'am ende der fahnenstange'
(Roman)
Zuvor:
Zart besaitete Gemüter sollten den Text NICHT lesen denn
1. sind Teile der Rechtschreibung dem ’psychisch gestörten’ Protagonisten geschuldet.
2. geht es um einen Amok laufenden ’deutschen’ Schüler, dessen Tat im Migrantenumfeld (Berlin-Neukölln) begründet liegt.
3. wurde mir bereits schon angedroht mich wegen Volksverhetzung vor Gericht zu stellen. (Der Autor gehört wegen Volksverhetzung vor Gericht --> Opinio vom 12.10.2009)
Zu meiner Person:
Ich bin kein Rechtsradikaler, noch stehe ich rechtsradikaler Gesinnung nahe. Ich schreibe über Nischen/Themen wie z. B. hier ’am ende der fahnenstange’.
In ’Sonne an Halbmond’ z. B. schildere ich zwei Liebende im Schatten der Kulturen.
In ’Horrors Einsamkeit’ persifliere ich die Dekadenz heutiger Zeit in Bezug auf Ellis ’American Psycho’.
In zwei anderen Romanarbeiten geht es um die Verflechtungen von Konzern/en und Sekte/n.
Michael Köhn
2011
Romanbeschreibung:
Zappa wird vom älteren Mitschüler Yussuf missbraucht, seit er elf Jahre alt ist.
Die Eltern von Zappa erhalten dafür Schweigegeld von Machmut, dem Vater von Yussuf, dem unangreifbaren Paten von Berlin-Neukölln, - damit sein Sohn nicht als homosexuell bekannt wird und die Ehre der Familie beschmutzt. Doch der Missbrauch geht weiter - und von allen verlassen weiß Zappa sich nicht weiter zu helfen, bombt die Schule in die Luft. Yussuf und zig andere Schüler sterben. Zappa wird per Gerichtsbeschluss in die Psychiatrie eingewiesen. Neun Jahre später erhält er unter dem Vorwand Ausgang, seine durch Suizid verstorbenen Eltern auf dem Friedhof zu besuchen; in Wahrheit will er Rache für den Tod seiner Eltern - und sucht deshalb nach Machmut.
'am ende der fahnenstange'
Romananfang
Autor: Michael Köhn
Tagebuch Amok Eintrag 1. - wo liegt das kaff Winnenden
Ob ich stimmen höre - fragt man mich.
Warum stimmen - ich bin auch so vorbereitet.
Obwohl - manche gehen mir mächtig auf den sack.
Und es ist nicht die tonhöhe - sondern was sie sagen und wie.
Ich bin ein warnsignal - sagt zum beispiel eine.
So - so.
Die gesellschaft - sagt die nächste.
Ich dein umstand.
Meiner?
Suizid - ich - drängelt eine sich vor. Und die hat ein paar titten - direkt zum schwach werden.
Hallo du ich komme aus der columbine high school in littleton.
Ey, voll krass - amok persönlich.
Ja du bist gut unterrichtet.
Ey ich habe das buch über dich gelesen - sage ich dem.
Und - bin ich ein gutes beispiel?
Klar!
Hier - ich bin deine waffe sagt die beretta - ich lag bei deinem vater unter dem kopfkissen.
Du hast wohl mit dem alten gevögelt was - frage ich als ich sie in der hand halte.
Früher mal jetzt nicht mehr - sagt die - ich gehöre ab nun zu dir.
Ein gutes gefühl - sage ich - wenn man sich auf jemanden verlassen kann.
Auf mich kannst du - sagt beretta - nimm nur genügend munition mit.
Für die zig pauker was - sage ich - doch woher weißt du das.
...ich habe dich nachts weinen gehört.
Ey das ist voll peinlich - sage ich - wärst du ein typ würde ich dich in diesem augenblick shooten.
Ich weiß - sagt beretta - doch ohne mich bist du nichts.
Ich habe noch das m16 - vergiss das nicht.
Viel zu unhandlich - du willst doch so dicht wie möglich an die ran.
Stimmt - sage ich - ihre augen sehen wenn die brechen.
Na siehst du - ich doch auch.
Mich kannst du aber gegen die bullen brauchen - meldet sich das m16.
Du meinst wenn die schweine gegen die penne vorrücken?
Genau - ich treffe auf jede entfernung wenn ich will - zwischen die augen.
Du hast recht.
Nimm mich bitte auch mit - sagen die halbhohen schnürschuhe.
Ok - sage ich - und die tarnhose am besten auch was?
Aber klar - sagt die jacke - nimm den kompletten anzug - du wirst unsere menge an taschen brauchen. Und mich - meldet sich das nachtsichtgerät - mein infrarot wenn’s dunkel wird - also schraub mich schon mal drauf.
Du solltest auch an mich denken - gibt der rucksack laut - ich bin vielseitig verwendbar.
Aber nimm dir vor allem zeit - meldet sich die zeit - alles will geplant sein.
Ich bin ein meister im planen - beruhige ich.
*
Nach neun Jahren Klapse laufe ich mal wieder durch den Kiez.
Früher wohnte ich hier. Berlin-Neukölln. Doch Heimatgefühl is nich, dazu ist zu viel passiert..., und ich bin auch nur da, um ein paar Kleinigkeiten zu erledigen - wie zum Beispiel Machmut, - doch das später, denn vor allem will ich Mutter und Vater auf dem Friedhof besuchen. ...
Blumen?
Blumen habe ich nicht. Nur meine Erinnerungen. Außerdem, was sollen Tote mit Blumen?
Tagebuch Amok Eintrag 2. - wie alles begann
Morgen wird vom gericht über ihren weiteren aufenthalt entschieden.
... ich möchte aber hier bleiben.
Ihre großeltern haben aber einen antrag gestellt.
... ich möchte aber hier bleiben.
Weswegen - lieben sie ihre großeltern nicht?
Nicht so wie mich.
Können sie das erklären.
Nein.
Und wie ist das verhältnis zu ihrem vater.
Ich habe keins.
Und zu ihrer mutter.
Ich habe keine.
Und wie war es als ihre mutter noch lebte?
Sie lebte nie - vater hat es nicht zugelassen.
Können sie mir darüber mehr sagen.
Es gibt nichts darüber zu sagen.
Nicht mal über ihre mutter.
Doch - an ihrem grab steht eine eiche.
Welche bedeutung hat dieser baum für sie.
Keine - vater hat den gepflanzt - fragen sie den.
Ihr vater hat sie auch zum schützenverein mitgenommen.
Hat er.
Und?
Es roch dort schlecht.
Und das schießen.
War ok.
Haben sie gerne geschossen.
Nur am pc.
Killerspiele?
Auf moorhühner.
Nie auf andere ...
Auf die nur im traum.
Können sie sich an einen traum erinnern.
Wenn ich will.
Und wann haben sie zuletzt was in dieser richtung geträumt.
Eben.
Eben?
Eben.
Aber wir sitzen doch real hier.
Was ist real?
*
Auch klar, ich hätte mit der U-Bahn direkt bis vor den Gottesacker fahren können. Wollte ich aber nicht. Wollte zu Fuß. Frei lebende Kanakster sehen. Fuhr deswegen bis Hermannplatz, dann raus. Ab da die Motherfucker runter bis Ecke Leinestraße. Und dann, Mann, auf der Meile, - da kommt Luft in die Lunge, dass einem der Sack bläht wie im Hurrikan. Dazu Knoblauchgestank. Zwiebelodem. Döner pur. Darauf die knalligen Fürze von den zu Dutzenden vor den baufälligen Häusern
hockenden Migranten, - wie man die Nation Soziempfänger politisch korrekt nennt. Und Schmeißfliegen ...
‘He, alles im Lack, Alter?'
Einige von denen lassen die Dominosteine fallen, als ich frage, lüpfen ihre Hintern und drücken sich so mächtig einen ab, dass ihnen vor Anstrengung die Glubschen aus dem Kopf zu platzen scheinen. Purer Basedow. Diese Sackratten! Andererseits: Sie mögen mich - denke ich, und wollen es mir auf ihre primitive Art zeigen ... Und ob du es glaubst oder nicht, alle paar Meter immer noch die dämliche Anmache: ‘He, Alta -, Ascheloche, alte Scheiße, du, gib Handy -, du, - gib Kohle -, gib die Jacke, Alta -, bück dich, du, damit ich dich ficken kann, du scheiß Tunte. Und das alles in Kanaksprak, als wenn über vierzig Jahre Multi Kulti kalte Kacke sind.
Tagebuch Amok Eintrag 3. - zielübungen
Input basic.
Führt zu einer irren hitze im schädel.
Ich renne deshalb im Winkel auf 90° in die parameter.
Gleich der gestank von verschmorter haut in der luft.
Regele also die konsole auf 70 runter.
Sample die ränder ins bickfeld.
Zoome die statusanzeige.
Lasse den high player sauertstoff raunzen.
Schiebe die vorhandenen hundert lebenspunkte voll rein.
Blende alle umwelteinflüsse aus.
Nagele den hangover auf drive
Zocke die medial-kits ab.
Gebe ein call of duty.
Regeneriere den upper - tille den cut-browser - kille blacky über shooter.
Schiebe den in die rechte und baller die lebenden blechbüchsen ab.
Das fünfte mal heute schon - ey.
Und immer voll interaktiv aufs fadenkreuz das blut.
Du blödian - nimm die waffe höher - höre ich vater schimpfen - du gammelst einen
nach dem anderen ins holz!
Scheiß schützenverein - ich möchte frei sein - denke ich - frei...
Feuer weiter einen nach dem anderen in die gedärme dieser idiotischen
schießstand hütte.
My life before.
Der ausstoß reißt mir fast den arm weg.
Output kreativ meldet das system.
Hör sofort damit auf - wütet vater.
Sofort!
Over and out rattert basic.
*
Ey, - wie ich das alles hasse ... immer wieder ... Und um die Loser zu kuschen, zeige ich denen meine Kanone - aus Anstaltsseife gemacht. Handarbeit, das Teil. Echt! Was, glaubst du nicht? Ey, was meinst du, was man aus Seife, Zahnpasta und Schuhcreme alles so machen kann, wenn man Zeit hat ...
Also zeige ich den Rotzern den Ballerer und empfehle: verpiss dich, Ziegenfick, und quatsch mir keine Klinke an die Titte, sonst blase ich dir die Birne weg und du schimmelst schneller als du denken kannst neben deinen Artgenossen.
’Echt, ich sag’s dir, es liegt nicht nur an der Kanone, - es ist der Geruch von Verwesung und Tod an mir. Dieser obergeile Klapsengestank!' Und es ist tatsächlich so, dass diese Kretins es riechen können. Ehrlich -, das hängt denen in den Genen, so wie die Eselsmist und Kamelscheiße nie aus den Haaren bekommen, - da können die waschen wen wann und wie die wollen... Und echt, gerade die hier in Neukölln sind in der Evolution noch gar nicht angekommen - und das mit oder ohne
Wesenstest vom Tierschutzverein - von wegen Integration, ozialisierung, - assimilierter Dünnpfiff ist das alles hier. Glaub mir, ich weiß wovon ich rede.
Und dann - voll die Scheiße -, denn auf dem St. Thomas Friedhof habe ich eine Stunde oder so zu tun um überhaupt das Grab meiner Eltern zu finden. Zwei- dreimal falle ich auf die Fresse, stolpere über umgeworfene Grabkreuze und abgestürzte Engel die in den letzten Zügen liegen, fasse, beim umhereiern im Schrott, in frische Graffitis irdischer Spraykünstler. Muss durch die Säure in dieser Farbpisse unendlich husten - und versaue mir prompt die Hose mit Farbe, die rasend schnell von der
kotzigen Farblake zerfressen wird, wie ich sehen kann. Schließlich trete ich noch voll in einen Haufen Kacke. Es reicht schon wieder!
Mit Glück find ich dann in einem Zelt aus Aldiplaste und Zweigen einen
Friedhofsarbeiter, der ne Tüte raucht und offensichtlich menschliche Knochen sortiert, - der so was wie deutsch spricht. Dieser Typ, ein Affe - etwa in meinem Alter, so eins sechzig groß, mit einem ansehnlichen Morbus Scheuermann, einer mächtigen Nase im Gesicht, drunter ein buschiger Bart, spielt, als ich ihn anspreche, doppelte Buchführung durch die Hosentasche -, ich höre förmlich seine Betoneier klickern, obwohl bis Osten noch weit hin ist. Doch immerhin kann er mich mit Gesten und seinem simplen Gestammel auf den rechten Weg bringen. Und das kann nicht jeder von sich sagen.
... ich denke also freundlich über ihn -, denke: - Alter, da hast du aber Glück gehabt - damals - bist davon gekommen. Und ich hoffe, du lobst dafür fünf sechs Mal am Tag Allah und reißt deinen verwarzten Arsch in den Himmel, wie es sich gehört, dafür nämlich, dass du überhaupt so alt werden durftest, wie du jetzt aussiehst ...
Und wirklich, gutmütig wie ich bin, lasse ich ihn mit dem Zorrozett auf der Stirn überleben - obwohl die Situation günstig wie selten und ich schließlich deshalb nach Neukölln..., und mein Messer mich auch belatschern will weiter zu machen und ihm zumindest die Klöten.
’Ach, glaub mir - was mich echt stört, auch bei dem hier, dass all diese Idioten auf meine Handschuhe gaffen, statt in meine Fresse, wenn es schon sein muss. Sind Handschuhe an warmen Tagen was besonderes?'
Tagebuch Amok Eintrag 4. - time later
Wir haben beweise in ihrem notebook gefunden.
Echt?
Sie spielen doome.
Ist ein ego shooter.
Und wenn sie verlieren denken sie dann an suizid?
Nicht immer.
Erklären sie es uns.
Nein.
Warum nicht?
Ich habe meine elementarstimme verloren.
Du da - höre ich die synapsen rasen - sag ihnen nur nichts über deinen plan -
über die art deiner bewaffnung - und kein wort über uns deine stimmen - die von gott gesandten.
Ok.
Und nichts über mich - sagt das butterfly-messer - schärft mir der schlagring ein - nichts über mich - befiehlt mir die angst vor bestrafung durch all diese dinge.
Sag ja nichts über deine welt - brodelt tief in mir das leben - sonst werde ich mich dir auf der stelle entziehen.
Mach es bitte bitte nicht - sage ich - mir ist schon beim gedanken an die folgen ganz übel.
Wo?
Im magen.
Geduld - das gibt sich wieder.
Wie denn.
Lüge ihnen einfach was vor - zum beispiel dass du die schule liebts deine lehrer achtest deine mitschüler magst jedes gebot befolgst – die menschenrechte - und sonntags absolut gerne in die kirche gehst.
Und was noch?
Erzähle ihnen von der brutalisierung der gesellschaft - und was du in der schule darüber gelernt hast - um ein guter mensch zu werden.
Und dass du unter allen umständen gut sein willst - das hören sie so gerne. Lüge ihnen immer und bei jeder gelegenheit was vor - und wenn es mal kritisch wird gib ihnen dein ehrenwort - das brauchen die - es ist ihre politik ihre art von leben liebe und ehrlichkeit.
Das soll ich ...
Ja - tu das!
Und sage nie dass deine lehrer dich prügeln priester dich bedrängen deine familie dich verachtet - denn die werden dir nicht glauben das deine schlechten schulnoten darin ihren ursprung haben.
Wirklich?
Und das du nachdem du beim rauchen auf dem klo erwischt wurdest einem von ihnen zu willen sei musstest - das sag unter keinen umständen.
Nichts von rektal?
Nein - sag es nie.
Niemandem?
Nein - und auch nichts von deinem sonstigen beschissenen status - dem in der gruppe auf dem schulhof oder von gewalterfahrung durch deine mitschüler. Vom abziehen deiner markenklamotten dem handy und das du jerry immer abschreiben lassen musst weil der dich sonst ...
Was sonst.
Stell dich nicht blöd - dass weißt du doch selber.
Ich?
Ja du.
Oder warum hast du neulich am bahnhof von dem jugo die handgranate gekauft?
Ja - habe ich - aber doch nur um mich zu schützen.
Und hilft’s?
Ja - es macht stark - und fette träume.
Na siehst du!
*
Als ob die rotzigen Blicke der Motherfucker nicht genug sind, grinsen manche von denen auch noch über meine Sprache, - so wie der Typ auf dem U-Bahnhof in Tegel, als ich ihn höflich und nur mal so zum Test frage, wie ich mit der Bahn nach Neukölln kommen kann.
‘Du nix deutsch, Alta?', lästert der Nigger, und steckt sich eine an, obwohl hier Rauchen verboten ist.
‘Pass auf, du Plumssack, dass ich dir nicht deine lange Nille abschneide!' Doch dann lasse ich das, weil ich den Zug kommen höre -, vergrößere ihm stattdessen in bester Pulpfictionmanier mit zwei raschen Schnitten meines Butterfly beide Nasenlöcher.
‘Steht dir besser als zuvor, das Teil', sage ich, als er sich die blutende Gurke hält und vor Schmerzen schreit, ‘und besser Luft bekommst du jetzt auch.' Doch der hört nicht, kreischt wie irre, weint, rotzt Blut... Ey, Mann -, das ist ja echt ein Tier!
‘Du, hör mal - Fotze, lass das Jaulen -, dein schleimiger Schwanz ist ja noch dran...', berate ich die Memme durch die offene Wagontür, - bis zum Glück für ihn mein Zug abfährt, denn sonst wäre ich noch mal raus um ihm mein persönliches Zorrozett über die Stirn zu zwiebeln.
Klar, Alter, - und er wäre ja längst nicht der einzige Kanake, der somit verschönt im Großraum Berlin damit rumeiert; frag mal den Friedhofsluden und seine tausend beschissenen Brüder.
Tagebuch Amok Eintrag 5. - führers geburtstag
Ihr denkt echt ich habe es geplant.
Ja!
Nein - überhaupt nicht.
Ihr habt...
Es begann mit diesem zeug zwischen meiner mutter und meinem vater.
Das die sich beim sex mit der kamera filmten.
Dazu fünf filme mit dem schleimer von onkel mit drauf.
Mutter oben vater unten onkel von hinten.
Vater von hinten mutter oben ...
Wird mir ganz schlecht bei.
Und - son scheiß kann man noch so gut verstecken.
Ich finde. Schließlich habe ich nächtelang gehört was lief.
Oder denkt ihr ich bin taub blöd impotent.
Nachher eure entschuldigungen und geldgeschenke.
Nee - sorry und goodbye ey.
Aber wenn ihr nur einmal die richtigen antworten auf meine fragen gehabt hättet...
Das wär’s gewesen.
Und warum nun ausgerechnet ich schuld sein soll - weil mutter sich umgebracht hat.
Echt - ihr hätte diese scheiß filme eben nicht rum liegen lassen sollen.
Dann wären die auch nicht ins world- web gekommen.
Wie bomben - sagst du - vater - haben die eingeschlagen.
Klar – bei mir auch.
Aber ich habe nichts geplant - wie ihr.
Und dieser scheiß typ von onkel ist mir auch egal.
Wären es nicht die bremsen an seiner karre gewesen.
Es wäre mir was anderes eingefallen.
Eventuell hätte ich ein flugzeug abstürzen lassen.
Direkt über der innenstadt – aufs haus wo der wohnt.
Fakt ist – er hat den löffel an einer pappel abgegeben.
Und ich habe mir von der geklauten kohle ein paar klamotten gekauft.
Finde ich mehr als gerecht.
Auf den langen schwarzen mantel bin ich besonders stolz.
Kann man gut ne schrotflinte drunter verstecken
Bin zum friedhof mit dem teil – mutter ein paar blumen bringen.
Ich - natural born killer – habe ich mutter gesagt.
Du warst das mit dem onkel - tat sie überrascht.
Da hatte ich gerade in paar tauben aus der tanne gegenüber geschossen.
Hat dir vater nichts davon gesagt?
Kein wort!
Nichts von meiner liste?
Nein! – ich kenne keine liste.
Ok – ok, ist auch besser so ...
Nun sag schon!
Nein - ich übe jetzt noch ein bisschen für übermorgen.
Was ist denn nun schon wieder übermorgen - junge?
20ter april - hitlers geburtstag.
*
‘Man lästert nicht über das Unglück und das Aussehen anderer', höre ich Mutter, ‘eventuell haben diese Leute durch dich Schwester oder Bruder verloren.'
‘Und wenn ich seine Eltern gleich mit abgeschwitzt hätte, Mutter, Tote können nicht sprechen', sag ich - und weiß schon in dem Moment, dass es unlogisch ist.
‘...ja, warum bist du denn überhaupt hier?', schreien mich darauf auch gleich die sechsundfünfzig Pisser aus ihren Kisten heraus an.
‘Warum wohl, ihr Vollidioten', brüll ich zurück, ‘genau deshalb, weil ich euch unter die Erde gebracht habe... und das ist gut so, sag ich, wie einst der ehemaligen Bürgermeister, dieses schwule Arschloch, der schließlich an allem Mitschuld hat.'
Tagebuch Amok Eintrag 6. - für Laja
Laja geht ne klasse vor mir.
Mein blonder sonnenschein - nennt der geschichtslehrer sie ...
Hab ich gehört.
Das war sie für mich bis zu dem tag als ich sie auf dem klo fand auch.
Weinend saß sie da - blutend an armen und beinen.
Warum tust du das.
Nur so - ihre antwort.
Während ich das dritte tempo verbrauchte.
Lass doch.
Nein – und gib mir mal die klinge.
Was willst du damit?
Ins klo...
Nicht dass du dich schneidest.
Ich nicht - und du?
Ich weiß nicht.
Was weißt du nicht?
Es ist wegen dem geschichtslehrer.
Was macht der.
Fotos von mir.
Und was sonst.
... mit paul zusammen.
Das ist doch der große junge aus der 12ten.
Ja.
Warum der?
Er ist da.
Und die bilder.
Stehen in face– book.
Und ... da ist alles zu sehen?
Unsere köpfe nicht.
Sonst?
Alles.
Hast du noch ne klinge?
Lass uns lieber ne kippe wegdrücken.
Unterarme?
Ja – ne voll fette idee.
Und heute abend holen wir uns den pauker.
Geht nicht – der ist mein alter ...
Ey - ich glaub - ich spinne!
*
Aber hallo - kannst du dich noch erinnern, was die Fotze anlässlich der Wiedereröffnung der Schule nach der Asbestsanierung sagte?
’Diese Schule war in der Weimarer Zeit vermutlich das bedeutendste Zentrum sozialdemokratischer Schulreform. Hier sollte das Kind als eigenständige Persönlichkeit im Mittelpunkt der Erziehung stehen...’
Wochen später hörte sich das dann so an.
’Die Polizei- Einsätze hier in der Schule können keine Dauerlösung sein. Es besteht Diskussionsbedarf.’
...echt, ich muss heute noch abkotzen.
‘Ach, Junge', höre ich Mutter, ‘hast du denn seit 2006 nichts gelernt?'
‘Was? Wo denn? Da, wo ich bin?'
(...)
‘ ...weißt du, was die mit einem in der Psychiatrie machen? Die hauen dich mit Drogen voll, bis dir der Sack platzt. Und nicht nur das, - die Birne quatschen sie dir dermaßen voll, dass du nicht mehr weißt, wer du bist. Und das ist deren Scheißtrick: Ohr abkauen bis zum geht nicht mehr... Und auch deshalb stehe ich jetzt so angefickt hier, echt, Alte, - mein Leben hat sich so was von ausgeschissen!'
‘Sei doch nicht gleich wieder so aufgebracht -, an uns denkst du wohl gar nicht, Junge, was? Uns hast du damals nämlich gleich mit umgebracht...'
‘Erzähl nicht son Quatsch', sag ich, - ‘du hast dich fast so gut wie freiwillig vor die U-Bahn geworfen, und Papa hat sich mit Lust und Laune tot gesoffen. Und das alles wegen dieser verlausten Kanakenbrut... Glaub mir, hätten die Penner von
Psychoheinis mich nicht weggesperrt, wäre das nie passiert!'
Tagebuch Amok Eintrag 7. - opa im krieg
Weil krieg immer ist.
Sagt großvater.
Der liegt in einem vollgepissten bett in einem vollgepissten zimmer
Jedenfalls riecht es so.
Genau wie dieses städtische altenheim aussieht.
Kotz ...
Und so sieht er auch aus.
Immer wenn ich ihn besuche.
Einmal die woche – was?
Nee – nur alle 14 tage.
Liegt er in seiner eigenen scheiße.
Sagt er.
Weil die hier keine zeit haben die scheiße wegzumachen - sagt er.
Ihn andererseits - die hier - auch nicht aufs klo bringen - oder zumindest den schieber ...
Tobt er – und wenn er tobt wackelt sein körper wie im fieber.
Wie bei seinem bettnachbarn erich - und so laut das die gebisse im wasserglas klappern. Und ihre lippen flusig werden.
Dahinter kommen dann grün gelb blasen raus - und es riecht nach phosphor.
Bring mir die luger mit junge – befiehlt er.
Das alte ding?
Ja.
Was willst du denn damit?
... die idioten hier alle machen.
Nächstes mal – opa – sag ich dann immer.
Doch ich bringe die auch nächstes mal nicht mit.
Denn ich weiß ja jetzt schon dass er keinen trifft – egal wohin er zielt.
Das muss ich dann schon selber machen – wie damals auf dem schützenfest als er den bären haben wollte. Der jetzt auf seinem kopfkissen liegt und dem ein ohr fehlt - und der ganz grau um die schnauze ist.
Grau wie opa überall ist.
So ist es wenn man stirbt – junge.
Warte noch ein bisschen damit opa - tröste ich - es wird alles wieder gut.
Nichts wird im krieg gut - brüllt er - siehst du doch am bären!
Niemand kümmert sich um ein abgeschossenes ohr – keiner kümmert sich um irgendetwas hier – und das war schon so als es noch einen kaiser gab – mit nem bart mit nem langen bart singt er.
Kaum gebrüllt und gesungen kommen zwei pfleger und stellen ihn ruhig indem sie ihm eine spritze in den po verpassen - wie sie sagen.
Wobei opa ganz laut einen fahren lässt und schweinische sachen wie arschlöcher und so weiter sagt.
Dann fesseln sie seine arme ans bett – obwohl der furz eindeutig hinten raus kam.
Wissen wir - sagen die - junge - als ich deswegen nachfrage.
Und ich muss gehen - weil opa schlafen soll.
Sagen die.
Doch wer kann schon den krieg verschlafen.
Ich nicht.
Also werde ich wiederkommen - wenn es soweit ist - und für meinen opa kämpfen - und die pfleger fragen was sie mit opa gemacht haben.
Denn vor einem monat ist er gestorben - und eine alte frau sagte an seinem grab es sei eine schande wie sie opa im heim behandelt hätten...
Doch nicht mehr lange - opa - dann wird - wie im krieg - wieder richtig gestorben.
Das verspreche ich.
Dann rummst sand auf die holzkiste - und ich werfe opa den bären nach.
Den wollte sowieso keiner haben.
Muss am fehlenden ohr liegen.
*
‘Sie', sagte der Anstaltspsycho zu mir, obwohl ich erst vierzehn war. Sie -, sie haben einen IQ von 125, sagte der, sie hätten wissen müssen was sie taten, und was darauf folgt.
‘So?'
Andererseits sagte der vor Gericht, dass ich eine Art von Autist bin, Asperger Syndrom - und nur in meinem Jetzt lebe, - und mit Mutter.
‘Kennst du den Tassentalk', fragte ich den.
‘Nein, wer oder was ist das?'
‘Du kannst mich immer zwei mal mehr am Arsch lecken ..., wörtlich.'
‘Finden Sie das witzig?'
‘Nein -, aber es trifft.'
... ich sag’s ja, alles komplette Idioten hier ...
‘Ey, sag mal, Mutter, weißt du eigentlich wie oft wir beide dieses Gespräch schon
geführt haben? Nein? OK, dann klär ich dich auf, denn deswegen bin ich ja hier, - es ist nämlich heute ein runder Tag, ein Geburtstag, so- zu- sagen... Und glaube es oder nicht: 2999 mal haben wir !genau! dieses! Gespräch! geführt!'
’Gut, du hast recht, nicht so innig, schließlich trennten uns 31,5 Kilometer -, ja, ich habe es mit dem Zollstock auf dem Stadtplan nachgemessen. Und ich habe mindestens jede 2. Nacht die Entfernung zwischen uns nachgemessen; ich hatte nämlich nichts anderes zu tun. Und wenn du denkst, die Entfernung ist mit den Jahren größer geworden, Irrtum, nein -, nichts da, die blieb gleich, - jede 2. Nacht,
...ist 31,5 Kilometer, seit dem du mich verlassen hast ... So, und heute nun ist es unser 3000 Gespräch über Schuld und Sühne - und so weiter!’
‘Woher ich die Zahl 3000 weiß? Nichts einfacher als das. Ich habe jedes Mal nach unserem Gespräch einen Punkt auf meine Tapete gemalt, - einen kleinen kreisförmigen Punkt mit Buntstiften. Ja, Buntstifte waren das Einzige was ich haben durfte; ich war vierzehn, du erinnerst dich? 14! Und hatte !14 verfickte, bunte BUNTSTIFTE! Und nichts weiter! Und mit jedem Punkt, den ich auf die Tapete malte, wurde das Gebäude kompletter. In allen Details. Du kannst dir denken welches.
Tagebuch Amok Eintrag 8. - ein scharfes schwert
Frau brunner ist die richtige - sagte vater.
Weltgewand offen nett und heiter - sie wird dir helfen dass du versetzt wirst.
Es liegt nicht nur an den schularbeiten und so weiter – war frau brunner sicher.
Du musst deine konflikte lösen wollen.
Also gab sie mir gefühle statt nachhilfe – nannte ihre methode pädagogischen eros.
Und ich genoss.
War mir über das was später massaker genannt wurde zu dieser zeit überhaupt nicht klar.
Denn frau brunner hatte nur ansätze in mir geschaffen – eine ahnung von individueller freiheit – straßen gebaut.
Vor allem wenn wir zusammen gras rauchten.
Eine leidenschaft die sie sich aus ihrer internatszeit bewahrt hatte – als sie noch ein mann war.
... ob ich mal nachsehen wolle.
Hat das denn nicht wehgetan – wollte ich wissen – als wir uns küssten.
Schon – sagte sie – aber im falschen körper zu sein hat mir wesentlich mehr weh getan.
Und sonst so?
Ich kann alles machen was ich will – sagte sie – nur lehrerin in einer schule kann ich nicht sein.
Aber du siehst doch aus wie eine richtige frau.
Willst du mal probieren ob alles an seinem platz ist?
So hat mir das lebensmittel zuneigung geholfen ein für ... akzeptables zeugnis zu erwirtschaften - und meinen traum ...
Enden lassen.
Als in der zeitung über frau brunner stand.
Ein foto zu sehen war wie sie auf dem dach eines hauses stand.
Immerhin zwölf stockwerke – sagte mein vater.
Ich weiß vater – oft waren es aber auch wesentlich mehr.
*
Einer meiner Therapeuten war der Meinung, ich wäre ein Künstler. Nur, der Idiot weiß bis heute nichts von unseren Gesprächen - und dass die Buntstiftskizze die Schule zeigt -, in der die sechsundfünfzig arabischen Säuger starben. Türken auch. Klar ...
Dieser Typ wusste auch nichts davon, dass ich, als ich elf war, von Yussuf auf dem Schulklo über Wochen in den Arsch gefickt wurde -, wusste der nicht ... , so wie ihr es nicht wissen wolltet. War ja auch klar: Yussuf als Machmuts Sohn. Und Machmut als Boss und Pate von Neukölln! Da hat man mächtig Schiss in der Hose, was?'
’Mach uns keinen Ärger, Junge', hast du deswegen zu mir gesagt, als ich weinend nach hause kam, 'wir nehmen das Geld von Machmut, und machen uns einen schönen Urlaub in der Türkei.'
’IN DIE TÜRKEI?! - Ins Land der Eselficker fahren - mit fünftausend Mäusen Schweigegeld?! Nein! NIE!'
Gut, Yussuf hat letztlich mit seinem Leben gelöhnt. Aber das bringt ihn mir auch nicht hoch. So, und jetzt bin ich hier, wo er seit langem ist, - und werde mit einem hohen Strahl auf sein Grab pissen.
... ja, von oben herab pisse ich alle tief in die Hölle -, weißt du.
Aber klar, mach ich das -, denn darauf habe ich mich Jahre gefreut. Zuerst pisse ich über ihn, dann über Aische -; ja, über die auch, - hat sich schon lange ausgeliebt, - dann über Petrak, den verblödeten Russen, den Handlanger fürs Grobe, den Kinderschlitzer, dann über die Bande der Kurden, Araber, Libanesen, Neger - auf die drei vier Gelben, all die anderen Wichser. Ich weiß, es lässt sich mit Pisse nichts endgültig tilgen. Nicht mit Blut und Leben. Mit Rache im Herzen. Ich weiß es seit heute morgen.
‘Woher?'
’Ach Mutter, ich weiß es eben ... Ich wusste es schon, als ich damals von der Tanke den Sprit schleppte.'
Tagebuch Amok Eintrag 9. - ich kill die bagage
Meine akne pickel wären wie krater auf dem mond.
Lachte mich manuela aus.
Die stand in der pause mit ihren fett blöden schwestern immer nahe der turnhalle wo sie eine nach der anderen rauchend giggelnd den blonden andy aus der 12ten anhimmelten.
Doch den brauchte ich nicht mehr einzutragen – der stand schon länger auf meiner liste!
Genau wie manuela und sippe.
Diese ganze bagage von dauer-demütigungen im gut-aussehen wollen.
Ihr kotzig freches gut-riechen - und mit teuren marken-klamotten posieren.
Mit handys aus gold rum-fuchteln - an platin notebooks und bunten iphons schrauben - und all dem anderen zeug das keiner in echt braucht.
Alles dinge die ich nicht ...
Weil ich die nicht haben wollte – redete ich mir vergeblich ein.
Denn ich sehnte mich (eigentlich) um meiner selbstwillen gemocht zu werden - geliebt.
Damals lebte mutter noch.
Doch auch die sagte - so wird das nichts junge.
Wasch dich unten herum - geh zum frisör - schneid dir die finger-nägel - und rasieren könntest du dich auch mal – obwohl ja da wegen deiner eiter-pickel noch nicht viel zu sehen ist.
Und nicht mal als bei mir dieses ominöse magen-bluten festgestellt wurde nahm sie mich in den arm - so wie ich es gerne gehabt hätte.
Danach habe ich den akt mit dem ratten-gift gelassen – auch weil mir die haare davon ausgingen.
Schrieb dafür gedicht auf gedicht an monika - einer faden blonden - von der klaus sagte die hätte noch nie einen weggesteckt und würde deshalb prima zu mir passen.
Gut - sagte ich - klaus - der fall ist notiert.
Fragte der - sag mal was schreibst du da eigentlich wirklich in dein heft?
Zum beispiel jetzt deinen namen - und ansonsten den von den anderen wichsern hier - damit ich niemanden vergesse.
Wieso vergessen?
Weil ich den laden hier mal abfackeln werde!
Ey - du bist ja ein richtiger witzbold heute - lachte der sich scheckig.
Bin ich das?
Ja - und halt mal n moment still - fummelte der mit seinem kotz-handy vor meiner fresse rum - ich werd n bescheuertes foto von dir machen und ins face-netz stellen.
Du bist ja gut drauf - sagte ich – das wird echt früchte tragen wenn du mein bild ins netz stellst und am nächsten tag tot bis - du.
Ey - du bist ja komplett verrückt - quakte der - du blödes loser-schwein - und glotzte in so ner art hundeblick.
Wart nur ab - legte ich nach - wenn es soweit ist wirst du vor angst auf knien vor mir liegen und um gnade winseln.
Du spinner hälst dich wohl für was ganz besonderes - was?
Nicht immer - sagte ich - aber für dich und die anderen bettnässer hier reicht es locker.
*
Wie viel Kanister ich noch brauchen würde, schnappte der Tankwart nach Luft, er müsse den Plastikscheiß sonst nachbestellen.
Es muss reichen..., sagte ich dem.
Wofür?
Für einen Grillabend mit meinen ausländischen Freunden, strahlte ich in an, wie ich noch weiß, und weil er es vor Gericht aussagte - und es in den Akten steht, - die ich schon hunderttausend mal gelesen habe.
Mach keinen Scheiß, Junge, das kann ins Auge gehen, sagte der Tanki.
Ich pass schon auf, sagte ich, - da hatte ich 12 Kanister.
Tagebuch Amok Eintrag 10. - what u see is what u get
So so – sagte ich – du bist also migrant - kartoffelkanone?
Ich bin in deutschland geboren – grinst er.
Ach ja.
Mein vater ist aber vietnamese.
So sieht er auch aus.
Stimmt!
Zu der zeit standen wir beide nebeneinander auf einem podest - um als beste
jugendliche schützen geehrt zu werden.
Ich erster - er zweiter.
Im liegenden und knienden Anschlag ist die Zuhilfenahme eines Gewehrriemens
gestattet - im knienden Anschlag darf außerdem eine Kniendrolle unter den
Spann des Fußes gelegt werden.
Glückwunsch – sagte er – und ich dachte schon er wolle mich küssen - so nahe waren
wir uns.
KK.
Sagte ich
Und was bedeutet kk?
Gustav kunze.
Ja?
...ey - ich glaube ich hab dich schon mal gesehen.
Ich dich auch - sagte er - als du dich auf dem schulhof mit dem glatzköpfigen jungen geprügelt hast.
Kevin - sagte ich - das nazi-mega-arschloch.
Aber sonst bist du doch eigentlich nett.
Nicht immer – sagte ich – und im sagen fiel mir diese unglaubliche leere in mir auf – eine art schwarzes loch - in das ich alles an wut zorn und enttäuschung reingeschüttet hatte - das nun aber fast voll war - das aber in der sekunde hier mit ihm einen abfluss fand - und meine bösen gedanken und taten sanft verstrudeln half.
Ich heiße kim – sagte er – und sah mir direkt in die augen als wolle er mich trösten – oder so.
Und für augenblicke war meine innere auster geknackt.
Die demütigen - verachtungen - meine arroganz und distanz - die durch die hoffnung mit kim ganz normal tv zu gucken cola trinken süßigkeiten naschen und gemeinsam zu lachen gewichen sind.
Ich müsste nicht länger am pc krieg führen üben - töten leichen zerteilen – hätte das problem los das etwas passieren würde was ich nicht wolle.
Ja - mit ihm als freund hätte ich mir die täglichen hinrichtungen sparen können.
Wollen wir freunde sein – fragte er - als würde er was ahnen.
Bf?
Beste freunde?
Ja!
Cu – sagte er beim weggehen/und als er sich umdrehte sah ich ihn breit grinsen.
Du bist ein schlitzohr – rief ich ihm hinterher.
Schlitzauge – brüllte er zurück.
Ich musste lachen – seit wochen mal wieder.
*
Im Heizungsraum der Schule brummelte gemütlich ein Ölbrenner. Ein ganz neues Teil, an einem herrlicher Ort. Ich fühlte mich da immer wohl. Und es konnte mich keiner überraschen, - hatte ich mir doch einen Schlüssel besorgt.
... echt, der Hausmeister war ein Idiot. Für mein geheucheltes Interesse an moderner Technik und einer Flasche Korn hatte der mir den Brennerraum gezeigt, - und danach seinen Schlüsselbund vermisst.
Ich lasse mir heimlich neue machen, sagte der, als die Pulle alle war, und wir die Suche nach den Schlüsseln ergebnislos einstellten.
Der Brenner läuft sowieso wie von alleine, da gucke ich nur alle 4 Wochen nach dem Rechten.
Ja, die Computer gesteuerte Technik ist ein Wunderwerk, sagte ich.
War ja auch teuer genug - und alles für dieses Kanakenpack, war er entrüstet, - du bist ja fast der einzige Deutsche hier.
‘Wir sind drei, sagte ich.
Drei von 286.
Is eben ne kleine Schule, sagte ich - und es wird sich alles richten, sagte ich.
Dein Wort in Gottes Ohr, war er zuversichtlich; - so wie du auch, Mutter, du sagtest das auch immer: Gottes Ohr. Doch der ist taub. Blind. Tot.
Ich meine eher, wir sollten auf seinen Hintern hören, denn eines Tages wird er uns zuscheißen, so wie damals in Thailand mit dem Tsunami ..., oder wie ich es tat, als sein verlängerter Arm gegen die Moslembande, - die immer noch gegen unsere Kirchentüren pisst, unsere Frauen Schlampen nennt - und Gott mit Terror tötet.
‘Versündige dich nicht', tut Mutter bestürzt.
‘Keine Angst, Mutter, ich bete täglich drei Ave Maria, - bin frei von Sünde!'
‘Gut so, Junge!'
‘OK, und jetzt gehen wir Machmut suchen, der hat nämlich seine siebenjährige Haftstrafe wegen Drogenhandel schon nach fünf Jahren wegen guter Führung gefinisht und macht munter weiter. Ich glaub, am leichtesten finden wir die Ratte auf dem Soziamt, denn da besorgt ihm seine Großfamilie das Spritgeld für seinen Kanaksterjeep - und der Arsch kommt immer noch persönlich, um seine versiffte
Truppe abzukassieren; also los, Mutter, mach, - pack deine Lumpen zusammen!'
„Zum Abschied noch eins, Zappa, Sie müssen heute - bis spätestens einundzwanzig Uhr - wieder hier an der Pforte stehen, sonst ist es mit dem nächsten Tagesausgang Essig“,
hör ich den Therapeuten saften, „ ...und wir fangen wieder von Null an.
Haben Sie mich verstanden?“
„Aber klaro doch, lieber Doktor“, antworte ich, „der liebe Zappa hat doch in den neun Jahren seine Lektion gelernt, dass können Sie glauben!“
... ey, Mann, geil, Alter, gleich ist’s so weit, nach neun Jahren Klapse werd ich mal wieder durch den Kiez laufen, - die Kanaken müssen sich echt warm anziehen ...
‚Und nun du, Mutter ...’
’Nein, ich bleibe hier!’
’Ey, ob du mitkommst oder nicht, Alte ... du bist dabei. Schließlich ziehe ich auch für dich in die Schlacht. In einen Krieg, den ich letztlich von euch geerbt habe, denn ihr habt die Brut damals ins Land geholt die uns jetzt bestimmt und Moscheen in Hochhausgröße baut, um von hoch oben mit krächzender Stimme zum letzten Gefecht aufzurufen. Doch sei gewiss, bevor ich mir den Arsch in Fetzen schießen lasse nehme ich noch 'n paar von denen mit.’