Betreiberinfo: Michael Koehn - m.koehn(at)literatalibre.de



Das eBook 'Ich - Autist' mit 625 Seiten für kurze Zeit nur 89 Cent. - Achtung! Der Trend geht nach oben.  http://www.amazon.de/Ich-Autist-grandiose-Asperger-hinter-ebook/dp/B00FKEFVH8/ref=la_B001K1G82W_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1410426259&sr=1-1


AKTUELL am 10.September 2014 - Der Vertrag mit dem kladde/buchverlag über 'Ich - Autist' ist gecancelt. Einige meiner Äußerungen auf facebook zum Erscheinungsbild der Regierung der BRD stimmten anscheinend nicht mit den Ansichten der Verantwortlichen des kladde/buchverlags überein. Ich stelle deswegen meinen kritischen 'Start- Up' crowdfunding Text vom 09.September 2014 hier ein.

Start-Up – eine Idee. Wegsehen oder. Hinsehen. Oder geht der Trend tatsächlich zu Dünnpfiffbier und man verpasst was? - Ich habe mir Munks Start-Up Porsche ausgeborgt und pilotiere den um allerlei gelbe Pylonen. Schneller. Immer schneller. Plötzlich steht am Randstreifen der Rennstrecke ein Mann in einem grell- neonfarbenem Overall und winkt mit einer karierten Fahne wie irre. Als ich ihn das dritte Mal passiere, schätze mit 320 Sachen, springt der wie Rumpelstilzchen in die Luft, reißt sich die Kopfhörer runter und wirft die samt Helm auf die Farbahn, wie ich im Rückspiegel sehe. - Beim vierten Mal fahre ich drüber. Es knallt. Der Asphalt wird schwarz. Eine Art Mond fällt auf die Erde. Jimmi Hendrix intoniert mit jaulenden Bässen ’Hey Joe’. Und es scheint Sonntag zu sein. Mein Glückstag. Geburtstag. Was weiß ich. Wer mir allerdings den Joint in die Hand gedrückt hat, fehlt mir später komplett. Jedenfalls faselt der Blaumann über mir was von ’Ausweis zeigen’.
„Scheiße aber auch, Munk, lassen Sie die Witze!“
„Mann, Asperger. Sie haben gerade meine Start-Up- Idee kaputt gemacht!“
„Was ist das schon für eine Idee, - Porsche der Sonderklasse mit Bücherbrennmotor?“
„Immerhin fährt das Teil mit nur einem Buch von 250 Seiten, egal was für Mist drin steht, einen Tag lang 320 Sachen!“
„Und was soll der Quatsch?“
„Das fragen Sie mal die Leute, die wie auch ich viel Geld in dieses Auto investiert haben und nun vor dem Nichts stehen.“
„Dann machen Sie eben einen neuen Start-Up, Munk.“
„Was wissen Sie schon, Asperger, - ein solches Crowdfunding- Unternehmen ist nämlich nicht einfach. Man muss eine Idee haben, wie die mit dem Bücher- fressenden- Porsche zum Beispiel, - muss genug Leute animieren, in die Idee zu investieren.“
„Na und, dass gelingt Ihnen doch spielend. Sie beweisen es doch tagtäglich, in dem Sie Gelder ausgeben die Ihnen nicht gehören, um diese Anstalt hier am Laufen zu halten.“
„Ich bitte Sie Asperger. Sie wissen nicht, wie ich mich dafür krumm legen muss. Mit jedem muss man sich gut stellen. Flüchtlinge und Asylsuchende ins Haus holen und so tun als ob einem das Freude machen würde. Das sind doch alles Barbaren.“
„So wie Sie, Munk. Ich weiß doch was am Rande vom Gelände passiert. Dass Sie die Leute ausschlachten, um deren Organe meist bietend an Ihre kapitalistischen Freunde zu verkaufen. Von sozial habe ich bei Ihnen noch nicht viel bemerkt.“
„Asperger! Mann! Ich hoffe, Ihre Anschuldigungen sind reine Satire, was?“
„Schön wäre es, sollten ’Sie’ die Satire sein, Doktor Munk. Doch das sind Sie leider nicht. Sie sind und bleiben Kapitalist und Porschefahrer auf ganz hohem Ross und verarschen die Leute.“
„Wissen Sie Asperger, ich habe andere Dinge zu tun als mit Ihnen hier ... Ich muss für das neue Start-Up- Video Schauspieler und Filmer bestellen; muss vorab Geld bei Sponsoren sammeln, damit die Chose überhaupt ins Laufen kommt, denn diesmal wollen wir mit Spielfilmformat ins große Kino. Und das kostet.“
„Sehen sie, Munk, das ist es: der Euro muss rollen -, egal wohin, er kommt immer wieder bei den gleichen Leuten an. Die anderen sind nur Staffage, Esel, – wie dieser bücherfressende Porsche.“
„Sie entschuldigen mich bitte, Asperger ich ...“
„Ich entschuldige überhaupt nichts, Doktor Munk. Ich werde Ihnen den Arsch aufreißen, ob Sie wollen oder nicht!“
„Ist das jetzt wieder einer Ihrer satirischen Späßchen, Jimmi?“
„Ich hoffe es für Sie! - Munk!“
Munks nächste Idee (ich weiß es durch eine Indiskretion eines High Roller schon lange) ist ein Porsche der Romane schreiben und gleich als Buch ausspucken kann. Eine halbe Million hat Munk über Start-Up dafür schon eingesackt. - Nun sind Sie dran. Mitmachen - oder wegsehen?

-----

Nächtliche droh- Anrufe von UNBEKANNT = 02218 886861vier: ich lache mich schlapp!
03. aug. 2014 michaelkoehn

Ab und an erhalte ich Anrufe von einer sprechenden Telefonzelle. Es ist dieser Wert hier: 02218 886861vier. Und die Zelle spricht mit der Stimme von Murat, Karo oder Ali. Jedenfalls männlich. Nazi- links- rechts- versifft. Oder so. Scheint aber echt zu sein. Klar, wenn man schon den Header hinterlässt. Fehlt mir nur noch der richtige Name von Murat, Karo oder Ali. Und wo das Teil steht. Tippe auf Köln... Denn wie ihr wisst, löse ich meine Probleme selber. Überlegte aber auch schon ein paar rider- Kumpel aus Köln...? Ach, lass stecken, Schnitzel. Hüte lieber deinen Bock, - ich mache das schon.

Mal ehrlich, beim ersten anonymen Anruf dachte ich noch, es wäre eventuell mein Fehler. Ich hatte nämlich für mein ’Ich – Autist’ als Cover ein freies Bild aus Wiki getakt. Den Artisten, und das ist der wirklich, habe ich dann dazu über fb konnektet. Doch der war völlig geflasht und erlaubte mir das Segment zu nutzen. Ich habe es trotzdem draußen gelassen, da er mir gegenüber lediglich seine teil- Urheberschaft am Werk einräumte.

Gut, nun läuft mir trotzdem noch diese sprechende Telefonzelle über den Weg und labert mir die Tasten voll - wie er mir an die Klöten will und so weiter. Ich möchte - verständlicher Weise - nun gerne ein Date mit dem noch anonymen Clown. Wer also eine Telefonzelle mit dem Wert 02218 886861vier kennt, bitte her damit. Jimmi Asperger dankt!

"Seit dreißig Jahren sind die Verbrechen des Staates unendlich viel zahlreicher als die Verbrechen der Einzelmenschen." – Albert Camus

-------

Die grandiose Welt des Autisten Jimmi Asperger
------- (my nice obstruction Tagebuch) -------

An meiner Erkrankung nehme ich teil.
Munk will es so.
An meiner Depression nehme ich teil.
Munk bestimmt darüber.
An meinem guten Haben nicht.
Auch nicht an der Schwere und an der mittleren Schwere.
An meinem Sein.
Auf Grund meiner genetischen Veranlagung.
Sagt er.
Meiner lebensnotwendigen Heftigkeit.
Schon.
Doch die macht keinen Sinn.
Meint Munk.
Am eigenen Leibe.
Das beim Lachen sein Bauch wackelt.
Ambulant wie stationär.
Unmittelbar.
Dazu die entgrenzte Situation.
Durch zig Medikamente.
Dabei sind die nur eine Fiktion.
Wie alles.
Sagt Munk.
Auch Ihre Ich- Form pöbelt er.
Alles ausgedacht und konstruiert.
Wie die Äußerungen im Gespräch mit sich selbst.
Verstärkt durch Introspektion und deren objektive Notierung.
Eine rein dichterische Phantasie.
Sagt er.
Und das.
Die Leser es merken werden.
Denn in aller Regel produzieren Schriftsteller Fiktion.
Punkt.
Patientengequatsche.
Behauptet er.
Eine Literarisierung der tatsächlichen Bewusstseinsinhalte.
Sage ich.
Selbst wenn.
Es bleibt hinter der banalen Fassade die Psychose 4.48.
Na dann.

Ich öffne die Augen, - sehe eine Frau an meinem Bett. Blondes Haar. Roter Mund. Blauer Kittel. Lese in Höhe ihres Busens in Goldbuchstaben: Toxic. Die Frau scheint Friseurin, Krankenschwester oder Kneipenwirtin zu sein. Tippe auf Kneipe. Denn Toxic hält zwischen Daumen und Zeigefinger rechts eine Reval ohne, - fast Kippe geraucht. In der Linken eine Kornflasche, - noch bis zur Hälfte fett.

„Ist das meine?“
„Junge, du bist auf Null. Verstehst du?“
„Nein!“
„Bist auf Entzug, klar? Dich hat gestern die Feuerwehr mit 3,1 Promille eingeliefert; echt, du warst mächtig stramm.“
„Und?“
„Draußen ist das Wetter scheiße. Bleib also locker und leg dich zurück.“
„Und dann?“
„Bekommst du einen Schluck - musst aber aus der Flasche.“
„Geil wär’s, wenn du ne Kerze dazu entflammst!“
„Nebenan ist einer auf Crystal; ich sehe mal nach.“
„Lass die Flasche da!“
„Schon gut.“

Als sie mit einem anderen Typen und dem mir anstaltsbekannten Elektroschockgerät Marke Flipper zurückkehrt, klingelt zwischen Rippenbogen und Herz gerade das Telefon.

„Junge! Was machst du denn für Sachen?!“
„Mutter!“

Sodele. Doch auf ihre Suggestivfrage antworte ich nicht, - denn die Meinung der Masse ist mir schon lange egal. Schließlich bin ich aus Fleisch und Blut und kann ökonomisch denken. Warum und auf wen sollte ich also Rücksicht nehmen? Nicht nur deswegen lege ich den peinlichen Zugang zu meiner Seele sofort wieder auf.

„Wissen Sie, wer ich bin?“ Fragt der mit dem Flipper.
„Klar. Munk!“
„Richtig. Und Sie sind vom Ausgang nicht pünktlich zurück...“
„Bin ich doch!“
„Ja! – Mit der Feuerwehr - und total betrunken!“
„Und?“
„Sie haben mein Vertrauen missbraucht!“
„Und Sie missbrauchen mich - laufend!“
„Pionierarbeit... Ich leiste an Ihnen Pionierarbeit, damit Sie irgendwann mal wieder in Freiheit leben können.“ Flüstert er wie softy Eddie einst im 007 ’for ure eyes only’ - und ich muss über so viel Blödheit herzlich lachen. Obwohl ich – mir - ’das’ HERZLICH hätte schenken können. Und das SCHENKEN können auch. Das KÖNNEN... Weg damit. Weg!

„Ihnen wird das Lachen noch vergehen!“ Grölt Munk den Kontext, „Schwester Toxic... geben Sie Saft - volle Pulle!“ Und dann, als der Flipper brummt, merke ich meine Fesselungen.
„Daran können Sie ziehen, bis Sie schwarz werden“, geht Munk mit mir unter. Und ich werde mir im Rausch der Tiefe klar, dass der Homo oeconomicus deskriptiv – genannt Munk - in keinster Weise Bedeutung für mich hat. Und jemals haben kann. Denn es gibt kein Vertrauen, bin ich meiner Zeit weit voraus. Zudem lebe ich schon längst meine Erfahrungen und Erwartungen aus. Warum sollte ich etwas ändern? Und schon lange nicht jetzt; während meine Träume fliegen. Alle Zeit still steht. Menschen sterben, weil die sich um mich drehen. Ganz weit hinaus. Fällt ihr Leben. Die Farben der Nacht. Lebenslänglich, so wie du das sagst. Denn dabei denke ich an dich. Busen, Hintern, Gesicht. In dieser Reihenfolge. Weil: mehr brauche ich von dir nicht. Gefühl. Und ums verrecken tief in dir stecken.

„Lass uns ein Selfie schießen, während wir Liebe machen!“
„Okay“, lacht Toxic, „wenn ich hinter dir oben liege...“

Echt: Keine lacht besser über meine Witze als sie. Also: show me the way, baby! Und der Tag kommt. Wie Luft und Nächstenliebe. Perfekt für den Sommer draußen. Ein, zwei Bier und unter ihr chillen. Nichts, was es daran auszusetzen gibt. Schon der erste Re- mix ist genial, wenn nicht einer der Besten seit langem. Satten Beat darunter, Eier anmalen und es ist doppelt gut; Osterhase zieht mit einem klasse Re -back weg und ich will nichts weiter als verstrahlt auf’m Rasen liegen und geile Mucke hören. Perfekt. Wenn wir bloß Sommer hätten... Bei the way: Thank god u Doktor Munk fürs zur Verfügung stellen der Millionen Farben. Eins noch: gib den Tönen Freiheit. Summer Memories. Der Schere im Kopf. Time after Time. Give a name and starts with Z. Ich habe nicht ewig Zeit. Weißt schon.

Als sie mich abschnallen. Tage später. Höre ich Desert Island. Und bin gleich im Rausch. Weil meine Klamotten auf einem Bügel hängen und wie neu sind. Weste, Lederjeans mit Fransen, Halstuch. Magie, wie ein Essay von den Doors. Bass. Gitarre. Schlagzeug. In Perception. Wo das Revival besser ist als das Original. Wenn du verstehst. Orgel. Streichinstrumente. Drogen. Dieser historische Sound. Der es bringt, dass man sich revitalisiert. Jung und stylisch wirkt. Wie ich. Jimmi. Der auferstandene Pate des Rock’n Roll. Doch dazwischen wieder Munk - der ’’VOLL SCHULDFÄHIG’’ brüllt, als wäre er Sachverständiger im Prozess des beinamputierten Oscar Pistorius und ich hätte dessen Frau durch die Klotür erschossen. Wahnsinn, wie der Typ in seiner Angst nervt Füße und Wadenbeine zu verlieren. Ein oder zwei Hände. Seinen schrumpligen Penis. Das Skrotum. Und die Liste ist beliebig zu verlängern. Echt... der Kerl braucht selber einen Dachdecker. Himmel und Erde. Tür und Tor. Einen wie eine gute Frau, die schlecht über sich selbst unterrichtet ist. Dabei tut er oft so, als hätte er das absolute Wissen gepachtet. Als strömte er ein den anderen Irren unbekanntes Licht aus. Der Scharlatan. Taschenspieler. Hier sitzt er. Mitten unter uns. Was ihn einzig von uns unterscheidet, ist sein unbeschränkter Zugang zu Drogen. Beneidenswert. Ab und an habe ich deswegen Grund ihm dankbar zu sein. An anderen Tagen könnte ich ihn auf der Stelle umbringen. Die Linie und die Form. Die er ist.

Neulich, zum Beispiel, habe ich Munk von meinem Großvater (väterlicherseits) berichtet. Dass der ein von Heimatforschern beachteten 2Bänder über den ersten Weltkrieg geschrieben hat. Und Munk nichts weiter dazu einfiel als zu fragen: „Und, ist der was wert?“
„Im Antiquariat schon!“
„Was zahlt man denn so?“
„Das ist aber jetzt keine existenzielle Frage?“
„Für Sie vielleicht schon!“
Prima. Da treffen sich schon wieder Frieden und Konflikt; wobei meine Rolle leicht zu bestimmen ist, meine ich.
„Wollen Sie mir drohen?“
„Jede Zeit hat ihr Drama“, behauptet er, „und meinEs sind Sie!“
Wobei er das große E widerliche auskotzt: !MEINeS, kehre ich den Buchstaben um und gehe in mich mit kleinem ’e’.
„Klein ’e’, verstehen SiE?“
„Nein!“
„Gut, dann nehmen SiE in Gottes Namen ihren Bart als Eierwärmer und lassen mich in Frieden!“

Ich habe wirklich die Schnauze voll. Keine Liebe mehr. Ziehe mir das Original rein. Mein Leben in normaler Geschwindigkeit und mit Video, was bisher war. Und alles kommt super cool in Sound und Geschwindigkeit. Genau so muss es sein. Deswegen trinke ich auf mich. Uns. Die Armut aus Neid. Aus der im Ursprung Wut und Verachtung hervorgehen, - und das als geiler Ohrwurm. Wo jeder das Recht hat zu sein wie er ist. Auch Munk. Oder: rather be: “So lange ich bei dir bin, schlägt mein Herz weiter.“ Mal ehrlich: Das Schlimmste im Leben wäre ein verpasster Zug Richtung nirgendwo, oder?

Nach ’grins’ sex Wochen sex mit Toxic ’grins’, bekomme ich den Parkschein wieder. Vorab wollte Munk mein Tagebuch lesen. Ob von ihm was drinsteht. Steht natürlich nicht. Denn alles über ihn habe ich in meine Cloud gespeichert; ein Tätowierer im tiefsten SO36 hat mir seinerzeit dazu ein 3D- Port auf den Oberschenkel gestochen. Munk hält das für eine Rose. Der Idiot. Egal. Denn ich kann über meine ’Mörderspiel’ Spielkonsole dort endogen andocken und, was ich in der Nebenniere gespeichert habe, freigeben. Die Übertragung zur Cloud erfolgt dann drahtlos. Dazu coverte ich über StreamNation eine Shutter- App mit Verküpfung Social Media. Habe aber den Cloud-Speicher für die Kamera noch nicht aktviert. Es wird aber.

Im Park ist fett Grün angesagt. Gras. Eichen. Buchen. Sträucher. Ich. Auf meiner Bank. Die während meiner Abwesendheit Charly bewachte. Der Anstaltskater. Groß wie ein Puma. Und niemand weiß genau ob er nicht in echt einer ist. So wie der frisst. Mindesten zwei Kaninchen am Tag. Ab und an ein Lamm der Schafe hier. Deswegen hat Munk auch die Babyklappe schließen lassen, - unsere auffälligste Gemeinsamkeit. Genau wie Katzen - die Pumas sind - zu mögen. Sonst Nada. Im Augenblick. Von wegen Vertrauensverhältnis. Daran muss er noch.

Als ich wegen der gleißenden Sonne mit zusammengekniffenen Augen auf den unter der Cloud stehenden Baum (Buche) blicke, - mehrere Hundert Jahre alt werden so Dinger, sehe ich auf der von X- Edding- International gesponserten Wolke den hässlichen Schädel des Ex- DJ Jimmy Savigne. Dem Kinderschänder. Leichenficker. Leichenschänder. Kinderficker. Der vor Jahren von der Königin zum Sir geadelt wurde. Mein Gott... Mein Anstaltswikipediahandy spuckt erst widerwillig und kotzt dann: “Sir James Wilson Vincent Savile OBE, KCSG war ein britischer Discjockey und Moderator der BBC und anderer Sender. Geboren: 31. Oktober 1926, Leeds, Vereinigtes Königreich. Gestorben: 29. Oktober 2011 Größe: 1,74 m. Ausbildung: University of Leeds Eltern: Vincent Joseph Marie Savile, Fernsehsendungen: Celebrity Big Brother.”

Wenn man nichts tut, wird man verrückt. Ich tue. Mache. Seit gestern. Mache Kunst. Male. Bunt. Die Anstalt von oben. Wabengelb. Hellbraun. Vereinzelte dunkle Maja- Bienenstreifen. Wegen der Taille. Den Rest in Sommerfarben. Mit lebenden Bienen. Dicken Pollenbeinen. Honig daran. Dazwischen Munk. Als Drohne. Zur Abschreckung. Weil nicht alles schön ist im Leben. Deswegen sieht man seine Glatze leuchten. Das Loch von Schädel. Im Schädel. Schrecklich. Wie seine Gedanken. Die dort heraus pulsieren. Aus dieser ekligen Schwuchtel. Und dazu passt Savigne. Für dessen Vornamen ich mich schon schäme. Jimmy. Fasst wie ich: Jimmi. Auch schrecklich. Wie das, was er anderen angetan hat.

Auf Cloud 9 = (Cannibal/Ivory Wave) = tut (Doktor) Munk nicht, was man allgemein tut. Nie. Denn er war/ist da dann gänzlich anders; zeigt einen unglaublich harten, kompromisslosen Typen. Einen wie den hier, der meistbietend das Leben anderer Leute versteigert. Dazu fertigt er vorab akribische Bleistiftskizzen. Von Kindern, Männern, Frauen, anderen Tieren. Kunstkritiker loben seine Zeichnungen. Doch er kann auch anders. Mit Kohle. Buntstiften. Er schneidet mit fast stumpfen Messern Herzen aus Körpern um die mit der Post zu versenden; was könnte der alles mit einem scharfen Löffel anstellen?

„Der Typ ist ein Phänomen“, höre ich Munk über sich sagen, „soll ich dir mal was von ihm schicken? Das kannst du dann für einen guten Zweck versteigern!“ Leider kann ich die Antwort nicht hören. Liege aber weiter vor Munks Büro auf der Lauer. Und tatsächlich... ich merke es wieder, Munk ist kein gewöhnlicher Insasse. Er ist ein Doppel. Ein selten gewalttätiger Mann, dessen Handlungen dem Begriff "Intensivstraftäter" eine völlig neue Dimension verleihen. Der sich für seine Taten nackt auszieht, mit Butter einschmiert, um nachts mit Zorro- Maske und Blut schlagendem Herz in der Hand für ein Selfie auf der Anstaltskirche zu posieren. So entstehen cartoonartige Akt- Fotogemälde, die im Internet hohe Preise erzielen. Echte Munks.

Bei einer Versteigerung vor Publikum in einem Auktionshaus erster Sorte kam es folgerichtig zu Tumulten, dann zu einer Schlägerei. 5! Fünf kräftige Männer konnten Munk nur mit Mühe und Not stoppen. Was sicherlich an seiner Nacktheit in Butter lag, dass er denen immer wieder unter den Händen durchglitschte. Immerhin, am Donnerstag, den 16. Dezember, wird er 38 Jahre alt. 39 fitte Jahre davon hat er hinter Gittern verbracht, die meiste Zeit davon in Einzelhaft - in seinem Büro. Warum nur? Als konkrete Komposition führt er dazu die Trennung von den Großeltern an. „Ein richtiges Trauma“, weint er; gibt des ’Thetans’ traumatisches Erlebnis durch zwei Ereignisse vor Millionen Jahren.

In unregelmäßigen Abständen(mindestens einmal im Monat und immer morgens um 5) schockt Munk die Abteilung mit der Ansage: „Aspergers Mutter ist gestorben! Wer sachdienlich Angaben dazu machen kann, meldet sich sofort in meinem Büro!“ Barfuss, mit Hemd und Hose in der Hand renne ich dann los. Doch vor seinem Büro – und das ist nach 6 Millionen Licht- Jahren längst keine echte Überraschung mehr – stehen die Stationspatienten dicht gedrängt. Mit Faust- und Fußtritten kämpfe ich mich durch die Menge nackter Kretins (einige mit Hemd und Hose in der Hand - wie ich), stehe vor Munk.
„Asperger, Sie sind bei mir immer der Erste, egal wann Sie kommen!“ lächelt der, befiehlt: „Schwanz hoch! Vorhaut zurück!“ Drückt mir eine satte Dröhnung ’after eight’ in die unterste Penisspitze.
„So, das wär’s dann mal wieder! Der nächste bitte...“, grient er breitmäulig. Während Umstehende versuchen, mir die Hand zu geben. Manche mich küssen - wollen – und mir zum Ableben meiner Mutter gratulieren: „Ein Segen, dass die Alte endlich weg ist – was – Asperger?“ Ich darauf dann, wie jedes Mal, in meine Zelle sprinte um über das Anstaltstelefon Mutter anzurufen. Die ich nach dem obligatorischen „Junge! Was machst du denn für Sachen?!“ Bewusstsein frage. Um dann nach „Mutter! Du lebst?“ den Telefonhörer aufzulegen, - fest im Wissen aller schwarzen Zeit. Ich ahne, dass Munk als surrealistisches Voll- Fake sich erneut wie vergeblich, wie zuvor immer, um die vakante Position der internen Anstaltsleitung müht. Der dazu Akten fälscht. Identitäten. Augen und Stimmen. Gerüche. Zeit. Einzig, woher der die dafür nötige Menge ’after eight’ nimmt bleibt mir rätselhaft. Eventuell stecken ja doch die Scientologen dahinter? Denn ab und an hat er vor meiner 1.Person (und in mir Auge um Auge) mit seiner Freundschaft zu Ron Hubbarts ’King of Queens’ (wer kennt sie nicht...) geprahlt. Doch so oder so, er bleibt das alte Charakterschwein. Ob er nun der Tauglichkeit des Wissens vertraut, den fünf Säulen der Menschbildung, den kleinteiligen Verwinklungen der Welt - oder eben nicht. Egal, ich weiß seine Netzwerkangriffe abzuwehren. Habe dazu (heimlich) reichlich Silikon- und Nano- Software unter ’Julian Assange’ in meiner Start- up OpenStreetMap gebunkert. Da findet die keine NSA. Nicht mal ich.

In der Nacht zum 27ten fiel Musar/Kadir/Asar/Jawier/Arafat - wer weiß schon ob Kurde/Afghane/Iraker/Syrer/ Palästinenser usw. usf. - über die Anstaltsmauer der Klapse Deutschland.
Der plant, was niemand weiß, eine Geiselnahme wegen Uzi, Eiscreme und Gummipuppe. Musar /Kadir/Asar/Jawier/Arafat irrt dazu einige Zeit durch den Park. Öffnet mit einem Draht das Schloss, die Eingangstür zum Haus. Schleicht auf Station 3. Direkt in die Zugangszeile (mit Küche: Herd, Kühlschrank, Besteck, Stuhl, Tisch). Belegt eine Scheibe Brot mit Käse. Kocht Tee. Schlägt ein Ei in die Pfanne. Trinkt. Isst. Betet. Bezieht danach den Raum mit den 2 Betten. Von denen er sicherheitshalber beide belegt. Für Körper und Geist. Zum Schlafen. Zum Wach bleiben seiner Seele. Und die bleibt wach. Weil die es gewohnt ist. Wie seine Träume. Wünsche. Forderungen. Aggressionen. Doch die erst später. Tags darauf. Und fordernder. Aggressiver, als nachts. Wesentlich rigoroser. Und ab irgendwann brutal. So richtig Feuer frei. Doch das kommt erst noch. Später. Im endlosen Raum. In dem er mutterlos ist. Allein; in seinem sprachlosen Dasein. Das zudem ohne Vaterland. Und er nur mit der Hoffnung auf Glück. Mit allen Mittel. Unter allen Umständen. Ja. Komme was da wolle. Und es kam. Kommt. Gleich am Morgen. In Gestalt von Munk. Der den schwarzen Kater Leben- und Sein- lassen loswerden wollte. Seine Kopfschmerzen. Weil er die Fiktion Anstaltsleiter zu werden als letzte Chance begreift, - als die Flasche Birnenbrand leer.
In dem Zustand fällt ihm Musar/Kadir/Asar/Jawier/Arafat als Kurde/Afghane/Iraker/Syrer/ Palästinenser in die Hände. Gott Gnade Gott. Ihnen Beiden. Ob es Gott Gott aber unter die Haut geht?

Munk wird das egal sein. Er wird eine klinische Five Points- Studie (5 Säulen zur erfolgreichen Softwareentwicklung) am Mann starten, - nennt den: ’Kanaken’- Test. Einzig die Herkunft, also die Quellenlage macht den Test aufwendiger als sonst. Doch auch hier: was nicht passt wird passend gemacht. Also kreuzt er an: Der Patient wurde aufgeklärt! Munk unterschreibt dann schwungvoll, bevor er den ’Kanaker’ mit der Frage „Soll ich Sie mal richtig glücklich machen?“ hinterrücks nieder spritzt.
Mich fragt er, ob ich überhaupt wisse „dass Kanake Mensch bedeutet?“
„Sie fragen wie Adzärrt“ – ein zwangsirrer Typ aus der 4, der sich allen Scheiß über das Anstaltswikipedia aneignet und als eigene empirische Studie ausgibt. Ja. Gegen Adzärrt erklärt sich selbst Munk machtlos, der deswegen und immer öfter „Adzärrt ist und bleibt eine lebenslängliche Abart Mensch“ stöhnt, „über kurz oder lang werde ich Teile von dem zur Transplantation freigegeben!“ Gut so. Und. Schwamm drüber.

Hier geht es nun zur Begutachtung einer posttraumatischen Belastungsstörung. Und danach werden dem Namen zugehörige Schrecken gegeben. Doch es sind alles ’falsche’ Vorurteile. Denn bisher hat der ’Kanake’ nichts angestellt.

„Er könnte aber!“ Warnt Munk.
„Könnte... Wie Fahrradkette?“
„So Leute sind immer eklig. Irgendwie.“
„Sie müssen ihn ja auch nicht küssen!“
„Händeschütteln reicht.“
„Händeschütteln ist Sadomaso!“

Munk bloggt. Was ich bisher nicht wusste. Schreibt über Patienten. Über den ’Kanaken’. Wie mein Zimmernachbar mir erzählt. Und der wiederum hat es von seiner Schwester. Einem übergewichtigen Ding von 1,88 mit hübschem Gesicht. Seidigen Haaren. Die Tage wie Nächte am PC sitzt und immer fetter wird. Schimpft er. Wie ihre Mutter. Die online einen potenten Mann sucht. Und das ihm Menschen ein ewiges Rätsel sind. Ein einziges Problem. Eines Teils superintelligent. Dann wieder gewaltbereit bis zum Krieg. Normalität gibt es nicht. Bloggt auch Munk. Der Astronaut. Munk, ein Typ, der schon eine einzige Entwickelungsstörung an sich ist. Geprägt durch seine Kindheit. Als eines von 7 Geschwistern einer kleinbürgerlichen Familie. Mutter ’Mamo’ Erna. Vater ’Tato’ Heinrich. Eingedeutscht. Offensichtlich gibt es sonst nichts an Indizien, was auf ein Traumata hinweisen könnte. Jedenfalls konnte ich nicht viel mehr aus seiner Akte ziehen; Addi, von der 7, hat die gehackt. Mit Munks Bewerbung zum Anstaltsleiter. Erwähnenswert noch, dass ihn seine Mutter als er 11 war versehentlich mit der Ketchup-Flasche niedergeschlagen hat. Heute würde man es Missbrauch nennen; weil sie ihm danach...

Als junger Mann kam er ein, zweimal mit dem Gesetz in Konflikt. Als Student verprügelte er einen Kommilitonen. Grund unbekannt. 19XX wurde er für eine Nacht inhaftiert nach dem er eine Reihe parkender Autos demoliert hatte, mit einem gestohlenen Lastwagen einen Unfall provozierte. Fini.

Würde ich rauchen, ginge ich ab und an eine rauchen. 5 Minuten. Oder länger. Mich sammeln. Wegen des ’Kanaken’. Der immer noch kein Wort spricht. Sich auch nicht testen lassen will.
Neulich hat er wegen der Sirene vom Krankenwagen gezuckt, sich die Ohren zugehalten. Doch was soll das? - Keine Ahnung!

Ich habe ihm mein Malzeug gegeben. Erst passiert Stunden nichts. Dann zeichnet er zwischen eine Skizze von mir eine Art Gewehr. Als ich darauf deute, nuschelt er ’Uzi’. Der Test ist also positiv. Er ist ein Mensch. Kein Tier. Also kann er Gefühle zeigen. Und tut das. Als er nach Eddis Eis greift. Schokoladenkrokant. Daran eine Weile lutscht, um es auf den Boden zu rotzen. Um danach, in einer Zeitschrift, auf eine Frau zu zeigen und „Gummipuppe“ sagt. Ganz deutlich. „Gummipuppe!“ Dann „Uzi!“ Und an die 107 Forderungen stellt. „Sonst alle tot...“ Es sind ’White Lies’, weiß ich. Denn er sieht mir dabei nicht in die Augen. Zu denen ich „Voll schön!" sage. Worauf er mich anspuckt. „Du schwul!?“ - Siehst du! Ich habe das Haar in der Suppe gefunden. Du frisst es, ’Kanake’ = Ästhetik und Grundeinstellung. Schock als Kalkül. Terroranschlag 09/11. Zukunft ohne Rücksicht. Pläne und Taten. Die Welt in Explosion. Und Munk bloggt die. Der Verräter.

Nächsten Tag ist der ’Kanake’ weg. Addi weiß wohin. „Zum Ausschlachten! - Ich habe gestern ein Telefonat von Munk gehackt. Unser aller Mafiaboss braucht sein Organ. Und der ’Kanake’ hat eins...“
„Und den Rest?“
„Munk hat den Tiefkühler voll!“
„Gut so. War ja auch mal wieder Zeit!“
Dazu Bach. Orgel. Tatos Quadrat 1933. Eselschreie im Nebel, frisch aus dem täglichen Kleinanzeigenmarkt. Von wegen südlich der Zeit. Nördlich des Lebens. Kaum. Eher: tausche Geige gegen Schlagzeug aus dem Album ’A Child's Adventure’ von 1983. Du siehst also, mein letzter Schuss ist schon ewig her.
”Don't you understand, what I'm trying to say?
Can't you see the fear that I'm feeling today?
If the button is pushed, there's no running away…”
Barry McGuire – Eve of Destruction

Munk will die innere Gewalt durch äußere Gewalt unterstützen. „Eine Art Polizei – bei uns?“ Fragt Kaffkaa, ehemaliger Amateurfußballer. Bundesliga- Schiedsrichter. Wettbetrüger. - Frank Kafka. - Der am meisten bestochene Erbsenzähler der Liga. Drogenjunkie. Der nein sagt. NEIN! Der schwört: Ich bin und war nicht süchtig! Ich habe nichts genommen. Nie! Sieht man doch: Ich schwitze nicht wie ein Schwein. Bin nicht schlaflos. Und was ich atme, ist nicht schwer und voller Dreck. Nein. Ich täusche meine Leute nicht. Im Gegenteil: Ich liebe die. Und mache niemandem etwas vor. Ich bin ein guter Mensch. Wie ihr. Und außerdem habe ich Angst vor Spritzen. Richtig schiss. Was? Nein, meine Eigentumswohnung habe ich nicht verkauft. Und um dafür Drogen zu kaufen schon gar nicht. Metadon? 1000 Mal Nein! Ich habe auch meine Mutter nicht beklaut. Im Supermarkt Kaffee. Was? Je drei Päckchen links und rechts unter dem Pulli? Nein, das war ich nicht. Ich trinke überhaupt keinen Kaffee! Und ich bin auch nicht losgezogen und habe den Kaffee in irgendwelchen Kneipen verkauft. Und schon überhaupt nicht für 3 Mark pro Päcken! Das ist ja geschenkt! Gut, ich habe für ein paar Krümel Crystal mal 50 Mark genommen. Das ist wahr. Habe aus Mitleid Clenbuterol in Fitnessstudios vertickt... Was? Von wegen Therapie. Schwachsinn. Danach geht gefühlsmäßig rein gar nichts mehr. Ist man Zombie. Typ im Köperknast. Echt. Und der Entzug nimmt kein Ende. Wochenlang ohne Schlaf. Und die Schmerzen. Alles tut weh, jeder Muskel. Dazu Unruhe. Würgen. Krämpfe. Dann starb auch noch meine Mutter. Vor Kummer um mich, behauptet mein Bruder. Doch der will mich nur kirre machen. Kommt mich sowieso nie besuchen. Schreibt mir diesen scheiß, kack scheiß Brief. Dass er sie im Bad gefunden habe. In Litern von Blut. Vom Notarzt und Feuerwehr. Doch alles zu spät. Und ich sollte mal überlegen, was ich ihr angetan habe. Hätte. Und an Morgen denken. Über Schuld. Und das Leben nach dem Tod. An mein blödes Dasein. Mein Herz. Dabei sitzt die Droge in tieferen Teilen vom Hirn. Und das ist schon voller Narben. Wie die Halsschlagader. Mein Penis. Kaum drei Sekunden dauert es, bis das Opiat die Muskeln lähmt. Dann liegt man wie Trümmer im Sand. Ist aschgrau. In der Suche nach Zuflucht. Bei Gott. Taucht zeitlos ins Licht. Still wie die Erde. Erloschen. Das Meer. Liegt kaputt auf Ritze und Arsch, hobelt sich den Lack ab und wer weiß was noch. Seit Millionen Jahren schon. Diese große Leere. Der ausgeleierte Kubus. Kann keine Tasse mehr halten. Von wegen Kaffee verticken. Der Idiot. Und jetzt noch die Polizei. Schreit Kaffkaa. Ehemaliger wer weiß schon wovon. Und das kann nicht mal Munk erklären. Der König von Himmel und Erde. Der Doktorvater von Residuum. Der Mutter aller Blogs. Frag mal Beckett, rät er Kafka zum Spalter der Schädel. In Siebdruck. Halbleder mit Rückenprägung. Doch Munk will es nicht wirklich. Das mit der äußeren Polizei. And this is what we do.

Manche Handlungen gehen nach Pareto auf sechs verschiedene Klassen von Residuen zurück: and this is what we do. Glück zählt man nicht dazu. Nicht Munk. Denn Munk ist Despot. Psychopath, dem die Uhr anders tickt. Der handelt, wenn ihm die Situation unheimlich erscheint. Und Munk meint damit UNSERE Situation; - sollte auch nur einer von uns annähernd so was wie Glücklichsein empfinden. Rote Flecken auf den Wangen, zum Beispiel, kommen ihm da schon verdächtig vor. Dann reagiert Munk sofort. Wie bei Herbert. Denn Herbert hat welche. Feuerrot. Bis zum Hals. Dazu dunkelrote Ohren. - Mein lieber Munk! - Zudem war Herbert in den 70ern ein bekannter Politiker. Was die Sache nicht besser macht. Weil Munk Politiker wütender als wütend werden lässt. Solche Angesichte wie jetzt Herbert. Dessen rote Omme Munk zu Tabula rasa treibt. Als wäre er Kopf voran aus der anstaltseigenen Holzachterbahn gestürzt. Ein Teil, dass er ’seine Bekloppten’ vor 15 Jahren aus Streichhölzern bauen ließ, um damit im Buch der Rekorde zu stehen. Einen Todesfall soll es dabei auch gegeben haben. Einen Vergiftungsfall. Munk meint er könne sich nicht erinnern, dass jemand die Phosphorköpfe von den Streichhölzern beißen musste um die runterzuschlucken. Munk hält das für eine schäbige Verleumdung mit dem Ziel, ihm den Rekord streitig zu machen. Und nun noch Herbert. Rot wie ein von der Sonne durchglühtes Buchenlaubblatt, das der Wind über den Friedhof der Klapse peitscht. Und so voller Glück. Und keiner weiß woher. Zudem die Reifen seines Rollstuhls laufend im modrigen Boden versinken. Seine Lippen vor Anstrengung das Teil vorwärts zu bewegen lila glänzen. Fleckig sind. Die Haut blass scheint. Die Augen unter der dunklen Sonnenbrille trüb. Sein Atem schnell, rasend. Japsend schon. Eine Herzschwäche anzeigend. Einen akuten Sauerstoffmangel. Eine Erstickung. Eventuell dem Schal geschuldet, der sich in einer Speiche des Rollstuhls verfangen hat. Herbert aber nichts davon merkt, - weiter rollt. Weiter. Rollt. Nur weg! Wie in Nizza einst Isadora Duncan. Die sich bei der Anfahrt ihres Sportwagens das Genick brach, weil ihr roter Seidenschal sich in den Speichen des Karren verfangen hatte. Nun. Bei Herbert ist der Schal nicht aus Seide, sondern Lumpen. Höchstens Mohair. Und bei der Duncan war es kein Bugatti, wie man bis heute sagt. Nein. Es handelte sich um einen Amilcar CGGS. Genau mit einem solchen Sportwagen verunglückte 1925 in Le Mans Maurice Mestevier tödlich. Wovon Munk aber nichts weiß. Und wenn schon – der Ignorant. Denn der befiehlt mit sich überschlagender Stimme „Lassen Sie das!“ Als jemand Herbert zur Hilfe eilen will. „Hören Sie nicht: LASSEN SIE DAS! Sonst werden sie mich kennen lernen!“ Und Munk Herbert somit an seinen mittlerweile knallroten Apfelbacken krepieren lässt. Weil er dessen Wangenrot für Glück hält. Glück! Und nicht für den vom Körper befreiten heiligen Geist; Herberts atemlose Ode an Leib und Seele. Ja. Das war es dann mit ihm. Dem Herbertchen. Ehemalig Politiker. 67 Jahre alt. Anonymer Autist mit Anspruch. Elend gestorben im Garten vor dem Haus der von Gottchen gesegneten. „Denkt daran, Männer, was vergeht wächst nach!“ Ruft Munk. Läuft bei der Grabrede am Südtor zu Höchstform auf. Und ich sehe tatsächlich ein halbes Dutzend der Kretins zu solchem Schwachsinn nicken wie bescheuert. Ja. Es ist fast wie draußen. Bei der großen Verarsche auf dem Marktplatz. Wenn besoffen vom Wollen Wahlreden gehalten werden.

Noch mit 12 wollte Jack ’Jack the Ripper’ werden. Wegen des Vornamens. Mehr wusste er vom Ripper nicht. Doch sein Vater war dagegen. Also begann er mit Boxen. Wollte es von der Pike auf lernen. Dann Profi werden. „Sehr gut, Junge“, meinte sein Vater, „zielstrebig muss man sein!“ Da hatte der Alte fünf von seinen 15 Jahren runter. Und Jack konnte ihm von der in halblegalen Faustkämpfen erboxten Kohle ein paar Groschen für dies und das in den Knast schicken. Selber ins Mileau abgedriftet gab es Sound fürs zweite Ohr und ein drittes Auge. Frauen und Drogen. Drogen und Frauen. Mit denen er zum Hero wurde. Denn einen Rottweiler mit bloßen Händen zu töten, schafften nur wenige. Eigentlich niemand. Bisher. Nicht mal ich. Gratulierte sein Onkel. Der nach 8 Jahren mit 212 Mark 67 aus dem Knast entlassen wurde. „Raubüberfall. Hat sich nicht gelohnt. Aber du, Junge, du machst es richtig!“ Doch das Lob kam zu spät. Erreichte ihn erst in der Klapse. Nachdem er mit einem angespitzten Löffelstiel auf einen Polizisten eingestochen hatte. „Ich wollte nur meine Freundin beschützen!“ Es lag am Umstand, dass man diesen Mann weder behandeln noch brechen konnte. Wegen dessen Narzissmus. Der Paranoia. Dem weißen Kaninchen. Den Löwen im Glas. An denen er in Ratlosigkeit über sich selber erstickte, - als er in der Klapse eine Psychotante zur Geisel nahm. Und die heiraten wollte. Einen Hubschrauber nach Kuba verlangte. Einen mörderisch guten Fick. Oben. Auf dem Dach der Anstalt. Denn dort konnte er gut gesehen, aber schlecht abgegriffen werden. Und dort hatte er dann auch seinen Fick. Die Zeitungen waren voll davon. Fotos und Filme bis zum Abwinken. In ihren Berichten schwankten die schreibenden Killer zwischen Faszination und Abscheu. Vermuteten den unkontrollierten Wilden in uns allen. Das war für Jack eine gute Mischung fürs Ego. Und auch wieder nicht. Da er ein Mensch ist. Krank war. Der sich nie unter Kontrolle hatte. Und auch nicht kontrolliert werden konnte. Trotzdem wurde er als König der Dächer tituliert. Bis er Tage später sprang. Weil er Milde gegen sich gelernt hatte. Hobelspäne fraß. Und die Boulevardpresse berichtete, er sei nun keine Gefahr mehr.

„Ich hoffe, er kann im Himmel ein neues Leben beginnen, - bevor ich sterbe." Betete sein Vater. Während die Mutter stolz war. Weil es ihr Kind soweit gebracht hatte. In Zeitung. Und Fernsehen! Wer konnte das schon? „Ja, ich bin glücklich!“ Ihre Zähne im Wasserglas. Der Rest bleibt in der Luft hängen.

Der Krieg ist erst aus, wenn alle tot sind. So will es Munk. So wird es sein. Dazu stimmt uns Munk mit Erbsensuppe ohne ein. Stattdessen schimmeliger Speck in der Plörre. Worauf einige kotzen müssen. Drauf folgend die Untersuchung wegen Geschlechtskrankheiten. Bei Müller positiv. Dazu noch Sackratten. Munk lässt ihn wegen Wehrkraftzersetzung standesrechtlich erschießen und seinem Leichnam verwertbares entnehmen. „Für später. Man weiß nie, was kommt!“ Eine wunderbare Aussicht, wie Jünger dazu schreibt. Während in der Ferne Geschütze brummen. Die in time lauter werden als die Hornissen auf Madensuche in der angrenzenden Fasanerie. „Laden und sichern!“ Brüllt Munk wohl deswegen. Und schon wieder kotzen zwei. Tauchen ab in Fantasie, Wirklichkeit und real existierender Wahnsinn. Während ich mich an der Kaffeetasse festhalte. Andere zum Wein übergehen. After 8. Munk mit Zigarre. Der Snob. Ich sehe ihn in einem fünfzig Meter entferntem Erdloch mit Jünger schäkern. Die Notärztin sieht meine Kopfwunde und ruft hektisch: „Hier ist mit einer scharfen Waffe geschossen worden!“ Ich gebe das per Funk weiter. Munk zuckt nicht mal mit den Schultern; Jünger scheint ihm einen zu blasen. Meinetwegen. Der Typ kam mir schon immer psychisch angeschlagen vor. Und jetzt erst. Im Krieg. Zudem lungerte er viel zu viel in Krankenhäusern rum. Seine Mutter lag dort über Monate. Ist vor ein paar Tagen an Krebs gestorben. Kaum habe ich das gedacht ertönt Alarm. Die Kugel fliegt seitlich durch den Ausguck und trifft voll den Scheinwerfer. Ich stelle mich deswegen auf den Balkon, das Telefon in der Hand und warte dass Mutter anruft und ’Prost Neujahr’ wünscht. Oder der Papst. Urbi et Orbi. Bis mir die Augen zufallen und die Kniekehlen einknicken. Katczinky scheint den Anblick des Papstes mit den Blutresten und dem Verband um den Kopf besser wegzustecken. Als Kat später stirbt, gibt der Papst auf. Man wählt eine neuen. Bis dahin ist aber noch Gewehrreinigen, Unterricht, Appelle und Marschieren angesagt. Einzig Munk ist weg. „Eventuell auf eigenen Wunsch entlassen?“ Grient Müller. Und ich meine, das ist die Wut auf Munk, immer noch! Hinweis: Bei vielen Reizen auf einmal kann ich mich nicht konzentrieren. Wenn mich dann aber etwas schwer begeistert, kriege ich den Superfokus. Hopper sagt ähnliches über ’Cape Cod Morning’. Nämlich, dass es dem, was er fühlen würde, näher käme als manch anderes seiner Bilder. Doch er glaube nicht, dass es wichtig sei, zu wissen, was das genau wäre.

„ ...nun ja – auch das ist text (im thema) den ich oft las. Der von ungefähr - doch routiniert geschrieben. Jawohl. Hätte ich jenes textteil gearbeitet würde ich fürchten, jemand merkt an: gerne gelesen! Nicht nur das die sätze zu lang und die handlung und person(en)mir unterfrachtet: nein es ist im wesentlichen das fehlen von originalität. Leider weder geruch, geschmack und farbe in reihe nicht reichen. Lediglich klassisches future im morgengrauen mit un- oder sinntax rechtschreibschwäche, die ich zugehörig einteilen könnte. Schade! Fazit: im schlechtesten fall könnte es also aus jeder preußischen schreibstube sein, - der das fatale lob einfährt: gerne gelesen! 6, setzen!“

17. I. 1915.
“Den Tag im Graben verbracht. Nachts im Granatloch.“
Jünger – ’Kriegstagebuch 1914 – 1918’

22. IV. 15.
“Abends um 9 marschierten wir in unbekannter Richtung ab. Wir machten einen Marsch von über 30 km, der in einem Walde vor Verdun endete. Morgens um 6 waren wir angekommen und bauten Zelte.“
Jünger – ’Kriegstagebuch 1914 – 1918’

An meiner Erkrankung nehme ich teil.
Munk will es so.
An meiner Depression nehme ich teil.
Munk bestimmt darüber.
An meinem guten Haben nimmt nichts teil.
Auch nicht an der Schwere und an der mittleren Schwere.
An meinem Sein.
Auf Grund meiner genetischen Veranlagung.
Sagt er.
Meiner lebensnotwendigen Heftigkeit.
Schon.
Doch die macht keinen Sinn.
Meint Munk.
Am eigenen Leibe.
Das beim Lachen sein Bauch wackelt.
Ambulant wie stationär.
Unmittelbar.
Dazu die entgrenzte Situation.
Durch zig Medikamente.
Dabei sind die nur eine Fiktion.
Wie alles.
Sagt Munk.
Auch Ihre Ich- Form pöbelt er.
Alles ausgedacht und konstruiert.
Wie die Äußerungen im Gespräch mit sich selbst.
Verstärkt durch Introspektion und deren objektive Notierung.
Eine rein dichterische Phantasie.
Sagt er.
Und das.
Die Leser es merken werden.
Denn in aller Regel produzieren Schriftsteller Fiktion.
Punkt.
Patientengequatsche.
Behauptet er.
Eine Literarisierung der tatsächlichen Bewusstseinsinhalte.
Sage ich.
Selbst wenn.
Es bleibt hinter der banalen Fassade die Psychose 4.48.
Na dann.

„Was machst du denn da?“ fragt Heiermann
„Tagebuch schreiben.“
„Musik passt ja auch nicht zwischen 2 Buchdeckel!“
„Malerei?“
„Ich schon!“
Heiermann hält sich für ein Strichmännchen, das auf dem Kopf steht.
„Was schreibst du so?“
„Übers Leben.“
„Auch über mich?“

Heiermann ist Rentner. Um die 70. Einsam. Trotz Auto. Eigentumswohnung. Heiermann bewohnt die Wohnung unter mir. 50 Quadratmeter. Und. Heiermanns Dach ist meine Terrasse. Meine Terrasse ist Heiermanns Dach. Doch wir beide haben keine Probleme damit, dass ich ihm auf dem Kopf rumtrete. Wenn ich will. Denn Heiermann hört schwer. Auch seinen Fernseher. Was soll’s. Dennoch. Ab und an habe ich Probleme mit Heiermanns Heiermann. Zum Beispiel, wenn er 5 – 10 Mal am Tag anruft. 4 – 7 Mal an meiner Tür klingelt. Wegen Nonsens. Wegen NICHTS. Wegen immer gleicher Problemen, die IHN beschäftigen. Nicht mich. Obwohl er es wohl gerne so hätte. Probleme, die durch seine Beziehung zu seinen Nachbarn links und rechts geprägt sind. Zu Frauen. Mit denen er einst befreundet war. Sagt er. Nun. Heiermann leidet unter Bronchialasthma. Hustet. Und trägt ein Toupet – ich sah ihn noch nie ohne – bei dem Rost den Scheitel prägt. Jedenfalls sieht es zwischen den grauen Haaren verdächtig gelb aus. Könnte auch Schwefel sein. Pisse. Trotzdem. Das Teil rutscht beim Husten. Doch fragen werde ich ihn dazu nicht. Denn Heiermann erzählt mir schon ungefragt eine Menge anderer Dinge. Besonders von seinen vollschlanken Nachbarinnen links und rechts. Von denen die eine der anderen den Freund ausgespannt hat. Und es öffentlich wurde, als sie im Negligee durch den Flur sprang um dem Lover die klemmende Tür am Anfang vom Gang zu öffnen. Und genau das hat Heiermann gesehen; konnte den Heiermann gegenüber der anderen Dame nicht halten, die zur der Zeit im Krankenhaus lag. Heiermanns Telefonrechnung und sein Tablettenverbrauch (Valium) war entsprechend. Worüber er sich bei mir ausheulte. Zwei Tage später besuchte er mich mit einem Revolver in der Hand. Smith and Wesson. Magnum. Sportwaffe. 6 mm Luftdruck. „Dachbodenfund“, erklärt er. „Für 50 Euro können Sie die haben.“

Heiermann besucht regelmäßig den Friseur im Ort.
„Zum Haare schneiden?“ Frage ich.
„Was sonst?“ Fragt er.
Ich schweige taktvoll, nehme seine verrutschte Perücke nicht zur Kenntnis, blicke direkt auf seine hochgezogenen Augenbrauen, die sich mit dem Haaransatz verbunden haben - was er unbeeindruckt zum Anlass nimmt mir zu erzählen, was über ihn beim Friseur erzählt wird und was der Friseur ihm dann weiter erzählt. „Nur Schlechtes, seit ich aus der SPD ausgetreten bin“, nölt er. Und scheint traurig zu sein. Enttäuscht. Blickt haltsuchend, ergriffen in Richtung seiner Schuhspitzen. (Und ich bin voll bei ihm, denke: Hoffentlich weint er nicht! Und falls doch - was dann?)
„Dabei haben Sie doch so viel für den Ort getan“, versuche ich Trost zu spenden. „Nicht wahr“, antwortet er wieder voll auf Kurs, mir seine alten Neuigkeiten zum zigsten Male mitzuteilen - und grinst dabei neckisch. „Vor allem die Weltmeisterschaft im Steckenpferd reiten. Unvergesslich. Sogar die internationale Presse hat sich bei mir gemeldet. 70 Anrufe teilweise am Tag. Und an die hundert Telefonate nach dem Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde. Ja, ich war schon berühmt...“ Glänzen seine Augen hinter der zerschrammten Brille. „Doch alles kein Wunder“, sammelt er sich dann, „schließlich besaß ich mal einen Reiterhof. - Ihr Nachbar übrigens“, wir stehen auf dem Hof vor meiner Wohnung und Heiermann deutet mit dem Finger auf die Praxis vom Tierarzt, „wollte meine Pferde nicht behandeln. Der sagte, ich solle mir jemanden anderen suchen, - er könne nur Rinder.“
„Nanu“, sage ich, „meinen Hund behandelt der aber schon.“
„Mag ja sein“, scheint Heiermann erneut pikiert, „aber wie Sie wissen, ist ein Hund kein Pferd.“
„Stimmt auch wieder. Aber sagen Sie mir bitte was eigentlich aus ihrem Pferdehof geworden ist?“
„Aus dem in Prödelsau oder dem in Pisselberg?“
„Beides irgendwie lustige Ortsnamen“, amüsiere ich mich.
„Sie sind ja leicht zu unterhalten“, meckert er, „ich habe Ihnen da mehr zugetraut.“ Und als ich schweige. „Die Pferde sind alle in der Konkursmasse gelandet. Bei wem auf dem Teller weiß ich nicht. Jedenfalls habe ich aus Gründen der Pietät einige Zeit vollkommen auf Fleisch verzichtet!“

„Was machst du?“ fragt Heiermann
„Tagebuch schreiben.“
„Musik passt ja auch nicht zwischen 2 Buchdeckel!“
„Malerei?“
„Ich schon!“
Heiermann hält sich für eine Art Strichmännchen, das auf dem Kopf steht.
„Was schreibst du so?“
„Übers Leben.“
„Auch über mich?“

Heiermann ist und war der gute Onkel von nebenan. Pferdehofbesitzer. Ponyreiter. Bobonkäufer. Puppenspieler. Tränentrockner. Kinderschänder. Psychopath. Mörder. Menschenfresser. Name: Heiermann. Zelle 32. Doch noch ist Heiermanns Glück unverbraucht. Scheint die Unbekümmertheit des Daseins makellos. Noch ist der Tag, die Stunde nicht Nacht. Leidet sein Mut unter Ohnmacht. Ist der Hund Herr. Noch ist Zuversicht. Doch es wird. Je mehr wird. Wie das Recht auf Vergessen. Dass er im Schwimmbad die Umkleidekabinen auf der Suche nach jungem Fleisch plünderte. Boys. Girls. Egal! Bis 12 Jahre waren sie alle eine Herausforderung. Und manche noch darüber hinaus. Diese Pfirsiche. Mit blanker Haut. Die blitzenden Augen. Ihre runden Ärsche. Spitzen Mäuler. Engen Löcher. Wenn man den Blick von oben hinein tut. Wie sie unter der Dusche singen. Ihre nackten Körper mit Streifenmuster. Waschen. Diese wunderbaren Bilder auf dem iPhone. Den Saum in die Höhe. Ihre blanken Schniepel. Von ihm arrangiert. Und zum Küssen nahe. Ob um 10 Uhr morgens. Mittags. Nachts. Es passt überall. Wie ihre Locken. Ihre Haare, in einem Schränkchen zusammen mit den Fotos. Um nichts zu vergessen. Den Geruch. Ihren Geschmack. Um sich an jeden Bissen zu erinnern. Den kleinsten Schrei. Davor und danach. Jedes Wort. Das in sauberer Ästhetik konserviert. Ein Zeugnis für die Ewigkeit. Ein gutes Dutzend waren es. Oder mehr? Denn auf eins schichtete er gleich ein neues. Einmal 3 Stück am Tag. Eine grauenvolle Serie. Schrieben die Zeitungen. Platzte es aus den TV- Geräten. Doch wenn die wüssten. Von Munk. Das die Saison lange nicht passé. Das Munk ihn duzt. Und über die Zelle 32. Und.

Typen wie Heiermann erinnern mich an Patrick. Bateman. Den ich einst auf dem Flughafen Tegel mit Sekundekleber ans Klo nagelte. Ältere unter ihnen werden sich eventuell daran erinnern. Immerhin war ’American Psycho’ in Deutschland lange verboten. Jetzt kehrt er zurück, um gemütlich auf der Fanmeile Fußball zu gucken; dass ich nicht lache. Der sucht sein zweites Leben. Glauben Sie mir, der Idiot weiß immer noch nicht wer er ist. Echt. Das müsste mir mal passieren. Diese Leere. Die man durch Füllungen der Nase, durch glitzernde Fassaden verbirgt. Durch Sex mit Gewalt. Mit Mord kompensiert. Mit Exzessen. Im Blutrausch. Bis man zwischen Realität und Phantasie nicht mehr unterscheiden kann. Und die gepaart mit der Oberflächlichkeit der gestern wie heute tief verdorbenen Schickimicki- Gesellschaft. Dagegen hatte die alte Koksnase Bateman es seinerzeit traumhaft leicht. Heute muss man ein harter Hund sein. Clever und durchsetzungsstark. Bateman reichte eine milde Persönlichkeitsstörung (z. B. sanfte Zeitlupe, zartes Schwenken, rosarotes Heranzoomen etc.), um Kult zu werden. Heute lacht alles bei dem Satz: „I must return some videotapes!“ Schlimmstenfalls werfen sie dich, also mich, aus der Klapse. Für mich würde das den größtmöglichen Gau seit meiner Einschulung bedeuten. Gut „this is not an exit“, sabbelt Pat am Telefon. Und doch. Da schreiben einige Leute ihre Studienarbeiten von und fragen dann, ob einem die Vorschau gefallen hat. Ey. Was soll das denn, Mann? Dann lieber am Nierentisch meiner Eltern wieder mit Mona schäkern. Immerhin war Mona die erste, die mir unter dem Tisch eines Restaurants einen geblasen hat. Es gab Pekingente. Ihre war allerdings kalt und sie hat die ihrer Katze. Verständlich. Wer tauscht schon nach meiner Luxusnudel kalte Ente für eine chronische Depression? Mona hat kurze Zeit später ihren Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie bestanden. 1.000 Prüfungsfragen ohne Fehler; obwohl sie sicher lieber mit mir... Das nenne ich absolute Zielstrebigkeit gepaart mit Konzentration. Irgendwann ist mir Mona dann beim Bettenmachen abhanden gekommen. Noch Monate danach hing ihr Suchfoto an den Bäumen. Sogar XYZ fahndete im TV. Doch leider. Nichts. Und ich muss über Batemans Satz „I must return some videotapes!“ lachen. Denn heutzutage muss man in keine Videothek mehr. Die Typen der Zeit liefern was man braucht per App gratis ins Haus. Einen kostenlosen Fick am Handgelenk, sozusagen. Ey. Wenn das Bateman wüsste.

Auf den Wällen der Gräben im hinteren Teil der Anstalt liegen die Aktivistinnen dicht an dicht. Sie schießen seit heute früh auf alles, was die Straße zur Kapelle hin überquert. Wer von da weg will bleibt dagegen unbehelligt.
„Scheint ein Feldzug gegen Gott zu sein“, mutmaßt Halbbäckchen. Schmitt. Mit doppeltem- t. Der über Jahre mit seiner Mutter ein Inzestverhältnis lebte, bis er sie erwürgte.
„Gott ist überall!“ Plappert Heiermann überzeugt. „Also kann der Krieg überhaupt nicht gegen Gott gehen!“
Echt. Manche Argumente erinnern mich fatal an Leben und Leben lassen.
„Was sagst du denn dazu, Jimmi?“
„Katzenkacke!“ Denn was bedeutet schon ein Krieg in seidenem Bettzeug mit Gardienen vor den Fenstern, - geführt von flachbrüstigen Frauen mit grünen Haaren frisch aus dem Rosengarten; was ist, wenn denen die abgetriebenen Früchte direkt in den überreifen Schoß fallen? Klar. Eine Liebe ist am Anfang immer wunderbar. Und am Ende traurig. Je nach dem ob man verlassen hat, oder verlassen wurde...
Dann erkenne ich Mimi unter den Amazonen. An ihren Brüsten. Den blonden Rattenhaaren. - Mimi und ich lernten uns einst auf dem Mardigra kennen; dem berüchtigten ’Fetten Dienstag’. Die damals schon etwas angestaubte Party lief zu Ehren von Alfredo Breton. Und wohl auch deshalb sah man zu 2dritteln Surrealisten die wie ich, das Drumherum nur im Suff mit Hanfanteil ertrugen.

Mimi trug an einem Lederband um den Hals ein Feuerzeug in einer Lederhülle, das mit Indiokunst bemalt war. Ich hatte die Zigaretten dazu. Gauloises. Filterlos. Und blauer als ich. Doch nicht deshalb glotzte ich ihr auf die Möpse. Mir ging es zum Kotzen beschissen. Zudem lief Gloomy Monday im Hintergrund. Und Stunden später war zwischen uns beiden nicht mal mehr klar, wer sich in wen verliebt hatte. Ich behaupte heute noch das Feuerzeug in die Zigaretten. Wegen der Bläue. Während sie meinte, es wäre das Bier im Champagner gewesen. Wie auch immer. Man muss rechtzeitig loslassen können sonst schmeckt beides fad und abgestanden. Doch im Gegensatz zu ihr, vermute ich, habe ich länger an unserer rasch gescheiterten Beziehung gebissen. Allerdings rätsele ich jetzt, im Moment, warum sie auf mich schießt, - denn sie hat den Stellungskrieg doch längst gewonnen. Egal. Denn laut Munk fällt mir als sein Prospect die wichtige Aufgabe zu die Amazonen- Soldaten, die sich inzwischen tief eingegraben haben und wohl dadurch eine relative Sicherheit spüren, zu zwingen die Gräben zu verlassen und über offenem Feld anzugreifen. - Ich glaube, ich spinne!
„Holz schlägt Aktien und Gold!“ Brüllt Mimi.
„Sofort kaufen!“ Überschlägt sich Munks Stimme. Und ich fühle mich mal wieder im Fest der Sprache und Fantasie auf den Pott gesetzt.
„Vorsicht Falle, Bruder.“
„Prost und. Amen!“

In einem Zelt neben dem neu eingerichteten Ponygehege an der Nordseite vom Areal, findet der Anstaltsgärtner Jakob Heiermann. Tot. Skelettiert. Mit gebrochenen Rippen. Offenem Brustkorb. Ohne Herz. Mit. Wäre er nicht skelettiert. Dafür ist Munk endlich die krankhaft blauen Lippen los. Fehlt ihm der Blutbeutel, den er über Monate an der linken Hüfte trug. Erzählt er, dass er (Herrscher und Alleswisser von Gottes Gnaden) bei der Obduktion von Heiermann festgestellt habe, dass der verhungert sei. Der wollte nämlich, wie (angeblich) in einem Brief steht den man neben seiner Leiche fand, wieder Ponyreitunterricht geben - und müsse dazu dringend abnehmen. Sagt Munk.

„Und das fehlende Herz?“
„Wölfe! – Eindeutig!!“ Behauptet Munk.
„Wir haben in Australien deswegen schon ein halbes Dutzend patagonische Wolfshunde bestellt. Die werden in Zukunft die Anstalt beschützen.“ Doch es kommt noch besser. Denn.
„Jeder von Ihnen, meine Damen und Herren erhält zusätzlich eine persönliche Drohne zu seinem Schutz.“
„Wie soll das denn bitte gehen?“
„Ganz einfach. Wenn Sie das Haus verlassen, vorausgesetzt Sie besitzen einen Parkschein, aktiviert sich die Drohne und begleitet Sie auf Schritt und Tritt. - Und auf dem Bildschirm in meinem Büro wird jede Handlung registriert.“
„Und wenn Sie mal nicht im Büro sind?“
„Dann schlägt das System Alarm. - Und im absoluten Notfall kann das System Sie auch verteidigen!“
„Können Sie das näher erläutern?“
„Fast unsichtbar an der Drohne befinden sich 2 Tomahawk ’cruise missile’ Marschflugkörper. Die schlagen garantiert jeden Wolf in die Flucht.“ Schwellt Munk stolz die Brust. „Und wir haben die wirklich günstig beim Pentagon geschossen.“

Dazu schwelge ich in Phantasien. Bin schon beim nächsten Ausgang, - mit einem Marschflugkörper als Begleitung statt dass mir Mohnblumen aus der Brust sprießen. Der Himmel. Der nun vergeblich in feinem Blau mit roten Rändern. Dafür feldgrau - die Drohne über mir. Deren satte Selbstsicherheit in Stil und Wesen. Die sich nicht mal vor meiner frisch tätowierten Glatze fürchtet. Nehme ich an. Dafür Revolution und Krieg überall. Und ich mit der Drohne mittendrin. Und die mit getürkter Gewissheit von Sicherheit und Wohlstand. Dazu am Tor dann Munk. Der in Taumel und Verzückung schwelgt.
„Sie sind der erste, Asperger, machen Sie uns keine Schande...“
„Und wo ist mein Handy?“
„Was wollen Sie denn damit?“
„Mutter anrufen...“
„Keine Sorge, das macht die Drohne für Sie.“
„Die Drohne telefoniert mit meiner Mutter?“
„Damit, lieber Asperger, kann man sogar Schreibmaschinen bedienen.“
„Auch meine Seele?“
„Ganz wie Sie wollen. - Sagen Sie, haben Sie ihrem Gefährten überhaupt schon einen Namen gegeben?“
„Orwell... Ich taufe die ganze Welt ORWELL!“ Dabei hatte ich bis eben noch Tapetenträume. Wollte mir die Bude neu einrichten. Und das mit einem Blick auf Luxus und Wohlbehagen. Doch.
„Wenn Sie wieder da sind“, skandiert Munk unbeeindruckt von meinem Wunsch nach Orwell, „wird das Karussell schon restauriert und am Grand Place de Irritation aufgebaut sein.“
„Sie sollten es Huxley taufen!“ Schlage ich vor.
„Eine prima Idee, Asperger: Huxley. Wirklich zauberhaft!“

Ich habe meine Heimat verloren, ohne je eine gehabt zu haben. Doch das ist halb so schlimm, denn ich bin Dramaturg. Asperger- Autist. Und manchmal denke ich es regnet, obwohl es regnet. Ein Andermal schneit es Schnee. Obwohl es Schnee schneit. Und manchmal ist nichts Nicht. Nacht. Und dunkel. Obwohl.

Ab und an schalte ich deswegen meine Lebens- Leben- Flamme auf Standart. Gehe mit geschlossenen Augen, wohin der Wind mich treibt. Dazu singe ich tonlos. Schlafe. Träume, ohne einen Traum zu haben. Bin bei dir, ohne dir nahe zu sein. Ich hätte ja auch ohne Buchstaben schreiben können. Zum Beispiel: 'Unheilig aber Blödsein hat auch keinen Preis'. Doch dann rückt mir eventuell dieser kahlköpfige Sänger auf den Sack. Nein, nichts gegen Russen und Atzen auf den Hügeln der Krim. Mein Vater war ja immerhin auch schon mal da (SS- Division was weiß ich). Ach. Ja. Es gibt Beispiele, Väterchen Frost. Fauser wäre übrigens 70... Der Stint. Ich mochte ihn. Und was er schrieb.

Eben fand ich was für ein hygienisches Projekt zum Nachbauen. Mit ein paar Sensoren und einem Arschdildo kann man einen Alarm auslösen, wenn jemand ohne gewaschene Hände das Klo verlässt. Für die Umsetzung notwendig sind lediglich Pissbeckensensoren für die Wasserleitungen an WC- und Waschbecken, ein Arschdildo (wie gesagt) und ein magnetischer Black- Read- Schalter an der Klotür. Vorgang: Die Piss- Kack- Backensensoren messen anhand von Klo- und Becken- Vibratoren, ob sie genutzt wurden. Ist das für beide positiv der Fall, bleibt der Alarm aus. Wird aber lediglich die Wasserspülung der Toilette benutzt, löst der Black- Read- Schalter beim Öffnen der WC- Tür Alarm aus. Ich habe mich dabei so erschreckt erschrocken, dass ich mir satt in die Hose schiss. Shit happens. Ich bin zudem, um perfekt die Fahne einzuholen, einfach zu langsam. Shit happens too. Und weißt du was noch hast mein Junge: NERVEN! Sagt Großmutter nun wieder. Pffft. 

Pervitin. Sagt Mutter. Hilft dir aus dem Loch. Junge.
„Macht das Zeug nicht ein blasses Gesicht. Und ohne Zähne. Versaut die Haut. Und?“
Du bist hier auf dem Friedhof. Junge. Da kannst du ruhig lauter reden!
„MACHT DAS ZEUG NICHT...“ Ach. Scheiß drauf!

Pervitin. Sagt Mutter. Hilft dir aus dem tiefsten Loch. Junge.
Hatten schon unsere Soldaten. Die tapferen Jungs. Und du. Du willst doch auch ein tapferer Junge sein?
„Werden Mutter. Werden!“

Flugschreiber, lese ich auf einem Grabstein, sind robustes Zeug. Die überleben jeden Passagier.

„Weißt du, der Blues wird niemals sterben!“
Sagt wer?
Veronal. - Damit schläfst du wie in Gottes Armen.
Amen.
Wenn du aber leben willst. Leben. Lieben. Liebe spielen ohne zu sterben. Dann hilft nur trinken. Trinken. Saufen. Rauchen. Drogen. Frauen - manchmal. Meist verkürzen die aber alle Prozesse um über die Hälfte. Also. Lieber trinken. Trinken. Saufen. Rauchen. Drogen. Um wenigstens schöne Erinnerungen an schlechte Tage zu haben.
Hört sich an wie ’besser als nichts’.
Besser als nicht trinken.
Nicht saufen.
(...)
Die Not ist groß: be happy!

Rokko II hat Orwell mit einen neuen Motor und einem leisen Lüfter aufgepeppt. Erst flog das Teil damit ruckweise rückwärts, wie ein gestörtes Fernsehbild, doch dann hat ihm Rokko über die Cold War- APP einen atomaren Schock verpasst. Seitdem fliegt die Drohne seidig. Und hört aufs Wort. Rokko meint, ich könnte mit dem solchermaßen getunten Teil sogar Flugzeuge vom Himmel schießen. Mal im Ernst: Wer will das schon?

Augenblicklich sitzt Orwell in Höhe von plus - 60 m auf dem First vom ’langen Jammer’ und pennt. Energie sparen/d.

Mutter ist 1968 hier her gezogen. Eingewiesen, kann man sagen. Sie wohnte vorher in einer Laube am Wilhelsmruher Damm, die zu Bauland wurde. Eine Laube, Bauland, stell dir mal vor.
Mutter zog dann mit ihren 6 Hühnern, einem Hahn, zwei Enten und Ziege Emilie in den ’langen Jammer’. Der am Stück 1.000 m lang ist. Damit längster im MV = ’Merkwürdiges Viertel’ in Berlin- Reinickendorf. Und Mutter unters Dach. In den 18ten Stock. Ihre Viecher musste sie allerdings abschaffen. Wie auch all die anderen Kleinbauern aus Reinickendorf ihre geile Idylle Viehzeugs, mit denen sie zusammen eine Sozialtraum- Wohnung bezogen haben.

Nach meinem ersten schweren Unfall und der dadurch notwendigen 2ten Geburt, hat Mutter mich von Emilie säugen lassen. Der Bauer um die Ecke, dem Mutter Emilie zwangsweise überlassen hat, verfütterte sie an die Schweine. - Der Typ wurde mein erstes Opfer. Von wegen Schweine fressen alles.

Ich bin im MV auch zur Schule gegangen. Wurde (anders) kriminell als die Meisten. Doch das merkt man nur noch wenig. Mehr merkt man den Einfluss Klapse. Munks Ausfluss vor allem. Ja, Munk färbt irre ab. Auch jetzt. Wo ich in Urlaub bin. Denn von Bonnies Ranch bis ins MV ist nicht weit. Orwell schafft das in 5 Minuten. Wenn er langsam fliegt. Ob Munk das weiß?

Der Jammer ist inzwischen neu angestrichen und in ’Champagner-Burg’ umbenannt worden. Und Mutters ehemaliger Nachbar Horst Mahler verrottet seit Jahren im Knast. Ulrike ist sogar tot. Sido noch da. Ich mag seine Musik nicht. Dafür kann ich mit Kopfstand auf der Balkonbrüstung durch die Straßenbäume hindurch genau den schwarzen Fleck auf dem Asphalt sehen, wo neulich der Wohnwagen mit den zwei Typen drin verbrannt ist. Bankräuber. Nein. Nazis. Sagt man. Ultra- Rechte- Mörder, liest man. Dabei sahen die beiden reichlich normal aus. Und die Freundin der zwei, Rosi, ging in meine Schule. Klasse tiefer. Oder so.

Inzwischen sitzt Rosi, die sich Beate Zschäpe nennt, im Knast. Ob neben Mahler weiß ich nicht. Im Gegensatz zu ihm soll sie ihre Wohnung in die Luft gebombt haben. Dabei war sie ganz woanders, sagt sie. Und ich kann das bestätigten. Munk auch. Doch der sagt nichts. Und ich darf nicht. Rechte Gesinnung. Boah. Oder NSA. NSU. BND. STASI. FBI. BRD. BILD. ZEIT. ARD. ZDF. Bundestag. Was man so alles fressen muss: Scheiße.

Mit Rosi und den 2 Bankräubern wird mächtig Presse gemacht. Terroristen. Rechte. Extreme. Nazis, seit Jahren. Im Osten. Im Westen. Wehrsportgruppe - und so. Heißen bis auf Rosi beide Uwe. Und sollen 8 Türken einen Griechen und eine deutsche Polizistin erschossen haben. Eine Reihe Sprengstoffanschläge. Dazu sind die im ganzen Land rumgekarrt. Kaum zu glauben. Denn niemand hat den Terror richtig mitbekommen. Da war die RAF schon eine ganz andere Nummer. Von wegen unbemerkt von der Öffentlichkeit Döner- Gemüse- Zeitungshändler und- so weiter zu erschießen. Doch diese Kleinunternehmer sollen, munkelt man in Reihen der grauen Wölfe, ganz anderen Betätigungsfelder gehabt haben. Na- ja, was man so schreibt, schreibt die Presse. Jetzt hat man ja ’die’ Nazis - als Schuldige. In einer neuen Dimension von stillem Terror. Auch wenn es im Nachweis schwer wird. Weil die ja tot sind. Selbstmord. Angeblich. Und Rosi nichts sagen will. Der BND. Die NSA. Die ja eigentlich alles wissen. Auch was die Kanzlerin zu Mittag hatte. Da fällt mir eben Gustl ein. Und was man an Wahrheit biegen kann. Denke an den Haufen Leute, die unschuldig in Psychiatrie und Knast sitzen. Manche Lebenslänglich, bis sich ihre Unschuld herausstellt. Einige Leute sollte man besser überhaupt nicht kennen lernen. Müssen. Gutachter. Staatsanwälte. Richter. Presse. All die Totschläger, die totschlagen. Mit jedem Wort. Durch jede Handlung. Ob man am Boden liegt. Oder. Egal, immer weiter. Immer mehr. Feste drauf. Doch irgendwann wird man auch die los. Und wenn man will - für immer. Auch wenn ab und an die ’Kalypse’ singt. Zudem muss man auch nicht jeden seiner Schritt erklären. Das Leben besteht schließlich aus Leben leben, in dem Fehler fest eingebaut sind. Nicht aber Rechtfertigungen. Auch deswegen ordne ich meine Gedanken. Rufe Orwell. Und der fliegt - Zentimeter dicht - über das Brandmal auf dem Asphalt; kann in Orwellscher Manier die Zeit zurückdrehen. Zeigt mir die Straße von vor Tagen. Bäume. Sträucher. Menschen, die müheselig und beladen. Bellende Hunde. Kinder, die fröhlich springen. Autos. Radfahrer. Den Tag im Staub. Den Wohnwagen in weiß. Und in Rot entdecke ich den Herzschlag der 2 Typen auf Mountainbikes, aus den Minuten später im Bludruck 200 – rasch abnehmend - literweise Blau das Blut läuft. Nun gibt es ja Fälschungen nicht nur im Krieg. Sondern besonders in der Liebe. In der Kunst. Denn der Meister will immer mehr. Auch wenn er verächtlich Tod aus Deutschland geschimpft, der den aus der Milch von schwarzen Stunden gebiert. Fast wie ich. Doch eins bleibt: Das Wahre ist immer auch das Unwahre. Und wer vor dem Spiegel steht und reinschaut, schaut auch raus.

Holunder muss man mögen. Wie man unbeschadet eine Grapefruit schält. Doch beides lenkt mich nicht davon ab zu sehen, wie Polizisten Leichen stapeln. Während mir Mutters Nachbarin erzählt, sie hätte, bevor der Wohnwagen explodiert sei, einen Mann weglaufen sehen. Und das 2 Polizisten gegenüber vom Wohnwagen in einem Polizeiwagen gesessen und geraucht hätten.

„Aber mal im Vertrauen“, flüstert sie mir ins Ohr, „richtig unheimlich wurde es als keine Stunde danach zwei Männern bei mir klingelten die mir befohlen haben, dass ich bei einer Befragung sagen SOLL absolut nichts gesehen zu haben!“
„Sonst?“
„Sonst würde ich sterben, - wie ihre Mutter!“
„Wie meine Mutter?“
„Ja! - Genau das haben die gesagt!“
„Wissen Sie noch wie die aussahen?“
„Nein. - Wie 2 Männer eben!“
Sie aber heftig nickte, als ich ihr mit der Frage „so wie der da“ ein Foto von Munk zeigte. „Ja! - Und so wie Sie. Wenn sie einen Anzug tragen würden!“
„Wie ich?“
„Ja!“

Wenn man lebt, lebt man immer an den Grenzen der Welt. Narr oder Elite. Unten wie oben. Und wenn man will - und kann - gelingt es kuschelig und konfliktfrei. Doch für einen denkenden Menschen ist das die Hölle. Sagt schon Phettberg. Oder Handke. Oder beide? Und man schmiedet Fluchtpläne. Flüchtet in den Sadomasochismus. In den Suizid. Oder wird schwul. Zumindest DAS! Um dieser sterbenslangeiligen, scheinheiligen Scheiße Leben zu entkommen. Dem Müll von Lebenslügen. Den Spießern. Und.

Die Schlacht ist geschlagen. Ich reiße mir einen Baum aus und fresse ihm die Weisheit aus der Rinde. Sofort werden meine Nächte plüschiger. Die Tage. Samt. Klingt meine Not wie 12 Years A Slave von Coldplay. Mit dem man Barrikaden abbauen kann. Die zumindest reduziert, abspeckt, das Tempo negiert. Eine Art melancholische Wahrheit entsteht, genannt ’White Flag’, die beim Onanieren keine Fragen aufwirft und mich den Rotz - wie von Gott befohlen - in Ruhe aus dem Fenster spritzen lässt. "Life can little more supply/ Than a few good Fucks, and then we die." 

Das Glück liegt im Vergessen. Im Gewesenen. Auch Mutters Nachbarin leidet unter beginnender Demenz, - wie sie mir erzählt hat. Trotzdem ziehe ich meinen Savile Row Anzug vorerst im Keller an. Fahre deswegen in meiner Gipsy Unterwäsche im Fahrstuhl bis in die Tiefgarage, - denn dort lagert der Anzug in Mutters Parkbox in einem ’demokratischen’ Kühlschrank zwischen russischem Schichtnougat, israelischem Früchtejoghurt und jamaikanischen Lachsfiletspitzen. Ach. Echt. Es ist ein herrliches Gefühl einen von internationalen Köstlichkeiten gekühlten Savile Row Anzug Nummer 13 zu tragen. Leider ist die Abkühlung nicht für ewig. Wie auch die Ruhe vor Munk. Der mir über Mutters alten Loewe- Opta eine Birdy Videobotschaft sendet. Inhalt: “Das Leben hält nicht viel mehr bereit als ein paar gute Ficks – und dann sterben wir.“ – gez. John Wilkes. Und ich dachte erst, es handele sich um einen Druckfehler vom Birdy. Weiß aber nun, es handelt sich dabei um Munks grundtiefe Verdorbenheit. Was mich aber nicht wundert. Immerhin kennzeichnet gerade das unser enges Verhältnis. Denn nur wegen der Hölle in ihm blüht überhaupt mein Paradies. Gibt mir das Leben Hoffnung auf Hass. Diese unechte Willkür in sich - so man das Ganze durchblickt.

Die Blackbox a la Malaysia Airlines vom Bananenstaat Deutschland sagt dazu folgendes: Im Wohnmobil hat einer der beiden Männer den anderen erschossen. Punkt. Dann Feuer gelegt. Pause. Dann sich selber erschossen. Punkt. Doch Rückstände von Rauch fand man in seiner Lunge – nicht! Keine Spur von Bananen. Also: Tausche Cello gegen Zither. Oder: Wer ist der dritte Mann? Dimmda dimmda dimm ... da dimm. Dimmda dimmda dimm ... da dimm. Hear ‘The Thirt Man’ include Harry Lime Thema ... Dimmda dimmda dimm da dimm... Halt. Hier. Ich. Ich weiß es! Es ist ’Buddy’ Munk mit seinen Leuten. Und Buddy zählt mich dazu. Wie Orwell. Der in Tiefe unter der Oberfläche sucht. Offiziell heißt er ’Mitarbeiter vom Verfassungsschutz’. Und das wieder ist ein Kabinett der Kuriositäten mit Tentakeln bis weit in die Psychiatrie. Bis hin zu den Flower- Power- Hippies der 70er. Den kostümierten Hirten von heute. Leute. Typen, denen der Hanf welkt, die Bäume umstürzen, denen der Himmel desertiert und Rußpartikel verweht. Heißa, BND, die Zunge der Wahrheit... Die unweigerlich mit der ewigen Frage kommt ’wer sind eigentlich die Guten? - WIR!’ Stimmt. Ey. Denn ich bin es eher nicht. Immerhin trage ich links wie rechts in meinen dress for less Xavier Danaud Ziegenlederstiefeln einen goldenen Blue Ray Colt, Höhe Wade, die von knielangen Harper five Socken verdeckt sind. Man weiß ja nie. Denn wenn der Pirol singt, muss alle Musik verstummen. Und genau das gilt es zu verhindern. Sagt Munk. (Mafioso). Also rucke ich an, um den täglichen Auftrag zu erfüllen.

Ich bin dein laufender Untergang in Kürze – und auch sonst
Ich bin die Erziehung ohne Worte.
Lernbehindert und koste 3Mark67 am Tag.
Ich schlafe mich in hundert Schlafzimmern in einer Nacht wach.
Ich liege atemlos unter hundert Betten an einem Tag.
Ich bin aussortiert für ein Leben weit weg von normalen Menschen.
Ich bin der neue Krieg im Westen und der alte Sack im Osten.
Ich sitze gefesselt auf einem Toilettenstuhl mit einem Löffel in der Hand und esse, und kann nicht weg.
Ich bin die Stimme aber nicht dein Ohr, wenn ich um Hilfe rufe.
Ich bin der Mund, der Schlund im Hals, die Speiseröhre die das Essen schluckt.
Ich bin das Auge und sehe.
Keinerlei Hilfe.
Ich registriere das Flackern vom Bildschirm.
Dass ich mir die Ader aufgebissen habe, bis Blut läuft.
Ich bin das dritte Auge und weiß, es ist schon fast ein Liter.
Ich bin die schlimme Hand auf der sie mit einem Lineal schlagen, bis es bricht.
Ich breche.
Rot.
Essen.
Sterbe.
Aber nicht mich.
Ich bin das verbotene Gesicht wie im ersten Kapitel von meinem Buch.
Ich schreibe von Schlafsälen die mit Betten an Bett vollgestellt.
Wo Menschen an Zimmerdecken gehangen leben.
Ich bin entmündigt und schlackere über die Zustände hier mit dem Kopf.
Ich renne breitseits mit den Ohren gegen die Wand.
Ich bekomme Spritzen und Pillen und werde mein eigener Pflegefall.
Ich stelle mich taub und irre durch die Buchstaben.
Ich stehe nackt und komme nicht zu Wort.
Ich bin ein Zaun, ein Gitter, eine Wegschließe.
Ich bin ein Prozess hinter Anstaltsmauern.
Auf Zeit.
Ich werde wach als schrill das Telefon klingelt und Munk fragt, warum ich seit Stunden nicht zu erreichen bin.
Ich sage ihm, dass das Telefon nicht geklingelt hat.
Und auch sonst.

„Als ich sie fand, hat sie noch gezuckt!“
„Wer?“
„Meine Mutter“, sagt der Typ mit Paco Rabanne Borsalino, Mercedes- Sonnenbrille, Vollbart a la Udo Walz, Polohemd topp Gucci, weiße Leinenhose von Dag Slam, violette Schlangenlederschuhe aus handgemachter Davidoff.

„Ihre Mutter?“ Lasse ich den Heidsieck Brut pur Champagner aufschäumen.
„Ihre Nachbarin...“
„Dann sind Sie...“
„Max Adolf Müller“, stellt er sich vor.
„Oh, ja, - ich kenne ihr Gesicht!“
„Acht Monate auf Bewährung!“ Stöhnt er. „Steht in sämtlichen, miesen Zeitungen.“
„Ein Sauurteil!“ Stimme ich ihm zu. „Und erst die Kommentare im Fernsehen!“
„Und der Maserati ist auch weg!“
„Der rote?“
„Genau der!“
„Hat den die Treberhilfe bekommen?“
„Eben nicht“, flucht Max Adolf, „der ist an den Staat gegangen.“
„Sind Sie nicht der Staat?“
„Was weiß ich“, sagt Max Adolf, „auf jedem Fall bin ich in Berufung. Schließlich muss man als Boss der Treberhilfe doch auch was repräsentieren können. Wo kommen sonst all die öffentlichen Hilfen her?“
„Und erst die privaten Spenden!“
„Genau. – Sie sollten mal sehen wie stolz die Leute sind, wenn ich die im Maserati zum Flaschensammeln bringe...“
„Das glaube ich Ihnen aufs Wort!“
„Und jetzt noch meine Mutter...“
„Wie das denn?“
„Umgebracht. Die Taube war’s!“
„Welche Taube?“
„Die auf dem Dach.“
„Das ist Orwell. Der ist ganz friedlich.“
„Das ist ein Taube. – Ich werde doch wohl noch eine Taube erkennen!“
„Die auf dem Dach?“
„Auf die habe ich 2mal geschossen“, prahlt Max Adolf.
„Warum?“
„Weil Mutter nicht schlafen konnte. Sie glauben ja nicht, was für einen Krach so Viecher machen. Und dann scheißen die auch noch endlos...“
„Und deswegen haben Sie geschossen?“
„Hat aber nichts gebracht. – Mutter hat dann Gift ausgelegt. Blausäure auf Kekstückchen, - selbst gebacken.“

Eine Religion ohne Gott ist wie ein Krieg ohne Waffen.
Ein Krieg ohne Waffen ist ein warm gewordenes Sahneeis, dass mir von Orwells Rotoren verblasen schräg auf die ’gute’ Hose tropft.

„Da hast du aber Glück, dass es kein Schoko ist, Junge. Das sieht nämlich dann echt Scheiße aus!“ Freut sich ein Flaschensammler, die picklige Fresse halb im Abfallkorb.
„Das sieht auch so scheiße aus!“
Und schon rattert Orwell in Shit- Storm- Manier und macht auf beleidigt.
„Ganz unschuldig bist du aber daran nun wirklich nicht!“ Sage ich. Wozu er in Hochtönen kreischt, sich bei Munk über mich zu beschweren.
„Komm“, beruhige ich ihn, „ist ja nichts weiter passiert – und auf dem Rüdi ist Weinfest. Da sind bestimmt ein paar schicke Frauen: lass und hin!?“
Nur wenn du zahlst.
„Abgemacht!“

Schon von Weitem sehe ich Rauch. Rieche die Reinheit des Feuers. Neben dem einige Leute verstümmelt liegen. Ihre Körper seltsam verdreht. Fragmente. Die von Gliedmaßen entblößt. Wie Heu auf einer Wiese zum trocknen. Am Himmel Wolken mit Trauerband. Aus denen Blitze zucken. Schüsse fallen. ’Hoch auf dem gelben Wagen’ höre ich. Und sehe den Schwager vorn. Einen Typen wie Saladin, im Kampf um die redliche Religion. Hoch gewachsen. Schlang. AK 47. Über schwarzem Umhang. PLO- Tuch aus Baumwollmischgewebe in Violett/Weiß von El Batul zum Sonderpreis während einer Ramadan Aktion gekauft.

„Das Flugzeug ist abgeschossen worden!“ Fordert er in irgendwelche Kameras hinein die Welt zum Tanz. Die Russen, die Amis und die Mutti. Die gleich den World- Gamer raushängen lässt. Während ich an 9/11 denke. An meine persönliche Messlatte von Wahr und Unwahr. Zu der auch die Mondlandung gehört. NSA, Facebook, die Medienmafia und zig andere Honks.

Ich will fremde Träume träumen. Leben leben. Denke dabei an Munk. An grünes Gras im schottischen Hochland, Blumen - um darin Falter zu sein. Wie Munk an einer schmuddeligen Straße auf der Erde hockt. Die Fixe leer, eine Tüte in hohler Hand. An gesunde Hochlandrinder. Denen fett die Milch aus dem Titt tropft, dass man einen Kaffeepott drunter halten möchte. Munk. Wie er sich auf der Suche nach einem Schuss durch die Stadt der Penner schleppt. Blütenbestäuber. Die auf den farbenprächtigen Pflanzen unter den Bäumen und im Dickicht von Gebüsch wachsen. Dann erneut die Öde von Munks Schritten am dunklen Nordwald. Das Bemühen um Haltung, wenn er hockt und seine Notdurft in die Gosse wirft. Dann wieder Ich in Tag und Nacht. Dieses Doppeleben im Wechsel von Irrsinn und Normalität. Abends tot. Bewusstlos morgens. Der hohe Berg. Die engen Kurven. Das weite Tal. Die Gletscher kalt. Mit krummen Rücken. Langsamkeit. Mein Du. Dein Ich. Und im Hirn nichts weiter als der Seele Suche. Eine Pumpe mit 50 Milligramm Dopamin. Munks Erfolgsrezept. Und meine Bewährungsprobe. Damit ich mich frei in der Natur ’Raubtier Mensch’ bewegen kann. Ein einziges Elend. Das. “wenn ich das Wimmeln der kleinen Welt zwischen Halmen, die unzähligen, unergründlichen Gestalten der Würmchen, der Mücken näher an meinem Herzen fühle und fühle die Gegenwart des Allmächtigen […] dann sehne ich mich oft und denke: Ach könntest du das wieder ausdrücken, könntest du dem Papier das einhauchen, was so voll, so warm in dir lebt“ lässt Goethe Werther sagen.

Zu allem Unglück kann der Mensch nicht glücklich sein. Und was er Glück nennt, redet er sich ein. Ja -, neben der Prostitution war er auf den Gebieten des Drogenhandels und des Glückspiels aktiv. Munk. Geht die Straße lang, will irgendwohin. Öffentlich bekannt wurde er als Betreiber des Bel Amore. Bel Ami. In aller Munde General Clausewitz. Und steht am Himmel hoch die Sonne, ist der Mond gar nicht mehr weit. Mach hoch das Bein, Luft muss rein. Munks Lieblingslied. Trifft er ein Mädchen. Trifft einen Mann. Geht gerne auch mal andersrum ran. Und alle wollen einzig fröhlich sein. Nur die Zeitung stellte ihn andersherum in den Focus, sein Bild in der Bild, als er den Puff ’Clausewitz’ schließen musste, weil es Hinweise gab, dass die Stasi das Bordell zu ihren Zwecken nutzte. Was kann das wohl für ein Zweck gewesen sein? - Die Herren Politiker trinken ein Bier, ein Gläschen Wein. Küssen sich und samen ein. Die Nacht geht hin, der Tag danach wird Eisbärfein. Munk zuckte lediglich mit den Schulten, wenn ihn die Journaille mit den Bezeichnungen Bordellkönig und King of Puff bezeichnete. So blieb es ein schmaler Pfad, bis an das Ende der Welt. Wo man erst sitzt, dann in die Tiefe fällt. Darüber denkt was kommen wird und was wird sein. Im Schluss der Oper wird er mit der eigenen Krawatte erdrosselt. Stürzt. Fällt. Und liegt. Und in den tiefen Schichten hockt der Teufel. Und was der wollte will er immer. Es wird einzig die absolute Trennung sein. Dann kommt es wie es kommen muss. Wächst ein Kind. Die Jugend fliegt nur so dahin. Dann ist es Zeit, der eine geht, der andere bleibt. Und ob der oder jener überlebt weiß nicht mal all die Wut, der Hass, die Traurigkeit. Hinterher sagt man Asyl im Paradies, wie man aus Schlagern weiß.
Man fand übrigens seine teilweise verbrannte Leiche zwei Tage später am Rande der Autobahn zwischen Hamburg und Lübeck. Er lag da wie halbfertiges Marzipan. In der Hand seine Rute. Daneben Ute, seine Beste Tute. Die bläst den dicksten Bock vom Hocker, lachte er einst. Und hat ein kräftiges Herz. Eine Lunge. Ohne jede Verhornung. Einzig geiles Bettgeflüster steckt tief in ihr drin. Pause. Fort. Hinweg. Aus dem Sinn.
Am Abend der Tage meiner Nacht kocht der Pott. Darin die besten Stücke der Zeit.

Am Abend des Tages der Nacht, als sich in mir der Wunsch nach Frieden gebar wollte ich Schluss machen: Mit ihr. Und nicht bis zum bitteren Ende. Gehen. Wie man hemdsärmelig sagt. Und ungerufen von Gott. An den ich ’so’ sowieso nicht glaube. Nein. Ich. Nicht! Ich glaube an die Kampfzone Leben. Die mit der Geburt beginnt, und mit dem Tod endet. In dem ’ach du mein lieber’ Gott tröstet, schlichtet, mäßig regelt. Ohne dem können viele nicht. Ich schon. Sorry, Leute. Egal: Am Ende liegt immer alles in Trümmern. Wie sollte es auch anders sein. Es benötigt nur etwas Vorstellungsvermögen fürs starre, stille, weltliche Nichts.

Als ich zuschlage, duckt sie sich gerade. Als hätte sie was geahnt.
Als ich... bin ich ihr Testsieger für einen Urlaub in Kärnten. Sie hält den Prospekt dafür selbst dann noch fest in der Hand, als die Totengräber sie holen. Dabei bin ich ihr Totengräber.
Als ich... bin ich der wiedererstarkte kalte Krieg im Osten. Weil Putin nicht tut was Mutti von ihm will. Prasselt aus dem Fernseher eine Stimme wie ein am Vortag erlebter Suff. Und mir direkt ins Ohr; weil sie davor liegt.
Und ich. Als wäre ich ein Meteorit. Eine außerirdische Vernichtungswelle die auf die Erde stürzt und alles Leben zerstört. Im Gegenteil: Ich rette allein schon durch meine pure Anwesendheit die Menschheit vor dem Verhungern, Erfrieren, Ersaufen. Davor, dass die Menschen zu Kannibalen werden und ihre eigenen Kinder fressen. Deren Blut trinken. Organe verwenden. Verkaufen. Dagegen bin ich ihr Trost. Ihre Zuversicht. Sitze zur Rechten Gottes. Ohne mich darum zu kümmern, wer links sitzt. Sollte links überhaupt Platz sein. Klar. Mutti hat Bibel- TV auf dem Schirm. Und ich hätte es wissen müssen.
Als ich... mit der Arbeit im Wald fertig bin, säubere ich den Spaten. Rauche eine. Obwohl ich nicht trinke. Und rauchen im Wald wegen der akuten Trockenheit sowieso verboten ist.
Am Abend der Tage meiner Nacht kocht Wasser im Pott. Später die besten Stücke meiner Zeit. Dont Ask Me Why!

Wo der Fiat Sunlight stand, von dem noch der Brandfleck zu sehen ist, stehen Bäume in Reihe. Linden. Die liefern Schatten satt und tropfen fett- klebriges Zeug auf parkende Autos. Genaugenommen ist unter den Linden von morgens bis abends Schatten, wie ich von Mutters Balkon aus sehen kann. Und Fett. Linde. Dröhnt 24 Stunden lang so was wie Musik.

’Heute hau’n wir auf die Pauke’, grölt mir aus der keine zehn Meter vom einstigen Fiat- Parkplatz befindlichen Fass- Bier- Kneipe in die Ohren. Deren Macher unter einem sichtbar verschossenen Sonnenschutz Stühle und Tische ins Freie gestellt haben - die meist gut ausgelastet sind, wie Franz erzählt. Ein Bekannter von früher. Der sich ein Stück vom Trubel weg aus Kippentabak eine Zigarette dreht.

„Bierchen, Franz?“
„Klaro doch!“
„Sag mal... als neulich der Wohnwagen gebrannt hat, hast du da auch hier gesessen?“
„Genau an diesem Tisch; - der ist nämlich mein Stammplatz!“
„Und was ist passiert?“
„Rudi und Horst haben Verlobung gefeiert - und ich bekam Freibier.“
„Wer sind Rudi und?“
„Die Wirtsleute. Schwul.“
„Wäre ich jetzt nicht unbedingt drauf gekommen...“
„Willst du mich ver...“
„Keine Spur. Erzähl weiter!“
„Die Mischpoche hat drin gefeiert. Türen zu und so... Die haben nämlich einen Tipp von den Bullen erhalten, das hier bald was los sein wird.“
„Und du?“
„Bin sitzen geblieben. Mein Rolli hatte n Platten!“
„Und dann?“
„Dann war High Noon, verstehst du?“
„Sturm der Stille!“
„Genau! – Nicht mal die Vögel haben. Und die Straße leer. Kein Auto. Keine Menschen. Nichts. – Dann ging einer in Uniform von da drüben, zeigt er Topp The Air, direkt auf den Fiat zu. Und dann waren Schüsse. Tausend. Oder mehr. Ich habe mich einfach vom Stuhl fallen lassen. Bin unter den Tisch. Hab Beine in roten Jeans an mir vorbei laufen sehen.“
„Gesicht sehen konntest du nicht?“
„Null. Und wenn, würde ich es nicht sagen. Bin doch nicht lebensmüde!“
„Warum?“
„Ey, Alter, liest du keine Zeitung? Waren doch alles Bullen!“
„Alle?“
„Klar. Die im Wohnwagen - und die anderen.“
„Der Wohnwagen ist doch aber ausgebrannt und die beiden Typen haben sich selber erschossen.“
„Du glaubst aber auch jeden Scheiß. Mann – ich war ja dicht dabei: es gab überhaupt keine Schüsse!“
„Du hast aber eben doch selber...“
„Die Bullen wollen das so.“
„Also, keine Schüsse?“
„Nada! In dem Karren wurde wie blöde rumgeschrieen - und dann brannte die Hütte!“
„Und der mit den roten Jeans?“
„Der ist echt!“
“Dann setzten sie das Wohnmobil in Brand und töteten sich durch Schüsse in den Kopf.” (BGH).

Ich lobe selten. Doch manchmal muss es. Weil du es bist. Du. Und weil es einfach ist. Es gibt einfach so viel an dir. Du. An dir. Zu loben. Dass du die Hütte angezündet hast. Grandios. Deine Rebellenattitüde. Um Beweise zu vernichten. Endgültigkeit herzustellen. Schon der Wille zählt. Das Hakenkreuz auf deiner Haut. Auch wenn es nun ein weggebranntes Tattoo ist. Man kann es ahnen. Und ich weiß es. Weil es deiner Art von Schönheit entspricht. Deiner Coolness. Wie das Chinesische Zeichen von Stärke auf deinem Fußknöchel. Das ist so klein, so winzig, dass meine Lippen es kaum treffen, wenn ich dir die Füße küsse. Du und Ich. Wir sind jetzt schon ein Mythos. Neu geboren, mit unserer Sehnsucht die Gesellschaft nach archaischen, irreversiblen Riten auszurichten. In Treue fest. Oder so. Deren Sinn leider verloren ging. Übrig ist eine leere Form. Eine Hülle. Durch zehn Liter Ottokraftstoff verursacht, wie eine Zeitung schrieb - die es wissen will. Ottokraftstoff! Möglichst in einem Kanister aus Robbenleder von Hugo Boss? Kaum zu glauben, was einem täglich alles unter die Augen kommt. - Wände waren herausgebrochen und auf die Straße gefallen. Und in der Wohnung selbst habe es „sehr nach Benzin gerochen“. Nur so versteht der geneigte Betrachter das ganze Bild. Nur so: “Das Benzin-Luft-Gemisch in der Wohnung explodierte, die Druckwelle zerstörte das halbe Haus.“ Ein Zeichentheoretiker würde das zu den Signalen des BDN rechnen. “Gestatten, dass ich uns vorstelle?“ Diese einseitigen Berichte in uniformen Sätzen. Die beharrliche aber vergebliche Mühe Tatsachen zu verdrehen. Fragen unbeantwortet zu lassen. Vom Rauch, der hinter den Bäumen aufsteigt. “Die was wissen, die kommen nicht, die kommen, wissen nichts, und die, die was wissen und dennoch kommen, sagen nichts.” Die anderen sind Außerirdische. Kornkreiszeichner. “Tue es jetzt!“ Schreien die. Die Nase, ein Ohr und die Zunge des Opfers schon in der Aktentasche. Kannibalen. Alle. Menschenfresser aus Munks Dunstkreis. Die zumindest Botschaften aus ihrer Umwelt erhalten. Bei mir soll es sich allerdings um erhöhte Stressbelastungen handeln. Sagt Munk.

Jahre lang bin ich an sechs Tagen die Woche um 4 Uhr 44 aufgestanden und um 22:22 schlafen gegangen.
Jahre lang bin ich am siebenten Tag der Woche um 4:44 aufgestanden um Punkt 22 Uhr 22 schlafen zu gehen.
Warum? Darum. Antwort später:
Es muss gewohnt gewesen sein. Es muss Montag bis Sonntag meines Gottes Gewohntheit gewesen sein. Es musste. Und ich sein Sohn. Mann!
Doch dann war es vorbei. Und ich wusste nichts über Gewohnheit. Gott. Von Gewöhnung. Ich hatte jetzt Pillen. Von Munk. Wegen. Posttraumatischer Belastungsstörung/en. Und so fing alles Unglück an. Denn ab da bin ich Jahre lang an fünf Tagen die Woche um 4 Uhr 44 aufgestanden und um 22:22 schlafen gegangen. Bin Jahre lang am dritten und siebenten Tag der Woche um 4:44 aufgestanden um Punkt 22 Uhr 22 schlafen zu gehen.
Warum? Antwort:
Wegen Gott. Munk. Dessen scheiß- Pillen. In dieser bekloppten Anstalt. Wo jeder macht was er will. So weit zur Ordnung hier.
Und so weiter. Und das für alle, also euch, die Munk bisher verpasst haben. Doch der kommt... Wie Gott. Dessen scheiß- Pillen. Ob du nun trinkst oder nicht. Ob du Drogist, Assi bist oder ja. Es wird. Mit dessen scheiß- Pillen. Glaub mir.
Warum? Antwort Gott:
Weil es bei mir auch gefunzt hat. Und ich. Ich war ein ganzer... ein ganz/er, ganz hart/er Knochen. Väterchen. Im Gegensatz zu euch war ich (nämlich) schon überall im Krieg. Angefangen Stunde Null. In Dschibuti. Alter. Und das kannst du nicht mal aussprechen: Dschibuti! An der Meer- Enge von Bab al-Mandap. Das ist schwieriger auszusprechen als Brunsbüttel-koog op Platt.
Ja! Denn Jahre lang bin ich an sechs Tagen die Woche um 4 Uhr 44 aufgestanden und um 22:22 schlafen gegangen.
Jahre lang bin ich am siebenten Tag der Woche um 4:44 aufgestanden um Punkt 22 Uhr 22 schlafen zu gehen.
Auf Befehl von Gott!
Heutzutage gibt das Auswärtige Amt der Banane Deutschland für Dschibuti Reisewarnungen raus. Früher bin ich 7 Tage die Woche im Jahr um 4 Uhr 44 aufgestanden um für die Freiheit der westlichen Welt meine HK MP5 zu laden.
Gott - warum? Antwort:
Es war zu warm um ohne MP5 auf Streife zu gehen, Söhnchen.
Soweit alles klar?

Was soll’s. Es schreiben schon genug Kretins immer wieder den gleichen Scheiß a la Schreibschule Leipzig. Fehlt nur noch die totale Dasein- Berechtigungs- Kontrolle. F U! All!
Denn das Besondere findet man nicht im täglichen gleich- Wahn.
Da!
Wieder einer...
Steht neben mir an der Ampel. ROT! Läuft neben mir los. Der Idiot Und.
Auto kommt.
Und?
Tot. Er.
Wieder einer.
Wie im Krieg. Helm auf. Den Bock auf 200 gemöbelt. Überholen.
ROT?
Nein.
Gegenverkehr.
T.

’’I got two letters for you
One of them is F
And the other one is U’’ - Miley Cyrus

Stimmt. Ich mache immer wieder mal gerne die Erfahrung mit meiner 35cm langen Penisprothese, auf der meine Handynummer steht: raushängen lassen und freundliche Blicke kassieren. Abends lese ich dann die 1.000 Bewerbungs- SM.

„Jonny Vodka“, sagte er, „mit VogelVau wie...“, steht breitbeinig an der Box, kratzt seinen Hintern und drückt Miley Cyrus: F U!
„Das habe ich hinter mir!“
„Was?“
„Von wegen Broke My Hard.“
„Ach so! Ich dachte schon...”
Dabei sehe ich sie vor mir. Jedes Detail. Wie mein rechtes Bein sich zwischen ihre Schenkel zwängt. Ich sie beuge, drehe, wende, schlage - um sie zur Liebe von hinten zu zwingen.
Ja. So einer war ich früher. Wenn sie nicht wollten, dann nahm ich sie mit Gewalt; und das waren mir immer die liebsten. Die nicht wollten. So oder so. Eine Weile. Und danach ging ich mit ihnen davon. Als ob ich sie umgeschnallt hätte. Auf dem Rücken tragen würde wie einen Rucksack. Dabei stieß ich sie vor mir her. „Be A Good Girl!” Anal. Bis sie mir genug zerrissen erschienen. Nicht mehr als ein Stück gammeliges Fleisch. Ungewaschen. Stinkend. Im Bett. Oder sonst wo. Und doch Liebe. Meine Liebe. Die soviel anders. Wenn ich in und auf den minderjährigen Ludern tobte. Die voll mit Drogen. Pickel am ganzen Leib. Zerstochene Adern. Beinen. Armen. Ihre Augenlider wulstig. Hängend, das Maul. Die Zunge ein blutiger Lappen zwischen schamlosen Lippen. Blaue Augen. Winzige Füße, kurze Röckchen. Sardinengeruch. Eiter. Wie nach einem schmutzigen Krieg. Ein an aller Welt verrückt gewordener, tag- täglicher Trubel ums Ficken. Leben und. Tod und. Und ich. Wütend. Singend. Geil. Stöhnend. Bereit zum Mord. Um ihnen das Hirn unter der Schädeldecke zu... denn mehr ist nicht. Nein. Mehr ist nicht drin. Als roh sein. Pervers. Gefährlich. Bei aller Liebe. Tik Tok. Singt Ke$ha dazu. Die genau mein Typ ist. Blow - Baby. Bis blutige Spucke kommt. Die langsam auf dem Fluss verschwindet. Und ich auf der Brücke. Mit einem letzten Gruß. Möwen fütternd. Die sich kreischend über meinem Kopf türmen. Weiße Wolken. Wenn sie nicht so penetrant wären. Die selbst meiner Kippe hinterher stürzen. Sausend fliegen. Sich balgen. Bis zum Abendnebel über glühenden Uferwiesen. Dazu ich. Alt. Grau. Weich. Sie jung. Blond. Und hart. Typ gefallener Engel. Bis ich sie an Ort und Stelle aufbreche. Wie im Spiel. Immer wieder. Die Tat eines Kriegers. Und als hätte ich sonst nichts zu tun. Doch so ist das nun mal. Hart wie das Leben. Und ohne jede Garantie.
„Also, was nun?“
„Doppelt oder einfach?“
„Volle Kanne!“
„Ich dachte schon...“ und wie immer kann ich nichts dafür, als mein Messer in ihn rutscht und Gott den Morgen sein lässt wie ein paar löcherige Gummistiefel bei Regen: I Never Talk To Strangers – Tom Waits

Wir brauchen dringend Leute die Menschen umbringen - damit wir das Feuer flackern sehen, wo es wirklich brennt. So schreibt Steffen, genannt ’die alte Griebe’, mit großen, zittrigen Buchstaben. Die schrecklich gemalt aussehen. Kindlich gewollt. Dabei kann er es besser. Manchmal. Nur heute nicht. Heute sind es Kurven und Striche. Blutbahnen und Sauerstoff. Dünne Adern. Sein schwaches Herz. Der Atem blau. Die Luft flach. Schmal. Pfeifend. Spitz. Wie auch die Lippen. Auch seine Brust hebt sich kaum. Macht auch keinen Sinn mehr. Wie das Sein. Sagt er. Ausgeschlossen, hilflos und beschränkt wie er ist. Er. Der Autist. Ja, das auch noch. Von wegen Herzfehler. Immer noch einen drauf. Stimmt schon: als er das damals hörte, also Autist zu sein, war er wie zu Boden geschlagen. Und seitdem treten die Schatten vor die Lebenden. Ist sein Leben eine Beweisaufnahme. Bestimmen ihn ’schlechte’ Erinnerungen. Vergeht er sich ständig an sich selber. Ist er Gefährdung und Gefährlichkeit. Empfehlen Sachverständige seine Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung. Auf ewig. So Gott will. Sagt die Mutter. Dabei habe er sich gerade so intim beschützt und geborgen gefühlt. Konnte sich bei der Freundin der Mutter fallen lassen. Frida. Einer Frau - an die 20 Jahre älter als er. Doch gut anzusehen. Sagt er heute noch. Irgendwann ist ihm Frida aber mächtig auf die Nerven gegangen. Laufend habe das Telefon geklingelt. Und immer fremde Männer in der Wohnung. Dabei mochte er nur mit ihr kuscheln. Alleine sein. Aber die Typen wollten dabei zusehen. Ihn danach... Oder sie. Irgendwann kam es ihm wie eine Explosion, - dass sie blau anlief. Und der Typ an der Erde lag. Er, Steffen, die Augen geschlossen hatte. Weil sie so schrecklich röchelte. Nein. An Messerstiche habe er überhaupt keine Erinnerung. Er sei erst wieder zu sich gekommen, als das Telefon klingelte. Da habe er neben ihr gekniete und alles war voller Blut. Ja. Ihr Nachthemd habe er mitgenommen. Als Erinnerung. Doch dann kam die Polizei und wollte das haben. Die hätten ihn deswegen sogar geschlagen. ’Atmosphärischer Widerstand’ schrieb ein Gutachter. Was der damit meint?

Es gibt nichts geileres als bei Dunkelheit im Park Gras zu biegen. Locker drin rumliegen, um dem Tag beim schlafen zuzusehen. Auch ist es mir immer wieder ein ganz besonderes Vergnügen bei vollem Sonnenschein Unterlippe Oberkante satt betrunken auf einem gut besuchten Gehsteig zu liegen und die Nacht bewusstlos zu wissen. Denn zu Eins liegt der Park direkt neben der amtlichen H4 Sozialbude und ich habe es am Morgen nicht weit. Zu Zwei/t ist es gut zu wissen, dass diese öffentliche Assi- Baracke mir im Zustand von Eins und Zwei nichts anbietet, was ich nicht haben will, - denn nur so bin ich in der Lage mein Glück auch zu zeigen, in dem ich der jeweiligen Sachbearbeiterin einen Knopf nach dem anderen von der Bluse reiße, um ihr in die Äpfel zu beißen. Von einigen der Dutten bin ich dann so begeistert, dass ich die Eignerin zu Feierabend abpasse um ihr zu zeigen was ein Mann kann. Wenn er will. Und muss.

Neulich hatte ich eine, die wurde von ihrem Freund abgeholt. Doch was ist schon ein Freund, wenn man im Gegenzug einen feurigen Liebhaber haben kann? Munk holte mich dann vom Polizeirevier ab. Ich musste ihm in die Hand versprechen mehr auf mich acht zu geben. An solchen Tagen habe ich bei ihm einen Stein im Brett, denke ich - und nicht vor dem Kopf. Das finde ich absolut großzügig gedacht. Weil, andere als Munk hätten mich irgendwo im Eismeer versenkt; wäre nicht Sommer. Auch wenn der Sommer dieses Jahr über viel zu viele Tage hoch verschleiert daherkommt wie Aische, die Frau des Islamisten aus dem Jemen. Und eigentlich müsste der Typ längst draufhaben, dass es die reine Wahrheit nicht gibt. Dennoch will er sie mir abpressen. Dazu kramt er sein bestes Deutsch zusammen: „Du sagst doch die Wahrheit, du Schweinefresser?“
„Was sonst, Yussuf?“
„Wenn nicht“, tobt Yussuf „schneide ich dir die Eier ab und mache dich zur Frau!“
„Das kann ich aber gar nicht gut gebrauchen!“
„Was?“
„Na was du mir eben gesagt hast!“
„Verschwinde, du Penner!“
„Entführung ist auch keine Lösung.“
„Halts Maul!“ Erst da sehe ich, wie er im Gipfel des Könnens durch die Hosentasche mit seiner Handgranate spielt. „Das hättest du schon früher machen sollen.“ Doch damit ist es zu spät. Yusuffs Landschaft verschattet sich. Und die Kindheit seiner verlorenen Träume hängt in den Ästen der alten Kastanie. - Ach, ich konnte dieses Urvieh schon immer super ab. Den vertrauten Freund. Meinen Baum. Mit dem rissigen Stamm. Seinen sprießenden Frühlings- Blätter. Dem urigen Blütenstand. Später all die stacheligen Hüllen. Wie sie platzen. Früchte aus Samt gebären. Dazu das raschelnde Laub in den Nächten meines Wahnsinns. Und das alles jetzt noch ein wenig mehr. So weit aufgefächert, in der Erschöpfung der Liebe vor dem Tod. Getarnt als saloppe Ansage wie die Feste vor dem endgültigen Fallen zu feiern sind. Wenn das in meinem weltleeren Nichts überhaupt noch geht. Sodele. Du hast Recht: ich habe es ja schon so gut wie hinter mir. 

Nötig habe ich das Geld nicht wirklich. Doch Blutspenden ist immer wieder spannend; ich würde es auch umsonst machen. Zumal mir Menschenaffen sehr am Herzen liegen. Ich fühle mich nach einer solchen Vollbluttransfusion dann direkt in ihnen, - mit ihnen. Und darf sie zur Belohnung einen Teil ihres Weges begleiten. Auch wenn es nur der Trail im Zoo ist. Toller wäre allemal die freie Wildbahn. - Ich erinnere mich dazu an Dian Fossey, die Verhaltensforscherin. Fast eine wie Munk. Nur schlanker. Fast dürr. Die in Ruanda Berggorillas beobachtete und ein Aufsehen erregendes Buch darüber schrieb. - Ach, wie gerne hätte ich diese Person kennen gelernt; immerhin bleibt mir ihr Buch. Und darin hat sie mich erhört. Ich schwöre es! – Und nun liege ich im Zoo neben dem Käfiggitter auf einer Trage aus Palmenblättern und eine Kanüle führt aus meinem Arm direkt zu Patti, die nach der Transplantation einer menschlichen Hand in Narkose liegt und mein Blut zum Überleben dringend braucht. Und ich pumpe und pumpe und pumpe es mit kräftigen Faustbewegungen in sie. Auf. Zu. Auf. Zu. Und es ist wahr, trotz all der Tragik der Situation macht es mich unendlich glücklich einem solchen Wesen zu helfen. Nur Munk wird wieder mal sauer sein. Entgehen ihm doch meine 2Liter für seinen experimentellen Menschenzoo.

Dian Fossey wurde ihrem Wunsch entsprechend auf dem Gorillafriedhof beigesetzt, den sie in der Nähe ihrer Forschungsstation angelegt hatte. Ich werde mit dem Friedwald der Anstalt auch gut bedient sein. Immerhin sah ich beim Probeliegen dort Eichhörnchen, Elstern, Raben und Spitzmäuse. Auch ein Fuchs soll dort schon gesehen worden sein. Allerdings erzählt das Franky, der einsamste Mann der verlorenen Zeit hier. Und Franky besitzt nicht nur deswegen einen Haufen Fantasie. Also lasse ich mich hinsichtlich Fuchs gerne von Tatsachen überraschen.

Dian Fossey, die Frau im Nebel wurde übrigens von der Spendengelder- Mafia ermordet, - die widerrechtlich ihren Namen ausbeutete. Auch heute noch. Man fand sie in ihrem Camp mit eingeschlagenem Schädel. Wenig später wurde der Asteroid (23032) Fossey nach ihr benannt. Ich zünde immerhin einmal im Monat eine Kerze für alle Affen der Welt an. Schon das ärgert Munk!

Frida
Auch wenn ich sie bisher nur auf 2 Fotos frontal gesehen habe, all die anderen Bilder der Presse zeigen sie immer von hinten und von ihren Anwälten beschützt, habe ich mich in Frida verliebt. Und das gleich am ersten Tag. Dem Prozessbeginn. Zu dem sich schon Monate zuvor 10.000 Irre um die besten Plätze rangelten. Dabei habe ich den besten Platz. Denn Frida wohnt in meinem Herzen.

Frida
Was heißt schon von hinten; ich kann durch sie hindurchsehen. Durch ihre langen Haare - in ihr strenges Gesicht. In ihren Kopf. Ihr Denken. Durch ihr (heute) dunkelblaues Kostüm. Ihre helle Bluse. In ihr Herz. Sehe jeden Schlag. Spüre ihren Puls. Fühle die Wärme ihres Köpers. Den Liebreiz ihre Seele. Auch wenn sie eben verkündet, ihre drei Verteidiger zu entpflichten. Und wie sie aufstöhnt, als eine Zeugin behauptet sie habe sie vor Jahren geschlagen. Um sich auf Nachfrage ’auf beschimpft und geschubst’ zu korrigieren.

Frida
Die mich erotisierende Malerin aus Mexiko. Ein Traum. Als meine früheste Liebe. Gipfelnd in ihrer zierlichen Erscheinung. Mit ausuferndem Temperament. Ihre erdfarbene Seele. Die dort direkt einfließende rote Fassade. Die blauen Fensterrahmen. Ihr Fight um Gesundung. Gerechtigkeit - ’’Kampf, den die Menschen um Frieden und Freiheit führen’’. Ich werde dich nie vergessen!

Frida
Es gibt dich nicht, - Frida, hat der betrunkene Munk gesagt. Und grob die karierten Vorhänge zugezogen. Doch ich mache weiter, denke an dich. Auch wenn die ganze Welt in Scherben fällt. An dich. Du - meine Welt, - meine einzige Verschwörung. Es gibt nämlich keine Beweise für deine Täterschaft. Lächeln. Grüßen. Charity. Presse. Und dann rein mit dem Hass ins Haifischmaul.

Frida
Meine Tochter ist vorverurteilt, klagt Fridas Mutter. “Bis auf ein paar Rußflecken hatte der Kanister, mit dem die Täterin von Zimmer zu Zimmer gelaufen sein muss, den Großbrand unversehrt überstanden.“ Und nirgends fand man Fridas Fingerabdrücke. Alles also Elefantenbeweise. Gezielt und nachträglich abgelegt und präsentiert. Typisch für Geheimdienstarbeit. Einzig Notrufe bestätigen die Explosion: “Hier Frühlingsstraße, - Brand! Ich sehe die Nummer nicht. Scheiße... da hat es eine ganze Etage weggesprengt!“ “Machen sie schnell, hier brennt alles weg.” “Explosion!” “Die eine, die da wohnt, die ist gerade raus!”

Frida
Es ist der Wille zur Fallhöhe. Ich bleibe dabei. Kastanienbraune Haare. Hellblaue Augen. Rote Lippen. „Wie geht es dir?“ Frage ich. „Ganz okay“, sagt sie. „Und selbst?“

Frida
Ich habe mein altes Fahrrad repariert. Den Vorderradschlauch geflickt. Beide Bremsgummi erneuert. Selbst den Rücktritt eingestellt. Am liebsten fahre ich früh, früh- morgens, wenn es noch frisch und kühl ist. Um den Sonnenaufgang herum. Vorbei an Supermärkten und tristen Eckkneipe. Unter den Kastanien durch. Einmal um den Friedhof in Plötzensee und zurück. An der Haftanstalt vorbei, mit kurzem Halt an der Gedenkstätte. Du weißt schon. Die mit den riesigen eisernen Kränzen vor der Tür und drinnen mit den polierten Fleischerhaken an der Decke. Meist rauscht dann der Irrsinn durch meinen Kopf. Saust Erfahrung und Wissen vorbei. Trete ich auf längst verbrannte Erde. In vor Jahren ausgeglühte Asche und vergilbtes Zeitungspapier. Hartnäckig wie ich bin, hält sich das Gerücht von ’Auferstehung’. Man kann es mir in heutiger Zeit nicht verdenken. Und ich suche deswegen heute schon eine Zukunft für die Tage danach.

Ehre, Achtung, Recht. Was du willst, Cowboy. Sagt sie. Und ich will. Dich. Sie. Euch. Alle! Denn in einem Augenblick, im Jetzt wo Liebe ist bin ich. Warum sollte das auf der Buchmesse in FFM nicht gelten? Denn gerade dort erläutert mein Co - Jimmi Asperger – schriftlich die Pläne seiner Träume. Und mein ’Ich – Autist’ erklärt was wahr ist. Was wahr wurde. Und was wahr sein wird. Schuld daran ist seine Diagnose. Weil er nun endlich weiß, wie es ist, Asperger zu sein. Ein bekennender Andersmensch. Wie ich es bin. Der keine antwortlosen Antworten nötig hat, sondern ohne zu fragen die Fragen der Zeit erfragt. Und genau so geheimnisvoll wie das Exposé gestaltet ist, ist Jimmi, mein Ich, als Autist. Sagt man. - Voll der Asperger. Steht neongrell Gelb an eine Wand gesprayt. Und in blauer Tinte verliert sich mein Ich in einer Gerichtsakte. Mit Bild. Weil er und ich in einem Wunderland der Handlungen, der Sichtweisen, Worte, Töne und Farben leben. Und Jimmi sich deswegen seit Jahren in der Psychiatrie befindet. Er wird dort von Doktor Munk betreut. Der ihm als Therapeut und Erfüllungsgehilfe erscheint (und) Jimmi doch mehr ermuntert, als ihn vor seinen Trieben beschützt, scheint es. - Munk ist es, der Jimmi Ausgang gewährt als Patrick Bateman, der Pornomörderbücher schreibende USA- “Star“ in der Stadt weilt, den Jimmi als Plagiat verachtet, bestrafen will und ihn deswegen mit Sekundenkleber auf der Klobrille im Flughafen fixiert. - Doch wer ist Jimmi wirklich? Wer Patrick und Doktor Munk? Zwei, drei Seelen oder zwei, drei Seiten einer Seele? Fantasie, Wirklichkeit und real existierender Wahnsinn verschwimmen in meinem - my nice obstruction - Tagebuch zu einem Feuerwerk von Eindrücken und Gestalten, - wie Erna oder die Gräfin Sanssouci mit ihrem Nackthündchen Chu Chu. Ja, auch die scheinen geradewegs Aspergers absonderlichen Träumen entlaufen zu sein. Doch über all Dem bleibt die Frage ob Jimmi überhaupt Asperger- Autist ist, Drogenkonsument - oder ein Verbrecher. Ob Ex-Fremdenlegionär, mit Mordfantasien, Sexfantasien - wie viel davon geträumt, wie viel er wirklich erlebt hat. Und ob er sich sicher verwahrt in einer Anstalt befindet, oder doch mitten unter uns? So wie ich. Sein Co. Und wo sind wir besser aufgehoben als auf der Buchmesse in FFM? Zudem sich dort auch Patrick Bateman als Pate zum Crowdfunding http://kladdebuchverlag.de/crowdfunding/ angemeldet hat. - Ich weiß es!

Gegen meinen Willen hat die NSA auf meinem Port das Trauerportal ’Ich habe eben diese Welt verlassen’ abonniert. Einfach gruselig. Auch weil sich das Teil alle zehn Minuten uploaded und mein Name so immer an erster Stelle steht. Legal oder nicht? Mir jedenfalls lange nicht egal. Ich hacke deswegen Jannik bei Telekom mit e-Mail an. Doch der weiß auch nichts; hat null Ahnung. Shit. Von wegen der Mensch ist dem Menschen überlegene. Nada. Einzig auf dem Markt weiß der Eiermann alles. Ich beziehe nämlich zudem laufend T-Shirt Werbung und laufe Reklame für Eier, obwohl ich an einem Schaufenster für Herrenbekleidung lediglich mit einem Auge auf eine App gerotzt habe. Von AUSSEN! So sieht also das Recht des Stärkeren aus. Genau so. Werbung wo man hinsieht! Andere würden in die Berge reisen. Doch für mich ist hier das Dasein. Ich brauche hier was, worüber ich mich aufregen kann. Zum Beispiel über die täglichen Lügen der Politiker. Ob es Krieg gibt oder nicht. Dabei ist längst Krieg. Und der ist auch meine Art zu leben. Denn Krieg heißt dabei sein. Sehen und hören, um darüber zu schreiben. Ist wie Salz im Kaffee. Einzig das Fernsehen macht den Krieg winzig. Klein und unbedeutend. Weil überall Krieg ist. Und überall auf der Welt Menschen sterben. An Ebola. Bei einem Flugzeugabsturz. Und im Krieg. Im Irak. Wo angebliche hippe Muslime tumbe Andersgläubige schächten. Und die womöglich denken es sei alles nur ein Spiel für fette Hunde. Eine Religion zum anfassen. Wenn sich Leute Bart wachsen lassen, Plätzchen essen, Tee trinken, online ihr Ticket Richtung Islamischer Staat lösen. Allahu Akbar. Scheiße im Kopf. Handgranaten am Sack. AK47 um die Schulter. Weil die Jungfrauen im Paradies riesige Titten haben. Und Blödsein nicht weh tut. It’s A Free Concert!

Da ich keine Interviews in Presse, Funk und TV gebe werde ich von Anna Gavalda geliebt, ohne dass sie mich kennt. Weil Anna jeden Schreiber liebt, der keine Interviews in Presse, Funk und TV gibt. Ob dieses Statement auch für Tagebuchschreiber gültig ist, weiß ich nicht. Ist mir eigentlich auch egal, denn es ist auch so ein herrliches Gefühl von Anna Gavalda geliebt zu werden. Einzig Kaminski zerstört Bauern über Dame und Königin. Und somit meinen Traum. Doch das scheint ihm egal. Sogar dass Munk dazu fröhlich lacht. Kinder- und Narrenhände sind eben schnell gefüllt. Und richtig, kaum haben wir das Spiel begonnen, trotzt mir Kaminski mit gammliger Ekelfleischschnauze den geforderten Zungenkuss ab. Munk, der mein Zögern Kaminski auf die Gosse zu küssen bemerkt ruft deswegen „Nun aber ran Asperger, sonst ist ihr Urlaub gestrichen!“ Ich versenke also mit aufgerissenem Maul meine Zunge als Bohrmaschine getarnt hinter die unteren Schneidezähne Kaminskis, drehe die auf 19.000 Touren bis Kaminski Oberlippe und seine Blutzunge wegfliegen. Merkwürdigerweise läuft mir dabei ein nicht unangenehmer Schauer über den Rücken. Allerdings kenne ich mich mit Apps auch aus. Habe in den letzten drei Jahren hier in drei Häusern und sieben Zellen gelebt. Und das jeweils für ein paar Monate. Es ist also für mich nicht schwierig sich auf Neues einzulassen. Deshalb sind Kaminskis Backenzähne auch nur ein Teil der Nummer vom Ekelfaktor. Noch leichter ist es nach Kaminskis Chilischote in der Götterspeise seiner eh schon missratenen Leber zu fischen. Seine Seele suche ich da allerdings vergeblich. Dafür rückt mein Urlaub näher: 7 Tage All- In im Hôtel du Cap- Eden- Roc an der Côte d’Azur. Nach der Werbepause werde ich deswegen meinen Sadismus voll ausleben und dem blöd grinsenden Schwiegermutterliebling Kaminski in Deal or no Deal das Schmirgelpapier bis zum Venenstau über die Stirn abwärts ziehen. Echt. Darüber werde ich noch lachen, wenn ich statt Bunga - Bunga mit Munk im Eckzimmer Nummer 60 auf dem in zart Mint- Creme- Gold- Rosa- Tönen bezogenen Georg XIV Sonnengott- Bett liege, um mit gelben Rosen an roten Früchtchen zum Frühstück mit Blick aufs diamantene Meer Stress abzubauen. Glaub mir Jimmi, da vergisst man die Kreissäge im Mund umgehend und spritz schneller als man spricht. Nicht nur deswegen werde ich wie immer, wenn mir etwas besonders gut gefällt, einen violetten Kussabdruck neben der Dame im Bikini auf der Goldlame- Tapete im Hotel- Foyer hinterlassen. Darauf kann Munk lange warten.
Mal nebenbei: Der Loser ist schon über Andy Warhols Marilyn Monroe Porträt glücklich, obwohl das lediglich ein Druck ist. Mir wären da die Campbell Dosen im Original lieber, mein Bester.
„Wie schade“, bedauert Armand als ich abreise, „ich wollte Sie nächste Woche in São Paulo auf einen Drink treffen.“
„Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“
„Da haben Sie auch wieder Recht!“

Jede nacht hänge ich am bahnhof der dinge des lebens rum warte und
Vermisse dich
Kein zug flugzeug oder bus aus dem du aussteigst in dem du bist
Vermisse dich
Kehre jeden morgen vollgesoffen mit blauen augen blutigen fäusten nach hause zurück
Vermisse dich
Wenn irgendwann mal das telefon klingelt dauert es keine 2 sekunden und
Ich vermisse dich
Am pc leuchte rot in gelb sie haben ungelesene nachrichten
aus aller welt mir egal
Ich vermisse dich
Lange haare super beine hohe titten besitzen auch viele andere girls wo ich bin doch
Ich vermisse einzig dich
Auf meinem handy zeigt mir die werbung alle 10 sekunden du kannst haben was du willst doch leider stimmt das überhaupt nicht
Ich vermisse dich
Die post bringt briefe päckchen pakete bares geld so viel ich will und an der tür nervt mich der lotto bote mit millionen
Geschenkt
Ich vermisse dich elendiglich
Kriege werden geführt zig 1000 tote liegen auf straßen und plätzen häuser werden gesprengt autos überschlagen sich vulkane spucken feuer die ganze welt tut sich in einem auf
Doch so lange die lüge irgendwo lebt werde ich einzig sagen
Ich vermisse dich
Ich stelle dazu keine fragen will auch nicht wirklich wissen wo du bist
Ich kann nicht anders suche liebe freiheit will mein herz zurück
Vermisse bis mein leben endet DICH!
A ’True’ Woman’s Worth

Es hat gedauert, doch nun hat Munk die Manipulation an meinem Orwell erkannt und mich für SOFORT in die Anstalt einbestellt. Wie ich über Hans weiß, ersetzt er fehlerhafte Orwells durch völlig neu konzipierte Huxley. Hans hat schon einen. Und traut sich seit dem nicht mehr aus dem Haus, denn sein Huxley (er hat versucht den mit dem Kosenamen ’Mäuschen’ zu bestechen) ist gnadenlos und führt jede Strafaktion konsequent aus. Hans ist inzwischen bei Stufe 3 der Stärke von Blitz- und Elektroschlägen. „Und die sind sehr, sehr schmerzhaft“, klagt er. Jetzt muss er 3 Wochen Wohlverhalten zeigen um wieder auf Stufe 2 zu kommen. „Ich habe mir schon überlegt“, jault er (wohl deswegen), „wieder in die Anstalt zu ...“
„Mach das nicht. Halte durch“, rate ich, „alles ist besser als direkt unter der Fuchtel von Munk zu stehen. Denk nur an die Organspender in Haus 5. Ich bitte dich!“
„Wenn du erst den Huxley hast, wirst du mich besser verstehen.“ Und ehe ich antworten kann ist die Verbindung weg.
„Das war der Huxley“ piept Orwell, bis mir die Ohren glühen, „ich kann mit den Viechern auch nicht!“
„Sehr tröstlich... Aber nun halte bitte dein großes Maul!“
„Du musst dein Unglück nicht auf mich abwälzen.“
„Wo du recht hast ...“

„Himmel und Hölle“, sagt Munk, „haben Sie sich selbst zuzuschreiben, Jimmi!“
„Ja- ja! Demnächst werden Sie ihre Weisheiten noch in Flaschen füllen und im Social-Media-Tu-U als kostenloses Bezahlsystem anbieten.“
„Eine schöne neue Welt, Jimmi, - die erschreckt Sie, was? Geben Sie es zu!“
„... was Sie wollen, Munk - es ist bleibt trotzdem ein totalitäres System. Eins wo die Freiwilligkeit Zwang wird und Außenseiter radikal eingeebnet werden. Eine terroristische Tyrannei hoch 3 - also!“
„Was regen Sie sich künstlich auf Jimmi. Was ich hier drin mache gibt es draußen schon seit Jahrzehnten. Und die Leute wählen ihre Henker immer wieder!“
„Und das betrachten Sie als Erfolgsmodell?“
„Ich nenne es gelebte Demokratie, Jimmi. - Haben Sie was Besseres?“

Aus goldenem Schwanenhalse lasse ich ein Rosenbad dir ein
Steige zu dir
In all die Stille Wasser Tiefe
Ganz langsam Bein für Bein
Um innig nur der deine dir zu sein - bevor das Wasser kalt
Dein Blut geronnen
Uns gurgelnd hat der Abfluss aufgenommen - hinweggespült ins Meeresrauschen - mitgenommen
Sollt es so sein

Keiner Liebe Anfang ist auch eine. Ist wie des schutzlosen Tages Nacht. Einsam und ein Irrtum der Natur, - die so böse ist wie ich es bin. Doch mal ehrlich, Eddy - ich hätte viel zu tun um mich über alle Scheiße der Welt aufzuregen. Doch sollte mich jemand dazu fragen hat der Typ 0,1 Sekunden um die Hände vors Gesicht zu bekommen. Allerdings würde ihm auch das nichts bringen, denn in dem Fall würde ich ihm satt in die Eier treten; ich mag einfach keine halben Sachen.
Meine Nachbarin, ein Haus weiter, beschwerte sich über mir unbekannte Leute, die ihr immer mal wieder in den Kinderwagen gekotzt haben. Eigentlich ein Glücksfall, (diese Frau) so lange ihr Baby nicht drin liegt. Zudem weiß ich, dass sie in dem Karren zu 90% Bier und Schnaps für ihren Mann von Aldi ankarrt - und mit 62 Jahren über die fruchtbare Zeit längst hinaus ist. Ihr Alter nächtigt übrigens in der Grünanlage neben dem Haus. Wenn der säuft, maulte sie, schnarcht der immer so schrecklich. Ja, alles hat seinen Grund, gebe ich ihr recht. Doch die Alte als Co- Schnarcherin zu bezeichnen, fiele mir nicht ein. Es würde auch nichts bringen. Mich nervt eher der Idiot von über mir, der seinen chromprotzigen Karren direkt vor dem Haus parkt der, wenn er losfährt, Auspuffgeräusche hören lässt wie die Raketenantriebe in Cap Canaveral.
Neulich hat ihm jemand die Reifen platt gemacht. Den halben Vormittag habe ich den Typen fluchen hören, weil er den Felgenschlüssel nicht fand. Irgendwann kam die Feuerwehr und nahm ihn mit.
„Der war schon längst fällig“, freute mich seine Frau mit großen, roten Lippen auf meine Frage hin an.
„Und - was wird mit dem Porsche?“
„Den holt die Bank. Die habe ich schon angerufen!“
„Bleibt ihr Mann denn länger weg?“
„Das will ich wohl hoffen“, lachte sie mit perlweißen Zähnen. Erst da sah ich, dass sie auch ganz anständige Möpse spazieren trug. Und auch ihre Beine waren nicht ohne.
„Sie heißen Lilli, stimmst?“
„Ja, mit 2 lil “, strahlte sie. Und irgendwie wollte ich jetzt oder gleich die Banane zwischen ihren Lippen sein. Die schälte sich nämlich schon deutlich in meiner Hose auf eine prächtige Größe.
„Ich gebe noch einen aus. - Was möchten Sie?“
„Lass uns zu mir gehen.“
Kann man eine solche Bitte abschlagen: Ich nicht!
„Haben wir dort alles, was wir brauchen?“
„What you get is what you see!”
“I want you. Direkt zwischen die Lippen!”
„Dann komm! - Du wirst dich wohlfühlen!“
Es war der Tag an dem mir U-Bahnzüge durchs Hirn fuhren und Raketenstarts in meiner Hose endeten. An so was kann man schon mal irre werden. Oder?

Ein Mann in Lederjacke, Helm in der Hand, verwuscheltem Haar, - der in etwa mein Alter hat. Der sich eine Zigarette anzündet, während ich meine ausdrücke. Und das direkt neben einer Frau mit blondem Haar und grün schillernden Creolen in den Ohren die neben der klotzigen Harley steht, über deren Lenker der Typ wie abgeschossen hängt. Dahinter sehe ich das Backsteinhaus mit Gittern vor den Fenstern. Drum herum so etwas wie Landschaft mit Schneeresten, Schmelzwasserpfützen, zartem Grün an den Straßenrändern vor einer endlosen Wand in Ocker, auf deren Mauerkrone Stacheldraht blitzt wie von der Hausfrau frisch mit Polyboy geputzt. Geteert von verwehenden Rauchwölkchen stehen mein ketterauchender Bruder und ich. Abseits seine Frau. Ist er es, der sich eins grient, als von den Eltern hoch gelobtes Vorbild; bin ich es, das von Akne entstellte Sackgesicht, Alkoholiker mit Magenbluten, über den in einer Akte der Staatsanwaltschaft was von Fluchten in beliebige Sex- und Gewaltausbrüche steht?
„Zudem handelte der Proband ständig in hohem Grade selbstzerstörerisch“, urteilte irgendein irrer Gutachter.
Während ich eine Tasche über die rechte Schulter hängen habe, in der einige Klamotten sind, Rasierzeug und so Scheiß. Und mit der linken Patsche eine Kofferschreibmaschine schleppe, die mir Hilfe fürs Überleben im Knast sein soll.
„Mach schon! - Du musst jetzt da rein“, sagt der strahlende Gott, „sonst bist du zu spät!“
... und der Idiot denkt wohl ehrlich, da drin warten Bars, Sex und Glücksspiel auf mich, überlege ich. Und stelle ihr, bevor ich dann mannhaft verschwinden werde die Frage aller Fragen: „Bist du schwanger?“
„Ja“, antwortet sie und dabei glänzen ihre Lippen kalt und bunt wie ihre Augen, - führt sie tastend ihre Hände zu einem winzigen Bauch, „aber zum Glück nicht von dir, du Kretin!“
Das geschah am Tag vor der Nacht mit dem hirnlosen Tod. An einem Dienstag vor Vollmond. Und ist aufbewahrt in Gedicht für Gedicht. Prosa für Prosa. Tag für Tag. Nacht für Nacht. In langen Jahren brutaler Demütigungen vor den zugemauerten Fenstern zur Freiheit, - die kaum besser. Meinetwegen nenne es schmutzige Realität. Alltagsszene. Meinetwegen benenne es wie du willst. Es ist mir scheißegal. Du weißt warum.

Als Astronaut bin ich unter den Löwen der. Erste. Immer. Erster.
„Du hast das gesprayt?“
„Ja.“ Sagt er.
„Was soll das sein?“
„Siehst du doch, Mann!“
„Sehe ich nicht. Ich sehe einen Rombus. Also?“
„Ist die Möse der Alten!“
„Das zerbombte Teil?“
„So sieht die nun mal aus.“
„Woher weißt du?“
„Was fragst du so eine Scheiße, - ich habe sie schließlich geknallt, Alter!“
„War’s schön?“
„Supergeil...“
„Der Tod ist auch schön.“
„Der Tod ist ein Problem.“
„Nur weil du sie danach erhängt hast!“
„Sie wollte es.“
„Quatsch. - Sie war krank. Bipolar.“
„Sie wollte einen Orgasmus. Und den bekommt sie nur, wenn ich ihr die Luft abdrehe. Hat sie gesagt.“
„Sarah? Niemals.“
„Was weißt du schon von Gefühlen, Alter!“
„Kenne ich alles. Und ich weiß auch über Depressionen...“
Weiß über knappe Dialoge darüber. Über alle Facetten von Gewalt. Habe Erfahrung. Und mir den eigenen Tod zig Male ausgemalen. Zugelassen. Das Sterben. Erhängen. Tabletten nehmen. Erschießen. Ersticken. Ein schnelles Ende ohne Schmerzen. Ein Traum von jedem. Weißt du.
„Ja, ich weiß!“
Um eine ansehnliche Leiche zu sein, die niemanden erschreckt. Nicht das Gesicht einer Depression. Das irre Ich. Kein zynischer Blick. Ohne Vorwurf. Sondern sterben mit Verstehen. Weißt du?
„Ja, ich weiß!“
Als Astronaut bin ich. Erster. Immer. Im Rhythmus der Vorlage.
In Weichzeichnung des Stoffes. Mein Kniff, um das Kopfkino zum Kochen zu bringen. Die Killermaschine. Ich. Unfähig zur Trauer und Melancholie. Einzig zum Sadismus.
„Ich kann einen Idioten nicht tragisch finden!“
„Sagst du.“
„Sage ich!“
„Love me again.“
Sagte er. Sagt sie. Das Opfer. Andere hat es schlimmer getroffen. Trotzdem. So ist es, wenn Menschen nach Wärme und Nähe suchen. Als Sympathieträger funktionieren wollen. Gutmenschen. Romantiker mit Messer im Herzen. Täter und Opfer sein. Doch Kriegshandwerker bleiben. In Wahn oder Verzweiflung. Gott, ich weiß es nicht!
„Hold on we are going home.”
„Hast du das gesprayt?“
„Ja.“ Sagt er.

Für Autisten wie mich gibt es keine B-Seite. Nirgends. Auch keine Rückseite vom Faden. Mein Leben ist heute. Das Sterben morgen. Und dazu braucht es kein Glück. Denn es ist alles der Lauf der Dinge - und somit mein täglicher Asperger. Einzig Munk hat das nicht begriffen. Der wähnt sich außen vor. Am schlimmsten wütet er deswegen im neu erbauten Pool mit Goldrand an Meerblick. Da schwimmt er schon tagelang. Taucht Stunde um Stunde wie ein Seelöwe, um von der Umwelt nichts zu sehen. Zu hören. Chlorhund, wird er deshalb genannt. Und findet das cool. Er hat sich zudem (und das nahezu unsichtbar) einen Bang & Olufsen Home Integration Surround Sound im Rosengarten neben dem Becken installieren lassen. Echt, das Teil spielt unablässig Bach, Mozart, Beethoven und Chopin. Genau wie er will. Und absolut in dieser Reihenfolge. Unerbittlich. Rein und drastisch. Gutmütig. Ausdrucksvoll. Sensibel. Doch nie sentimental. Immer voll brennend. Und nichts anderes als anders. Wie Munk es will. Der sich neben dem Porsche Cayman S, genannt ’Das Gesetz der Kurve’ zudem einen Rolls Royce bestellt haben soll. Spirit of Ecstasy. Dabei ist Munk im Grunde ein lateinischer Preuße. Ein kauziger Vogel mit individuellen Sehnsüchten zwar, doch Yacht, Helikopter, Patek Philippe und Brilli am kleinen Finger sind ihm im Gegensatz zu mir eigentlich ein Gräuel. Munk erklärt trotzig Ghost (Einstieg), Phantom (Aufstieg) und Wraith (Umstieg) wären ihm wichtig geworden. „Man lernt ja schließlich immer noch was dazu, lieber Asperger.“ Klar, denke ich, ein Krieg im Kopf kann auch Freude machen. „Dank Transparenzoffensive ist bekannt, was für den mühelosen Vortrieb verantwortlich ist, nämlich der Zwölfzylinder, 6592 Kubikzentimeter Hubraum, 632 PS bei 5600 Umdrehungen die Minute, 800 Newtonmeter maximales Drehmoment, und das dank Biturbo- Aufladung zwischen 1500/min und 5500/min bereitstehen.“ Bleibe ich bei der Sache. „Ausgezeichnet!“ Applaudiert Munk. „Sie haben ihre Lektion gelernt!“ Dazu säuselt er wie eines der brandneuen Elektrovehikel, die er für den Schwertransport in der Anstalt hat anschaffen lassen. Von denen allerdings eins, wegen ihrer absoluten Lautlosigkeit zwei Stück der neuen, teuren Orwellprototypen von den Füßen holte. „Völlig egal“, lacht Munk dazu, „das bezahlt ab jetzt alles die NSA vom Taschengeld!“ Genau das stellt sich mir in einer neuen Frage an die NSA: ’Selber fahren, oder hinten sitzen und sich chauffieren lasen?’ - „Mann! Die Schaltknöpfe hier sind ja wie an meinem alten BMW!“ Mokiert sich Munk. Zudem drückt der Sicherheitsgurt aufs Schlüsselbein. „Wollen Sie die Schüssel haben, Asperger? Wenn Sie auf der Stelle Ja sagen, schenke ich die Ihnen.“ Und ich denke schon daran Ja zu sagen, wäre nicht Mutter, - die prescht nämlich mit ihrem ’Jetzt nur nicht übermütig werden, mein Junge’ dazwischen. Und ich: Augen zu, nicht plinkern, nicht mogeln. Denke. Weil das Schräge sonst noch schräger klingt, das Irre noch irrer. Und sich mir eventuell zu Lebzeiten doch noch die B-Seite vom Mond als der Erde Bruder erschließt. „Also? Greifen Sie zu, Asperger! Denn ohne ihre Idee mit den in Eguli eingelegten Augen wäre das alles nicht möglich geworden!“ Schleimt sich Munk erneut ein. Dabei ist die Idee überhaupt nicht von mir. Die stammt aus ’Phaedra's Love’ von Sarah Kane. Oder aus ’Zerbombt’. Doch was weiß Munk schon über modernes Theater. Like You'll Never See Me Again.

Man kann Leuten das Hirn wegnehmen, die Zähne, die Hände - es bleiben trotzdem die selben Leute. Alt. Jung. Tote - Menschen. Gestorben, für den Himmel auf Erden. Aufgebahrt für drei Tage und beobachtet, ob sie nicht doch noch ein Lebenszeichen von sich geben würden. Wer sich nicht rührt, ist fein raus. An den anderen beginnen die Versuche von vorne. Abführmittel. Eintauchbäder. Eisblase. Regengüsse. Zwangsjacke. Negerküsse. Sein und Nichtsein. Nach den Maßstäben der Zeit. All die Typen in den schwarz gefassten Assemblagen. In den hölzernen Kisten. Auf losen Brettern. Grifflosen Schubladen. An Tischbeinen ohne Tisch. Bettpfosten ohne Pfosten. In Eiche. Kiefer. Buche. Zeder. Aus Metall. Glas. Stein. Gefangen. Eingesperrt, hinter meterhohen Mauern. Zersetzt wie Picassos Stierschädel = (Tête de taureau). Auf Dauer offline, in einer zersprengten Welt. Den Tagen ohne Harmonie. In Wochen. Monaten. In all den Jahren absoluter Auszeit. Als Nesthocker auf eine spezielle Art und Weise. Gehirne in Spiritus. Föten im Glas. Fleisch in der Pfanne. Das Weltnaturerbe. Alterssortiert. Krank.
Dann zieht sie die Spritze auf. Spuckt aus wie ein Seemann bei Windstärke 12, sagt „es reicht nicht für dich!“
„Ich will auch nicht!“
„So siehst du auch aus!“
„Kannst mir glauben, ich bin längst weg von dem Zeug.“
„Und wenn ich noch was hätte, - was dann?“
Real place, real people. Und wenn ich will, schwimme ich mit den dreckigsten der Blöden in der Kacke um die Wette. Jeder Zeit.
„Hast die Nase im Wind, was?“
„Kannst ruhig lachen.“
„Ich weiß, gezahlt wird an der Kasse!“
„Wo du denkst da ist was, ist nichts. Aber das lernst du auch noch!“
„Klugscheißer!“
Als sie Minuten später nach vorne überkippt, habe ich einen Logenplatz auf ihre dicken Titten. Dirty 2; doch ohne es zu wollen. Aber wenn ich will - so richtig will - kann ich ihnen zu Gunsten des guten Klimas hier auf Twitter folgen; meinst du nicht?
„Hör mal, wenn du jetzt keine Kohle hast, kannst du den Stoff auch das nächste Mal abdrücken. – Also, was ist nun?“
„Lieber wichse ich, bis mir die Schwimmblase platzt, Alter.“
„Trotzdem kommst du hier nicht raus!“
„Weiß ich doch.“

Von Munks Büro aus habe ich sie schon vor Tagen gesehen. Lith. Hinter den Kastanien. Wo sie im Kreis lief. Und ’irgendwie’ war sie nicht älter geworden. Ihre Performance gleich. Jedenfalls auf die Entfernung hin. Doch eventuell wurde ich durch den Schmutz der Fensterscheiben mit den schwarzen Regentropfen darauf getäuscht. Vom Aschenrauch. Weil ihre Energie in echt bei 33%, die Gesundheit bei 39% und ihre Moral um die 29% lag. Alles also satt runtergewirtschaftet. Was soll’s.

Jimmi brachte mir dann ihre Akte. Und die bestätigte, was ich vermutete. !Akute Psychose. Und schon stand das Tier in mir auf. Ein unfröhlich im Blau. Und mehr ein Gefühl, als eine Erinnerung die ich nicht zu fassen bekam. Ein Kloß im Hals, der es nicht zum Kotzen nach oben schaffte. In diesem Moment, in dem die Dinge hätten anders laufen können, als sie es dann taten. Und

- Lith noch Jahre weit weg war -

fühlte ich sie ganz nahe. Kaum zu glauben. Dann blitzte die Sonne durch die Wolken, prallte auf die Regentropfen, traf direkt auf das Fenster, - blendet mich und

- Lith entzog sich meinem Zugriff als sie gerade zu Kreischen anfing -

deshalb: Fenster schließen. Ohren zuhalten. Und Jimmi zu ihr schicken. Der sich mittlerweile auf Asperger umgezogen hatte. Weil, nur wer das Wasser durchwatet hat es auch am besten kennt. Schnaubend. Nach Luft ringend. Als wären die Jahre mit dem Tag längst nicht fertig.

„Jimmi!“
„Lith!“
„Mein Haus, mein Auto, mein Boot: Mein Jimmi! - Du!“ Mit Tränen im Blick.
„Brauchst du was?“
„Ja ... Hau rein den Scheiß!“

– Erst da sah ich, das Egypt- Wonder Goldfever Gel ihr Gesicht zusammenhielt –

’Weil die im Gel enthaltenen Goldpartikel der Haut durch ihre einzigartige Lichtreflexion eine verführerische Strahlkraft verleihen.’

- Wie im Produktprospekt stand –

’Die lassen sie durch die vitalisierenden Eigenschaften des Echtgoldes ebenmäßig und frisch wirken. Dabei aktiviert Gold die Zellregeneration, schützt vor freien Radikalen und stärkt die Barrierefunktion der Haut. Hyaluronsäure und Aloe Vera wirken als Feuchtigkeits- Booster und minimieren Linien und Fältchen für ein verfeinertes Hautrelief. Wertvolles Argan-, Mandel- und Macadamieöl verbessern die Hautelastizität und besitzen pflegende Eigenschaften. Kamille besitzt eine beruhigende sowie ausgleichende Wirkung für gestresste und sensible Haut. Dermatologisch getestet, ist das Gel für alle Hauttypen geeignet.’

„Ich habe momentan nur Haldol auf Tasche?!“
„Mach schon! Das reicht locker für meine innere Zone!“

- I've seen it all –

Leben auf der Rasierklinge. Und, wie Rimbaud sagt: Das Ich ist eine Täuschung, ein Schwarm von Empfindungen, Gedanken und Begierden.

- und in der Abrechnung ein Salto nullo –

Dagegen meint Novalis, dass die Poesie die natürliche Religion des Menschen sei.

Von mir verfremdetes Zitat des Malers Immendorf: ’Es muss Millionen von Leuten geben, die schon einmal Prostituierte aufs Zimmer bestellt haben und dabei Drogen konsumierten. Von den meisten allerdings wird man nie erfahren.’

Dazu die Testfragen 1 – 5 der Ärzte/Zeitung
Ziehen Sie sich vermehrt vor anderen Personen zurück?
Fühlen Sie sich bedrückt, traurig oder niedergeschlagen?
Ist Ihre allgemeine Fitness reduziert, der Schlaf gestört oder der Appetit beeinträchtigt?
Müssen Sie andauernd über bestimmte Dinge nachgrübeln?
Kommt Ihnen manchmal Ihre gewohnte Umgebung verändert, unwirklich oder fremd vor?
Haben Sie den Eindruck, dass andere Sie hereinlegen, ausnutzen oder betrügen wollen?
Sehen oder hören Sie manchmal Dinge, die andere nicht wahrhaben wollen oder fühlen Sie sich von anderen Menschen beobachtet, ausgelacht, verfolgt oder bedroht?

„Ja! Fünf mal JA!“
„Dann wird das aber nichts mit dem Urlaubsschein, Jimmi!“
„Gut, dann eben fünfmal NEIN!“
„Es sind aber 8 mal nein nötig!“
„Fuck u, Idiot!“

Mit ihm war und bleibt es immer Deal or no Deal. No war die Arschkarte. Die hielt er selber. Weil seine Lehrer es so wollten. Doch das begriff er nicht. Denn sein Wissen war ein Pyramidenspiel. Direktvertrieb. Eine lachhafte Nummer Weisheit, die er sich in irgendwelchen Taschenspieler- Portalen angelesen hatte. Manche lernten dort auch die Karten zu bescheißen. Er beschiss sich selber. Sonntags mit weißem Hemd. Weißer Hose. Polierten Schuhen. Um die paar Piepen seiner Rente irgendeinem schwulen Halbwisser in den Hintern zu schieben. Schach, Alter. Und matt. Ey. Gut, er hätte trotzdem als freier Mann nach Hause gehen können. Mit so was wie Schwerkraft in sich drin. Doch nichts. Ihn drückte die Macht der anderen. Deren Wissen, nichts zu wissen. Wie ein Schlag mit der Fliegenklatsche auf Mücken. Und der Lektion: Vertraue niemandem! Punkt. Das sagte er aber nicht, - das pikierte Arschloch. Als ob Weihnachten wäre. Dabei feiern ’Bad Dhisten’ wie er kein Weihnachten. Niemals. Als Kind hatte er sich mal ein Fahrrad gewünscht. - Zwei Unterhosen, lange Strümpfe und ein kratzender Pyjama waren im Januar darauf die Ausbeute. Was sollte also der Scheiß? Zudem das Wissen, dass er nur wegen der Geilheit seiner Erzeuger entstanden ist.
Deswegen:
Yoga
Pillen
Alkohol
Entzug
Buddhismus
Noch mal Entzug
Meditation
Buddhismus
Geheiratet
Alkohol
Bad Dhismus
Dabei hatte er sich ihretwegen den Arsch aufgerissen. Beim Müll runter tragen. Zwiebeln schälen. Abwaschen. Behielt kaum Taschengeld. Damit sie bei Neckermann und Beate Uhse ’in schwarzer Reizwäsche’ voll zuschlagen konnte. Shoppen und ficken. Aber nicht mit ihm. Das ist reine Zahlenspielerei vor Loch, sagte sie. Da saß er nackt im Lotussitz auf dem Boden. Schwanz in der Hand. Spritzte sich in den Mund. Später kotzte er das Klobecken voll. Krümmte sich und wimmert, - du heiliger Vater. Der antwortet ’Spring, du Kretin, ich fange dich auf’. Von wegen; seitdem ist sie kaum noch anwesend. Und er ist so blöd und lässt sich besoffen und mit einem Joint im Hals beim Autofahren erwischen. Halber Totalschaden. Nur. Und hasste seitdem die Bullen. Hörte zum Trost Peete Seeger. Dylan. Und fragte sich wegen Glück im Unglück Löcher in den Bauch. Fing zudem an alles zu analysieren. Sich die Karten zu legen. Jedes Wort, jeden Hinweis auf die Waagschale. Was hätte er auch sonst tun sollen? Kein Ozean, keine Wellen! Stattdessen Rot- und Weißwein in der Birne. Bier zu Afghanen, sabbelte er in der Kneipe nebenan sein blödes Gefasel gegen eine posttraumatische Belastungsstörung wegen seiner Alten, - die inzwischen beim Nachbarn im Parterre eingezogen war, - denen er bisweilen beim Ficken zusah. Wie sie dem Fettsack einen geblasen hatte. Ihm nie. Diese Hure. Und er deswegen Schuldgefühle hatte. Alpträume. Nervöse Anfälle. Flashbacks von Fernsehsendungen. Halluzinationen. In denen er dem rasierten Sack des Dalai Lama nahe war. All diese unmoralischen Schlenker. Die er in Texte packte und in ein Forum stellte, - einzig um Leute zu verarschen. Wozu ihn die Lüge fragte, ob die anderen was merken würden. Echt! Als ob sein Scheiß ernsthaft gelesen würde. Dann eher voll durch die Stille, die ist nur halb so blöde. Schrieb ihm einer. Wie gesagt, alles technische B- Geräte, lächelte sie. Diese Idioten. Mischte ihm drei Karten unter die verlogene Dauerwurst.
- das muss man sich erst mal reinziehen -

„Ich bin neu!
„Prima.“
„Heiße Willi!“
„Prima.“
„Ich hörte, du liest viel?“
„Ja.“
„Kannst du mir ein Buch leihen?“
„Du solltest besser zum Anstaltspfarrer ...“
„Warum?“
„Ich lese anders.“
„Wie denn?“
„Okay, ich erkläre es dir: aber nur einmal! - Verstanden?!“
„Ja!“
„Also: Wenn ich eine Seite gelesen habe reiße ich die aus dem Buch ... so weit verstanden?“
„Klar.“
„Ich nehme dann ein anderes Buch, lese darin irgendeine Seite, reiße die aus dem Buch und lege stattdessen die Seite von dem anderen Buch dort rein, - klar?“
„Schon - aber ...“
„Maul halten!“
„Klar!“
„Ich nehme ein anderes Buch, - lese eine Seite aus der Mitte oder so - reiße die raus und ...“
„Du bist irre !?“
„Sicher. Aber mit System!“
„Wie heißt das System?“
„Cut- Up, Baby, - der Rock’n Roll in Wörtern! Oder, wie dein Namenvetter ’Willi’ Burroughs sagt: ‘In writing this chapter I have used what I call "the fold in" method that is I place a page of one text folded down the middle on a page of another text (my own or someone else's)--The composite text is read across half from one text and half from the other-- The resulting material is edited, re-arranged, and deleted as in any other form of composition--This chapter contains fold ins with the work of Rimbaud, T.S. Eliot, Paul Bowles, James Joyce, Michael Portman, Peter Weber, Fabrizio Mondadori, Jacques Stern, Evgeny Yevtushenko, some newspaper articles and of course my own work--’.
„Willst du nun ein Buch? Ich hab’s selber geschrieben.”
„Nee! Lass mal stecken!“

„Was du denkst, möchte ich wissen.“ Sagt sie.
„Ich denke nichts. Ich denke eigentlich nie so richtig. Eigentlich.“
„Auch nicht an mich?“
„Doch! An dich schon!“
Und da ist sie wieder. Die Lüge aus Mitleid. Der Tod jeder Beziehung.
„Liebst du mich?“ Will sie wissen.
„Ich habe keine andere jemals so geliebt wie dich!“

Auch Störche. Fliegen. In den Süden. Ende August. Es folgen ihnen alte Schwänze. Junge Mösen. Kraniche. Zu. Letzt. Sind Kröten. Schon. Längst unter der Erde. Schleichen immer noch. Blind. Ottern. Kreuz. Nur das Reh steht – einzig - an der grünen Tonne. Entwöhnt der Zitze. Frisst das Kalb. Nachbars Dackel. Jagt. Meint der. Doch dessen Rute spitz. Wie Draht. - Versammelt stehen. Büschchen Rosen. Im Kreis. Die längst verblüht. Und Hasen klopfen. Mut sich zu. Mit Fuchs. Im Auge. Der den Raben. Krähen haben. Wollen. Krähen. Lieben. Auf der Kautsch. Vor dem TV. Beine hoch. Im Arsch die Welt. Greift Putin. In der Ukraine. Eier ab. Stoppt diesen Mörder. Tönt Obama. Winkt aus Kuba. Wo. Jahre schon. In Juan Tamano. Die alten Talibanen. Beine ruhen. Dahinter. Alt geworden. Fidel. Unser Bruder. Che. Der. Aus den 60er. Jahren. Die Amischlitten. Rosten. Verkackte Häuser. Platzen. Schiffe. Auf verlorenem Posten. Versenken spielen. Mit. Raketen drauf. Atom. Sprengköpfe. Hilfe! Kommt der Kennedy. Steigen Jäger auf. Schleichen. U-Boote raus. Findet man Marilyn. Monroe. Das FBI. Tot. Samen im Schoß. Auf ihrem Bauch. Atemlos. Und in Dallas fällt ein Schuss. Die Mafia war’s. Es muss. Te sein. Stimmt. Chruschtschow. Von Fesseln frei. Ganz wie ihr wollt. Warm Beer. Cold Women. Waits. Lets. Dance. Black- Out. Cut. Up. Herzlichst.

Ich finde die bewusste Szene in Taxi Driver wo der Dingsda den Arsch offen hat voll okay! Echt. - Voll okay, Alter! Den Arsch offen.
„Affenfick, hat Rotluff den deshalb genannt: AFFENFICK! Der Nazi. Den Punk.“
„Ich danke Gott für den Regen, Arschloch!“
’I Still Can’t Sleep ...’

„Die Katzen der Dicken scheißen mir ins Beet“, klagt Freddy.
„Wie viele sind es?“
„Dutzend Rosen. Und die scheißen einen ganzen halben Eimer voll!“
„Und?“
„Jede Nacht! Tags auch. Ich kann nicht pennen. Bin völlig fertig.“
„Ach ... du meinst Bett? - Frag doch mal Munk!“
„Ich frag aber dich.“
„Und was?“
„Du musst mir deine Kanone borgen – ich weiß, dass du eine hast – damit ich die Viecher wegmachen kann.“
„Und wenn nicht?“
„Sag ich es Munk.“
„Was?“
„Dass du heimlich eine hast!“
„Die habe ich aber nicht heimlich, sondern zur Selbstverteidigung.“
„Was willst du denn selbst verteidigen, - außerdem fangen die Viecher die ganzen Vögel weg!“
„Stimmt. Es singt hier kaum noch einer richtig.“
„Also, - was ist nun?“
„Nur wer tot ist, ist fein raus.“

Ehrlich: Ich freue mich heutzutage schon, wenn mir eine Hose die ich online und explizit hinsichtlich meiner Konfektionsgröße kaufe passt und ich die nicht zurück schicken muss.

„Südländer sind eben schmaler“, tröstet Lu Lu.
„Ein richtiger Trost ist das aber auch nicht. Ich glaube eher, die Hersteller sparen bewusst am Stoff!“
„Die zahlen auch an Lohn nichts“, ätzt Lu Lu, die in Thailand anschaffte, ehe sie nach Deutschland heiratete - um hier anzuschaffen.

„Sag mal: Hast du noch was von dem T.? Ich muss mal wieder runter.“
„Echt? Mich hätte das Zeug fast umgebracht. Ich habe später von den Ärzten zu hören bekommen, ich war im Koma - wäre fast an Herzversagen drauf gegangen. Von wegen zusätzlich noch Antidepressivum, Beruhigungsmitteln, Schlaftabletten, Schmerztabletten und 2- 3 Medis wegen meiner ständigen Rückenschmerzen. Am Ende war ich tierisch gereizt und genervt von jedem der mich nur falsch angeschaut hatte; hätte jeden in die Fresse geschlagen. Was ich irgendwann auch tat.“

‘The moon is yellow silver
Oh the things that summer brings
It's a love you'd kill for
And all the world is green’
Tom Waits

„Stimmt. Die Aggressivität unter T. ist unbeschreiblich. Erst bin ich komatös weggenickt, - hatte Halluzinationen, wenn ich mein eigenes Spiegelbild gesehen habe. - Ich sah, wie das mit mir redete und sich bewegte. Da bekam ich Angst vor mir selber. Den Rest habe ich dann mit Alkohol auf die Spitze getrieben. Absinth. Zur Beruhigung. Ging aber völlig daneben! Nicht nur dass ich meine Umwelt verschwommen gesehen habe, ich habe am Ende überhaupt nichts mehr richtig wahrgenommen, - hatte irre Panikattacken mit Bewusstlosigkeit. Halluzinationen. Extreme Aggressivität. Dann noch Gewichtszunahmen. Später Erbrechen und Appetitlosigkeit. Schizophrenie ähnliches Verhalten. ADHS (zumindest) und auch Borderline - wurde von Munk festgestellt. Echt Jimmi, ich hätte nie im Leben gedacht dass Psychopharmaka so einen Einfluss auf die eigene Psyche und das Verhalten haben. Am Ende wurde ich als Zombie verhaftet und bin in Handschellen und mit Bauchgurt in der Psychiatrie gelandet.“
„Herzlich willkommen. - It’s never over, Girl!“
„Ich glaube, ich war schon mal da.“

Ich zu sein ist ein Akt der Leidenschaft. Trotzdem: Munk behauptet, Asperger ist ein Datenzwilling von mir.
Munk ist mein Klon, ist Jimmi sicher.
Die Welt in der wir leben ist eine Fiktion. Meint Einstein aus Haus 7.
Die Fiktion ist eine Welt, in der niemand real lebt. Interpretation der Bibel – von Sing Song 35 - Freifrau von Häschenkiel.
Das Leben ist keine Win- Win- Situation, meint Computer- Bill der ständig ’Wie geht’s denn so’ fragt.

- Danke. Es ist. Sagt der Tag der Wahrheit. -

„Der Ninja war’s!“ Erklärt Munk. Dazu hat er *seine Patienten im Kinosaal versammelt und ... „Wer von euch ein Samuraischwert besitzt, legt das bitte hier auf den Tisch. Und zwar pronto!“
„Ihre ’Bitte’ sei geschenkt, Doktor.“
„Ruhe da! – Also, - was ist nun?“
„Wurde auch der Kopf gefunden?“
„Das nicht. Aber Spuren von Wölfen.“
„Und wen haben sie da im Verdacht?“
„Wissen Sie überhaupt, was freilebende Wölfe so tun?!“
„Woher. Sie halten mich ja schon 9 Jahre hier fest!“

- Eine Dekapitation ist die gewaltsame Abtrennung des Kopfes vom Rumpf als aktive Handlung zum Zwecke der Hinrichtung -

„Der Ninja hat den Schornsteinfeger für Obama gehalten!“
„Und deswegen?“
„Genau deswegen!“
„Rassist.“
„Ein Japaner?“
„DAS SIND DIE SCHLIMMSTEN.“
„Du Nazi!“

„Allerdings hat die Vorhirnstimulation bisher nur bei Ratten einigermaßen zufriedenstellend funktioniert!“ – Dagegen sind als Nebenwirkungen bei Hasen bekannt: Anpassungsstörungen, Sinnkrisen, Beziehungsprobleme und.
“I’m Ready.”
Ja, - wir kommen wieder. Und bleiben. Um zu bleiben. Weil wir müssen.

Im hinteren Teil vom Anstaltsgelände wo die Betonmauer nicht acht Meter hoch ist wie sonst, sondern nur 7,5 bröcklige Rotsteinmeter misst und der ehemalige elektrische Drahtzaun davor noch rostiger ist als - und die munitionslose Schießanlage defekter als defekt und ohne jegliche Funktion, wo man durch einen Durchbruch im Draht mühelos zu einem stets offenen Tor in der Mauer gelangen kann kam es zum Todesfall eines Schornsteinfegers. Nicht, dass Orwell ’der Intelligente’ den entdeckt hätte. Mitnichten. Orwell - regte sich dazu Munk in einem Telefonat auf – hat in letzter Zeit einzig am Fenster der Wachmannschaft geklebt um Hanni und Nanni bei ihren versauten Sexspielen zuzusehen.

„Ich habe alles von denen auf Bild! - Mit Ton!“ Meldete dazu Orwell Munk. Was natürlich für ’einen Intelligenten’ völlig blöde war.
„Das ist absolute Scheiße, du Idiot“, blaffte Munk demzufolge wütend, „was interessiert mich das bisschen Ficken. Deine Aufgabe ist und war, die Anstalt zu bewachen!“
„Aber Ficken innerhalb des Personals ist laut Hausordnung streng verboten - und strafbar!“
„Doch nur, wenn die Wachen es mit den Patienten machen. - Meine Güte!“
„Ach so.“
„Ja. – Und nun?“
„Jetzt wissen wir nicht mal mehr, wo der Kopf von dem *hust Schornsteinfeger abgeblieben ist, - oder was?“

Karli, seit einem missglückten Banküberfall vor 20 Jahren Rollstuhlfahrer und hirnrissiger Flachwichser erzählte mir, dass er den Toten gestern schon tot entdeckt habe.

„Der lag direkt vor meinem Fenster – ohne Kopf. Ich habe den Typen dann ins Gebüsch gezogen und mit Zweigen abgedeckt.“
„Und der Kopf?“
„Nirgends zu sehen. – Ich dachte erst, der wäre einer von Munks Lebendspendern.“
„Ohne Kopf?“
„Hühner können ja auch noch ohne Kopf. Ich habe das mal bei einer Schlachtung auf dem Hof meines Onkels gesehen. Gruselig, wenn die toten Viecher kopflos umeinander toben.“

Als ich den Schornsteinfeger dann sah, es handelte sich dabei um einen der ganz Dunklen - sage ich nur mal so – und ohne Rassist sein zu wollen; sage also: „Ey, so wie es aussieht, hatte der bestimmt keine Freunde, was?“
„Bei den helleren jedenfalls nicht. Und dunklere haben wir im Augenblick nicht.“
„Also hat der voll die Arschkarte. Nur – wo ist sein Kopf?“
„Tom hat mal was ähnliches gesungen.“
„Nein, das war Joe Cocker!”

’Go over there, turn on the lights
All the lights,
Come over here, stand on this chair
Yes, that's right
Raise your arms up in the air
Now shake 'em
You can leave your hat on’

„Den Hut auf ohne Kopf?“
„Zweifellos aus ’Die Königin der Nacht’! - Oder?“
„Sicher! Ich bitte dich dazu auch auf die Bilder zu sehen.“
„Porno?“
„Fast!“
„Othello?!“
„Neger, Neger – Schornsteinfeger.“
„Rassist!“
„Schwarzer Humor.“

’Eine alleinstehende Dame macht zum ersten Mal eine Schiffsreise auf einem Luxusliner. Sie geht auf einen uniformierten Mann zu und fragt: "Verzeihen Sie, sind Sie hier der Kapitän?"
"Nein, gnädige Frau, ich bin hier der Deckoffizier."
Darauf murmelt sie vor sich hin: "Die denken hier aber auch an alles!"’

Ruhm. Ich kann dich riechen.
Schweiß. Deinen heißen Atem.
Von Erfolg.
Der starrt mir ins Gesicht. Stinkt.
Und ich zwinge mich, die Luft anzuhalten.
Die Tränen.

Wird auch Zeit, sagst du.
Immerhin bist du pünktlich, lobe ich.
Trotzdem.
Hast du sonst noch was auf dem Herzen?
Umdrehen. Befehle ich.
Zerre ihr das Höschen runter und pflanze meinen Pflock ein.
Spüre meine Eier schwellen. Erlebe das blaue Wunder.
Lasse nicht locker. Auch nicht südlich der Grenze.

Falls jemand fragt.
Was antwortest du dann?
Das hier.

Einige Autoren schreiben ihr Leben lang ’ein’ Thema. Behauptet der Dings. Wenn sie denn eins haben. Meint der Da. Andere machen es sich einfacher, schreiben die Themen anderer nach. Daraus entwickelt sich ein Trend. Mainstream. 1.000000 mal Shit of. Harry Potter Mania. ’Andere’ verkaufen in Null- Komma- Nichts 10.000 nachgeschriebene Zukunfts- Mittelalter- Horror- Blutsauger Schwarten. Millionen Liebesschmöker aller Couleur. – Doch! Ja, auch ich habe Simmel gelesen. Simmel- Romane mit immer einem Thema. Ich finde und fand das nicht schlimm; es war sein Thema!

"Mein Thema: Außenseiter. Gesellschaftsgeschädigte. Über die schreibe ich in meiner Wahrheit. Die geprägt ist vom selbst erlebten Krieg in. Den Morden dort. Von Vergewaltigungen. Totschlag. - Ich schreibe über Opfer und Täter. Von Opfern und Tätern. Für Opfer und Täter. Für dich und mich. Über das Leben auf der Straße. Im Knast. Der Psychiatrie. Und den Nebenwirkungen von all dem. Wobei ich die Nebenwirkungen von Medikamenten dem Zufall überlasse, schließlich schreibe ich keine Ratgeber, sondern wahre Fantasien. Dazu habe ich in ’Ich - Autist’ (in einem Zombie- Tagebuch) meinen Stil gefunden, ohne den zu suchen. – Gut. Nun mag mein Schreibstil nicht jedem gefallen. Und das ist gut so; ich hätte sonst etwas verkehrt gemacht. Richtig dazu: Mir gefallen annähernd 95% der Geschichten von anderen Autoren auch nicht; wegen ihres Schreibstils. Ihrer Thematik. Ich verzichte dann auf *deren Lesen im Übermaß. Im Vertrauen: Ich bin im Besitz eines Kindle und lade mir zu 99% Leseproben rauf. *Meine Art auf *Literatur nicht zu verzichten. Sollte *aber der Schreibstil stimmen, stören mich auch Metaphern im Übermaß nicht sonderlich. Übrigens. Mein Schreiben hinsichtlich Stil und Thema erkläre ich *sonst nicht. Das ist nicht *irgendwelchem Hochmut geschuldet. Nein. Es ist wie ist. Und auch Kritik kann und wird das nicht ändern. Andererseits freue ich mich natürlich über JEDEN Leser. Weil ich den für etwas GANZ besonderen halte; wenn sich schon jemand an meine Texte wagt. - Wegen der Reklame dazu habe ich vor zig Jahren in Literaturzeitschriften veröffentlicht (veröffentlichen dürfen!). Ich bin dankbar dafür. Und nicht nur das. Denn es bessert meine Vita auf. Den Bad- Boy Status insgesamt. Obwohl?"
Obwohl. - Ich sollte mich mal besser unter die Lupe nehmen.
Hör auf damit, das kenne ich schon zur Genüge aus zig Tausend Kriminalromanen. Willst du etwa so enden?
Nein. Es ist anders zu schaffen!
Und wie?
Man kann es nennen, wie man will.
Green is Good? Dope befreit?
Man muss Taten Worte folgen lassen. Damit man dabei bleiben kann. Sich kümmern, weißt du?
Stimmt, das Leben ist schön. Aber hör auf es laufend zu analysieren. Sonst fällst du hinten runter!
... mehr oder weniger ...
Aber nicht, bevor die anderen sterben.
Sagt die Matrix?
Sage ’Ich – Autist’.
Fuck u, Idiot – du schreibst echt für lau so scheiß eBooks?

Anstalt - Tagsüber
Es besteht immer die Möglichkeit einen Probanden bis zum Wahnsinn zu nerven, indem man ihn unter Schuld - und Zeitdruck setzt.
Der Staatsanwalt behauptet, er habe den verbotenen Wunsch nach Nähe, Schutz und Zuwendung gehabt.  Habe seine Schwester in den Arm genommen, sich an sie rangekuschelt, dann sei der Himmel auf die Erde gefallen. Er hätte sie sich gegen ihren Willen gegriffen und es sei zum Geschlechtsverkehr gekommen. Danach hätten sie nebeneinandergelegen. Löffelchenstellung. Er habe ihr ein Messer an den Hals gehalten, angefangen zu weinen. Sie habe ihn getröstet. Er habe ihr in einem Zug den Hals durchgeschnitten. Weil er sie lieben würde - und kein anderer sie haben sollte.
Ja. Bei der Befragung durch den Gutachter habe er sich gut aufgehoben, beschützt und verstanden gefühlt.

Anstalt - Nacht
Fuck u. Idiot.
Er sitzt nackt auf dem Tisch denkt an seine Zwillingsschwester und holt sich einen runter. Sagt: Sie war für mich die große Liebe. Wir kannten uns aus dem Brutkasten Mutter.
Doch nun sitzt du Idiot heulend auf dem Tisch und holst dir einen runter. Fuck u.

Draußen - Tag
Er hat sich an sie geklammert. Sie kontrolliert und belagert. Macht ihr Geschenke. Will ihr ein Kind machen, um sie zu halten, sie zu binden.
Er schlägt sie. Er begrenzt sie. Verbietet ihr den Umgang mit Freundinnen. Er sperrt sie ein. In den Keller. Tötet sie. Und das Kind. In ihr. In sich.

Drinnen - Tag
Er ist einsam, isoliert. Er gibt seinem Fernseher, seiner Matratze ihren Namen. Dem Löffel. Auch dem Himmel, den er sieht. Der Luft, die er atmet. Macht die zu seinen Freunden, - denn echte Freunde hat er nicht.
Es war nicht anders machbar, sagt ihm der Spiegel, als sie zu töten. Einzufrieren. So kannst du sie jeder Zeit besuchen.
Nur mit der Kellertreppe kommt er nicht zurecht. Die ist zu steil für sein steifes Bein. Runter geht ja noch. Aber rauf.

Außen - Innen
Er gibt sich die Wand. Schlägt mit dem Schädel dagegen. Heftiger. Schneller. Mit voller Kraft. Bis das Blut spritzt. Seine Augen verrutschen. Der Nasenknochen bricht.
Sie kommen mit der Spritze. Sind zu 4t. Werfen sich auf ihn. Drücken ihn nieder. Und als er nicht aufhört sich zu wehren, fasst ihm einer in die schon blutigen Augen. Drückt ihm volle Pulle die Finger in die Augäpfel - bis seine Bewegungen kürzer werden. Der Schmerz ihn ohnmächtig macht, - er die Spritze nicht mal mehr spürt.

Fazit - Time
Er lebt jetzt in der Karibik. Egal, wo er sich befindet. Und manchmal träumt er von ihr. Wie sie an einem sonnengelben Strand liegen. 2 verlorene Löffel in goldenem Licht. Bis dann das Gold dunkel anläuft. Ein Bohrer in seinem Kopf rotiert. Der total schwarze Schatten zaubern kann. Unglaublich. So blind wie er ist.

Ich habe sie geliebt. Ihren Narzissmuss. Und sie meinen. Doch zum Schluss war alles nicht mehr gut genug. Über 15 Jahre ist das nun schon her. Seitdem haben sie und ich die Welt neu entworfen. Jeder für sich. Weil es sein musste. Und in dem schmalen Streifen zwischen Leben und Sterben - um in Zufriedenheit leben zu können, ist sie krank geworden.
- Doch davon hörte ich erst nach ihrem Tod. -

Die Liebe von oben. Das Leben seitlich. Der Tod von unten. Zum Geburtstag viel Glück! - In der Reha lernte sie einen Mann mit ’viel’ Geld kennen. Der für sie Straßen baute. Die breitesten Alleen. In ihrer Fantasie Tempel aus blauen Diamanten erschuf. Steine zu Gold wusch. Der ihre Schulden bezahlte. Ein schickes Auto kaufte. Seine Ehefrau verließ. Und in eine Wohnung in ihrer unmittelbaren Nähe zog. C'est la vie'. Da hatten sie ihr gerade eine Niere rausoperiert. Bestrahlten sie. Fuhrwerkten an ihrer Blase rum. Und ihr Typ, der Mäzen, ließ ebenda seine Prostata auf dem Tisch - wie früher seine alten Guccihandschuhe. Wie das Schicksal so spielt. Denn Wohlstand und Gesundheit haben die Götter gemacht. Doch selten beides zusammen gebracht. Immerhin hat das Leben sie zum Wasser getragen, in das sie Abwasser kippten. Statt auf silbernen Wellen zu reiten. Da saß ihr der Krebs bereits weit gestreut im Darm. Und er verlor kurz darauf nicht nur seine Haare, als sie starb. Einzig ich, ich wusste nichts. Er wollte es so. Und so sollte es bleiben. Nicht mal die Stelle im Friedwald ... Nein. Auch die sollte sein Geheimnis sein. Dass er sich das Rauchen abgewöhnte. Literweise Fett absaugen ließ. Die Falten glätten. Dem Tod den Kampf ansagte. All das hörte ich weit nach dem von ihrer Schwester. Und mal ehrlich: Was der Typ tat oder nicht interessierte mich überhaupt nicht. Ja. Ich habe sie geliebt. Soll auch er gesagt haben. Doch ich liebe sie auf meine Art immer noch. Ihren Narzissmuss. Wie sie einst den meinen. Doch dem Tod war es nicht genug. Und mir verweigerte er ein Andenken. Ein Bild. Irgendein Stück Erinnerung.
- Kannst du mir sagen warum? -

Song for ... Wie soll ich dich nennen? Was deinen Eltern sagen? Soll ich ihnen einen Hinweis geben in welcher Ecke vom Friedhof du liegst.
LaLaLaLa-La.
Gestern ist vorbei. Denke an Morgen. Singt sie.
LaLaLaLa-La.
Hast du schon mal in meine Fresse gesehen. Die Narben und Schrunden gezählt? Du kommst locker auf hundert! Von wegen denke an Morgen. Morgen zeige ich dir meine Schusswunden. Die von hinten rein. Und vorne raus. Mitten durchs Herz. Die im Kopf. Oder auch nicht.
LaLaLaLa-La.
Gestern ging ich noch mit einem Gewehr über den Rücken durch die Todeszone - und kam so weit, wie ich heute bin. Gestern trug ich Helm. Schutzweste. Handgranaten am Gürtel. Eine Uzzi. 9 Millimeter. 32 Schuss. Steckte in meinem Stiefel ein Esse-6- Messer. Und da steckt es immer noch. Denn heute brauche ich es mehr als sonst. Es tobt nämlich der friedliche Krieg der Bestien. Da, wo ich bin. Gestern. Ja. Gestern bin ich gestorben damit ihr in Ruhe schlafen könnt. Gestern.
LaLaLaLa-La.
Wie soll das auch funktionieren, von guten Mächten ein Leben lang geschützt zu sein. Wo kommt denn dann der Tod her, den die Politiker zu Millionen ins Land lassen? Sag mir: Ist das mein Problem, - oder euer?
LaLaLaLa-La.
Du! - Ich mag Bilder von Edward Hopper. Weil die alles andere dagegen schlecht erscheinen lassen. Stimmt ausschließlich für mich. Klar. Und - Nein. Ich trage keine besseren Bilder in mir als die von ihm. Die ich mir deswegen auch an die Wand hänge. Als Ruhepunkte. Denn alle anderen sind für mich qualitativ weit unter den heutigen Möglichkeiten. Einzig Rizzi. Der nicht. Dessen Motive stimmen mich fröhlich. Doch fröhliche Bilder zu malen ist nicht mein Hauptmotor. Ich versuche Leuten Dinge ins Hirn zu schreiben. Gegenwart. Heute. Jetzt. Das sich die Welt im Krieg befindet. Immer. Nein. Ich will nicht das menschliche Auge überlisten. Irgendein Hirn. Ich ahne es -, das enttäuscht dich jetzt. Doch was soll ich machen.
LaLaLaLa-La.
Sag, Soldat, wie soll ich dich nennen? Was deinen Eltern sagen? Etwa an welchem Platz du auf dem Kirchhof liegst? Das du anonym verscharrt worden bist! Und deine Bestatter in die Grube kotzten, weil dir dabei dein Hirn aus dem Schädel spritzte. Das deine Augen nicht zu finden waren. Dein Penis. Dein Mund voller Sägespäne. Hände und Füße abgeschnitten. Was soll ich deinen Eltern sagen: Das du freudig gestorben bist - etwa? Dass du für eine gute Sache gekämpft hast. Für deine Überzeugung? Erzähl mir, Amigo, was soll ich deinen Eltern sagen, - vielleicht wo sie deine Überzeugung finden werden. Bitte?
LaLaLaLa-La.
Ja, ich singe für ... Sag mir, wie soll ich dich eigentlich nennen, Soldat?

Sound Check. Tage.
Die an die Schmerzgrenze gehen.
Manche Dinge haben einen Mund. Und.
Den triffst du. Schaust auf seine Lippen und.
Und. Manche haben lange Haare. Die du triffst.
Augen. Einen Körper. Und alles ist komplett. Vor allem die
Seele.
Genau die geht einem direkt ins Herz.
Man könnte es Liebe nennen, - obwohl.
Es schon Jahre her ist.
Doch manche Dinge. Haare. Augen. Münder. Lippen. Herzen. Seelen - vor allem. Ändern sich nie.
Du triffst sie. Hörst Musik der ersten Stunde.
Und. Dann.
Tut es unendlich weh, wenn sie nicht mehr sind. Bei dir liegen.
Wie viele andere Dinge.
Die einen immer wieder mittendurch reißen. Jedes Mal aufs neue. Wenn man an sie denkt.
Doch. Ja. Du berappelst dich wieder.
Obwohl.
Obwohl du es besser weißt. Stehst du auf. Immer aufs neue. Leben.

Munk lässt mich bloggen. „Aber nur unter Autisten“, sagt er. Mehr als Befehl. „Und nichts über die Anstalt. Denken Sie daran!“
„Gut so“, sage ich. „Stört mich nicht. Anstalt ist Anstalt. Und Mensch bleibt Mensch. Und wenn ich normal denken könnte, wäre ich nicht hier. Deshalb blogge ich, was ich will. - Herr Munk!“ Mehr als Befehl. Ach was. Als Aufschrei. Damit man mich hört. Mich. Den Autisten! Verstanden! - Du? Und schon wieder haben wir uns überworfen; - „sehen Sie es als Teil der Therapie!“ Klar. Als was denn auch sonst? - Idiot!

Noch eins: Um für den kladde/buchverlag und meinen Roman ’Ich - Autist’ das Funding klar zu machen und den Roman bei der Buchmesse in FFM vorzustellen, soll ich ein Video- Pitch herstellen. - Nun habe ich auch schon einen Titel dafür: “Unter Zuckerbrot mit Peitsche stelle ich Bilder ins Netz - Find the Cat. Not me.“ Der Kurzdreh (4 Minuten sind gestattet) wird ein Selfie sein (dachte ich?) und verlangt mir allerlei ab. - Wer also Tipps hat - BITTE HER DAMIT! Wer keine hat, ist Schuld das es mit mir so kommt wie es kommen muss; das hat vor fast 100 Jahren schon meine Mutter vorausgesagt. - Noch eins, liebe Horror- Gemeinde, bitte keine Titelvorschläge mehr wie ’Der 100 jährige der aus dem Kellerfenster fiel’ oder so. Ansonsten - Feuer frei.

Du setzt dich jetzt bitte an den Flügel und spürst dem Klang der Zeit nach. Bitte!
Er sieht unten aus wie oben, oder?
Ey, du Arsch, - du hast drei Sekunden um das Video zu überspringen. Mein Leben. Noch weniger Zeit bleibt dir, um dein eigenes verficktes Dasein zu retten. Den Schädel aus der Schlinge zu ziehen. Den verkackten Torso vom Asphalt. Deine scheiß Meinung über dies und jenes. Über das Leben. Den täglichen Krieg. Über die Liebe. Die du FICKEN nennst. Dazu deine Mutter eine Hure schimpfst. Deinen Vater zum Puffgänger stempelst. Während du auf dem Klo vom Bahnhof Zoo für drei Groschen Freier bedienst. Du kennst den Ausdruck Drei- Groschen- Junge? Ja – Gut! Dann weißt du auch wie viel Schotter man für einen satten Druck anschaffen muss. Wie viel Schwänze gelutscht, - wie oft Luke zwei bedient werden muss. Ehrlich - du kannst es Glück nennen, dass der Engel vom Bahnhof Zoo dich aus dem rasenden Karussell gezogen hat - sonst würdest du dort heute noch deine arschwunden Runden drehen. Das Maul voller Pilze. Den Schwanz zerbissen. Die Eier kahl gelutscht. Deinen Schädel voller Crack, - um diesen scheiß Weg überhaupt gehen zu können, - der dir einst so einfach erschien um satt Kohle abzugreifen. Ey. - Denk nur mal an Ricky, der sich im Knast die Tüte mit Kleber gab; es wäre dein Weg. Wetten? The go too mit Siff am Hals. Ewig tropfender Pfeife. Einem Windtripper in der Nase. Um zum Schluss, weil du die alte Schwuchtel die dich auf den Strich schickte zerteilt hast, für lange Jahre in den Bau zu wandern. Dann lieber Klapse. Mein Bester. Die Seele entgiften, - auf das Gewesene geschissen. Erinnern - was Zukunft für dich heißt. Geregeltes Leben. Essen. Verdauen. Ausscheiden. Auch wenn’s schwer fällt. In der Sonne am Strand liegen, statt Hinterladers Heckenschütze im Niemandsland. Und das alles nur der Kohle wegen? Mann! Die hat sowieso nie dir gehört. Du Käsebrötchen! Tipp: Man muss jemand echt tief in die Erde bringen damit ihn nicht irgendwelche Viecher wieder ausgraben. Von einem meiner Freier habe ich Tage später nur noch den Schädel gefunden. Den Rest haben Wildschweine verschleppt. In einem nahen Gebüsch hörte ich die Viecher Knochen knacken. Ein ekelhaftes Geräusch. Dieses Grunzen und furzen. Und ein echt scheiß Gefühl. Schließlich hätte ich es ja sein können. Oder meinetwegen auch du, Alter. Und dann noch diese Tage vor Gericht; mir wird im Gedanken daran schlecht. Dann lieber gleich Munk, als Gutachter – und ab in die Klapse. Obwohl es hier auch nicht besser ist als draußen. Kannste glauben.

Shit of Million Grey. Just Divorced. Ich drücke trotzdem den gefällt mir Button.  Denn er kann Gitarre. Klassisch. Seine langen Finger flitzen auf den Saiten als würden Fische fliegen. Er singt dazu. Bariton. Laut. Und schön. Wackelt auch schon mal sein 3- Tage Bart im Takt. Weil seine Kiefer wie ein Haifischmaul auf und zu klappen. Dazu zeigt er spitze Zähne. Eine lange, rosa Zunge. Wulstige Lippen. Knackende Knochen. Begehbare Augen. Was weiß ich, woher er die hat. Fast ausgestorben so was. Sagt jemand. Doch er, - er singt auch in der Gemeinschaftsküche. Auf der Treppe, im Flur. Auf dem stinkigen Abtritt. Mit und oder ohne Gitarre. Im Treppenhaus. Auf dem Hof. Beim Freigang. Täglich eine Stunde nach ausländischer Zeitrechnung. Und pünktlich auf die Sekunde. Dann ohne Gitter vor den Zähnen. Allerdings sind derweil seine Hände auf dem Rücken fixiert. Wegen der Verletzungsgefahr. Die Füße ab Knie eng aneinander gefesselt. Alle drei. Doch das ohne jegliche Gewähr. Ich drücke trotzdem den gefällt mir Button.
Er soll seine Frau getötet haben. Drei seiner vier Kinder. Auf dem Dach, wo sie wohnten, enthauptet - ihre Köpfe in den Hof geworfen. Alle vier. Das teure Ausbeinmesser hinterher. Das er selbst bezahlt. Weil: er war Schlachter. Schächter. Ausbluter. Ausbeiner. Ausstopfer. Präparator. Im nahen Tierkrematorium, Abteilung Wildvögel. Ein Fachmann also. Ein Spezialist. Der das Blut seiner Opfer, seiner Familie getrunken haben soll. An die 4 Liter. Wie der das wohl runtergebracht hat, wundert sich der Gutachter vor Gericht. Stimmt. Ist eine Menge, nickt auch Munk. Der die Hände des Mannes verkaufen will; er habe da einen Pianisten als Interessenten. Denn. Ja. Gitarristen sind begehrt. Auch unter Blechbläsern. Ebenso unter Drei- Loch- Walnusshorn- Flötern. Und Munk überlegt deswegen auch schon, wo er dessen musikalisches Herz lässt. Die begehbaren Augen. Die groß wie Notenschlüssel im Dom von Köln. Und was die wohl monetär bringen würden. Denn immerhin sind die sehr, sehr selten. Fast wie ein Sechser im Lotto. Er habe da schon eine Wahrsagerin im Fokus. Ein akustisches Kalenderblatt mit Wettervorhersage und Börsenkursen für die nächsten drei Stunden – das auf 0,1345% genau tickt! Klar, mit Garantie! Sie werden Millionen scheffeln, Doktor Munk! Und der lacht, als wäre auf dem Mond Leben in Sicht. Als wüsste er, was die Zukunft bringen würde. Dabei ist das nur ein ihn irreführender Eintrag im Belohnungssystem. Whatever. Und die Beschwerden dazu werden nicht lange auf sich warten lassen. Und nicht nur Kinder werden über ihn lachen. Auch all die ehrlichen Kenner der Pünktlichkeit. Von wegen Gott lebt. Es war die Nachtigall. Die so erdolcht, erdrosselt, vergiftet, erschossen, ertränkt, vergraben, versenkt. Und nicht die Raben.
‘Whatever you do... whatever you say... yeah, I know it's alright!’

Therapiestunde die ERSTE: Von deutschem Boden darf nie wieder leere Langeweile ...
„Wenn ich ihn höher hänge, fällt er steifer!“ Ist Karli überzeugt.
An den Grenzen meiner Tage rollen Panzer endlos lang.
Stürzen Drohnen. Fallen Schüsse. Gellen Schreie. Strömt das Blut.
„Ich habe mir eine Lebenskarte gezeichnet - um den rechten Weg zu finden“, jauchzt Ulla.
Und im Inneren meines Seins sticht ein Messer. Mir direkt ins Herz hinein. Und so wird - wo heute noch eins ist - morgen keins mehr sein.
„Eine Plastiktüte über dem Kopf tut es auch!“
Ja. Wenn die Schlacht geschlagen, werde ich Tote sammeln gehen. Um die an meinen Pollen fest gesogenen, in den Stock zu tragen. Abzulagern. Weg zu loben.
„Kannst du mir was gegen Nesselsucht geben?“
„Wenn es mit dir schon so weit gekommen ist von Nesseln abhängig zu sein, - dann zieh lieber in den heiligen Krieg!“
Doch. Ja. Auch. Warum nicht? Denn an all den Grenzen meiner Tage bahnt auf immer Angst sich ihren Weg. Ein breiter Pfad. Doch menschenleer. Und keine Schreie weit und breit. Dass nie mehr Schüsse fallen an solch Tagen. Kein Krieg sagt NIEMALSMEHR. Und Klagen.
„Ich kenne nur Nissen. Die hat mir meine Mutter früher mit dem Lausekamm ...“
„Früher hatten wir auch einen Kaiser.“ Tut Munk auf schlau.
Doch allein das Herz tut mir so weh dabei. Mein einsam sein. Gewissen rein. Wie das verloren beten, als ich schwach und klein. All das vergebene tun.
„Ich habe oft das Gefühl am falschen Ort zu sein.“
Ich habe für mich entschieden, nie wieder Krieg zu sein.
„Mit nem Bart, mit nem Bart, - mit nem langen Bart!“
„Blöder geht’s wohl nicht, was?“
„Auf den richtigen Therapeuten kommt es eben an.“

Ein unmögliches Ende von Liebe. Ob es ein Heilmittel gegen den Schmerz gibt - weiß ich nicht. Es ist mir auch egal. Denn sollte es eins geben, beträfe es nicht meine Art von Schmerz. Da bin ich sicher. Weil nämlich mein Schmerz Erinnerung heißt. - Wenn ich mir die alten Geschichten erzähle. Von der Jugend. Der großen Liebe. Von längst gestorbener Zeit. Die, von der jüngeren Erinnerung. Über meine Auflösung als Ich. Einzig die Liebe wird nicht enden. Nie. Dazu war zu viel Leben. War ich überall - Hals über Kopf dabei. Wie man so sagt. Jedenfalls steht das so in meinen Notizbüchern. Wie die Absichten und Wünsche. Die Entscheidungen. Falsch oder nicht. Die ich getroffen habe. Die andere Leute für mich trafen. Gute und schlechte. Mit denen ich längere oder kürzere Zeit verbracht habe. Mit dir. Mit dir. Und mit dir da auch. Als Liebe inklusive Arbeit. Heiraten. Kinder zeugen. Eine Familie ernähren. Alles komplex und vorhersehbar. Doch vollkommen gegen meine Bestimmung. Denke ich jetzt. Wo ich alt bin. Von Doktor Munk gefangen gehalten werde. Ihm zu Fuß sitze. In seinem Schreibkeller. In den Tagebüchern. Zu finden in Teilen seines Romans ’Ich – Autist’. In knapper Sprache. Fast gefühllos in ihrer Klarheit. Dem abgehackten Rhythmus. Wenn der mich beschreibt. Und ich dich. Du. Mein Schöne. Für die ich mein Leben gegeben hätte. Quatsch. Für die ich mein Leben gegeben habe! In den letzten Tagen immer wieder. Weil du gestorben bist. Und das ohne mein Wissen. Ohne meine Erlaubnis. Und so unspektakulär. Dabei hätte ich dich gerne zu Tode gevögelt. Und mich gleich mit. Auf der Höhe der Lust verglühen. Oder ähnlicher Mist. Immer dann, wenn die Party irre tobte. Egal wo die stattfand. Ob auf dem Küchentisch. Im Fahrstuhl. In einem Taxi. Auf der Autobahn bei 180 Sachen. Wenn es einem in dieser unbeschreiblichen Sekunde kommt. Dann! Was heißt schon in Vorwürfen versinken. Es war einfach so. Denn du konntest nicht. Die OP hat dich verstümmelt. Und mich gleich mit. Und so war es dann. Das Gefühl verlassen zu sein, obwohl du da warst. In immer neuen Wendungen. In Versuchen von Anläufen. Doch es ging nicht. Nichts ging. Und damit wurde das Glück dünner. Die Freude, dich zu haben. Die wechselte zu Wut. Und ohne mein Zutun zu Hass. Auf das Leben. Hass. Der ab da nie müde wurde. Der mich aus dem Haus trieb, um in Bars und Hurenhäusern Satisfaktion zu finden. Um mich in den Arrestzellen der Polizei zu sammeln. Neu zu schichten. Um erneut zur Maschine Mensch zu werden. Eine selbstquälerische Reflexion zum Krieg im eigenen Haus. Weit an allen Gesetzen vorbei. Der Flüchtigkeit des Daseins bewusst. Ihrer Fragilität. Ja. Denn zwischen uns wurde es zu etwas. Traurigem. Hoffnungslosen. Eine pessimistische Brille. Die das Schöne fern hält. Dafür die Verzweiflung anzieht. Immer mit der Frage war’s das? Und irgendwann war’s das dann auch. Doch du und ich, wir gingen weiter. Trotzdem. Und gerade deswegen. Du da lang. Ich nach dort. Der ich fünf Buchseiten weiter an deinem Gab weine. Um mich herum eisklare Luft. Die du so gemocht hast. In die hinein du ein letztes Mal tief Atem geholt hast. Und ich als voll getroffener Nerv mit der Frage allein - was zum Teufel ich hier ohne dich noch zu suchen habe? Wenn du verstehst, was mir eine Leerstelle bedeutet.

’Beim ersten Mal da tut’s noch weh.’ Trotzdem. Ich möchte mich nicht messen lassen müssen. Allein, das Messen: Lassen: Müssen: - Krank! Vollkommen krank. Und weit am Asperger vorbei. Ich möchte auch nicht in Turbomanier über meinen Roman berichten. Müssen. Nicht in drei Sätzen mein Leben offen legen. Darüber hinaus noch in einem Video. Nein. Meine Fresse! Nicht mal im Stehen. Ich möchte nicht. Und ich bitte das zu respektieren. Und höre es schon. Höre ihn entrüstet. Schnaufen. Kennt das jemand? Entrüstet schnaufen? Von wegen Respekt. Schnaufen: „Respekt, mein Junge, muss man sich verdienen!“ Na bitte. Und wie? - Nein. Ich möchte mich nicht. Messen: Lassen: Müssen! Einzig durch Widerstand. Dann wäre ich dabei. Nur – Munk – der will eben genau das nicht. Der kommt mir wieder und wieder mit dem Messen: Lasen: Müssen! Gut, ich habe ihn in letzter Zeit vernachlässigt. Die Arbeit am Tagebuch. Weißt schon. „Nix“, sagt Munk. „Nichts weiß ich!“ Immerhin schreibe ICH dein Tagebuch. Aber ohne mich, sage ich lahm; kann man überhaupt lahm sagen ohne and den Fußballspieler zu denken? - frage ich lahm. „Ohne mich wärst du nichts, Munk. Denn ICH bin der Asperger!“ Und was meinst du, wer ich bin, kontert der. „Was meinst du?“ Mal ehrlich? Ehrlich? „Ich meine, dass du Lahm bist, der Fußballspieler – und von Autisten keine Ahnung hast, Alter!“
„Siehst du“, sagt er. Und plätschert dabei munter wie die Spree im Frühling. „SehenSieAsperger“, korrigiert er sich, „dahabenwirunsdocheinenschönenTherapieansatzerarbeitet. Und nun gib mal die Trompete her!“ Und da weiß ich’s wieder, bin erneut fest davon überzeugt: ’Der Mann ist ein Vollidiot!’ Ein Mensch im weißen Kittel, der überhaupt nichts weiß. Munk. Ein Schauspieler, der einen Arzt in einem Irrenhaus spielt. Lediglich der Titel der TV- Serie fällt mir nicht ein. Doch seine Visage. Seine Visage kommt mir bekannt vor. Immerhin - ich weiß Hilfe. Denn oft gebraucht, wie neu, steckt das schwarze Tuch um den Spiegel abzudecken in der Fuge hinter dem Waschtisch. „Wenn Sie das tun, Asperger“, brüllt Munk mich mit Speichel im Blick an, „sind wir geschieden Leute!“ Und? Habe ich es nicht eben gesagt, - Speichel im Blick: Der Mann ist ein kompletter Idiot! „Außerdem haben Sie überhaupt keinen Asperger, Jimmi - Sie heißen nur so. In Wahrheit sind Sie BIPOLAR! Was? „BIPOLAR!“ Das hat was von Eisbär, denke ich. Greife zur Zahnbürste und ermorde den Spiegel mit einem Hieb. „Hören Sie auf, Jimmi“, fleht Munk, „bitte! Sie sind doch Schauspieler wie ich.“
„Und?“
„Wir könnten doch mal zusammen.“
„Hören Sie, Munk. Ich bin Schauspieler und kein Schmierenkomödiant. Ich habe schon mit Brecht. Und Weigel. Tabori. Zadek. Wer zählt die Namen, nennt die Länder. Den Galileo Galilei. Den Puck. Auch Theseus: ’Dein Vater sollte wie ein Gott für dich sein!’. Richard den III: ’Dass Hunde bellen, hink’ ich wo vorbei.’ Die ganze Palette Klassiker. Wer, Munk, sind Sie denn schon dagegen. Was? Nein. Sie kommen bei mir überhaupt nicht vor!“
’Doch mit der Zeit so peu a peu gewöhnt man sich daran.’

Tot durch Deutschland. Denn wenn jemand Scheiße schreibt, verschickt er auch Scheiße. Mit der Post. Im Netz. Über App. Seine Homepage. Schweine- Scheiße. Rinder-, Kamel-, Ziegen-, Hunde-, Katzen-, Menschen-, Roman-, Bücher- Scheiße. Egal. Aber echt. Denn das Leben ist nichts für Schisser und Spaßbremser. Nimm mich. Asperger. Ich schreibe seit Jahren. Orgel aber nicht irgendeinen Mist runter, um den dann mit einem geilen Cover- Body aufzupeppen, in der Hoffnung die notgeile Community wird sich bei dessen Anblick einen runterholen. - Wobei ich immer öfter männliche Kunst- Glieder auf weiblichen Autorenseiten mit schwülstigen Titeln sehe - und denke: Mann, auch das noch! Nein! Ja! Ach, ich weiß nicht was das soll. Und auch die Ansage der Schreibladys zu ihren Fibeln lässt mich ratlos. Liebe. Hass. Unter Schwestern. Mit Porno. An Stinkefinger. Oder nur glatt rasierter SEX- Traum unter SIX- Pack. Ich weiß, beide ziehen sich unwiderstehlich an. Bleiben aber weit unter IQ - und für Asperger wie mich somit unerreichbar. So einfach. Wie tranig. Und versaut. SM. Schwul. Nuttig. Oder was dazwischen. Egal, was kommt. Die Kreisch- Ladys samt Body- Boys ziehen lustvoll mit. Und nach. Alles was bei Simmel schon erzählt wurde, erzählt sich hier noch mal. Und wie von selbst. Doch es funzt. Für ein paar Euro. Eine Zeit. Gut, soll es. Meinetwegen. Nur bei mir nicht. Denn mit Scheiße zwischen 2 Buchdeckeln habe ich nichts am Hut. Allerdings ist mir durch all das Gleitmittel- Geschmiere das Vertrauen in die Literatur verloren gegangen. Und das ist schade. Punkt. Und kommt auch nicht wieder, - da die Eruptionen zweitklassiger Bachel- Rinnen weiter zunehmen. Fuck u. Ich halte dagegen. Schreibe Tagebuch. Obwohl das in einem Irrenhaus nicht gerne gesehen wird. Weil es nicht zu lesen ist; ich halte das Teil nämlich unter Verschluss. Wegen der Persönlichkeiten. Nicht einmal Munk, der unter dem Synonym ’Lady Black’ schwülstige Schwulenprosa raushaut kann mich zum Vorlesen meiner Texte überreden. Dafür rotzt er in der Schreibgruppe wie ein Maschinengewehr seine Wichsvorlagen in die Menge. Beginnt immer mit ’Liebe Liebende’, - dass die Wölfe am Zaun heulen. Ich habe dann nicht nur SOFORT extrem Rücken, sondern auch superfett Hals. Aber was für einen! Sage ich es, lacht er heiser und sabbelt was vom ’Kampf der Könige’. Sorry? Auch da kann ich der Schwuchtel nicht folgen. Und er merkt das. Droht mir mit Ausgangssperre. Bringt mich dadurch zum (hämischen) Lachen. Denn immerhin ist er nicht so blöd, nicht zu wissen, dass ich sein Informant über die freie Welt draußen bin und er nur Kopfkino hat. EINZIG DAS! Der blöde Köter. - Wer ist hier also der König? „Du! - edler Ritter“, stöhnt er dann geil, - „lass mich deine Stiefel lecken.“ Und? Merken Sie es auch? Der Hurensohn will mich zum Schmutz- Schreiber machen, in dem er mein Tagebuch manipuliert; ich soll schreiben, was er ’mir’ an Schwulst sagt. Doch NICHTS da! Nicht mit Asperger, Jimmi. Ich verschweige den Kretin ab nun komplett und bis in alle Ewigkeit. Basta, Munk. Ich habe mit dir fertig!

Keep Saumagen in the morning. Ja, es soll sie geben. Die, die Schnauze aufreißen, obwohl sie nichts zu sagen haben.
„Luftholer!“ Furzt Charly im dreiviertel Takt.
„Die größten Idioten heißen immer Charly.“ Pöbelt Ossi. Ehemaliger Fluchthelfer mit Bautzensyndrom.
„Deswegen bist du ja auch hier!“
„Ich habe lediglich ein- zweimal die Nerven verloren, du Penner!“
„Wenn’s weiter nichts ist.“
„Halts Maul, du Pflegefall!“

Und dann ist es soweit. Charly hat fertig, holt die Geige und spielt vom Winter. Und als er das fix und fertig hat, ist draußen immer noch hell.

„Schön war’s.“ Freut sich Ossi. „Fast wie in Bautzen an Weihnachten.“
„Nur mit Zähne.“ Furzt Charly als Luftnummer.
„Sag mal, wo liegt Bautzen eigentlich!“
„Vom Hauptausgang links.“
„Da fuhr früher die 25.“
„Stimmt!“
„Hill of freedom.“
„On my way home.“
„Meat Love?”
„Musch- muschi, aus der Oper ‘Flüstern der Ewigkeiten’.”

„Wozu Leute fähig sind.“ Schüttelt Munk den Kopf.
„Ich staune immer wieder aufs neue.“
Wie über Steppenwolf. Diesen unruhigen jungen Mann. Dessen Auf – und Abgehen beim Händewaschen. Das Aneinanderschlagen der Fersen. Heil Hitler - brüllen. Grimassen ziehen. Sackfalten. Eiernudeln. Herumfuchteln. Augen aufreißen. Zähne fletschen. Führer - wir folgen. Zur Frage, ob man den totalen Krieg will. Da bleibt kein Schwein ruhig am Tisch sitzen.

- Stimmt es eigentlich das, wenn alle gleich gut sind, die Leistung eines einzelnen entwertet wird?
- Sollte das Außenseitertum nur bestimmten vorbehalten sein?
- Ist ein Irrenhaus mit einer öffentlichen Pissbude zu vergleichen?
- Was sagen Fallada, Roth, Mozart, van Gogh, Nietzsche, Hesse, Fassbinder, Meese. Wissen die davon?

„Meese ist eine Win- Win Situation in sich!“ Erklärt Munk.
Während Charly über seine blinde Wut beim Töten spricht; dabei kann er sehen wie ein Adler. Hat vor 14 Tagen den ersten Preis beim Armbrustschießen gemacht. Bing- Bing, Superstar.
„Mitten durch den Titt!“ Jubelt er, wenn die Wirkung des Haldol nachlässt. Und ich weiß nicht, was daran schlimmer ist. Grün sein und blau reden. Oder blau sein und. Egal. Das Unheimlich bleibt. Immer. Das Unheimliche. Und Charly ist so einer. Munk sollte ihn rapid zur Transplantation freigeben. Gut. Viel wird’s nicht sein. Über die Restmasse freuen die Anstaltsschweine. Tiere aus flüssigem Fett; sie tragen Olivenblätter im Schnabel. Die Früchte der Not.

„Heute bringt mich nichts um!“ Reitet Charly die surreale Welle.
„Wäre ich du, wäre ich da nicht so sicher.“ Grient Ossi. Der Augenöffner. Dazu Kapern. Mundstücke. Pfeffer. Und Salz. 2-3 schamhaarlose Jungfrauen. Um sich Haut und Haar einreiben zu lassen. Sack und Schwanz. Während die Uhr tickt. Yes. Irgendwozu muss der Scheiß doch gut sein.
„Noch jemand zum Thema?“

2 Irre beim Frühstück, - sagt der eine: Was schreibst du?
Tage - Buch
Und
Nichts und
Was steht drin
Der Tag
Die Nacht nicht
Wenn sie ein Käuzchen wäre
Die Nacht ist ein Wolf
Lass sie ein Käuzchen sein
Ein Wolf
From This Moment On
Y’our Still The One
Du bist ein Spießer
Mit Wolfsblut
Sechs Leute umzubringen, ist nicht normal
Deswegen bin ich ja hier
Gut, ich schreibe dich rein
Bitte unter dem Datum von heute
Wieso
Es ist der Tag der Todgeweihten
Sicher
Mir wird kalt
Du solltest dir was überziehen
Kind
Sagte meine Mutter früher
Weder das noch das
Ich bin Porsche Fan
Der Traum jedes toten Radfahrers
Das T ist das Kreuz
Tanz Theater Turbo Ficken
Starte den Test jetzt
Du willst wohl überall dabei sein
Ja, - ich bin eine Selbstenthauptung
Ich finde das grauenhaft, immer diese Köpfe
Jeder hat einen
Die Verarbeitung macht das Essen
Musik wirkt auf die Psyche beruhigend
Ich rate davon ab
Weil du keine Seele hast
Das ist nur die eine Seite der Medaille
Glaub mir, ich kann auch anders
Ich weiß
Woher
Vom Blick in die Geschichte

Dosenfleisch ist auch keine Lösung. Und die Psyche ist ein harter Stoff. Man kann damit gleichermaßen Panzer oder einen Karton Eier ummanteln. Doch ich bin auch so schon ausreichend zufrieden. Es muss in meinem Leben nur etwas gehörig schief laufen. Und siehe, schon erinnere ich mich an dich. Wie du sagst, - die Wahrheit ist eine Verschwörungstheorie. Einzig die Lüge machte es einem schwer, zu sich selber zu finden. Fazit. Zeige Freunden nie deine Schwächen. Und sowieso: keinerlei Macht den Kastraten, sonst bist du bald einer von ihnen. Wenn ich also einen Traum habe, in dem du vorkommst, schalte ich sofort zu den Nachrichten um. Die dort gezeigten Toten geben mir Sicherheit und Selbstvertrauen. Damit ich, wenn ich morgens aus dem Bett springe, mich fit und gut genug erholt fühle den nächst besten Idioten ohne Skrupel von den Füßen zu holen. Du kannst dir also locker ausrechnen, wann du dran bist.

Ich wäre gerne ein Weißbär. Allein Munk macht mich zum Braunbären. Problembär. Sagt er. Weil ein Braunbär Rinderkinder frisst. Ein Weißbär Lachs. Wäre ich ein Jude, könnte ich kein Nazi sein. Wie mein Vater. Dessen Vater einst für den Kaiser in den Krieg zog. Und die Regimentsgeschichte aufschrieb; die gibt es immer noch zu kaufen. Von meinem Vater gibt es nichts zu kaufen. Nicht mal seine Gesinnung. Braucht es auch nicht, sagt Munk, die vererbt sich. Demnach bin ich ein Nazi?
Ja, sagt Munk.
Ich möchte aber lieber ein Weißbär sein.
Lachs fressen ist auch keine Lösung. Ist Munk überzeugt.
Und wenn. Was sind Sie?
Ihr Bruder, Asperger, ich halte mich da ganz an das Vorbild von Simmel.
Wir sind aber keine Menschen, Munk, wir sind Bären.
Ja, stimmt er mir zu, jeder auf seine Weise.
Stimmt. Gestern hatte auch schöne Söhne.
Sehen Sie, strahlt er, Sie haben es begriffen und stehen nun kurz davor einen Urlaubsschein zu bekommen.
Was hindert Sie daran, mir einen auszustellen?
Drei Fragen nur noch, Jimmi, - also seien Sie nicht immer so ungeduldig.
Seien:
Pers. er/sie/es ist, er/sie/es sei, —, —, —, —.
Pl. 1. Pers. wir sind, wir seien, —, —, —, —.
Pl. 2. Pers. ihr seid, ihr seiet, —, —, —, —.
Pl. 3. Pers. sie sind, sie seien ...

Grammatische Merkmale:
1. Person Plural Konjunktiv Präsens Aktiv des Verbs sein
3. Person Plural Konjunktiv Präsens Aktiv des Verbs sein
ih/rer/seits

Bedeutungen:
(gegenüber einem andern) von ihrer Seite aus [nun auch]
(gegenüber einem andern) von ihrer Seite aus [nun auch]
Im Alphabet danach
ihresgleichen
ihresteils
ihrethalben
ihretwegen
ihretwillen

Worttrennung:
Pu|ta|tiv|not|wehr

Duden - Preise inkl. gesetzl. MwSt. zzgl. Versandkosten

Jimmi Asperger - der ’Ich – #Autist’ fürs Grobe - ist fürs #crowdfunding im #kladde/buchverlag vorgesehen.
Klar, als er den Vertrag dafür unterzeichnen konnte, hat er sich wie irre gefreut. Wobei das Wort IRRE bei ihm eine ganz besondere Bedeutung hat. Und bei Munk erst, - als der Asperger nach 3 Tagen aus der Isolationszelle holte. Sauer, wie die Birnen von Ribbeck war der. Weil er sich über den Zeitverlust von 3 Tagen ärgerte, - weil der bis heute glaubt, es gehe mit dem Autisten Richtung Hollywood. Nichts da, Munk – es geht, wenn alles gut geht nach Frankfurt am Main zur Buchmesse. Und schon dafür und fürs Funding braucht man so einiges.
„Was denn noch“, rülpst Munk sektsauer, „reicht ein guter Text nicht?“ - Er nun wieder, das alt gewordene Covergirl im Sein und Nichtssein, das an den Rändern bis auf die Knochen ausgefranst ... „Ob es immer ein guter Text ist, ist die Frage. Jeder kann, der will und die Vorgaben einhält.“
„Echt - jeder?“
„Im Prinzip schon.“
„Erzählen Sie mal bitte von den Vorgaben.“ Und der Gott der Literatur sieht dazu Dom Perignon an lonesome rider. Und immer wieder Munk, wenn der nach der Tuntenbrause sauer aufstößt.

’Die Autorin/der Autor erhält einen Vertrag und das anstehende Funding wird vorbereitet. Hier wird auch die Fundingschwelle bzw. das Fundingziel gesetzt und vorab eventuelle Sponsoren und Paten angesprochen. Nun wird ein Auszug des Manuskriptes (in der Regel 10 Seiten), Bild und ggf. Ton- und Videomaterial der crowd auf verschiedenen Plattformen präsentiert. Unterstützerinnen und Unterstützer können sich nun direkt bei visionbakery.com registrieren und das Buch mitfinanzieren. Parallel bieten wir auch offline- Funding zu den selben Konditionen an, so können sich interessierte Sponsoren, Firmen und Unterstützerinnen und Unterstützer direkt an uns wenden.’

„Sie haben die Genehmigung für den TV- Dreh doch selber unterzeichnet, Doktor Munk!“
„Ach, - stimm ja. Aber Sie können mit mir den Ablauf gerne noch mal durchgehen.“
„Also bitte – wenn Sie schon mal den Hofknicks üben möchten. – Es läuft so:
1. Das Mittagsmagazin will in 2 Tagen morgens um 6 hier auf der Matte stehen.
2. Ich habe für die Produktion drei Oscargewinner vorgesehen. Als Regisseur nehme ich #Stanley Kubrik, als Kameramann #Michael Ballhaus, als Tonmeister #Andy Nelson. Als deutsche Stimme fungiert #Gunter Schoß.
3. Der Opener wird so aussehen:
Auf dem Weg zu #Bonnies Ranch kommt viel Gegend ins Bild. Schoß erklärt dahinein, wie Jimmi Asperger lebt und das Asperger sich für seine bisherige Literatur das Pseudonym #Michael Köhn zugelegt hat. Schoß gibt dazu weiterhin die Erklärung ab, wie Autisten in der Öffentlichkeit gesehen werden und das es sich bei Jimmi Asperger um den ersten schreibenden Autisten handelt, der in der Literatur hohe Wellen schlägt.
„Moment mal Jimmi, gab es nicht schon vor Ihnen Schreiber mit Autismus?“
„Hätte, würde, könnte, - was wollen Sie denn hören. Wollen Sie berühmte Autisten sammeln?“
„Es geht ums Marketing, Jimmi. - Um Ihr Marketing!“
„Lassen Sie stecken, Munk. Ich bin nicht interessiert! Aber um Ihre Frage zu beantworten: #Tim Page. Pulitzer- Winner: Living With Asperger’s.“

’Bonus: Listen to this Tim Page interview with Glenn Gould, from WNYC's "New, Old, and Unexpected," August 1982.’
Wer überall hinscheißt, hat lange noch nicht überall hingeschissen. Es wird also noch etwas dauern. Doch die alte Stoffhose antwortet nur auf Weiberansprache. Was dabei genau in deren Kopf passiert, weiß sowie keine Sau. Fazit: Macht euren Scheiß alleine. Für mich ist Feierabend. Klappe. Ende. Aus. Das war’s. Gute Nacht. 
Hier das Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=Jk_SOnkx8s8&feature=youtu.be

Meine Mutter heißt Sprache. Meinen Vater nennt man Land. Ich soll ihr Kind sein, - mir gaben sie den Namen Widerstand. Doch mir bleibt weiter nichts als zu fragen: was soll der alte Scheiß an meiner Hand? Wie soll ich damit leben. Ohne Träume. Mit meiner Wut. Im Kopf. Hinter der zugeschnürten Kehle. Kaum aus dem Koma erwacht. Nicht mal aller Anfang war entspannt. Schon diese Kribbeln im Bauch. Das Gefühl von Angst. Vor jedem. Ball, Hund, Baum, Keks den Tabletten, Spritzen. Lachen. Weinen. Schreien. Ein böser Traum kann kein Grundstein sein - wie auch die Fragen wie: Hallo, ich bin’s. Wie geht es dir heute, was fühlst du gerade. Du musst es mir nur sagen. Und ich frage, wann? Ob es dafür den richtigen Zeitpunkt gibt. Wie man das Überlegen übt. Sich einen richtigen Weg eröffnet. Eine Art Blitzdings. Wie in den Hirnen von Mäusen. Lichtimpulse. Hörlose Musik. Gefärbte Sprache. Blindes Sehen. Gedächtnis. Erinnerungen. Vergessen auf Knopfdruck. Und ich ahne schon. Wieder Elektroschocks. Faltenlose Neuronen an Zellmembranen. Hardcore. Reloaded. Schlechte. Gute. Panik. Aber auch freudige Gefühle. Küsse als Waffen. Liebe zum Leben. Pest an Cholera. Missbrauch an Stammhirn. Alles möglich, - mit den ungeahnten Möglichkeiten.

Vor dem Umbau der Klapse, als die Zellen noch winzig waren, hielt ich Tag und Nacht das Bett an die Wand geklappt um Raum zu haben auszulaufen. Und es hat sich nichts geändert, - denn auch noch heute verspüre ich das unbedingte Bedürfen nach Platz. Welt. Raum. Zeit- lich beschränkt es sich jetzt allerdings nur noch auf 23 Stunden pro Tag.

„Ihr Dasein hat eine fantastische Entwicklung genommen, Jimmi!“ Lobt Munk deswegen.
„Ihretwegen?“
„Der Therapie geschuldet, Jimmi!“
„Echt?“
„Ja! - Denken Sie doch nur an ihren ersten Ausgang, als sie Bateman am Flughafen mit Sekundenkleber aufs Klo ...“
„Das ist doch ein alter Hut, Mann!“
„Aber ein gutes Beispiel für ihre positive Entwicklung.“
„Okay. Ich habe verstanden. Was erwaren Sie also dieses Mal von mir?“
„Schön, das Sie immer so direkt sind, Jimmi.“
„Sagen Sie: authentisch, - Munk.“
„Authentisch. Stimmt!“
„Also?“
„Es geht um diesen Komiker.“
„Ich weiß schon. Hallervorden: ’Honig im Kopf’.“
„Demenz! Ja.“
„Und?“
„Sie kennen den doch aus der Haft?“
„Ja.“
„Können Sie nicht mal ...“
„Wegen der alten Geschichten?“
„Ja.“
„Wissen Sie, Doktor Munk, Hallervorden hat nicht erst seit gestern Demenz. Der war schon daran erkrankt, als er seine Biographie schrieb.“
„Weil er die Sache mit den Nutten darin nicht erwähnt hat?“
„Genau.“
„Der Mord konnte ihm ja auch nicht bewiesen werden!“
„Mir wurde auch nie was bewiesen. Trotzdem bin ich hier.“
„Wie ich schon sagte, Jimmi, Sie haben eine sehr respektable Entwicklung vorzuweisen und bald kann ich Sie ...“
„Okay, Munk. Was soll ich also mit dem Komiker machen?“
„Bringen Sie ihn her!“
„Wenn Sie mir den Grund dafür sagen.“
„Leute mit einer Geschichte wie der, deren Prominenz trotz dem Verdacht einer so - so schweren Tat ... kurz, der Mann könnte der Anstalt sehr nützlich sein!“
„Sind Sie pleite?“
„Wir haben da bestimmte Verbindlichkeiten.“
„Wieso wir?“
„Sie hängen doch voll mit drin, Jimmi. Haben Sie das vergessen?“
„Palim - Palim.“ 

1.
- allein beim glauben liegen zwischen den deutschen und den (türkischen -) muslimen welten -
zudem ist der mensch nicht weit weg vom schimpansen
warum sollte er anders handeln als ein schimpanse
wer mir nun erzählen will dass der mensch sozialisiert ist
hat die schimpansen vergessen
nach untersuchungen von verhaltensforscher gibt es bei schimpansen kulturelle unterschiede: ein und dasselbe problem löst jede gruppe auf ihre eigene art

wenn man nun meint der mensch hat einen freien willen
sollte man auch mir zugestehen mich in meinem freien willen zu äußern
wäre also morgen wahl und alle würden wählen gehen dann wählte auch ich wie jeder fünfte deutsche negativ hinsichtlich der übervölkerung durch fremde
sollten die politiker diesen weckruf nicht verstanden haben
ist ihnen anzuraten auf die schimpansen denk- kultur zurückgreifen damit sie die körperliche abwahl ihrer selbst nicht erfahren müssen

2.
- integration dürfe nicht mit schweinefleisch essen und alkohol trinken verwechselt werden -

Für Bienen ist es schon lange – oder: Reden wir lieber über Sexualität: Asperger. - Seit der Diagnose ist Ordnung da. Meine Ordnung. Ach. Wie habe ich dich vermisst. In Reihe die Cremes im Bad. Das Rasierwasser nach Duft. Die Gewürze in der Küche nach Farbe. Ordnung. Meine Ordnung. Was habe ich vermisst? Die Cremes im Bad nach Duft. Das Rasierwasser nach Farbe. Die Gewürze in der Küche. Ordnung. Meine. Es gibt zu tun. Im Bad. In der Küche. An mir. Wenn ich dusche. Weint der Spiegel. Im Sommer weniger. Im Winter. Mehr. Und wenn ich ihn tröste, weint er. Mit einem seltsamen Quietschen. Wenn ich ihm mit einem Lappen die Tränen wegwische. Damit er nicht -, wechsele ich die Farbe des Lappen. Nach Ordnung. Doch. Manche schlafen um diese Zeit noch. Ich lasse sie. Die. Denn ich habe gelernt. Ordnung ist nämlich nur das halbe Leben. Ich tue so. Wenn man mich fragt. Doch innen. In mir. Herrscht volle Ordnung. Nach Farbe. Geruch. Geschmack. Hängt meine Ordnung neben dem Herzen. Steht. Und schmerzt. Wäre es nur die Hälfte. Die Hälfte Munk. Die Hälfte Asperger. Meine Beziehungen. Zu Frauen. Und es waren nicht wenige. Bis jetzt. Ich habe sie sortiert. Neben die Cremes. Rasierwasser. Gewürze. Neben meinem Herzen. Zu der Erinnerung. Ordnung. An sie. Mit Fotos. Hinter meinen Augen. Was sie sagten. Taten. Wie sie ihre Ordnung verwalteten. Ihre Cremes. Duftwässer. Gewürze. Ihre Tränen. Wenn ich sie verließ. Verlassen habe. Seit der Diagnose. Asperger. Ist der Himmel höher. Geworden. Steht die Ordnung ordentlicher. Bin ich sicher. In Sicherheit. Rollt der Tag wie ein Ball. Liegt nach Farbe sortiert im Gras. Lass es blau sein. Gelb. Rot. Und die Bäume Früchte tragen. Damit die Tiere im Winter was zu fressen haben. Und der Spiegel nicht so jämmerlich weint. Asperger. Ich. Hundert Jahre schon.

Atom. Vom Lichtkegel der Zeit. Und von Munk beauftragt soll ich unsere hauseigene Drohne zum Drohnen- Abfangjäger ausbilden. Zudem einen Abwehrschirm über die Anstalt ziehen, damit unser Nuklearreaktor bei einem Flugzeugabsturz oder Raketenangriff unbeschadet bleibt. Munk hat Angst vor den Russen und schwört deswegen auf Atom. Dazu hat er schon vor Zeiten den von den Amis abgeluchsten Oppenheimer- Nachfahren- Junior im Flügel Ost im Keller eine neue Heimat geschaffen. Hochmodern, das Labor, seit dem Wiederaufbau nach der nahezu unentdeckt gebliebenen Kernschmelze anno 2001; die Kühlung mit Grundwasser hatte damals versagt. Das Zeug war einfach versiegt. Sabotage. Vermutete Munk. ’Das waren eindeutig die Russen um Schröder.’ Der gerade vom Deutschen Kanzler, nicht Kaiser, wie ich einst dachte, zum Chef Germany bei Gasprom aufgestiegen war.

„Es war aber auch heißer Sommer in 2001!“ Stöhnt Munk heute noch. Seitdem wird in sämtlichen den Haushalten in Wittenau bei über 30 Grad Plus das Wasser abgestellt. Einige Senioren und Kleinkinder gehen seitdem jeden Sommer dabei drauf. Munk steuert dem energisch gegen. Und hat erreicht, dass die Presse darüber nicht berichten darf. Und es wird. Positiv. Wie der ansteigende Besuch zahlreicher ausländischer Investoren in Wittenau zeigt. Araber. Zu 99%. Und in wenigen Tagen geht die Munk AG sogar an die Börse. Und ich mit. Ich weiß nur noch nicht wie.

„Pressearbeit!“ Befiehlt Munk. „Sie schulden mir noch was, Asperger. Von wegen Reinheit der Kulturen!“
„Somit endet auch hier die demokratische Selbstbestimmung im Nationalismus.“
„Tun Sie mal nicht so porös, Jimmi. Hitler ist längst tot!“
„Was Sie nicht sagen.“
Wenn das Licht leise ist, leide ich auch unter Munk nicht so wie nachts. Seine – in Klammern - Freundlichkeiten kommen dann nicht mehr so verlogen rüber. Und immer wieder aufs neue wird mir klar, das Reich des Bösen lebt. Munk spürbar wie nie zuvor. Nur ich fühle mich hier nicht mehr richtig zuhause. Ich fühle mich als einsamster Mensch der Welt. Alle andern scheint Munks Machtzuwachs nicht zu sonderlich interessieren.
„Sie profitieren doch auch davon, Jimmi!“
„Ich wüsste nicht wie, Doktor Munk!“

Der Tod ist am billigsten in Cottbus zu haben, lese ich.
Und denke, die das sagen kennen das verseuchte Grundwasser in Wittenau nicht. Von wegen gesunde Haare. Glatte Haut. Alles atomar verstrahlt. Und somit steht fest: Ich muss hier weg. Raus. Und zwar dringend! Doch wer nimmt schon? Mit Angst sehe ich die von der Presse aufgestachelten Bürger irgendeinen Kaffs gegen mich demonstrieren. Mit Polizei vor der Tür. Wenn Hunde bellen. Tenor: Hängt die Sau. Killt das Schwein. Asperger raus. Wir wollen keine Autisten. Und nachts Steine durch Fensterscheiben fliegen. Kot im Briefkasten. Bedrohungen am Telefon. Ich keinen Schritt vor die Tür gehen kann. Und das alles nur weil Putin wegen der Ukraine Gasprom abstellt. Und Munk in Wittenau (wissentlich) das Wasser verstrahlt um sich mit Atomstrom Millionen reinfiedelt. Erschreckend. Oder?
Aufgabe: ersetze Gasprom durch Gazprom.
Schröder bleibt unverändert Kaiser der Agenda.

Wer hat mich verraten? Arno, die Sau! - „Munk! - Ich weiß es jetzt: SIE haben mich unter dem Synonym Arno beim Buchverlag angeschwärzt!“
„Ich?“
„Ja. SIE! - Sie haben wiedereinmal und gegen ihr Wissen behauptet, ich sei ’RECHTSRADIKAL’!“
„Sind Sie doch auch.“
„Weil ich mich in Satiremanier gegenüber der Asylpolitik der Regierung äußere?“
„Das ist mir doch egal.“
„Als Arno -, Munk, propagieren Sie in ihrem schwulen Blättchen den Spruch ’Alle Menschen sind Brüder’; - und was bleibt?“
„Sind doch auch alle. - Brüder!“
„Weil die alle ein Arschloch haben?“
„Sie sind doch auch nur ein Abendschöner, Asperger.“
„Bei ihrer Logik fehlen mir die Worte, Munk.“
„Mal ehrlich Jimmi“, greift er mir vertraulich an die Hüfte, schmiegt sich an meinen Hintern „das mit dem Funding wäre nie gut gegangen.“
„Warum?“
„Weil Sie ein ehrlicher Mensch sind - und ihre Freunde nie um eine Spende angehen würden, damit irgendein dubioser Verlag ihr Tagebuch druckt.“
„Literatur muss sich wieder lohnen.“
„Sie hatten doch schon Widerwillen dieses sauteure Animationsvideo zu drehen.“
„Habe ich doch für lau mit der Handykamera erledigt.“
„Sie vergessen ihre Mitbewerber. Die tun 1000de dafür raus; arbeiten mit Profis. Und schreiben, was der Leser lesen will. Und Sie kommen mit so einem lieblos zusammengestoppelten Video.“
„Bitte?“
„Nichts gegen ihr Thema. Ihre Schreibe. Die ist genial. Die wollte der Verlag ja auch ohne Funding. Als Prestigeobjekt. Von wegen Literatur. Aber mal unter Brüdern: wer von den ’Normalen’ will schon was über Autisten in der Klapse lesen. Sie etwa?“
„Scheiße. Munk. Fakt bleibt, Sie haben mich anonym beim
Verlag angeschissen – und diese Trottel haben ihnen die Verleumdung meiner Person geglaubt.“
„Haben Sie etwas anderes erwartet?“
„Von denen schon. Von einem Arno wie Ihnen aber nicht, Munk. Doch das wissen Sie ja.“
„Sehen Sie, Jimmi. Ich habe Sie vor einer Riesengroßendummheit bewahrt.“
„Wenn Sie meinen.“
„Ich bin sicher. Eines Tages kommt ein richtiger Verlag - und Sie werden mir dankbar sein. Und nun mal zum Trost: in den nächsten Tagen ist ihr Urlaubsantrag durch.“
„Danke Munk. Für alles.“
„Dafür nicht, Sie geiler Abendschöner.“

Mann -, es reicht einfach nicht mehr Romane zu schreiben. Man muss heutzutage Willens und in der Lage sein sich zu prostituieren wie eine billige Hure, denn nur dann entspricht man heutiger Vorstellung von moderner Manufaktur in Satz und Wort und Moral.

Munk ist seit dem nicht wieder richtig bei mir. Ihn quält sein schlechtes Gewissen. Er wandert deshalb die Grabreihen am Friedhof Ost ab und überlegt, von wem er welche Organe zu transplantieren vergessen hat.
Mayer - Leber?
Schulze - Augen?
Kohl - Niere?
Müller - Milz?
Von Arno den Darm? - Als ob er das alles nachholen könnte. Leber. Augen. Niere. Milz. Arnos Darm. Flugs rechnet er den Verlust zusammen. Und wie lange die schon hier liegen; in welchem Zustand die sich befinden und ob noch was zu machen sei mit Mayers Leber. Schulzes Augen. Kohls Nieren. Müllers Milz. Von Arno, - dem Darm? Oder ob es eine andere Möglichkeit geben würde die Anstalt vor dem Bankrott zu retten.

Wenn ich krepiere werde ich’s rechtzeitig sagen
All den zuckerleckern mit ihren kruzifixen
Die mir den tag verstopfen
Die lasse ich meilen in mir abtropfen wie alten fisch
Dazu brauche ich keine suizidstrategie in der von seelischen verwundungen die rede ist
Denn die gewalt warst du
Mein vater
Der du in der hilflosigkeit der zeit gefangen
- Meinetwegen -

Wo wohnt der IronMan wirklich?
Wenn ich krepier werde ich’s dir sagen
All den zuckerleckern mit ihren kruzifixen
Die mir den tag verstopfen
Die lass ich meilen in mir abtropfen wie alten fisch
Dazu brauche ich keine suizidstrategie
In der von seelischen verwundungen die rede ist
Denn die gewalt warst du
Mein vater
Der du in der hilflosigkeit der zeit gefangen
Meinetwegen

In Reihe fest. Egal wohin. Möglichst weit. Denn nun hat auch Munk die letzte Lücke geschlossen. Seine Gruppen gehen jetzt von Aalräucherei bis Zylinderstift. Mit diesem Logo fährt seit gestern auch der Anstaltsbus durch die Stadt. Und um seine individuellen Ideen noch besser durchzusetzen, hat er ein neues Funding gestartet.
„Mangels Masse, Asperger!“ Lacht er. Und erinnert mich dabei an meinen Vater. Mein Gott, - was habe ich diesen Mann gehasst. Bis in die Legion, - mit dem Wunsch in einem fernen Land zu sterben. Da war ich 16. Doch das hatten wir ja schon.

„Mit dem Ertrag vom Funding, finanzieren wir die Reise nach Rio“, begeistert Munk seine Anhänger. Auch mich. Denn Rio ist bei mir lange her. Und ich beginne von der Copa zu träumen. Wäre da nicht meine negative Erfahrung mit dem Funding.

„Sie haben mir das Ding doch versaut, Munk!“
„Was meinen Sie, Jimmi?“
„Na Sie haben mich doch der Anstaltsleitung gemeldet, weil ich mich über die Ausländerpräsenz in der Anstalt beschwert habe.“
„Lieber Asperger, Sie haben neulich Ihre Kompetenz weit überschritten. Deswegen!“
„Ich habe im Interesse aller in der Anstalt dagegen protestiert, den Asylanten Haus 1 zur Verfügung zu stellen, immerhin das 5 Sterne Vorzeigehaus hier, während die Obdachlosen im völlig heruntergekommen Haus 6 am Friedhof vegetieren müssen. Das ist doch alles gewollt!“
„Lieber Herr Asperger, wir sind eine Stiftung öffentlichen Rechts – und haben unsere Richtlinien einzuhalten. Verstehen Sie das nicht?“
„Doktor Munk – erstens bin ich nicht Ihr lieber Herr Asperger. Zweitens haben Sie mich selber in die Fundingnummer reingequatscht.“
„Das sehen sie vollkommen falsch, Asperger. Das Fundig wertet unabhängig der persönlichen Meinung einer Person. Es zählt nur die tatsächliche Leistung.“
„Ach. - Und diese Leistung hat mein Tagebuch nicht erbracht?“
„Doch schon. Wir hätten Sie gerne damit ... Leider haben Sie aber mit Ihren unglücklichen Äußerungen Öl in die Asylantenszene gegossen. Zudem hatten sie kein kompetentes Personal, um ein professionelles Video einzureichen.“
„Es fehlt mir als Schreiber also ein Kamerateam, dass ich aus meiner Portokasse bezahle *hust um dann über das Funding Geld zu erbetteln um mein Tagebuch in Gold gedruckt auf der nächsten Bitschmesse zu präsentieren?“
„Sie hätten ja auch mit einer Handykamera ...“
„Für wie bescheuert halten Sie mich eigentlich, Doktor Munk. Ihnen und ihrer Mischpoche haben meine Kommentare zu den Asylanten gestunken. Zudem meinen Sie, ich sei Jude. Weil ich ihnen bisher keinen Arierausweis vorgelegt habe.“
„Aber Jimmi, was denken Sie?!“
„Doktor Munk – ich kenne das Spiel. Es wird nicht erst seit heute gespielt.“
„Sie wollen doch nicht etwa auf den Führer anspielen?“
„Sind Sie denn keiner?“

Ihr Pass ist gefälscht! Und somit kassieren sie diverse Leistungen vom Amt unberechtigt.
Es fehlt nicht mehr viel und die neue Ernte wird gepflückt. Ich weiß auch schon wo. Wir müssen uns aber wegen der neuen Sanktionen gegen Russland tierisch beeilen. Dabei sind die Luftschläge gegen Syrien nicht zu vergessen.
Früher ist man kostenlos nach Sibirien gekommen. Umsonst. In die USA mit 15 Cent für 4 Sterne. Damit ist Bangladesch gemeint. Stimmt. Das große Ganze ist eben wichtiger als das eigene Leben. Du brichst mir das Herz. Bleib ruhig. Es ist doch nur ein Crashtest. Ein schwarzer Block. Wie der Wurm in der Bahn. Körper und Geist. Höhen und Tiefen. Große, kleine Vögel. Die ihn picken. Sanft. Wie Mutter mir übers Haar strich. Du erinnerst dich noch? Sicher. Erst war der Geist. Dann der Körper. Woher hast du das? Es steht geschrieben, nach dem Essen lass die Hunde los ... Und rein ins Vergnügen.

Nein. Ich lese nicht mehr viel. Die Tage sind zu kurz. Auch liegt es am Tavor. Ich nehme es jetzt schon 20 Jahre. Weiß aber nicht warum. Doch, du weißt. Weil du selber ... Stimmt ja. Ich bin erzählender Asperger. Mit später Diagnose. Ich schreibe. Romane. Aus Notwehr. Wie den hier. Achtung Werbung: - das eBook 'Ich - Autist' (ein in time aktualisiertes Tagebuch) mit jetzt 625 Seiten kurze Zeit nur für 89 Cent. Achtung! Der Trend geht nach oben.
Du musst auch mal loslassen können.
Wie soll das gehen?

Ich bin erzählender Asperger. Mit später Diagnose. Ich schreibe. Romane. Wie den hier: - das eBook ( ein in time aktualisiertes Tagebuch) 'Ich - Autist' mit jetzt 625 Seiten für kurze Zeit nur 89 Cent. Achtung! Der Trend geht nach oben.
- Lieber Webmaster: Sollte die Einstellung hier so nicht gehen und als unerwünschte Werbung gesehen werden bitte canceln! - Danke.

9/11 ./. 2014 - good morning. - Der Zug stoppt mit einem Ruck. Ein unzumutbares Inferno, das Quietschen der Bremsen. Die Schreie der Menschen. Als sich die Zugtüren rumpelnd öffnen - und eine panische Masse Leben wie auf der Flucht vor wütenden Hornissen an mir vorbei drängt. Ein Ellenbogen erwischt mich an der Nase. Die zu bluten anfängt. Ich schlage sofort zurück. Doch wohin? Tamponiere mir das betreffende Nasenloch mit einem Fetzen Taschentuch. Man ist schließlich ein gesitteter Mensch. Auch im Chaos.

Als ich schließlich aus dem Zug auf den Bahnsteig trete, brennen die hinteren Wagen bereits lichterloh. Flammen schlagen wie rote Fahnen aus den zersprungenen Fenstern. Ich ziehe mein Handy aus der Tasche und feuere, während ich ein paar Schritte gehe, aus der Hüfte unzählige Bilder in den Tumult rundum. Shit. Die Hitze wird stärker. Der graue Qualm verdichtet sich. Der vielleicht Staub der Explosion war.

Hunderte verrußte Kreaturen laufen schreiend in Gegenrichtung auf die U-Bahnausgänge zu. Typen wie an Halloween. Blutend. Mit zerfetzten Klamotten. Rauchenden Haaren. Humpelnd. Oder auf allen vieren.
Schwarzer Rauch quillt aus dem Tunnel Ost. Vernebelt den Bahnsteig, breitet sich Richtung West aus.
Einige Leute gaffen stumm. Andere fotografieren, drehen sich um und entfernen sich, - traben mit der zerfetzten Masse, als würde sie das alles nichts angehen.

Aus den Waggons vom Ende des Zuges ergießen sich mehr und mehr schreiende Menschen. Springen umher. Wassertropfen, aus einer defekten Kanne gleich. Würden die nicht in Flammen stehen. Sie fallen übereinander, rappeln sich auf, laufen immer schneller, rennen, krauchen, je nach/dem - getrieben von einzelnen Explosionen in den Waggons auf die Ausgänge des Bahnhofs zu. Dabei brennen sie Fackeln gleich. Sind chancenlos. Stürzen übereinander. Und bleiben liegen. Stinkende Kadaver. Als ein einziger Haufen von verbranntem Fleisch. Diese.

Ich bewege mich durch die panisch wogende Menge zum Kiosk. ’Alis Imbiss’ - in der Bahnsteigmitte. Betrete den Laden und nehme mir eine Flasche Red Label aus dem Regal. Vom Verkäufer keine Spur. „Ali!“ Rufe ich deshalb, - ich kenne den Mann seit Jahren. “Ali! - Zahlen!” Denn ich zahle über die Jahre hinweg pünktlich und mit genau diesem Ruf meine Zeche. Doch nichts. Keine Spur von Ali.

Nach dem ersten Schluck Label muss ich wie von Sinnen husten. Spucke Blut. Und schwarze Kruste auf den Boden. “Ali! - Zahlen!” Doch nichts.

Ich trete vor den Laden, klappe mein iPhone aus und sehe mir all die Bilder von eben an. Registriere die life an mir vorbeirennenden Menschen. Sehe die gleichzeitig auf meiner Speicherkarte - im Querformat. Warum, weiß ich nicht.

Ein junger Polizist, die Dienstmütze in der Hand spricht mich an.
„Stehen Sie hier schon lange?“
„Ich kam mit dem Zug.“
„Fahren Sie jeden Morgen damit?“
„Nicht regelmäßig.“
„Aber wenn - dann im ersten Wagon?“
„Ja.“
„Kennen Sie die Fahrer der Linie?“
„Nicht alle.“
„Und den von heute?“
„Ich weiß nicht.“
„Dann sehen Sie sich ihn bitte mal an.“
„Okay.“
„Und?“ Fragt er, als wir den Führerstand erreichen.
„Ali!“ Sage ich. „Der betreibt den Imbiss hier!“
„Und wie kommt er dazu den Zug zu fahren?“
„Was weiß ich.“
„Dann wissen Sie auch nicht, dass er Gotteskrieger ist?“ Deutet der Polizist auf eine Art Allah Medallion aus Silber.
„Nein, woher. Ich habe mit ihm ab und an im Imbiss getrudelt. Mal Fußball im TV gesehen, sonst nichts.“
„Der Mann heißt richtig übrigens Ramzi Binalshibh und flog eins der Flugzeuge am Neunten- Elften.“
„Und wie er kann dann hier sein und U-Bahn fahren?“
„Wenn wir das wüssten.“
„Ja, - nicht.“
„So, nun müssen Sie aber Ihren Platz räumen. Sie sehen ja, die Feuerwehr. - Ihre Personalien habe ich ja schon.“
Genau so erging es mir am 20. 03 1995 in Tokio
Genau so erging es mir am 09. 11. 2001 in NY.
Genau so erging es mir am 11. 03. 2004 in Madrid.
Genau so lief es in Russland. Indien. Australien. Kanada. All over the World.
Und genau so berichtet das Fernsehen, die Presse. Bin ich. Der die Bilder des Tages zwischen die von Tokio, NY, Madrid und nun Berlin Alexanderplatz sortiert - und auf den erlösenden Telefonanruf wartet.

„Asperger?“
„Ja.“
„Prima Arbeit!“
„Danke.“
„Die Gutmenschen werden zu knabbern haben - und wir sind unserem Ziel wieder einen Schritt näher.“
„Stimmt!“ Freue ich mich still.
„Asperger?“
„Ja?“
„Nichts Munk sagen, - Sie wissen schon!“
„Nein. Von mir erfährt der kein Wort.“ Obwohl ich mir sicher bin, seine Stimme erkannt zu haben.
„Gut, dann verbrennen Sie jetzt das Gespräch. Ihre nächsten Anweisungen erhalten Sie in Kürze.“
„Ich freue mich, Doktor Munk!“ - Worauf der den Kontakt mit einem Fluch abbricht. Und wenn ich richtig gehört habe, hat er SCHEIßE gesagt. Und kein Wort mehr als das. Genau wie der Polizist auf dem Bahnhof. Diese Verschwörerbande.

Brief an alle meine Mütter: Mutter. Ich glaube - ich bin in der Psychiatrie. Denn wie nebenbei hat eine Explosion meinen Kopf erschüttert. Und wie ich mich erinnere, ist die von der Wahrheit verursacht worden. Dem Kollaps der Zukunft, die mit dem Mut der Verzweiflung in einer Nebenrolle poussiert. Dazu beißt mir das heiße Herzen in den kühlen Verstand. Alles im Wissen gebündelt, Widerstand leisten zu müssen. Glaube mir -, das rummst schon ganz schön. Ja. Ich glaube echt ich bin in der Psychiatrie. Wo soll es auch sonst passieren, das man in einem freien Land über böse Zungen und üble Handlungen seine Meinung nicht sagen darf?

Dazu: Guten Tag - ich bin Schriftsteller mit einigen Veröffentlichungen und habe (hatte) mit dem XXXX Verlag einen Vertrag über ein Funding für meinen Roman 'Ich - Autist' mit der evtl. Vorstellung des Romans auf der Buchmesse in FFM im Oktober. Unter meinem eigenen Namen poste ich nicht nur meine teilweise zeitkritischen Romanauszüge usw. usf., sondern beziehe auf Facebook auch zu verschiedenen Tagesereignissen Stellung. Irgend jemand hat nun an den XXXX Verlag meine Stellungnahmen, sie finden die unten in der Mail weitergeben, worauf mir Herr XXXX nahe legte den Vertrag ’einvernehmlich’ aufzuheben. Ich habe ohne zu zögern eingewilligt, da mir mein Name und die Ehrlichkeit damit zu publizieren wichtig und Programm sind. Oder anders herum: Wenn ich unter Synonym bei facebook posten würde, dann hätte ich.
Im Anhang sende ich Ihnen das Protokoll der von mir künstlerisch aufbereiteten Mails des XXXX Verlags an mich, unter Bezug auf meine satirischen Facebook- postings zu wahren Tagesgeschehen in aller Welt.

... mich erreichten einige Rückmeldungen bezüglich Deiner Aktivitäten im Social Media. Du stehst sehr überzeugt für Deine Meinung ein: das ist großartig und wichtig. Teilweise entsteht jedoch so ein recht radikales Bild. Damit wir als Dein potenzieller Verlag auf etwaige Anfragen aus der Presse oder der Leserschaft reagieren können, würden wir gerne Deine Meinung zu einigen Themen genauer kennen. Wir halten unser Konzept grundsätzlich für basisdemokratisch und so gehen wir auch mit einander und mit anderen um. Wir respektieren damit in jedem Fall Deine Meinung, sofern sie keine Grenzen überschreitet. Wenn wir über Deine Haltungen zu bestimmten Themen bescheid wissen, kann man diese von Vornherein PR-Technisch nutzen. Kannst Du Dir vorstellen welche Äußerungen ich meine? Hast Du Zeit noch einmal dazu Stellung zu nehmen?
Liebe Grüße
... teilweise wirkt es hetzend, radikal, islamophob, menschenfeindlich und diskriminierend - um es auf den Punkt zu bringen. Eventuell ist das auch gar nicht beabsichtigt, deshalb frage ich dich.
Liebe Grüße
... nein, nicht in Deinem Text. Es geht dabei um Postings bei Facebook.
Liebe Grüße
... ich habe Dir noch mal ein paar Bilder angehängt, damit Du weißt, worauf ich mich beziehe.
Liebe Grüße
... wir haben uns heute morgen getroffen und über das Thema diskutiert. Wir können allesamt keine Satire in den Postings entdecken - und wenn es tatsächliche Deine Form der Satire ist, dann behandelst Du sehr markant ausgewählte Gruppen. Der Tipp kam ja auch nicht aus unseren Reihen, sondern von außerhalb. Es wurde sich gewundert, weshalb wir einen Autor verlegen wollen, der solche Ansichten verbreitet.
Grundsätzlich respektieren wir - wie schon gesagt - andere Meinungen und auch Meinungen, die man kontrovers diskutieren kann. Wenn jedoch Grenzen überschritten werden, schadet es nicht nur unserem noch jungen Image, sondern öffnet auch Tür und Tor für weitere Fälle, aus welcher Richtung sie auch kommen mögen. Es geht dabei nicht um Deine Absichten, sondern tatsächlich darum, wie sie nach außen wirken und aufgefasst werden. Wir distanzieren uns deutlich davon und können diese Ansichten auch nicht stützen. Ich bewundere in jedem Fall Deine Ehrlichkeit und auch, dass Du jederzeit zu dem stehst, was Du schreibst. Wenn es Dir recht ist, würden wir also gemeinsam mit Dir einvernehmlich vom Vertrag zurücktreten, auch wenn Dein Text selbst außerordentlich viel Anklang bei mir und im Team gefunden hat und es wirklich sehr schade ist.
Schreib mir doch, was Du darüber denkst.
Liebe Grüße
Ich weiß es jetzt - ich befinde mich in der Psychiatrie! Und mein Kopf hat eine Explosion überstanden. Wie ich mich auch noch erinnere, ist die von der Wahrheit verursacht worden. Der Freude auf die Zukunft; die mit dem Mut der Verzweiflung in einer Nebenrolle poussiert und Freiheit heißt. Deswegen beißt mir mein heißes Herz in den kühlen Verstand. Alles im Wissen um Glück gebündelt, Widerstand geleistet zu haben. Nicht gebeugt worden zu sein. Nicht korrumpiert. Klar. Da rummst die Zufriedenheit schon ganz schön. Ja. Ich weiß -, ich bin in der Psychiatrie. Und da gehöre ich auch hin. Denn wo sollte es auch sonst geschehen, das man in einem freien Land über böse Zungen und üble Handlungen seine Meinung (nicht) sagen darf?

“Mustafa Kemal Atatürk: „Der Islam gehört auf den Müllhaufen der Geschichte!“ „Seit mehr als 500 Jahren haben die Regeln und Theorien eines alten Araberscheichs (Mohammed) und die abstrusen Auslegungen von Generationen von schmutzigen und unwissenden Moslems in der Türkei sämtliche Zivil- und Strafgesetze festgelegt. Sie haben die Form der Verfassung, die geringsten Handlungen und Gesten eines Bürgers festgesetzt, seine Nahrung, die Stunden für Wachen und Schlafen, Sitten und Gewohnheiten und selbst die intimsten Gedanken. Der Islam, diese absurde Gotteslehre eines unmoralischen Beduinen, ist ein verwesender Kadaver, der unser Leben vergiftet. Die Bevölkerung der türkischen Republik, die Anspruch darauf erhebt, zivilisiert zu sein, muss ihre Zivilisation beweisen, durch ihre Ideen, ihre Mentalität, durch ihr Familienleben und ihre Lebensweise.“
Quelle: Mustafa Kemal Pâscha “Atatürk” (Jacques Benoist-Méchin, “Mustafa Kemal. La mort d’un Empire”, 1954)“

15. sept. 2014 michaelkoehn