. Punkt. Und Zwieback im Gelände. Von wegen Distanz und Annäherung. Die Narben der Seelen kotzen goldene Autoschlüssel aus. „Für Ihren Urlaub, Jimmi!“ - Ja, mehr kann man von einem Arschloch auch nicht erwarten. - Von einem, der mich auf Schritt und Tritt beobachtet. Der meine Post liest. An mein Telefon geht. Jedes Wort spricht. Jeden Satz. Jeden meiner Gedanken denkt. Ein Fremder, der man sich selber ist. Der einen vor die Hunde gehen lassen würde... Ginge es. - So einer. Wie ich. Ein absolut – echter - Munk.


Glashaus oder ... auch wenn ich mich wiederhole - aus Sinkflug (Roman- Groteske)

Mein eigen Fleisch und Blut.
’Es wurden Zwangsjacken, ein Fußriemen, ein Handriemen, ein Paar lederne Zwangshandschuhe und eine dicke kurze eiserne Kette, die an zwei eisernen Armfesseln befestigt waren, vorgelegt. Auf Auffordern des Gerichtsvorsitzenden zog B. dem P. die Zwangsjacke an. B. machte dabei ein sehr bedenkliches Gesicht. Ein anderer Wärter bemerkte, dass die Zwangsjacke den Kranken derartig fest angelegt, dass sie kaum noch atmen konnten’.
Munk realisiert nicht nur deshalb seine Umbaupläne; so er kann. „Teile der Anstalt sind immerhin aus der Kaiserzeit!“ Referiert er den Saudis und Griechischen Milliardären mit Deutschem Geld. „Investieren Sie also in Neues und deren Erhalt, solange der Euro noch was wert ist, meine Herren!“ Lacht er mit offenem Maul und lässt Begeisterung aus purem Gold sehen. „Zudem wir hier einen durchaus nützlichen Zeitzeugen haben“, stellt er mich vor. Mich. Den Idioten. Der Idiot. Statt sich selber anzupreisen.
Dalldorf, geöffnet von 8 – 0 Uhr hat 8 klasse Google- Bewertungen: ’Gemütlich, nette Wirtsleute und Bedienung! Geile Kneipe, super Hertha Fanclub. Klasse hier. Sehr freundliche Bedienung. Das Frühstück ist spitze.’ Vier der Bewerter haben allerdings nichts geschrieben, sondern Sterne satt verteilt. Im Schnitt 4 von 5.
Wobei es dabei hier aber nicht um das gemeinte Dalldorf, - das erstmals im 14 Jahrhundert namentlich erwähnt wurde, geht. Nein, das von mir gemeinte Dalldorf ist die Klapse - Wittenau, auch freundlich als Bonnies- Ranch belacht. Dabei braucht es dafür keinen Humor. Denn früher nannte man die Irrenanstalt Dalldorf auch Siechenhaus - für zirka 400 akut kranke Irre, - für Sieche und unheilbare. Trennung nach Geschlechtern. Von denen es keine 10 Jahre nach der Eröffnung durch die Kaiserin Augusta von Sachsen bereits 1.000 waren. Und 140 Irrenwärter, - die auf dem Gelände wohnten. Dazu ein Waisenhaus für 200 Kinder. Dafür brauchte man (nicht nur einst) Nerven. Von wegen: Zwangssterilisierungen. Krankenmorde. Aktion T4. Jüdische Patienten. Vernichtung durch Arbeit. Totgeschwiegen 1933-1945. Bombenterror der Alliierten.
Wikipedia schreibt dazu im steilen Blick von oben, Zitat: ’Die Dalldorfer Irren- und Idioten- Anstalt steht exemplarisch für einen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstehenden Anstaltstyp, wobei die symmetrische Anordnung der Gebäude der Trennung der Geschlechter und das Pavillonsystem der Klassifizierung der Geisteskranken dient. Die dörfliche Abgeschiedenheit war zugleich Mittel der Therapie und der Unsichtbarmachung der Kranken in der städtischen Öffentlichkeit. Die arbeitsfähigen Patienten wurden gegen Bezahlung in den Werkstätten und Gartenanlagen der Anstalt beschäftigt. Es wurden auch gelegentlich Ausflüge und Feste für die Patienten veranstaltet, auch Besuche durch die Angehörigen waren erlaubt und in bestimmten Fällen sogar die Beurlaubung von Kranken.’
Allerdings und angeblich gab es bis 1980 noch Zwangsjacken und Zwangshandschuhe für irre Epileptiker und so weiter. Kruzifixe und Muttergottesbilder für Teufelsaustreibungen und verbrecherische Idioten im festen Haus (mit hohen Mauern, doppelt verdreifachten Wachen und jeder Menge Fenstergitter) mit Isolierzellen und eigenem Rieselfeld, erzählt man sich in der Nachbarschaft.
’Schreiner K. sei eine Zeitlang Wärter im festen Haus gewesen und habe gesehen, wie B. einmal einen Kranken mit einem großen Schlüsselbund heftig auf den Kopf geschlagen hat, ihn alsdann in eine Zelle schaffte und hilflos liegen lassen hat, - am anderen Morgen sei der Mann tot gewesen. B. habe auch mehr als einmal einem Kranken eine Schlinge um den Hals geworfen und ihn damit gewürgt.’

Munk will auf dem Gelände nun Eigentums- Hochhäuser für zahlungskräftige Kunden mit Tropentick bauen. Von wegen Abstinenz- Sanatorium für Trinker, Morphinisten, Kokser, Crackraucher und Drogen- Hersteller wie zum Beispiel Walter White - als Heisenberg, dem sie angeblich aus Scherz beim Waschen eiskaltes Wasser in den Nacken gegossen haben sollen. Heisenberg. Ey!
’H. habe dem Täter daraufhin ins Gesicht geschlagen, den zu Boden geworfen, furchtbar mit Füßen getreten, so dass der ganz mit Beulen bedeckt war, fünf Löcher in den Kopf bekam und ungeheure Schmerzen hatte. Alsdann wurde derjenige 14 Tage lang fast täglich geduscht. Dazu wurde der in einen leeren Raum gebracht, wo eine Badewanne stand; er wurde zunächst gefesselt, alsdann kopfüber unter die Dusche gesteckt, so dass er keine Luft bekam. Diese Prozedur wurde zehnmal wiederholt.’
Munks Pläne orientieren sich an Dubai Stadt. Wozu er über den unsichtbaren Zaun hinaus das Gelände in die unbestimmte Zeit ausdehnt. Statt Tag und Stunde zu nennen. 300 kleine Sehnsuchts- Inseln in den transparenten Raum, wie er den Sheiks und Tycoonen begeistert erläutert. The World, - wie Palm Islands in etwa. Oder? Dazu Wolkenkratzer en Masse. Theater. Museen. Heritagen - wie die Village- Worlds. Nicht zu vergessen den Jumeirah Beach Park. Strahlt er.
„Und der Mensch, Munk. Wo bleibt der Mensch?“
„Was soll der Mensch da, Jimmi? Der Mensch ist in seiner besten Ausführung streitsüchtig und leidet unter Verfolgungswahn. Hier geht es um Kunst. Um eine globale Philosophie von Leben. Um den weltgrößte, horizontalen Unterwasser- Blumengarten in bunt, verstehen Sie mich!“
„Eine erweiterte Leichenhalle also.“
’Frage: Haben Sie jemals den Urin des Mannes untersucht? Dr. No: Ich glaube nicht. Frage: Ich wünsche eine bestimmte Antwort von Ihnen. Dr. No: Bestimmt kann ich es nicht sagen. Frage: Ich bin nicht Mediziner, bin aber der Meinung, wenn der Arzt den Schmerz nicht erkennen kann, dann nimmt er zunächst eine Harnuntersuchung vor. Dr. No schweigt. Frage: Herr D., wenn jemand über Kopfschmerz klagt, ist alsdann der Kopfschmerz an einer äußeren Erscheinung zu erkennen? Dr. No: Bisweilen ja. Frage: Wir verzichten darauf, über dieses Thema die medizinischen Experten zu vernehmen. Wir trauen dem hohen Gerichtshof so viel medizinische Kenntnis zu, dass er sich über dieses Thema selbst ein Bild wird machen können.’
Wie mein eigen Fleisch und Blut.
„Wo waren Sie?“
„Auf dem Klo.“
„Haben Sie gekotzt?“
„Sie bringen mich auf eine Idee!“


Call Me Freaky

Munk hat nicht mehr intus als sonst. Er hatte all die letzten Tage nicht mehr intus als sonst. Er ist seit Tagen voll zu. Ach. Schon Wochen. Und ich bin seine leichte Beute. Die richtige oder falsche (Entscheidung) - (auch) wie immer. Doch es macht mir nichts. Denn in meinem Kopf ist Freiheit. Gelebt auf Goldgrund. Die übersteht locker Hunger, Durst und Prügel. Und auch das fehlende Licht. Das zwischen meinen Augenbrauen schläft und mir von dort aus die Welt erklärt. So wurde mir irgendwann klar, dass nur die Dinge im Traum die Chance auf Wirklichkeit besaßen. Besitzen. Der Rest Lotto - ist. Mein Dank geht deswegen an all die Psychiatrischen Einrichtungen in diesem Land, die ich nicht kennen lernen durfte. Mein Dank geht an die Neuroleptika meiner Kindheit. An die irrtümliche Diagnose ADHS. An das Coaching im Netz. Und an das aus dem Netz. An die hinweisenden Warnungen Tierversuche zu stoppen, - es gäbe schließlich genug menschliche Idioten dafür. Mein Dings an den Polizisten, der mich mit aufgerissenen Armen fand. Auch an die Suche nach m/einer Vergangenheit, die ich nicht hatte. Habe! An die Welt voller vergessen geglaubter Albträume; besonders an die mit klein B. Die mit kleinem P müssen draußen bleiben. Denn einer muss immer draußen bleiben. Oder drinnen. Ob d/er nun will, oder doch. Zudem danke ich mir (auch) für jeden gedachten Gedanken, der nun nichts weiter vorhat als mich zu überwachen - um mich zu töten. Wie das Forum für Betroffene. Mit der bescheuerten Frage welche Wirkung Sex auf mich hat. Oder Kaffee. Und/oder den motorischen Fähigkeiten danach. Warum ich es mit links mache, als ich sage, wie ich es mache und weswegen. Und? Ob ich meinen Garten auch noch anders beackern würde als; als was? Als Tagebücher verbrennen und Cola trinken. Rauchen. Ist auch verboten. Und nicht nur für mich.

Munk hat die Nacktfotos gefunden. Sind welche von meinem irren Herzen. Die für Dich und mich. Beschrieben mit Liebe. Übermalt mit Angst. Damit in mir das Licht ausbleibt. Die volle Stille dröhnt. Und du, geliebtes Ich. Als du sagtest ’Würge mich!’ Hinein in die Farbe von Grau und Schwarz. In Stein im diamantenen Ring. Den ich verlor. In deinen vollen Lippen. Die Rot wie der Mond. Auf dem Herrentoiletten- Klo. Im Standart Cafe. Wo deine schöne Seele wohnt. Ja. Tritt ruhig näher ran. Du herrliche Frau; ich geiler Mann. Die nächste halbe Stunde geht es voran. Im schönen Leben. Locker, leicht. Geben und geben. Für kleines Geld ein ganzes Leben. Von morgens früh. Bis Mitternacht. Unter der strahlende Dusche. Rauscht der Film. Anal gemacht, der Stift. Mit ’Würge mich! Voll angemacht. Und abkassiert. Doch Schluss ist lange nicht. Abgeschminktes Gesicht. Ich kenne dich. Und komme wieder. Kein besserer Ort zum Sterben. Als dieser. Um Sein oder nicht im Schattenreich zu spielen. Meinetwegen mit dir, - chaotisches Leben.


Voll verpeilt

Die Gesellschaft hat mich erzogen (Menschen zu töten). Aufruf dazu von eben in Berlin- Town: Die Schule muss mehr Alltagskompetenz vermitteln!
- Die Schule? - Was denn für eine Schule, Alter? -
In letzter Not konnte ich Keule noch auf Rille eine Warn- Hinweis- SM mit den beiden Worten ’BIN AUF DEM WEG NACH WITTE!’ auf den Weg bringen. Gut, das sind dann wohl doch 4 Worte geworden. Oder 6? Jedenfalls packten mich die Wärter, etwa vier (Stück mit weißer Uniform und Kochmütze) an der Zahl (das sind alles Irre hier, doch das wusste ich damals noch nicht), drehten mir das Handy aus der Hand dass es (mir) im Gelenk knackte und steckten mich in eine neon- schwarz- grelle Zwangsjacke. Kennst doch die Dinger aus der Bondage- Szene? Vorne halbrund mit Schrittgurt und hinten mit Strong- Ärmeln an Rückenschnalle zum verknoten dran!? Passt übrigens geil zu meiner roten Lederjacke und den grünen Joop- Jeans! Okay. Ich rede jetzt aber nicht von der geilen Beiß- Kotz- Maul- Verhinderungs- Schale in Ocker über meinen Kiefern. Erinnert mich an Hanniball Lektor, ey. Grins. Und, dass sie mich auf den Boden warfen und dort mit meinem Blut fixierten. Ich rede auch nicht von der Spritze, Keule. Nicht vom Speed im Glied durch das ’Propofol’, - weil ich mich damit Michael Jackson nahe fühle, der sich einst allerdings 15 Liter davon als Vorrat anlegte. Kein Wort auch über Doktor Munk, den ich in meinen Propofol- Träumen mögen und ficken lernte. Nichts vom Beipackzettel ’Bonnies Ranch’: Ob sie dich lieben oder hassen, einmal müssen sie dich doch entlassen! Nichts davon. Du Trostbeutel. Denn der Rest ist Gehirnjogging über Jahre, - wichsen mit links. Lachen mit rechts. Jedenfalls gilt das für mich. Weil ich den Weg in die Freiheit durchs Scheißhaus - wie die beiden Spinner in den USA gestern - nicht suchen werde. Zumal einer von denen inzwischen von wilden Wald- Insekten erschossen wurde (RIP) und der andere eine uneinholbare Matschbirnen- Zecken- Kacke (oder AIDS?) hat. Oder so. Ey. Fuck off and die well, Bruder- Motherfucker. D’nt give up, Junkie. Ey. Ich grüße dich vom Mond. Übrigens: Heute gibt’s Geld - und hier rauscht deswegen schon mal der Einkaufswagen mit Sirene vor. Gott bläss u, Sir.

30. juni 2015 michaelkoehn 
 
"Wir meinen, wir kennen sie doch alle, die Sprache, wir gehen doch mit ihr um; nur der Schriftsteller nicht, er kann nicht mit ihr umgehen. Sie erschreckt ihn (...), ist ja auch schon vor der Literatur da, (...) zum Gebrauch bestimmt von dem er keinen Gebrauch machen kann."
Ingeborg Bachmann